Sonos Amp im Test: Der HiFi-Verstärker mit Sonos-Komfort

- Leistung
- 2x 125W (8Ω)
- Eingänge
- 2x Netzwerk, 1x analog Cinch, 1x HDMI eARC
- Chromecast Built-In
- –
- Quellen kabellos
- Airplay 2
- Integrierte Streamingdienste
- Spotify, TIDAL, Qobuz, Deezer, Apple Musik, Amazon Music HD. Napster, Soundcloud u.v.m.
- Roon ready
- ja
- Multiroom
- Sonos (S1 und S2 kompatibel)
- Abmessungen (BxHxT)
- 21,7 x 6,4 x 21,7
- Preis
- 799 €
Sonos-Komfort trifft auf HiFi-Qualität! Der Sonos Amp ist ein kräftiger Streamingverstärker mit bekannt gutem Bedienkonzept, den du sogar als Teil eines Sonos-Surroundsystems nutzen kannst. Klanglich überzeugt der Amp auch an hochwertigen Boxen, klingt immer sehr dynamisch und weiträumig.
- Sehr stabiles, zuverlässiges Streamingsystem
- Hohe Leistung, spielt gut mit fast allen Boxen
- Riesige Auswahl an Musikdiensten
- Keine Wiedergabe von HighRes-Dateien (nur bis 48kHz Abtastrate)
- kein Bluetooth
Der Sonos Amp schaut auf ein bedeutsames Erbe: Alle Multiroom-Streamingsysteme, die es heute gibt, haben einen gemeinsamen Vorfahren und ein gemeinsames Vorbild: Bereits im Jahr 2005 kam die US-Firma Sonos mit den ersten vernetzten Playern auf den Markt. 2009 folgten dann die passenden Streaming-Lautsprecher. Den technologischen Vorsprung hat Sonos seitdem kein Mitbewerber ernsthaft streitig gemacht: Die stabile Funktion und das geschmeidige Bedienkonzept des Sonos-Multiroomsystems haben bis heute Vorbildcharakter.
Mit dem Streaming-Verstärker Sonos Amp bieten die Amerikaner eine Lösung für alle, die Streaming-Komfort mit klassischen passiven Lautsprechern kombinieren wollen.

Aktuelle Angebote für den Sonos Amp findest du hier:
Kräftig und ausgewogen: Der Sonos Amp im Hörtest
Der Sonos Amp tritt die Nachfolge des betagten Connect:Amp an, ist aber teurer und leistungsfähiger als der Vorgänger. Das zeigt sich auch sofort im Hörvergleich: Die beiden Streaming-Verstärker spielen leicht nachvollziehbar in unterschiedlichen Klassen. Gut nachzuhören ist das zum Beispiel auf „Ashes In The Snow“ der japanischen Band Mono von deren Live-Album „Beyond The Past“. Und dabei ist es ganz gleich, ob der 320kbit/s-Download läuft, der beim LP-Dreifachalbum beiliegt, oder der FLAC-Stream von den Servern des Musikdienstes TIDAL: Wenn der Sonos Amp unsere Tannoy-Monitore antreibt, wird die riesige Dynamik des Stücks viel authentischer wiedergegeben als beim alten Connect:Amp.

Alles scheint dem jüngeren Verstärker deutlich leichter zu fallen: er meistert die Lautstärkesprünge mit lässiger Contenance und behält bis zum dichten, hochtonreichen Finale nach 16 Minuten souverän die Übersicht. Auch wie der Sonos Amp Stimmen und kleinere Besetzungen wiedergibt, zeigt ernsthafte HiFi-Ambitionen: Sängerin A.A. Williams etwa begleitet sich auf „If I Could Read Your Mind vom Album Songs From Isolation“ nur auf dem Klavier. Das Instrument hat mit dem Sonos Amp eine nachvollziehbare Dynamik und verliert seine Körperhaftigkeit auch an den lauteren Stellen nicht.
Wie sich der Sonos Amp im Vergleich mit anderen HiFi-Verstärkern schlägt, kannst du in unserer Bestenliste nachsehen:
Dezenter Mittelton, tückische Loudness

Bei A.A. Williams‘ Stimme fällt eine gewisse Zurückhaltung des Sonos Amp im Präsenzbereich auf, die dem zum Vergleich antretenden Bluesound Powernode zum Beispiel fremd ist. Das hat Vor- und auch Nachteile: Der Bluesound wirkt mit guten Stereoaufnahmen räumlich einhüllender und detailreicher, dafür in lauten, komplexen Passagen nicht ganz so wuchtig und souverän wie der Sonos.
Apropos: Wenn du den Vergleich zuhause oder beim Händler nachhören willst, achte auf die Loudness-Einstellung des Sonos. Denn standardmäßig, frisch aus der Verpackung, startet ein neuer Sonos Amp mit aktivierter Loudness. Das klingt dann zwar sehr eindrucksvoll, macht einen Vergleich aber sinnlos. Abschalten kannst du die Loudness in der App etwas versteckt unter Einstellungen / System / [Raumname] / Klang / EQ.
Aber auch ohne Loudness merkt man dem Sonos seine hohe Leistung klanglich an. Sein kräftiger, tief reichender Bass lässt das akustische Geschehen großformatig und eindrucksvoll erscheinen, und dieser Charakter setzt sich auch an etwas schwieriger anzutreibenden Boxen durch. Da muss schon ein deutlich teurerer Volumio Integro kommen, um noch etwas mehr Bass-Power aus deinen Speakern zu locken. Auch wenn man es einem solchen Kunststoff-Leichtgewicht nicht zutraut, solltest du nicht scheuen, den Amp auch mal auf notorisch schwierige Speaker loszulassen – das Ergebnis kann durchaus überraschend sein.


Der technische Aufbau des Sonos Amp
Ihren Ursprung nimmt die Leistung des Sonos Amp in einem DDFA-Digitalverstärker, der sich gemeinsam mit allen anderen Chips am zentralen Alu-Chassis des Sonos Amp kühlt. Von außen sieht man am Amp allerdings nur Plastik. Der umlaufende Alu-Rahmen des Vorgängers Connect:Amp ist beim Amp also gewissermaßen nach innen gewandert.
Um Verzerrungen und Lasteinflüsse durch den angeschlossenen Lautsprecher zu verringern, führt der DDFA-Amp einen Abgleich des verstärkten Ausgangssignals mit dessen rechnerisch erwartetem Gegenstück durch. Es findet also eine Art Gegenkopplung statt, die aus der analogen in die digitale Domäne rückwirkt und für das „Feedback“ im Namen verantwortlich ist. Im Grunde ist ein DDFA-Amp nichts anderes als ein D/A-Wandler mit Leistung. Er kombiniert Digital-Analog-Wandlung, und Verstärkung in einer einzigen Stufe und übernimmt auf Wunsch auch Filterungs- oder Equalizing-Aufgaben. Wie andere Schaltverstärker verfügt er über einen extrem hohen Wirkungsgrad, kann also hohe Leistungen nahezu ohne Wärmeentwicklung generieren. Das prädestiniert ihn für den Einsatz in kompakten Lifestyle-Geräten wie dem Sonos Amp. Es gibt aber auch vollformatige, teure High-End-Verstärker auf DDFA-Basis – etwa die Masters-Modelle von NAD.
Sonos Amp: Das Design
Sonos-untypisch nur in Schwarz erhältlich, ist das Gehäuse auf den ersten Blick unscheinbar, bei genauerer Betrachtung aber außerordentlich durchdacht aufgebaut. So kannst du mehrere Amps bündig stapeln, ohne dass du thermische Probleme befürchten muss. Gehäuseboden und -Decke sind so gestaltet, dass sie ineinander einrasten, mit ihren Kühlöffnungen aber eine Art durchgehenden Kamin bilden. Mit dem zentralen Stativgewinde im Gehäuseboden kannst du den Sonos Amp aber auch flach an die Wand montieren – und natürlich ist es kein Zufall, dass die Sonos-Kraftwaffel perfekt in die 19-Zoll-Racks passt, die in größeren Smarthome-Installationen üblich sind.
Zur möglichst unauffälligen Installation passt wohl auch die Entscheidung von Sonos, dem Amp kein Display zu gönnen, wie es etwa der Cambridge Evo oder der Naim Uniti Atom besitzen. Lediglich eine mehrfarbige LED informiert dich über den jeweiligen Betriebsszustand des Sonos Amp.

Überlegene Netzwerktechnik
Eine alte Sonos-Stärke findet sich natürlich auch im Amp: das extrem stabile SonosNET-Netzwerk als eine von drei Möglichkeiten, den Amp mit Heimnetz und Internet zu verbinden. SonosNET ist ein Mesh-Netzwerk, in dem sich alle beteiligten Player oder Lautsprecher gegenseitig helfen, und das sich unsichtbar und komplett getrennt von vorhandenen WLANs selbst organisiert. Es besitzt eine sichere AES-Verschlüsselung und in der Praxis nahezu unbegrenzte Reichweite, weil jedes hinzukommende Sonos-Gerät nicht nur als Client, sondern auch als Zugangspunkt für seine Mitspieler dienen kann.

Alternativ zum SonosNET kannst du auch ein klassisches verkabeltes LAN-Netzwerk nutzen. Der Amp hat dafür sogar gleich zwei LAN-Ports mit einem internen Switch. Das ist schon deshalb hilfreich, weil an vielen Heimroutern die LAN-Ports knapp sind. Es ergibt aber noch andere geniale Anwendungsmöglichkeiten – auch und gerade, wenn man SonosNET verwendet. Denn an den LAN-Ports ermöglicht jedes Sonos einen Zugang zum Internet, das also gewissermaßen durch das SonosNET hindurchtunnelt. So bekommst du auch in entlegenen Räumen nicht nur Musik, sondern auch einen Internetzugang zum Beispiel für das Arbeits-Laptop.
…oder einfach per WLAN
Gerade kleinere Systeme mit nur einem oder zwei Sonos-Geräten kannst du inzwischen aber auch einfach mit direkter WLAN-Verbindung aufbauen. Damit umgehst du die einzige kleine Einschränkung des SonosNET: Dort muss stets ein Player oder Lautsprecher, gewissermaßen als Portal zwischen den beiden Netzwerk-Welten, per Kabel angeschlossen sein. Wir bevorzugen SonosNET dennoch ganz klar, denn Stabilität und Komfort sind damit einfach überragend. Wer kein vollwertiges Sonos für die Brückenfunktion „verschwenden“ will – etwa weil der Router in irgendeinem Nebenraum steht und keine LAN-Anschlüsse in den Zimmern sind – findet mit dem Sonos Boost eine reine SonosNET-Basis ohne Playerfunktion. Kostenpunkt: 99 Euro.

Einmal mit dem Netzwerk verbunden, genügt sich der Sonos Amp eigentlich voll und ganz selbst: Mit seiner unschlagbar großen Zahl an unterstützten Musikdiensten wie Spotify, Tidal, oder Deezer liefert Sonos mehr Musik, als man beim besten Willen hören kann. Anschließen musst du nur noch ein Paar Lautsprecher. Und da der Amp mit 125 Watt pro Kanal ausgesprochen kräftig ist, kannst du bei deren Auswahl ruhig in die Vollen gehen. In unserem Test nutzten wir unter anderem die B&W 606 S2 Anniversary Edition, aber auch deutlich größere und schwierigere Lautsprecher. Willst du selbst einmal testen, was deine HiFi-Anlage aus Highres-Musik herausholen kann, hast du momentan die Möglichkeit das Tidal HiFi Plus Abo recht günstig zu testen:
Auch für den Plattenspieler ist Platz am Sonos Amp
Mit physischen Anschlüssen ist der Amp nicht ganz so reich gesegnet. Sehr schön und kontaktsicher sind die Lautsprecherbuchsen, die 4mm-Bananenstecker aufnehmen. Für nackte Kabelenden liegen dem Amp ebenfalls sehr solide Schraubklemmen-Adapter bei. Für analoge Signale steht nur ein Pärchen Cinchbuchsen bereit. Da könnte zum Beispiel ein Plattenspieler mit eingebautem Vorverstärker oder ein externer Phono-Vorverstärker ran. Zur Belohnung darfst du dem Spieler dann nicht nur am Amp zuhören, sondern von überall in deinem Sonos-Netzwerk auf dessen Signal zugreifen. Und wie bei allen anderen Quellen funktioniert das auch im Parallelbetrieb mehrerer Räume präzise synchron, ohne Echo oder Hall. Diese Funktion alleine grenzt den Amp von der übergroßen Mehrzahl anderer Verstärker ab. Nur der Bluesound Powernode bietet ein ähnliches Feature. Hast du bereits einen guten Verstärker, kannst du dir diese Option allerdings auch über einen Netzwerk-Player wie den Bluesound Node X oder den Wiim Pro nachrüsten.

TV-Ton über HDMI
Den Fernseher schließt du über HDMI an, wie sich das bei modernen Streamingsystemen gehört. Der eARC-Kanal überträgt dann den Ton zum Amp und schickt auch Steuerbefehle mit. So wechselt der Sonos automatisch in den TV-Modus, wenn du den Fernseher anschaltest, und reagiert auch auf dessen Fernbedienung. Zusätzliche Sonos-Mitstreiter, etwa ein zweiter Amp, ein Pärchen One und/oder ein Sub, erweitern den Stereo-Amp in ein 4.0- oder 4.1-System, das mit Dolby- und DTS-Filmton dann richtiges Kinofeeling erzeugt.
Der Sonos Amp in der Praxis
Wie man Apps gestaltet, ist sicher auch Geschmackssache. Dass Sonos beim Bedienkonzept den Maßstab setzt, ist aber weitgehend unstrittig. Etwa die überragende, blitzschnell selbstergänzende klassische Suchfunktion, die stets alle zugänglichen Quellen parallel durchforstet und die gefundenen Alben, Titel, Interpreten, Komponisten oder Playlisten – je nach Auswahl – dann zum Beispiel nach lokaler Bibliothek, Spotify, TIDAL und Amazon Music sortiert anzeigt. Alternativ stöberst du in sauber gegliederten, alphabetischen Katalogen deines Musikangebots. Auch hier sind Darstellung und Navigation vorbildlich – wenn man die fehlende Sortierung nach Erscheinungsjahr verkraftet.

Sonos arbeitet mit einer selbsterstellten Bibliothek lokaler Festplatteninhalte. Das hat den Vorteil, dass das System mit jedem beliebigen NAS oder PC gleich – und gleich gut – zusammenarbeitet. Wie schnell der dortige Prozessor ist, ob und welcher Mediaserver darauf aktiv ist, spielt keine Rolle. Denn Sonos braucht lediglich Lesezugriff via Netzwerk – alles andere macht das System selbst, sobald man ihm den Pfad zum Speicherort (es dürfen auch mehrere sein) einmal gezeigt hat.

Streaming mit Vollausstattung
Doch die wenigsten Sonos-User:innen werden sich damit wohl überhaupt jemals beschäftigen müssen. Das Hauptaugenmerk liegt natürlich auf dem Streaming aus dem Internet, und da trumpft Sonos mit einer absoluten Vollausttattung: Als einziges Multiroom-System unterstützt Sonos sogar Apple Music, und die Standards wie TIDAL, Spotify und Deezer sind natürlich ebenfalls mit dabei. Und nebenbei spielt Sonos auch mit allen großen Sprachsteuerungs-Systemen zusammen: Amazon Alexa, Google Asistant und Apple Siri. Wobei der Sonos Amp keine eigenen Mikrofone besitzt, du also für den Empfang der Sprachbefehle noch einen Smart Speaker wie den Sonos One brauchst.
Was im Alltag vielleicht manchmal fehlt, ist Bluetooth. Sonos mag den datenreduzierten Funkstandard nun mal einfach nicht. Und verweist auf das verlustfreie und viel besser klingende AirPlay 2, wenn es um direktes Streaming aus dem Smartphone oder Tablet geht. Wirklich ankreiden kann man dem Sonos eher, dass man keinen Kopfhörer daran anschließen kann. Das ist aber auch der einzige Kritikpunkt, den wir zum Sonos Amp haben. Zumindest wenn man von der immer noch fehlenden HighRes-Tauglichkeit des Sonos-Systems absieht: Höhere Abtastraten als 48 kHz müssen leider auch mit der jüngsten Firmware draußenbleiben.
Unser Testfazit zum Sonos Amp
„Sonos plus Vollverstärker plus Boxen“: Mit dieser Formel konnte man schon immer hervorragend klingende, zuverlässige Streaminganlagen konstruieren. Der Sonos Amp macht immer öfter das mittlere Glied dieser Kette überflüssig. Er hat mehr als genug Leistung für praktisch jeden Lautsprecher am Markt und klingt absolut HiFi-gemäß. Die physischen Anschlüsse sind zwar knapp – aber bei der enormen Streaming-Vielfalt braucht man eigentlich auch fast keine weiteren Quellen mehr.
Aktuelle Angebote für den Sonos Amp findest du hier:
Technische Daten | |
Leistung | 2x 125W (8Ω) |
Eingänge | 2x Netzwerk, 1x analog Cinch, 1x HDMI eARC |
Audio-Ausgänge | Subwoofer, 1x Lautsprecher |
Chromecast Built-In | – |
Quellen kabellos | Airplay 2 |
Integrierte Streamingdienste | Spotify, TIDAL, Qobuz, Deezer, Apple Musik, Amazon Music HD. Napster, Soundcloud u.v.m. |
MQA | – |
Roon ready | ja |
Multiroom | Sonos (S1 und S2 kompatibel) |
Raumeinmessung | – |
Netzwerk | WiFi (802.11n), SonosNET, 2xLAN |
Gehäuse-Ausführungen | schwarz |
Abmessungen (BxHxT) | 21,7 x 6,4 x 21,7 |
Mitgeliefertes Zubehör | LAN-Kabel |
Gewicht | 2,1 kg |
Preis | 799 € |
Wie sich der Sonos Amp im Vergleich mit anderen Streaming-Verstärkern schlägt, kannst du in unserer Bestenliste nachsehen:
Sonos Amp oder Bluesound Powernode – wie würdest du dich entscheiden? Verrate es uns in den Kommentaren!
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