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Apple Music im Test – Was kann der Streamingdienst aus Cupertino?

Apples Antwort auf Spotify ist schnell zum zweitgrößten Anbieter in der Welt des Musikstreamings herangewachsen. Doch was steckt im Musikstreaming-Dienst aus Kalifornien und wo liegen seine Stärken und Schwächen?
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Apple Music im Test Bild: Bild: Vasin Lee / Shutterstock.com
Titelanzahl
Ca. 75 Millionen
Hi-Res Angebot
Ja
Soundqualität
AAC-Format mit bis zu 256 kbps, ALAC-Format bis
Plattformen
macOS, iOS, iPadOS, tvOS, watchOS, CarPlay, HomePod, Windows, Android, Chrome OS, Amazon Echo, Sonos, Web App
Monatliche Kosten
4,99€ / 9,99€ / 14,99€
In Kürze
Apple Music hat es geschafft, in fünf Jahren auf den zweiten Platz des Musikstreamings zu klettern - und das vollkommen zurecht. Eine riesige Bibliothek mit einem üppigen Playlist-Angebot, eine einfache und intuitive Bedienung und eine schöne und übersichtlich designte Nutzeroberfläche machen den Streamingdienst aus Cupertino zu einem der Besten.
Vorteile
  • Exklusive Inhalte
  • Umfangreicher Radiobereich
  • Viele kuratierte Playlists
Nachteile
  • Empfehlungs-Algorithmus lässt Luft nach oben
  • Kein HiFi-Angebot

Schon früh war Apples iTunes Store eine der ersten Anlaufstellen, um Musik im Internet zu kaufen. Zur Einführung 2003 hat zwar noch niemand an das heutige Prinzip des Musikstreaming gedacht, doch war iTunes der erste Schritt zu dem, was heute das Streaming ist. Inzwischen ist Streaming zur wichtigsten Einnahmequelle der Musikindustrie geworden. Die schwedischen Pioniere von Spotify bieten Musikstreaming in der heutigen Form bereits seit 2008 an. Apple kam im Sommer 2015 mit Apple Music dann jedoch relativ spät mit ins Spiel.

Dennoch hat es der Dienst aus Kalifornien auf den zweiten Platz im weltweiten Ranking nach der Abonnentenzahl geschafft. Auch wenn der Abstand zum Platzhirsch Spotify immer noch groß ist, ist Apple Music dank der vorhandenen Basis an Apple Nutzer*innen rasant gewachsen und hat sich im Bereich des Musikstreamings fest etabliert.

Im folgenden erfährst du wie Apple Music in unserem Test der Streamingdienste abgeschnitten hat, welche Besonderheiten beim Musikstreaming mit dem Apfel zu erwarten sind und an welchen Stellen sich Schwächen zeigen.

Aufbau der Apple Music App

Öffnest du die Apple Music App, befindest du dich auf dem Homescreen deiner Mediathek. Hier hast du deine gesamte Musikbibliothek im Blick. Die hier angezeigten Kategorien kannst du nach deinem Geschmack sortieren und ein- und ausblenden. Sie helfen dir, die Musik zu finden, die du suchst.

Auswahl der Mediatheksortierung
Auf der Startseite deiner Mediathek kannst du die Elemente wählen, auf die du schnellen Zugriff haben möchtest. | Quelle: Apple

Direkt darunter findest du mit der Ansicht „Zuletzt hinzugefügt“ ein simples aber praktisches Feature. Auf einen Blick siehst du die letzten 60 Alben, EPs, Singles und Playlists, die zu deiner Sammlung hinzugekommen sind.

Über die Reiter am unteren Bildschirmrand erreichst du alle weiteren Seiten. Die Seiten „Für Dich“ und „Entdecken“ helfen die, neue Musik zu entdecken. Die Seite „Für Dich“ schlägt dir neue Alben und Künstler*innen auf Grundlage deines Hörverhaltens vor und erstellt automatisch Playlists für dich. Zum persönlichen Inhaltsalgorithmus von Apple Music liest du unter dem Punkt Empfehlungsalgorithmus weiter unten mehr.

Fuer Dich-Seite
Maßgeschneidert: Auf der Für Dich-Seite empfiehlt Apple Music dir Alben, Künstler und Playlists passend zu deinem Hörverhalten. | Quelle: Apple

Die „Entdecken“-Seite zeigt dir die neuesten Hits aus den Charts, neue große Erscheinungen oder Ankündigungen. Dabei kannst du die Inhalte nach Genres sortieren, um herauszufinden, was in deinem Lieblingsgenre neu ist. Natürlich ist die Auswahl hierbei begrenzt und nicht persönlich auf dich zugeschnitten, weshalb hier die Ausbeute neuer Musik unterschiedlich gut ausfallen kann.

Entdecken-Seite
Die Entdecken-Seite zeigt dir Neuerscheinungen und aktuelle Hits aus verschiedensten Genres. | Quelle: Apple

Die Bedienung der App

Die Steuerung und Navigation läuft flüssig und intuitiv. Wischst du über den Bildschirm nach rechts, kommst du eine Seite zurück. Wischst du im Wiedergabefenster nach unten, so „versteckst“ du den aktuell laufenden Titel und kannst parallel weiterstöbern.

Optionen bei längerem Drücken
Bei langem Drücken auf ein Album oder einen Titel erscheinen mehrere Optionen. | Quelle: Apple

Durch langes Halten auf einen Titel kommst du zu Optionen zum Hinzufügen einer Playlist, dem herunterladen oder dem (bei Streamingdiensten recht selten) Anzeigen von Songtexten und weiteren Möglichkeiten.

Apple Music verfolgt ein übersichtliches Konzept beim Hinzufügen und Organisieren der eigenen Musikmediathek. In deiner Mediathek speicherst du nur Alben (oder Teile davon) und Playlists. Die Künstler*innen und Interpreten, die in deiner Mediathek unter „Künstler“ aufgeführt sind, sind all diejenigen, von denen du ein Album oder einzelne Stücke hinzugefügt hast.

Natürlich hast du die Möglichkeit, von dort aus zur gesamten Diskographie der Künstler*innen zu navigieren, doch wirst du durch die Vielzahl der Inhalte bei manchen Künstler*innen nicht verwirrt und behältst nur die von dir hinzugefügten Inhalte im Blick.

Mac App
Die Interpreten-Übersicht ist mit der Seitenleiste besonders in der Desktop-Version sehr übersichtlich. | Quelle: Apple

Das Design der App

Das Design in der gesamten Anwendung, sowohl auf Smartphone und iPad, dem Macbook oder Windows PC, verfolgt Apple-typisch eine sehr klare gestalterische Linie. Die Menüs sind minimalistisch und funktional gestaltet, wirken aber nicht zu nüchtern oder abgespeckt.

iOS Darkmode
Im dunklen Design besonders ansehnlich: Apple Music lässt sich auf verschiedenen Plattformen in den Nacht-Modus schalten, der die Augen nachts vor grellem Licht schützt. | Quelle: Apple

Seitdem mit MacOS Mojave und iOS 13.0 und der systemübergreifende Darkmode bei Applegeräten verfügbar ist, lässt sich Apple Music im augenschonenden dunklen Modus anzeigen. Auch in der Android-Version ist der abgedunkelte Modus nutzbar, der die Menüs in dunkler Optik zeigt und weiße Hintergründe durch schwarze ersetzt.

Ganz neu seit iOS 14.3 und macOS Big Sur 11.1 bei Apple Music: Wie auch bei Spotify oder Tidal gibt es nun auch bei Apple Music hübsch animierte Album-Cover bei ausgewählten Künstlern. Aktuell sind das zum Beispiel Pearl Jam, Big Sean und Future Utopia.

Was kann die Suchfunktion?

Ein Streamingdienst kann jedes erdenkliche Stück oder Album auf den Servern haben – wenn man sie nicht findet, geht man trotzdem leer aus. Dementsprechend spielt die Suchfunktion eine große Rolle.

In der Suche hast du die Wahl, die gesamte Datenbank oder nur die Inhalte zu durchsuchen, die in der eigenen Bibliothek sind. Der Vorteil: den gesuchten Titel, das Album oder Künstler*in findest du schneller und musst dich nicht erst durch viele weitere Ergebnisse mit ähnlichem oder dem selben Namen suchen, wenn der gewünschte Inhalt schon gespeichert ist.

Musik Offline speichern

Wie die meisten Streamingdienste bietet Apple Music die Möglichkeit, Musik offline auf dem Speicher zu speichern. Das kann praktisch sein, um nicht das gesamte Datenvolumen zu verbrauchen oder für Momente, in denen man keine Internetverbindung hat. Apple Music schränkt Nutzer*innen dabei kaum ein und bietet dir die Möglichkeit, bis zu 100.000 Songs offline zu speichern und auf deinem Smartphone, Tablet oder Laptop mitzunehmen.

Wie groß ist die Musikbibliothek?

Glaubt man den Zahlen von Apple, hat der eigene Streamingdienst wenig Konkurrenz. Dabei schafft es der Streamingdienst mit dem Apfel mit ca. 75 Millionen Titeln sogar noch deutlich vor Spotify mit circa 50 Millionen Titeln. Nur Tidal mit über 70 Millionen Stücken kann Apple Music in Sachen Bibliotheksgröße fast die Stirn bieten.

Unter normalen Bedingungen sollte Apple Music Hörer*innen alle musikalischen Wünsche erfüllen können. Ausnahmen können dabei natürlich bestehen, sind aber selten.

Nur bei Apple Music: Exklusive Inhalte

Apple-typisch ist der Megakonzern wie in anderen Bereichen exklusive Deals mit verschiedenen Künstler*innen eingegangen. Das bezieht sich besonders auf Vorab-Erscheinungen von heiß erwarteten Alben, aber auch einige vollkommen exklusive Erscheinungen, die es nur auf Apple Music gibt.

Das Album Views From the 6 des erfolgreichen US-Rappers Drake gab es zum Beispiel eine Woche früher auf Apple Music als auf allen anderen Plattformen. In dieser Zeit spielte das Album des Erfolgsmusikers satte 245 Millionen Plays ein – alleine auf Apple Music.

Wie gut funktioniert der Empfehlungs-Algorithmus?

Viele Musikfans entdecken neue Alben, Künstler*innen und Genres durch die smarten Empfehlungen von Apple Music, Spotify, Tidal und Co. Dementsprechend wichtig ist es, dass die Algorithmen die Geschmäcker der Nutzer*innen „verstehen“ und passende Musik vorschlagen.

Apple Music hat seinen Service bezüglich personalisierter Playlists und empfohlener Alben seit dem Start immer weiter ausgebaut. Während die Empfehlungen zu Beginn noch recht rar waren und häufig nicht wirklich ins Schwarze trafen, steht der Streaming-Dienst aus Cupertino heute deutlich besser da, lässt aber noch Luft nach oben.

Playlist Power-Mix
Personalisierte Playlists wie der Power-Mix erstellt Apple Music automatisch nach deinem Geschmack. Mit dabei ist auch ein Chill-Mix mit entspannten Songs und neue Musik, die für dich interessant sein könnte. | Quelle: Apple

Die Empfehlungen von Apple Music ergeben sich hauptsächlich durch dein Hörverhalten. Bei einzelnen Stücken oder Alben kannst du die Empfehlungen außerdem aktiv beeinflussen, indem du sie als Favorit markierst oder die Option „weniger solche Vorschläge“ wählst.

Hast du keine Lust, selbst neue Stücke in die Warteschlange zu stellen, kannst du hier den Algorithmus übernehmen lassen. Dazu wählst du die Optionen „Sender erstellen“ und Apple Music stellt automatisch passende Stücke in die Warteschlange.

Besonderheit: Kuratierte Playlisten

Ein weiterer Grundpfeiler auf dem Streaming-Dienste fußen sind vorgefertigte Playlists. Best-ofs großer Künstler*innen, die erfolgreichsten Newcomer, Playlists für’s Workout oder zum Lernen – die Grenzen für Playlists sind endlos. Apple Music sticht dabei durch eine riesige Auswahl hervor.

Die Kalifornier haben sich für diese Abteilung große Namen ins Boot geholt, die den Streaming Dienst mit kuratierten Listen füttern. Dabei sind Musikmagazine beziehungsweise -redakteur*innen, Plattenfirmen oder Künstler*innenkollektive.

Playlists Vorschläge
Eine der größten Stärken von Apple Music ist der riesige Bereich um Playlists. | Quelle: Apple

Natürlich kannst du selbst Playlists auf Apple Music erstellen und diese mit der Community und deinen Freund*innen teilen. Dementsprechend stehen neben den großen „offiziellen“ Playlists auch viele Playlists anderer Nutzer*innen zur Auswahl.

App-Verfügbarkeit: Läuft Apple Music auf meinem Smartphone?

Bisher war Apple bezüglich Kompatibilität und Verfügbarkeit ihrer Produkte in Verbindung mit anderen Herstellern eher störrisch. Apple Music bildet bei dieser sehr oft strikten Politik von Apple’s eigenem geschlossenen Kosmos eine kleine Ausnahme.

Web App
Seit kurzer Zeit ist Apple Music von jedem Rechner über die neue Web-App nutzbar. | Quelle: Apple

Auch wenn es zum Start nicht so war, ist Apple Music ebenfalls für Windows-Computer und Android-Smartphones verfügbar – und sogar eine Web-App gibt es. Die Bedienoberfläche des Web-Players funktioniert genau wie die herkömmliche Desktop-App, was die Bedienung sehr simpel macht.

Andere Hersteller integrieren die Apple Music App inzwischen in ihre Systeme. So kam überraschend auch Samsung dazu, indem der koreanische Konkurrent den Streamingdienst aus Kalifornien in den eigenen Smart-TV Appstore aufgenommen hat.

Die Apple Music App ist auf allen aktuellen Apple Geräten vorinstalliert. Alternativ findest du sie hier im Apple App-Store. Für Windows-Nutzer kannst du dir Apple Music bzw. iTunes im Windows-Store herunterladen. Alle Android-Nutzer finden die App im Play-Store.

Audioausgabe über Lautsprecher

Natürlich darf beim Musikstreaming nicht die Möglichkeit fehlen, Musik an heimische Geräte wie Lautsprecher, den AV-Receiver oder den Verstärker zu übertragen. Hierzu hat Apple AirPlay entwickelt. Über AirPlay lassen sich aus der Apple Music App und anderen Apps Inhalte wie Videos, Fotos oder auch SmartHome Steuerungsbefehle an kompatible Geräte übertragen. Die Fülle der kompatiblen Geräte ist dabei über die letzten Jahre kontinuierlich gestiegen.

Auf der Apple Homepage findest du eine vollständige Liste aller Geräte, die AirPlay 2 kompatibel sind. Der Haken an der Sache: Das Senden funktioniert nur mit Apple Geräten. Dafür hat Apple in die Android-Version der Apple Music App Unterstützung für Chromecast integriert, das Google Pendant zu Apples AirPlay.

Auch per Smartspeaker hast du Zugriff auf Apple Music. Darunter fällt natürlich der Apple-eigene Smartspeaker HomePod. Doch wie auch schon mit der Integration des Chromecast, hält Google auch mit seinem Smartspeaker Google Home Einzug in die Welt von Apple Music. Nun lässt sich per Sprachbefehl deine Lieblingsmusik auf deinem Google Home abspielen.

Zu guter Letzt hast du natürlich immer die Möglichkeit, Musik aus der Apple Music App per Bluetooth an Lautsprecher, Kopfhörer und Co. zu übertragen.

Apple Digital Masters

Lange Zeit hatte Apple Music für alle Fans hochauflösender Musik leider kein Angebot im Petto. Still und heimlich haben die Toningenieure von Apple nun aber das Programm Apple Digital Masters nachgeliefert. Basierend auf dem Vorgänger Mastered for iTunes, unter dem man digital nachgebesserte Musik bei iTunes kaufen konnte, soll diese Idee nun beim Streaming per Apple Music fortgeführt werden.

Bei Apple Digital Masters handelt es sich jedoch nicht um hochauflösende Musik. Der Clou des beeindruckend klingenden Namens ist eine digitale Nachbesserung der Stücke. Die tatsächliche Auflösung, Abtastrate und das verwendete AAC-Format bleiben bestehen. Verlustfreie oder gar hochauflösende Musik bietet dir dieses Feature aber nicht. Ganz musst du die Hoffnung aber nicht verlieren. Mit Apples Ankündigung, die komplette Apple-Music-Bibliothek peu à peu auf CD-Qualität umzustellen, hat der Konzern für gehöriges Aufsehen gesorgt.

Was ist mit Highres?

Nachdem der Konkurrent und Streaming-Gigant Spotify sein HiFi-Abo vorgestellt hatte, gab auch Apple bekannt, dass die gesamte, inzwischen über 75 Millionen Songs enthaltende, Apple Music Bibliothek auf Lossless und sogar Highres Audio aufgewertet werden soll. Aber was verbirgt sich dahinter? Und welche Vorteile bietet es dir im Vergleich zum bisher von Apple benutzten AAC?

Kurz gesagt zeichnet sich ein verlustfreies, bzw. lossless Signal dadurch aus, dass bei seiner Komprimierung keine Informationen verloren gingen. Als Standard für Lossless Audio gilt die CD mit ihrer Auflösung von 16 Bit und 44,1 kHz Abtastrate. Alles was eine geringer Auflösung oder Abtastrate als diese Werte hat, gilt also als verlustbehaftet. Alles was darüber liegt ist „höher auflösend“ und somit „high(er) resolution“.

Apple möchte also die gesamte Bibliothek mindestens in CD-Qualität anbieten, einen gewissen Anteil, der bisher noch nicht bekannt ist, sogar in Highres Audio. Apples bisheriges mp3-Pendant AAC kann so große Bitraten aber nicht verlustfrei verarbeiten. Aus diesem Grund ist deine Apple Music Sammlung zukünftig in ALAC abrufbar. Ähnlich wie beim FLAC-Format wird auch hier zwar die Dateigröße komprimiert, ohne dabei aber die Qualität der Tonspur anzugreifen.

Apple Music highres streaming screenshot
In den Einstellungen kannst du die Musikqualität nach deinen Ansprüchen anpassen. | Screenshot: Apple

Apple gibt an, dass das Highres-Angebot Abtastraten von 48 kHz, über 96 kHz, bis hin zu 192 kHz beinhalten soll. Alles bei einer Auflösung von 24 Bit. Allerdings bleiben hier einige Fragen offen und über einige Punkte solltest du dir im klaren sein, solltest du dich für Apple Music entscheiden.

Was brauche ich, um Highres-Musik hören zu können?

Um die klanglichen Vorteile, die die höhere Auflösung mit sich bringt auch genießen zu können, solltest du über Kopfhörer oder Lautsprecher verfügen, die diese Unterschiede auch hörbar machen können. Vom Wühltisch im Discounter sollten deine Kopfhörer also besser nicht stammen. Was allerdings zwingend erforderlich ist, um Highres Audio verarbeiten zu können, ist ein D/A-Wandler, der die hohen Dateiströme unterstützt und verarbeiten kann. Die in iPhone und Mac verbauten DACs sind für diese Aufgabe nicht geeignet.

Wir raten dir also dringend davon ab, deine HiFi-Kopfhörer direkt an die Kopfhörerbuchse deines Apple-Gerätes zu klemmen. Einen Klanggewinn würdest du so nicht bemerken können. Solche externen D/A-Wandler kannst du schon für ca. 100 Euro bekommen und sorgen dafür, dass das digitale Audio-Signal wieder in eine analoge Spannung verwandelt wird, mit der Verstärker, Lautsprecher und Kopfhörer etwas anfangen können.

Sicher hast du dich auch schon gefragt, warum du diesen Aufwand betreiben und deine Anlage oder Kopfhörer per Kabel verbinden solltest. Immerhin ist die Bluetooth-Verbindung innerhalb des „Apple-versums“ kaum zu schlagen und auch alle AirPods sind kabellos. Das stimmt. Aber der von Apple benutzte Codec AAC unterstützt, wie bereits gesagt, keine verlustfreie Komprimierung.

Das bedeutet, dass alle Zusatzinformationen, die du vorher durch Highres gewonnen hast, durch Downsampling wieder verloren gehen. Ähnliches gilt im Übrigen für Apple AirPlay 2. Die Übertragung über dein Heimnetzwerk schafft zwar immerhin CD-Qualität, für Highres ist die Übertragung aber immer noch zu schwach.

Andere Streamingdienste wie Tidal oder Qobuz gehen direkt einen Schritt weiter und implementieren ihre Software direkt im netzwerkfähigem Verstärker. So müssen keine Musikdaten mehr vom Handy oder PC zum Verstärker geschickt werden, weil sich dieser die Daten ganz einfach selbst aus dem Internet zieht.

Apple hat bisher einer solchen Implementierung nur bedingt zugestimmt. Smartspeaker wie der Apple HomePod oder Google Home sind zwar theoretisch dazu im Stande, praktisch ist aber höchst zweifelhaft, ob du klangliche Unterschiede bemerken wirst. Auch dieser Weg führt also nicht zum Ziel.

Es bleibt also nur das gute, alte USB-Kabel als Überträger. Aber auch hier lauern Tücken. Schon lange haben iPhones und iPads keine normale USB-Schnittstelle mehr. Um die digitalen Signale also zum D/A-Wandler leiten zu können, brauchst du Apples Lightning-auf-USB-Adapter. Für Mac gilt entsprechendes. Allerdings hat dir das Betriebssystem MacOs einen letzten Stolperstein in den Weg gelegt. Wie John Darko in seinem umfangreichen Artikel erklärt, passt dein Mac die Abtastrate und Auflösung nicht automatisch an. Du musst beides also theoretisch bei jeder Änderung händisch anpassen.

Zusatzfunktionen: integrierte Radio-Sender

Apple Music bietet einige schöne Extras, mit denen der Dienst aus Cupertino hervorsticht. Das ist besonders das üppige Radio-Angebot unter dem Namen Beats 1. Der 24 Stunden laufende Musikradiosender ist in der Apple Music App integriert und bietet ein abwechslungsreichen Mix aus Chartshows, Interviews und Themensendungen.

Apple Music Radio
Auf Apple Music findest du sowohl verschiedene Sender mit wechselndem Programm aber auch Genre-spezifische Sender, die genau deinen Geschmack treffen. | Quelle: Apple

Musikvideos & Songtexte

Ein kleines, aber sehr nettes Feature bei Apple Music, das man bei vielen Konkurrenten vergeblich sucht, sind Songtexte. Bei sehr vielen Songs lässt sich simultan zum laufenden Track der Text anzeigen. Fans, die schon immer wissen wollten, um was genau es in einem Song geht, können dem ganz einfach während des Hörens auf den Grund gehen und müssen nicht mehr den Umweg über den Browser nehmen.

Songtext
Zu vielen Songs kannst du direkt in der Apple Music App den zugehörigen Songtexten anzeigen lassen. | Quelle: Apple

Fans von Musikvideos werden bei Apple Music ebenfalls fündig. Seit einiger Zeit kann man sich zu vielen Songs auch Bewegtbilder bei Apples Streamingdienst ansehen.

Was kostet mich das Abonnement?

Apple Music liegt preislich im gleichen Bereich wie die meisten anderen Anbieter. Das Abo für eine Einzelperson kostet 9,99 im Monat. Darüber hinaus bietet Apple für sein Musikstreaming ein Familienabo an, das von bis zu sechs Personen genutzt werden kann. Dabei können alle sechs Personen gleichzeitig auf den Dienst zugreifen und Musik streamen. Die Kosten dafür liegen bei 14,99 Euro im Monat.

Apple Music Preise Übersicht
Die Preise für Apple Music in der Übersicht. | Quelle: Apple

Für alle Studierenden bietet Apple Music außerdem eine Preisermäßigung, sodass dein Abo damit nur 4,99 Euro monatlich kostet. Dabei musst du deinen Studierendenstatus über eine gültige Hochschul-Mailadresse nachweisen können.

Für alle Arten von Abos gilt, dass du drei Monate Zeit hast Apple Music auszuprobieren und dich beim Streamingdienst mit dem Apfel zurechtzufinden. Eine kostenlose, werbefinanzierte Version von Apple Music gibt es nicht.

Unser Test-Fazit zu Apple Music

Apple Music ist schon fünf Jahre nach Einführung einer der meistgenutzten Streamingdienste. Mit einem schlichten und schicken Design, einer einfachen und intuitiven Bedienung findet sich jeder schnell im Musikstreaming des kalifornischen Kult-Unternehmens zurecht.

Das riesige Musikangebot mit vielen kuratierten und von Nutzer*innen erstellten Playlists bieten die Möglichkeit, neue Musik zu entdecken und zu teilen. Lediglich der Empfehlungsalgorithmus steht dem von Spotify noch etwas nach. Apple Music ist für jede*n Nutzer*in eine Überlegung wert. Dabei spielt es keine Rolle, ob du reiner Apple-User bist oder überhaupt ein Apple-Device besitzt.

Jetzt 3 Monate kostenlos testen

Technische Daten
Titelanzahl Ca. 75 Millionen
Hi-Res Angebot Ja
Soundqualität AAC-Format mit bis zu 256 kbps, ALAC-Format bis
Plattformen macOS, iOS, iPadOS, tvOS, watchOS, CarPlay, HomePod, Windows, Android, Chrome OS, Amazon Echo, Sonos, Web App
Podcasts Nein
Internetradio Ja
Monatliche Kosten 4,99€ / 9,99€ / 14,99€
Probezeitraum 3 Monate
Studierendenrabatt Ja

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1 Kommentar

Diskutiere mit »
  1. Avatar PlatzhalterDirkOS1

    Leider keine Chromecast-Unterstützung auf iOS Geräten? Habe den Artikel nur überflogen. War auf der Suche nach einer Antwort. So werde ich ohne die Chromcast-Unterstützung kein Kunde von diesem Streaming-“Dienst“ da sich die Entwickler anscheinend eher um ein geschlossenes System bemühen. Die App hält nach meiner Einschätzung keinem Vergleich zu Spotify stand.

    Mir stößt übel auf, dass sich Apple als Betriebssystem-Lieferant scheinbar quasi monopolistisch verhält: Deren eigene Apps können im Apple Appstore nicht öffentlich bewertet und rezensiert werden. Alle Apps anderer Entwickler, an deren Leistungen die Firma Apple gerne mitverdient, sind dort jedoch der Kritik zugänglich.

    Danke für den ausführlichen Text zum Thema von ca. Mitte des Jahres 2020.

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