Startseite HiFi Elektronik Verstärker Magnat MA 700 im Test: Vollverstärker mit Röhrensound und viel Komfort

Magnat MA 700 im Test: Vollverstärker mit Röhrensound und viel Komfort

Der Magnat MA 700 will die Vorteile von Röhrentechnologie mit denen von Transistor-Power verbinden. Wie das klingt und was der HiFi-Verstärker noch zu bieten hat, erfährst du in unserem Test.
HIFI.DE Test | Magnat AM 700
Leistung
2x 70 W (4 Ohm)
Eingänge
4x Line Cinch, 1x Line Klinke 3,5mm, 1x Phono MM, 1x digital TOSLink, 1x digital Koax, 1x HDMI-ARC
Audio-Ausgänge
Record Out (Festpegel), 1x Subwoofer (mono), 1 Paar Lautsprecher
Quellen kabellos
Bluetooth aptX
Abmessungen (BxHxT)
433 x 116 x 345 mm
Gewicht
7,4 kg
Preis
799 Euro
In Kürze
Mit zahlreichen Eingängen und einer durchdachten Ausstattung lässt der Magnat MA 700 keinen HiFi-Wunsch unerfüllt. Klanglich begeistert er vor allem Freunde eines warmen, zurückhaltenden Klangs.
Vorteile
  • Warmer, unaufdringlicher Klang
  • ordentlich klingender, rauscharmer MM-Phonoeingang
  • Sehr gute Ausstattung
Nachteile
  • könnte etwas transparenter klingen
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Streamingboxen, kompakte All-In-One-Systeme, Soundbars: Die klassische HiFi-Anlage aus Vollverstärker und Boxen muss sich heute gegen viele Rivalen durchsetzen. Eine durchdachte Ausstattung am Verstärker erhöht dabei die Erfolgschancen. Hier kann der Magnat MA 700 punkten. Mit vier digitalen Quellen finden an ihm dein Streamer oder PC Platz.

Genauso wie analoge Quellen und dein Plattenspieler. Denn der MA 700 ist ein HiFi-Verstärker mit Phono-Eingang. Für audiophilen Klang soll dabei ein Hybrid-Konzept aus Röhren- und Transistortechnik sorgen. Eine spannende, nicht alltägliche Kombination ist das auf jeden Fall. Ob und für wen sie Vorteile bringt, haben wir im Hörtest überprüft.

Den Magnat MA 700 kannst du hier direkt kaufen:

Magnat MA 700 im Hörtest: HiFi für Harmoniesüchtige

Was Röhren im Klang von Audioverstärkern machen – oder machen sollen – ist umstritten. Häufig wird ihnen eine warme, freundliche Klangsignatur zugeschrieben. Die richtig konsequenten reinen Röhrenverstärker klingen aber meist gerade nicht besonders warm, sondern eher klar und temperamentvoll. Der Hybrid-Amp von Magnat hält sich eher an das Klischee vom weichen, dunklen Röhrensound. Er klingt tatsächlich auffallend rund und sanft, fast schüchtern.

Magnat MA 700 schräg frontal
Der Magnat MA 700 möchte die Vorteile von Röhren und Transistoren in sich vereinen.

Wir haben ihn an ziemlich gnadenlosen Monitorlautsprechern gehört, wo diese Charakteristik manchmal durchaus willkommen ist. Gerade mit älteren Pop- und Rockproduktionen aus den 80er Jahren. Duke von Genesis etwa aus dem Jahr 1980 klingt im Original gleißend hell und selbst im aktuellen Remix, auf dem der Tidal-Stream basiert, kaum milder. Der MA 700 hat hier einen positiven Einfluss, indem er die Keyboard-Fanfaren von Behind The Lines und auch Phil Collins’ Schlagzeugbecken etwas anmutiger und farbiger klingen lässt.

Mit ausgewogenen Produktionen kann sich der MA 700 aber auch selbst im Weg stehen. Seine sehr weiche Abstimmung lässt in komplizierteren Mixen nur wenig Luft zwischen den einzelnen Elementen. Dadurch wirkt die Abbildung recht kompakt. Was wir im Hörtest etwas vermissen, ist Dynamik und Tempo: Wenn Gitarren und Percussion ein Stück vorantreiben sollen, brauchen sie auch Kanten, Grip und Struktur. Diese Klangkomponenten haben mitunter Mühe, sich durchzusetzen. Immerhin spielt der Magnat MA 700 im Bass kräftig und sonor, wenn auch eher weich und füllig als trocken und präzise.

Magnat MA 700 Volumenregler
Der große Lautstärkerregler besteht – wie alle anderen Regler auch – auch Metall.

Die Musik fließt also schön elegant, zwingt dich aber nicht so nachdrücklich zum rhythmischen Kopfnicken oder Fußwippen. Was du nicht vergessen solltest: Diese Eindrücke sind nur leichte Tendenzen, die im konzentrierten Direktvergleich zu anderen guten Amps auffallen. Grundsätzlich ist der MA 700 ein kräftiger, kompetenter und universeller HiFi-Verstärker ohne ernsthafte Schwächen. Wenn es dir um Röhren geht, gibt es natürlich auch reine Röhren-Amps wie den Unison Research Simply 845, die klanglich weit mehr aus deiner Musik herauskitzeln. Die kosten dann aber schnell das zehnfache. Für den Preis von ca. 800 Euro bekommst du alternativ auch den superkompakten Teac AI-303. Der hat zwar keinen Phono-Vorverstärker, aber passt dafür auf jeden Schreibtisch.

Bestmöglichen Klang gibt’s via Cinch-Kabel

Die zahlreichen Digitaleingänge des MA 700 sind in der Praxis genial, bringen aber nicht immer auch klangliche Verbesserungen. Das gilt vor allem, wenn du einen sehr guten externen Streamer hast – einen Bluesound Node etwa, oder den Linn Sneaky Music DS, den wir im Test verwendeten. Solche Zuspieler klingen am ausgewogensten und detailreichsten, wenn du sie analog an einen der Cincheingänge anschließt.

Magnat MA 700 Eingänge
Insgesamt fünf analoge und vier digitale Eingänge vereint der Magnat MA 700 auf seiner Rückseite. Hier findet so ziemlich jede Musikquelle Platz.

Zuspieler mit weniger High-End-Ambitionen, zum Beispiel ein älterer Sonos Connect, den wir gerne verwenden, sind am Koax- oder optischen Digital-Input aber gut untergebracht. Ihre integrierten DAC klingen nicht schlechter, aber eben auch nicht besser als die Wandlung im Magnat-Amp. Den größten Aha-Effekt gibt es womöglich eh beim Fernsehen: Guter Stereoton, per HDMI-ARC digital zum Verstärker transportiert und über vollwertige Lautsprecher wiedergegeben, schlägt die meisten Soundbars um Längen. Und alle Fernseher erst recht.

Der MM-Phonoeingang beeindruckt mit außerordentlich gutem Störabstand. Er gibt sich also nicht gleich mit Rauschen zu erkennen, wenn du den Phono-Vorverstärker mit dem Wahlschalter aktivierst. Startest du dann deinen Plattenspieler, verrät schon der Aufsetz-Knack, dass die Grundbalance stimmt. Die Musik tönt dann auch druckvoll und eher etwas lebendiger als über die anderen Eingänge. Wir haben zum Test einen New Horizon 121 verwendet, dessen serienmäßiges Audio-Technica-System von Haus aus rund und unkompliziert spielt. Bei dieser Kombination stört es auch überhaupt nicht, dass der Magnat dem Tonabnehmer einen leichten Extrakick im Präsenz- und Brillanzbereich verleiht. Mit ohnehin schon schlanken Systemen könnte diese Tendenz aber weniger gut passen. Auch aus dem eigenen Haus gibt es mit dem Magnat MTT 990 einen klangstarken Vinyl-Spielpartner.

Wenn du deine Musik direkt über deinen Verstärker streamen möchtest, solltest du einen Blick auf die von uns getesteten Streaming-Verstärker werfen:

Magnat MA 700: Technischer Aufbau und Praxis

70 Watt pro Kanal soll der MA 700 an 4Ω-Boxen abgeben können. Behaupten kann das jeder. Der wuchtige Ringkern-Netztrafo lässt aber ahnen, dass Magnat bei dieser Angabe eher unter- als übertreibt. Der breite Kühlkörper aus massivem Aluguss, an den sich die Endstufen- und Treibertransistoren schmiegen, lässt die Leistungsangaben noch glaubwürdiger erscheinen. Auch sonst macht der Aufbau des MA 700 einen sehr soliden, vertrauenerweckend altmodischen Eindruck. So sollte er an jeder Regalbox und auch den meisten Standlautsprechern ordentliche Arbeit leisten.

Wenn du dich schon immer gefragt hast, was die Unterschiede zwischen Endstufen, Vorstufen und Vollverstärkern sind, haben wir hier die Antwort für dich zusammengefasst.

Den modernen Kontrapunkt setzt eine Digitalplatine mit D/A-Wandler von Burr-Brown (PCM5102) und einem hochintegrierten HDMI-Chip für den gleichnamigen TV-Ton-Eingang. Der HDMI-Input unterstützt ARC und CEC, empfängt also den Audio-Rückkanal vom TV-Gerät und lässt sich mit dessen Fernbedienung in Grundfunktionen steuern. Beim Fernsehen brauchst du den IR-Sender des MA 700 also nicht in die Hand zu nehmen.

Magnat MA 700 Fernbedienung
Über die Fernbedienung lassen sich alle wichtigen Funktionen des MA 700 steuern. Wenn du deinen TV-Sound per HDMI-ARC überträgst, kannst du dafür aber auch deine TV-Fernbedienung benutzen.

Der Magnat empfängt aber nicht nur Infrarot-Kommandos, sondern auch Signale via Bluetooth. Dein Smartphone oder Laptop darf, wenn es das unterstützt, sogar im höherwertigen aptX-Codec senden. Der aber gemessen am CD-Original immer noch Daten einspart. Gänzlich ungekürzte Musik-Bits nehmen dagegen die beiden klassischen Digitaleingänge in Koax- und optischer Ausführung entgegen. Und zwar hier wie da mit bis zu 192kHz Samplingrate und 24 Bit Samplingtiefe. Musik in Highres also. Für analoge Zuspieler gibt es ebenfalls reichlich Platz: vier Cinch-Eingänge am Heck, einen Miniklinken-Input an der Frontplatte. Tapedeck-Besitzer freuen sich über einen ungeregelten Rec-Out, und daneben bietet ein Sub-Out die Musik als Mono-Summensignal an. So musst du nur ein einzelnes Kabel zu deinem Subwoofer legen – sofern du einen benutzt.

Hybrid aus Röhre und Transistor

Der MA 700 wird nach Magnat-Vorgaben in China gefertigt und ist solide, aber nicht verschwenderisch verarbeitet. Seine wahre Größe zeigt der Verstärker erst unter dem Stahlblech-Gehäusedeckel. Die klassische 43er-Gehäusebreite hat hier keine Designgründe, sondern ist schlicht notwendig, um allen Komponenten Platz zu bieten. Der Verstärker arbeitet nach dem Hybridprinzip, kombiniert also Röhren- und Halbleitertechnik. Die Idee daran ist, deren jeweilige Stärken zu verbinden.

Magnat MA 700 frontal
Die Röhren im Magnat MA 700 kümmern sich nur um die Vorverstärkung. Den Antrieb der Lautsprecher überlässt man bei Magnat den Transistoren.

Richtig eingesetzt zeichnen sich Röhren durch ein besonders ohrenfreundliches Klirrspektrum aus. Zwar geben auch sie dem Signal Nebenprodukte mit auf den Weg, wie jedes andere aktive Bauteil. Diese Verzerrungen ähneln aber in ihrer Zusammensetzung den Oberwellen akustischer Instrumente oder natürlicher Stimmen. Für das menschliche Gehör sind sie in kleinen Dosen gar nicht wahrnehmbar. In etwas höheren Anteilen führen sie zu einer gewissen Wärme im Klangbild, wie sie auch der Magnat zeigt.

Hybridverstärker lassen ihre Röhren meist in der Vorstufe arbeiten. Stromabwärts sorgt dann eine Transistorendstufe für zeitgemäße Leistungsreserven. Diesem Muster folgt auch der MA 700, der das gewählte Musiksignal mit einer Doppeltriode des Typs ECC81 in Empfang nimmt. Eine weitverbreitete, millionenfach produzierte Röhre, die viele tausend Betriebsstunden hält und – falls das je nötig wird – auch problemlos zu ersetzen ist.

Magnat MA 700 Röhre Front
Die Vorstufenröhre sitzt gut sichtbar – und durch eine rote LED beleuchtet – hinter einem Bullauge an der Front. Ein cooler Eyecatcher.

Magnat verwendet aktuelle ECC81 des slowakischen Herstellers JJ, die du durch ein kleines Bullauge in der Frontplatte sehen kannst. Das freundliche, orange Glimmen, das aus diesem Fenster dringt, stammt aber nicht nur von der Röhre. Weil Doppeltrioden nur ganz schwach leuchten, haben die Magnat-Designer hier mit einer LED ein wenig nachgeholfen. Leuten, die auf der Suche nach der ideal klingenden Kombination obsessiv Röhren tauschen, kommt Magnat weniger entgegen. Dafür ist die Röhre nicht leicht genug zugänglich.

Ausstattung fast wie früher

Lautsprecher wirst du auf jeden Fall anschließen wollen – wenngleich der MA 700 im Nebenjob auch in brauchbarer Kopfhörerverstärker sein kann. Für die Boxenkabel findest du an der Rückwand isolierte, sehr solide Schraubklemmen, die auch eine 4-mm-Mittelbohrung für Bananenstecker bieten. Die Stecker sind hier besonders sinnvoll. Denn die Klemmen sitzen recht eng beisammen, was den Anschluss nackter Kabelenden etwas fummelig gestaltet.

Magnat MA 700 Kopfhörerverstärker
Über die große Klinkenbuchse an der Front kannst du auch deinen HiFi-Kopfhörer am Magnat MA 700 anschließen.

Im Alltag verwöhnt dich der MA 700 mit Optionen, die zugleich sinnvoll und selten sind. Zum Beispiel mit einem Monoschalter, der gerade LP-Hörern sehr hilfreich sein kann, weil alte Monoplatten damit deutlich geräuschärmer laufen. Wenn Aufnahmen weniger perfekt sind, wirst du auch Bass- und Höhenregler schätzen lernen. Keine Angst: Wenn du sie nicht brauchst, fliegen sie per Direct-Taste spurlos aus dem Signalweg, ebenso wie der Balanceregler und die Loudness-Funktion.

Magnat MA 700 Kabelklemmen
Die Kabelklemmen bieten sowohl Bananensteckern als auch den reinen Drähten Platz.

Die Lautstärkeregelung erfolgt elektronisch. Der große Volume-Drehknopf (wie alle anderen aus Metall) wirkt also nur auf einen Drehimpulsgeber. Das geht schon wegen der HDMI-Pegelreglung nicht anders. Es bringt aber auch im normalen Betrieb besseren Kanalgleichlauf und geringeren Verschleiß als ein klassisches Potentiometer. Ob es klanglich Vor- oder Nachteile bringt, hängt dann von der jeweiligen Umsetzung ab. Als optische Rückmeldung hat Magnat den Eingangs-LEDs eine Doppelfunktion gegeben: Veränderst du die Lautstärke, wird daraus für ein paar Sekunden ein etwas grober, aber durchaus nützlicher Leuchtbalken.

Fazit Magnat MA 700: Charakterstark und komfortabel

Es gibt schon noch lebendigere und feiner strukturiert klingende Verstärker als den MA 700. Andererseits kann kein Amp in dieser Preisklasse wirklich alle Anforderungen perfekt abhaken: Noch mehr klangliche Feinarbeit wird automatisch entweder teurer, oder kostet Zugeständnisse bei der Ausstattung. Mit digitalen wie analogen Anschlüssen in reicher Auswahl und einem vollständigen Repertoire an Betriebsarten ist der Magnat auf jeden Fall eines der verlockenderen Angebote. Wer zudem einen betont dezent und weich klingenden Amp sucht, ist mit diesem Hybrid-Vollverstärker bestens bedient.

HIFI.DE Testsiegel HiFi-Verstärker Magnat MA 700 8.4

 

 

Den Magnat MA 700 kannst du hier direkt beim Hersteller kaufen:

Technische Daten
Leistung 2x 70 W (4 Ohm)
Eingänge 4x Line Cinch, 1x Line Klinke 3,5mm, 1x Phono MM, 1x digital TOSLink, 1x digital Koax, 1x HDMI-ARC
Audio-Ausgänge Record Out (Festpegel), 1x Subwoofer (mono), 1 Paar Lautsprecher
Quellen kabellos Bluetooth aptX
MQA
Roon tested
Multiroom
Raumeinmessung
Netzwerk
Gehäuse-Ausführungen Schwarz
Abmessungen (BxHxT) 433 x 116 x 345 mm
Gewicht 7,4 kg
Mitgeliefertes Zubehör Fernbedienung
Preis 799 Euro

Egal, ob Streaming-Allrounder oder Analogprofi – in unserer Bestenliste findest du alle von uns getesteten HiFi-Verstärker:

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