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Dolby Vision – alles, was du wissen musst

Dolby Vision ist neben HDR10 der derzeit am weitesten verbreitete HDR-Standard. Aber nicht alle Hersteller unterstützen den Standard. Ist Dolby Vision wirklich merklich besser als HDR10? Wir sagen dir, wann sich Dolby Vision für dich lohnt.
Dolby Vision HDR Bild: Dolby

HDR (High Dynamic Range) ist der wohl größte Mehrwert aktueller Fernsehgeräte. Die Technologie ermöglicht ein Bild mit erhöhtem Farb- und Kontrastumfang. HDR soll der Lebenswirklichkeit näher kommen als herkömmliches Fernsehen. Im Gegensatz zur schieren Auflösung (bei 4K-Ultra-HD: 3.840 x 2.160 Pixel) ist HDR auch aus größeren Sitzabständen wahrnehmbar. Und Dolby Vision ist ein spezieller HDR-Standard.

HDR zeigt dir höhere Kontraste, knackigere Farben und feinere Farbnuancen. Der Gegenbegriff zu HDR ist SDR, was für Standard Dynamic Range steht. DVDs, Blu-ray-Disks und HDTV-Sendungen sind klassische Beispiele für SDR-Inhalte. Mehr Details zu den Unterschieden zwischen SDR und HDR verrät dir unser HDR Ratgeber.

Wozu braucht man HDR bzw. Dolby Vision eigentlich und was steckt dahinter?

Damit Fernsehen oder Streaming funktioniert, braucht es technische Standards. Und diese sind für TV- und Filmproduktion in SDR schon ziemlich alt, stammen letztlich aus der Zeit der Bildröhren. Daher sind noch heute im HDTV-Standard ein relativ begrenzter Farbraum („Rec. 709“) und eine vergleichsweise niedrige Referenz-Helligkeit (100 nits) die Norm. Damit bringen SDR-Produktionen tagtäglich schon sehr gute Bilder in hoher Auflösung (HD, High Definition).

Aber es geht besser: Moderne TV-Bildschirme hellere Bilder, größeren Kontrast, mehr und kräftigere Farben als SDR darstellen – und machen das alles mit 4K-Auflösung. Um die technischen Möglichkeiten sinnvoll zu nutzen, wurde der Ultra-HD-Standard „UHD I“ geschaffen. Höhere Auflösung sowie bessere Farben und Kontraste durch HDR-Technik sind hier festgeschrieben. Die Dolby Laboratories waren von Anfang an bei der Entwicklung von HDR mit beteiligt.

HDR bietet im Vergleich mit SDR einen deutlich erhöhten Kontrast und Farbumfang.
HDR bietet im Vergleich mit SDR einen deutlich erhöhten Kontrast und Farbumfang. Die Darstellung hier überzeichnet den Effekt allerdings. Das Ziel  von HDR ist, die Darstellung dem anzunähern, was das menschliche Auge sieht. Bei SDR gibt es aus historischen Gründen nur wenig Spielraum für Farben und Kontrast, bestimmte Farbtöne können mit SDR schlicht nicht dargestellt werden. | Bild: LG

HDR: Näher am echten Leben

Alles fängt mit dem menschlichen Auge an. Das Auge kann sich jederzeit an helle und dunkle Lichtverhältnisse anpassen und erfasst zudem einen riesigen Bereich an Helligkeiten und Farben. Die herkömmliche TV-Technik erfasst zwar mit professionellen Kameras immerhin schon einen großen Teil der natürlichen Farben. Jedoch muss die herkömmliche TV-Produktionstechnik die Bilder sozusagen auf das Standardmaß von SDR einschrumpfen, was die Farb- und Helligkeitswerte betrifft. Sonst würden die althergebrachten Übertragungsketten nicht richtig funktionieren.

Bei Ultra-HD mit HDR sind die Grenzen wesentlich weiter gesteckt. Der Farb- und Helligkeitsbereich von HDR nähert sich damit dem natürlichen Sehen an. Einige Zahlen zum Vergleich: die Standard-Helligkeit von SDR ist nach wie vor 100 Nits, bei HDR sind 1.000, 2.000 oder sogar 4.000 Nits möglich. Theoretisch sogar 10.000. Und HDR bietet zudem mehr Farbtöne mit feineren Abstufungen.  Während bei HDTV bis zu 16,77 Millionen Farbwerte vorkommen können, sind bei 4K mit HDR es über eine Milliarde.

Unterschiedliche HDR-Formate

Dolby Vision ist ein spezielles HDR-Verfahren, das heute die meisten – aber nicht alle – 4K-TVs bieten. Jedoch gibt es mehrere HDR-Formate, die teilweise miteinander konkurrieren.

Einen Einblick in dieses Wettrennen haben wir bereits in unserem HDR-Ratgeber gegeben. HDR10 ist dabei die Basis, auf die du dich stets verlassen kannst. Denn diesen HDR-Standard kannst du bei TV-Geräten mit Unterstützung für High Dynamic Range immer voraussetzen. Auch Ultra-HD-Blu-rays mit HDR sind stets mit HDR10 versehen. Dolby Vision will einen Mehrwert anbieten und konkurriert mit dem HDR10+ Format, welches aktuell in der Praxis aber in geringerem Maße Unterstützung findet.

HDR 10 – die einfachste Lösung

Welche Leuchtkraft dein Fernseher dir zeigen soll, erfährt er unter anderem aus den sogenannten HDR-Metadaten. Diese Metadaten werden bei der Produktion von HDR-Inhalten zusammen mit dem Video-Signal des Films oder der Serie gespeichert. Diese werden im Zuge der Bildübertragung von deinem Zuspielgerät (Player, Konsole, Streaming-Gerät, etc.) deinem TV Gerät mitgeteilt.

Der am weitesten verbreitete, aber auch primitivste HDR-Standard, HDR10, arbeitet mit statischen Metadaten. Das bedeutet für einen Film (bzw. jegliche Videoinhalte mit HDR): Die HDR-Eckdaten für Helligkeit & Co. werden einmalig festgesetzt, und ändern sich über die gesamte Spielzeit nicht. Jenes kann zum Nachteil werden, wenn ein Film mit unterschiedlichen Bildinhalten und / oder Stilmitteln arbeitet. Nutzt ein Film etwa für Rückblenden oder Szenen in einer Traumwelt eine ganz andere Optik, wäre es eigentlich ideal, könnte man abweichende Einstellungen anlegen, um in jeder Szene die Technik des TV-Geräts für eine optimale Darstellung ausreizen zu können. Mit HDR10 ist das nicht möglich, weil die Metadaten statisch sind. Mit Dolby Vision geht aber genau das: Hier ist die HDR-Wiedergabe für die Rückblenden oder Traumszenen aus unserem Beispiel abweichend einstellbar. Es kommen dynamische Metadaten zum Einsatz.

Dolby Vision: Das dynamischere HDR-Format

Du kaufst gerne UHD Blu-rays oder liebst Filme und Serien bei Streaming-Anbietern mit HDR? Dann findest du deutlich mehr Discs und Streaming-Content mit Dolby Vision als mit HDR10+. Beide heben sich von HDR10 durch einen zentralen Punkt ab: HDR10 ist statisch, während Dolby Vision und HDR10+ dynamisch sind. Aber was bedeutet das für dich?

Dolby bewirbt seinen HDR-Standard mit gesteigerter Bildqualität.
Dolby bewirbt Dolby Vision damit, dass das Dolby-Vision-Ökosystem originalgetreuer das Bild bewahre. Das zeigt auch die obige Grafik, die darstellen soll, wie bei SDR (Mitte) immer mehr Kompromisse eingegangen werden und am Ende deutlich weniger auf dem TV-Gerät herauskommt. | Bild: Dolby

Das Bild veranschaulicht die Idee von HDR: Das Bild auf dem Fernseher soll sich dem annähern, was das menschliche Auge in der Realität sieht. Bei herkömmlicher Technik, also SDR, war man davon weit entfernt, mit HDR wird die Lücke ein gutes Stück geschlossen.

Gleichzeitig mehr Licht und mehr Schatten

Dolby Vision sorgt also dafür, dass bei Filmen und Serien mit facettenreicher Optik alle Szenarien qualitativ hochwertig bleiben. Sowohl helle als auch dunkle Inhalte profitieren von einer optimierten Darstellung. All das passiert natürlich hinter den Kulissen. Du bekommst davon nichts mit bzw. erhältst im besten Fall einfach nur das hochwertigere Bild. Freilich bleibt der dynamische HDR-Standard aber nur ein Puzzleteil. So zaubert etwa auch dieses Format aus einer schlechten Vorlage keinen optischen Kracher.

Dolbys Standard erlaubt es sogar, Metadaten für jeden einzelnen Frame zu hinterlegen, wodurch das Bild in seinen Helligkeits-, Kontrast- und Farbeinstellungen feingliedriger angepasst wird. Warum dann nicht jeder Hersteller auf Dolby Vision setzt? Es fällt eine Lizenzgebühr für die Nutzung des Standards an. Bei HDR10 ist das nicht der Fall.

Höher, schneller, weiter: 12-bit und 4.000 Nits

Dolby Vision bietet eine Farbtiefe von 12-bit. HDR10 arbeitet mit 10-bit. Auf dem Papier ist Dolby Vision somit auch in dieser Disziplin technisch überlegen. Allerdings ist das derzeit eher ein theoretischer Vorteil, da aktuelle Fernsehgeräte zwar 12-bit-Signale verarbeiten können, jedoch nur über 10-bit-Panels verfügen. Vielmehr existieren in der Einstiegsklasse sogar TV-Geräte, die keine 10-bit-Panels verwenden, sondern auf 8-bit + FRC (Frame Rate Control) setzen. Am Ende können die vollen Farbnuancen also gar nicht dargestellt werden. Aktuell sind uns noch keine Pläne bekannt, Fernsehgeräte mit 12-bit-Panels in den Handel zu bringen.

8 bit vs. 10 bit Die digitale Bildtechnik kodiert alle Farbtöne als Zahlenwerte. Die bit-Angabe ist ein Maß dafür, wie viele verschiedene Zahlenwerte für die Darstellung von Farbwerten genutzt werden können. Je mehr davon verfügbar sind, desto feinere Abstufungen der Farben können dargestellt werden. Wenn du in diesem Zusammenhang 10 bit liest, sind genau genommen jeweils 10 bit für jeden der drei TV-Farbkanäle Rot, Grün und Blau gemeint. 10 bit reichen für bis zu 1024 Abstufungen pro Farbkanal. Alle darstellbaren Farben werden aus den drei Kanälen Rot, Grün und Blau gemischt, was insgesamt über eine Milliarde mögliche Farbtöne ergibt. Bei 8 bit sind es nur 256 Abstufungen pro Farbkanal, insgesamt 16,77 Millionen Farbtöne – zum Beispiel in einem PC-Monitor oder bei HDTV.

Samsung bewarb seine QLED Q9FN bereits 2018 mit Spitzenhelligkeiten von 2.000 nits.
Samsung bewarb seine QLED Q9FN bereits 2018 mit Spitzenhelligkeiten von 2.000 Nits. | Bild: Samsung

Dolby Vision Spitzenhelligkeiten in Theorie und Praxis

Ähnlich steht es um die maximale Helligkeit, welche bei Dolby Vision höher liegt, als bei HDR10. So erreiche man laut Dolby Helligkeiten von bis zu 10.000 Nits. Zum Vergleich: Bei HDR10 wird bis 1.000 Nits gemastert, während HDR10+ mit aktuellen Mastering-Tools auf bis zu 4.000 Nits kommt. Hier gibt es jedoch in der Praxis einen ähnlichen Haken wie bei der 12-bit-Verarbeitung. So erreichen selbst High-End-LCD-TVs nur maximale Helligkeiten von bis zu 2.000 Nits. Wunderbar also, dass Dolby Vision es möglich macht, Inhalte mit bis zu 10.000 Nits zu erstellen. Doch kein aktueller Bildschirm für Privatkunden könnte diese Helligkeit erreichen. Im Vergleich zu den maximal 100 Nits von SDR ist aber jedes HDR-Format ein Quantensprung was die zusätzliche Helligkeit angeht.

Zumal solche hohen Helligkeitswerte sich ohnehin nicht auf das gesamte Bild beziehen, sondern nur für sehr kleine Objekte sinnvoll sind – beispielsweise Sterne oder kleinste Lichter im Hintergrund. Andernfalls würdest du von deinem Fernseher geblendet.

Dolby Vision IQ: Die nächste Generation

Dolby hat Dolby Vision IQ auf der CES 2020 vorgestellt. Hierbei handelt es sich nicht um ein völlig neues HDR-Format, sondern um eine Erweiterung von Dolby Vision. Diese Erweiterung besteht darin, dass für die Bilddarstellung die Umgebungslichtsensoren des jeweiligen Fernsehers aktiv einbezogen werden. Beispiel: Nachmittags ist in deinem von Sonnenlicht durchflutetem Wohnzimmer kaum etwas am TV zu erkennen, es sei denn du pushst die Helligkeit. Aber bei HDR-Inhalten bzw. Dolby Vision stellen sich die TV-Geräte ohnehin schon auf maximale Leuchtkraft um, sodass du mit dem Helligkeitsregler allenfalls Spielraum nach unten hättest. Dolby Vision IQ soll die Lichtverhältnisse im Raum automatisch erkennen und das Bild optimieren, damit dunkle Szenen besser im beleuchteten Raum erkennbar bleiben. Dolby verspricht, dass das Ergebnis filigraner sei, als eine einfache Anhebung der Helligkeit.

Aber: Dolby Vision IQ steht nur an TVs zur Verfügung, die es explizit unterstützen. Nicht jeder TV, der Dolby Vision bietet, verfügt also automatisch über die IQ-Erweiterung. Wichtig: Dolby Vision IQ ist eine reine TV-Funktion, die auf die regulären Dolby-Vision-Inhalte aufsetzt. Es gibt keine speziellen Dolby-Vision-IQ-Inhalte. Das Versprechen lautet, dass durch die Erkennung des Umgebungslichts die Darstellung insbesondere in hellen Räumlichkeiten hochwertiger sein könne. Zudem musst du nicht tagsüber und abends unterschiedliche Settings wie Dolby Vision Bright und Dolby Vision Dark selber einstellen.

Jetzt ansehen: Dolby Vision IQ – TV-Geräte mit der neuen HDR-Technologie

Anpassen des Bildes an das Umgebungslicht: Ein alter Hut?

Das Konzept, die Bildeinstellungen automatisch je nach Umgebungslicht anzupassen, ist keinesfalls neu. An Monitoren ist dies gang und gäbe. Auch Fernsehgeräte bieten oft im Rahmen ihres Eco-Modus eine derartige Option, welche vorwiegend zu helle Bildeinstellungen vermeiden und so Strom sparen soll. In der Regel verfälschen derlei automatische Anpassungen jedoch das Bild. Viele Enthusiasten dürften somit dabei bleiben, dass es am besten ist, den jeweiligen Raum selbst zu verdunkeln.

Dolby Vision IQ optimiert immerhin einzelne Bildbereiche. Das soll dafür sorgen, dass die gleißende Sonne in einer Szene nicht plötzlich überstrahlt, jedoch die Details in den Schatten für dich besser sichtbar werden. Dolby Vision IQ soll also dafür sorgen, dass Inhalte dir auch dann möglichst viele Details und Abstufungen zeigen, wenn du dein Zimmer nicht abgedunkelt hast. Du willst noch mehr über Dolby Vision IQ erfahren? Dann schau gerne in unseren Ratgeber:

Was du für Dolby Vision unbedingt brauchst

Möchtest du Dolby Vision verwenden, benötigst du zunächst einen kompatiblen TV. Wenn der TV  außerdem z.B. eine passende Streaming-App (etwa Netflix) und du das entsprechende Ultra-HD-Abo hast, kann es schon los gehen. Der jeweilige Streaming-Anbieter und natürlich auch der Inhalt müssen dazu den Dolby-Standard einbinden.
Grundsätzlich muss immer die gesamte Wiedergabekette Dolby Vision unterstützen. Also auch dein UHD-Blu-ray-Player und dein Streaming-Gerät, etwa ein Fire TV-Stick.  Schaltest du einen AV-Receiver oder eine Soundbar dazwischen, muss diese das entsprechende Passthrough liefern.

Was ist Passthrough? Passthrough bedeutet, wie der Name vermuten lässt, dass ein entsprechendes HDMI-Signal mit HDR unverändert durchgeleitet werden kann und ist vor allem bei Soundbars und AV-Receivern relevant. Lange nicht jedes Gerät unterstützt das Durchleiten eines beliebigen HDR-Standards. Was genau unterstützt wird findet sich in den technischen Daten zum jeweiligen Gerät.

Wichtig ist, dass du auf eine Gerätekette achtest, die insgesamt kompatibel ist.

Welche TV-Hersteller setzen auf Dolby Vision?

TV-Hersteller unterstützen Dolby Vision mittlerweile (fast) genau so breit wie HDR10. Der einzige Hersteller, der sich verweigert, ist Samsung. Die Südkoreaner forcieren nämlich mit HDR10+ ein Konkurrenzformat. Jedoch gibt es auch bei den anderen Anbietern Unterschiede zwischen den Modellreihen. Da lohnt sich also stets ein genauerer Blick ins Datenblatt. In der folgenden Tabelle siehst du, wie es mit der Unterstützung der HDR-Formate bei den größten Herstellern aussieht. So fahren mittlerweile etliche Marken zweigleisig und binden an ihren TV-Modellen sowohl HDR10+ als auch Dolby Vision an.

Hersteller

HDR10

HDR10+

Dolby Vision

Hisense

Ja

Ja

Ja

LG

Ja

Nein

Ja

Loewe

Ja

Nein

Ja

Medion

Ja

Nein

Ja

Panasonic

Ja

Ja

Ja

Philips

Ja

Ja

Ja

Samsung

Ja

Ja

Nein

Sony

Ja

Nein

Ja

TCL

Ja

Ja

Ja

Toshiba

Ja

Ja

Ja

Xiaomi

Ja

Ja

Ja

Doch ein Fernseher mit Dolby Vision nutzt natürlich dir nur etwas, wenn du auch entsprechende Inhalte abrufen kannst.

Dolby Vision Low LatencyEine wenig bekannte Besonderheit von Dolby Vision ist die Unterscheidung zwischen TV- und Player-geführtem Dolby Vision. Letzteres wird als „Dolby Vision Low Latency“ bezeichnet. Wobei die Player-geführte Variante Nachteile mit sich bringt aber in der Praxis eher die Ausnahme darstellt. Weitere Infos zu dem Thema findest du in unserem Artikel zu Dolby Vision Low Latency.

Diese Streaming-Anbieter nutzen dynamische HDR-Formate

Welche der größten Streaming-Anbieter Dolby Vision verwenden, zeigt dir eine weitere Übersicht. Hier gab es in den letzten Jahren auch schon manche Kehrtwende. Amazon etwa zählte eigentlich zu den ersten Unterstützern von HDR10+, bindet mittlerweile vereinzelt jedoch auch Dolby Vision ein.

Streaming-Anbieter

HDR10

HDR10+

Dolby Vision

Amazon Prime Video

Ja

Ja

Ja

Apple TV+

Ja

Nein

Ja

Dazn

Nein

Nein

Nein

Disney+

Ja

Nein

Ja

Google Play Filme & Serien

Ja

Ja

Ja

Netflix

Ja

Nein

Ja

Sky Ticket

Nein

Nein

Nein

YouTube

Ja

Nein

Nein

Was wiederum dedizierte Streaming-Player betrifft, so wird Dolby Vision von so gut wie allen populären Modellen unterstützt. Dazu zählen der Amazon Fire TV 4K / Fire TV Cube, der Apple TV 4K, der Chromecast mit Google TV sowie natürlich die Nvidia Shield TV. Vorsicht: Die PlayStation 5 hingegen beherrscht Dolby Vision nicht. An der Xbox Series X wiederum ist Streaming mit dem dynamischen HDR-Format möglich, Ultra HD Blu-rays lassen sich nur mit HDR10 wiedergeben.

Das Apple iPhone 12 Pro kann Videos mit Dolby Vision nicht nur darstellen, sondern auch selbst auszeichnen.
Das Apple iPhone 12 Pro kann Videos mit Dolby Vision nicht nur darstellen, sondern auch selbst auszeichnen. | Bild: Apple

Es gibt mittlerweile sogar Smartphones mit dem dynamischen HDR-Standard. Dazu zählen etwa die Apple iPhone 12. Das iPhone 12 Pro kann sogar selbst Videos mit Dolby Vision aufzeichnen. Im Bereich der Ultra HD Player und Ultra HD Blu-rays wiederum solltest du je nach Modell bzw. Disc einzeln Ausschau halten. Für Einsteiger empfiehlt sich hier etwa der LG UBK90, der für unter 150 Euro zu haben ist, zum Testen setzt die HIFI.DE Redaktion auf den Panasonic-Player DP-UB9004EGK. Referenz-Discs sind etwa „Joker“, „Zurück in die Zukunft“ oder auch „1917“. Viele Filme enthalten mittlerweile mehrere HDR-Formate.

OLED-TVs profitieren besonders von Dolby Vision

LG war einer der ersten glühenden Unterstützer von Dolby Vision. Dahinter steckt ein guter Grund: OLED-TVs, welche die Südkoreaner aggressiv bewerben, profitieren besonders stark von Dolby Vision. Denn OLED-Fernsehgeräte zeigen zwar perfektes Schwarz, erreichen aber wesentlich geringere Maximalhelligkeiten als Premium-LCDs, zu denen auch QLED wie Samsung Q90T oder QN95A zählen. Dolby Vision erlaubt es durch seine dynamischen Metadaten, das HDR-Bild Szene für Szene anzupassen. Dadurch können OLED-TVs ihre Stärken wesentlich besser ausspielen. Hinzu kommt: alle Fernseher, die Dolby Vision an Bord haben, müssen von Dolby zertifiziert sein. Sie profitieren von dem flexibleren Tone Mapping, welches dieFarben und Helligkeit bestmöglich an die Technik des jeweiligen TV anpasst.

LGs neue OLED evo steigern die maximale Helligkeit der Panels 2021 deutlich.
LGs neues OLED evo Panel welches im LG G1 verbaut ist, steigert die maximale Helligkeit für OLED Panel 2021 deutlich. | Bild: LG

Die Kompromisse sind also geringer als bei HDR10 und die niedrigeren Maximalhelligkeiten der OLED-TVs oder auch Mittelklasse-LED-TVs wiegen nicht mehr so schwer. Solltest du also abwägen, einen OLED-Fernseher zu kaufen, ist Dolby Vision eventuell für dich ein wichtigerer Faktor. Allerdings haben LG, Panasonic und Sony 2021 OLED-TVs mit neuer Technik veröffentlicht, so dass es auch in diesem Bereich Fortschritte gibt.

Unser Fazit: Dolby Vision steht vor einer großen Zukunft

Das dynamische HDR-Format steht vor einer großen Zukunft: Immer mehr TV-Hersteller verwenden Dolby Vision. Und das betrifft nicht nur Premium-Modelle, sondern auch Mittelklasse- und sogar Einstiegs-TVs. Im Streaming-Segment ist der Standard ebenfalls verbreitet, denn Amazon Prime Video, Apple TV+, Disney+ und Netflix sind alle mit von der Partie. Lediglich bei Ultra HD Blu-rays hängt es stark vom jeweiligen Studio aber auch dem spezifischen Film ab, ob Dolby Vision an Bord ist.

Man möchte auch im lukrativen Gaming-Segment seinen Status zementieren.
Man möchte auch im lukrativen Gaming-Segment seinen Status zementieren. | Bild: Dolby

Tatsächlich soll die Zukunft noch mehr bringen: Die Xbox Series X soll über ein Firmware-Update für Dolby-Vision-Gaming fit gemacht werden. Da könnte uns also noch Spannendes erwarten. Allerdings muss man auch einräumen, dass bereits HDR10 für die meisten Zuschauer eine tolle Erfahrung bietet. Die Vorteile des dynamischen Formats kommen insbesondere an OLED-TVs zum Tragen. Deswegen ist Dolby Vision am Ende zwar ein Mehrwert, andere Faktoren beeinflussen die Bildqualität bei der HDR-Wiedergabe aber weitaus stärker – im Falle von LCDs beispielsweise die Hintergrundbeleuchtung.

Wie sieht es bei dir aus: Spielt Dolby Vision für dich beim Kauf deines nächsten TVs eine Rolle? Wir freuen uns auf die Diskussion in den Kommentaren!

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