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Nvidia Shield TV im Test: Streaming-Stick mit Gaming DNA und Android TV

Nvidia kennt man eher von GeForce Grafikkarten, mischt seit einigen Jahren aber auch im Markt für Streaming-Boxen mit. Wir haben getestet, wie sich die hochwertige Streaming-Box Shield TV im Vergleich zur Konkurrenz schlägt.
Nvidia Shield TV im Test: Streaming-Stick mit Gaming DNA und Android TV
Auflösung
4K-UHD
HDR-Unterstützung
HDR10, Dolby Vision
Anschlüsse
HDMI 2.0b mit Unterstützung für HDCP 2.2, CEC MicroSD-Kartensteckplatz, LAN-Anschluss
Sprachsteuerung
Google Assistant, kompatibel mit Alexa-Geräten
Preis
159 Euro
In Kürze
Das Nvidia Shield TV ist ein High-End Streaming-Client, der mit 159 Euro zu den teureren Geräten auf dem Markt gehört. Neben 4K-HDR, einer großen App-Auswahl und einer Menge Einstellungsmöglichkeiten ist vor allem die Integration von GeForce Now für Gamer interessant.
Vorteile
  • 4K-HDR Support
  • Umfassende App-Auswahl
  • Gaming-Service GeForce Now
  • Umfassende Einstellungsmöglichkeiten
Nachteile
  • Vergleichsweise hoher Preis
  • Bildschirme von Apple-Geräten lassen sich nicht spiegeln
  • Form der Fernbedienung etwas gewöhnungsbedürftig

Nvidia ist vor allem als Entwickler von Grafikprozessoren und Gaming-Hardware bekannt. Doch seit einiger Zeit mischt die Firma aus Kalifornien auch auf dem Markt der Streaming-Boxen mit. Wir haben das Nvidia Shield TV genauer unter die Lupe genommen und die Ergebnisse in diesem Testbericht für euch zusammengefasst.

App-Auswahl – welche Anwendungen bietet Shield TV?

Die Benutzeroberfläche des Shield TV basiert auf Android TV und bietet dementsprechend eine sehr umfangreiche App-Auswahl an. Mit NetflixAmazon PrimeYouTubeDisney Plus und DAZN sind erwartungsgemäß die wichtigsten Video Streaming-Dienste mit an Bord. Auf Apple TV Plus müssen Shield TV-Nutzer aktuell allerdings ebenso verzichten wie auf Sky Ticket. Auch im Bereich Musik-Streaming sind mit Spotify und Co. die wichtigsten Apps mit von der Partie.

Die Apps des Nvidia Shield TV
Die App-Auswahl des Shield TVs kann sich sehen lassen. | Bild: Nvidia Shield TV Menü

In diesem Bereich fehlt jedoch ebenfalls der Dienst des Apfelkonzerns, Apple Music. Auch neben den beiden Streaming-Bereichen ist der Store des Nvidia Shield TV bestückt mit unzähligen nützlichen Service-Applications. Darunter auch die beliebten Mediaplayer Plex und Kodi, die auf manch anderem, geschlossenen Streaming-System nicht installiert werden können. Auch in puncto Spiele gibt es eine große Auswahl.

Der Google Play Store
Der Google Play Store auf dem Nvidia Shield TV ist aufgeräumt und wie bei Fernsehern mit Android TV sehr umfangreich. | Bild: Nvidia Shield TV Menü

Um Apps herunterladen zu können dient beim Shield TV der Google Play Store. Dieser ist ähnlich aufgebaut wie das Pendant auf Android-Smartphones. Er wirkt jedoch auf dem Shield TV in unserem Test sehr aufgeräumt und übersichtlich und nach einer kurzen Akklimatisierung ist er jedoch einfach zu bedienen und schlägt sinnvolle App-Highlights vor.

VoD des Shield TVs
Das VoD-Angebot den Shield TVs läuft über Google Play Filme und Serien. | Bild: Nvidia Shield TV Menü

Als integrierten VoD-Service nutzt Nvidia Google Play Filme & Serien. Dieser ist als digitale Videothek nicht ganz so bekannt wie der iTunes Store oder Amazon Prime Video, ist jedoch fast genau so umfangreich. Wer noch keine Zahlungsinformation in seinem Google-Konto hinterlegt hat, muss dies tun, um den Dienst nutzen zu können.

Bedienung – Benutzeroberfläche und Fernbedienung des Shield TVs im Test

Wie bereits angesprochen, basiert die Benutzeroberfläche des Shield TVs auf Android. Die Startseite glänzt dabei mit Anpassungsmöglichkeiten. So werden Empfehlungen von heruntergeladenen Video Streaming-Diensten angezeigt. Dies hilft bei der Suche nach der passenden Abendunterhaltung und ist angenehm wenig auf einen bestimmten Dienst zentriert.

Die Startseite des Shield TVs
Die Startseite des Shield TVs hat sich in unserem Test vor allem durch die guten Empfehlungen bewährt. | Bild: Nvidia Shield TV Menü

Die Reihenfolge, in der die Empfehlungen angezeigt werden, lässt sich dabei individuell festlegen. Auch sonst ist alles sehr übersichtlich, wenn die mit Inhalten gefüllte Startseite auch hin und wieder etwas überladen wirken kann. Vor allem Nutzer von Android Smartphones werden sich aufgrund der Parallelen gut zurecht finden.

Die Filmseite von Wolf of Wallstreet
Die Filmseiten könnten etwas schöner gestaltet sein. | Bild: Nvidia Shield TV Menü

Der Google Play Store ist ebenfalls sehr klar und übersichtlich gestaltet und lässt sich intuitiv bedienen. Über die Suche am oberen Rand der Startseite lassen sich Filme, Serien und Apps suchen. Dabei wird einem nicht nur angezeigt, ob sich der Inhalt bei Google Play Filme und Serien kaufen oder leihen lässt, sondern auch, bei welchem abonnierten Streaming-Dienst sie zur Verfügung stehen.

Fernbedienung

Wie die meisten Streaming-Clients verfügt das Shield TV über eine eigene Fernbedienung. Diese ist in einer dreieckigen Form gehalten und liegt gut in der Hand. Auch fühlt die sich sehr hochwertig an und hat ein angenehmes Gewicht. Hebt man die Fernbedienung auf, fangen die Tasten dank eines integrierten Bewegungssensors an zu leuchten, was in einem dunklen Heimkino durchaus ein hilfreiches Feature ist.

Nvidia Shield Fernbedienung
Die Fernbedienung des Shield TVs ist hochwertig verarbeitet und liegt gut in der Hand.

Ansonsten lässt sich mit der Fernbedienung und den zahlreichen Knöpfen nicht nur das Shield TV sondern auch der Fernseher per Infrarot-Sender steuern. Anders als die Konkurrenz verfügt die Fernbedienung über einen extra Netflix-Button. Über den Mikrofon-Knopf lässt sich das Shield TV in unserem Test per Google Assistant auch mit Sprachbefehlen steuern. Ein nettes Gimmick für den ein oder anderen von euch ist sicherlich die integrierte Funktion zum Auffinden einer verlorenen Fernbedienung.

Bildqualität – Auflösung und HDR-Support beim Shield TVs

Full-HD wurde auf dem Fernseher-Markt inzwischen fast vollständig von 4K-UHD abgelöst und auch HDR-Standards etablieren sich immer stärker. Das Shield TV macht in puncto Bildqualität einen guten Job. Denn nicht nur unterstützt es UHD-Auflösung, auch HDR ist mit von der Partie. Mit dem Streaming-Client lassen sich sowohl HDR10-Inhalte als auch Filme und Serien mit dem Premium-Format Dolby Vision darstellen.

Video-Upscaling des Shield TVs
AI-Upscaling macht auch HD- und SD-Inhalte zum Augenschmaus. | Bild: Nvidia Shield TV Menü

Immer vorausgesetzt, HDMI-Kabel und Bandbreite liefern die nötige Leistung. HDR10+ unterstützt das Gerät aktuell nicht. Mit der integrierten AI-Upscaling-Technologie wird auch HD oder SD-Material stark aufgehübscht. Audio-Technisch lässt der Nvidia Shield so gut wie keine Wünsche offen und unterstützt zahlreiche Standards bis hin zu Dolby Atmos. Sogar das auf Streaming-Boxen nicht sehr verbreitete 3D-Klangformat DTS:X ist mit von der Partie.

Design

Ebenso wie bei dem Fire TV Stick oder dem Chromecast Ultra, spielt die Optik des Geräts beim Shield TV eine untergeordnete Rolle. Dank Bluetooth lässt sich die Box ebenso wie andere „Sticks“ oder „Dongles“ hinter dem TV positionieren, ohne dass es Probleme bei der Steuerung mit der Fernbedienung gibt. Ansonsten ist das runde Design des Geräts zwar einzigartig, jedoch auch gewöhnungsbedürftig. Vor allem, weil man es durch die Kabelanschlüsse an den Seiten nicht hinstellen, sondern nur hinlegen kann.

Nvidia Shield TV
Die Box ist deutlich größer als ein Fire TV Stick. Das runde Design der Box und die dreieckige Fernbedienung wirken auf den ersten Blick etwas gewöhnungsbedürftig. Die Fernbedienung liegt jedoch erstaunlich gut in der Hand und die Box verschwindet in der Regel unsichtbar hinter dem TV-Gerät.

Wichtiger jedoch ist das Design und die Benutzerfreundlichkeit der Bedienoberfläche des Nvidia Shield TVs. Diese ist solide aufgebaut und fühlt sich beim durchscrollen angenehm flüssig an. Typisch Android TV hat das Menü sehr umfangreiche Funktionen, aber auch eine etwas steilere Lernkurve als andere Systeme.

Die Startseite des Shield TVs
Das Design der Startseite könnte etwas hochwertiger sein. | Bild: Nvidia Shield TV Menü

Die Kacheln für Filme, Serien und Apps sind ziemlich klein und der Hintergrund bleibt durchgehend etwas kahl. Auch die Detailansicht zu Filmen sind auf das untere Drittel des TVs begrenzt, das sieht bei Apple TV z.B. mit großen Bildern etwas schicker aus.

Praxis

Die meisten Streaming-Clients bieten neben Video- und Audio-Streaming noch verschiedenste Zusatzfeatures an. Auch beim Nvidia Shield TV ist dies der Fall und wir haben uns auch diese Funktionen des Geräts im Test genauer angesehen.

GeForce Now – Nvidia Shield TV als Gaming-Zentrale

Nvidia steht wie kein zweiter auf dem Markt für Streaming-Clients für Gaming. Kein Wunder also, dass die Firma auch beim Shield TV den Gaming-Faktor nicht außen vor lässt. So lässt sich der firmeneigene Dienst GeForce Now über das Shield TV nutzen. Dieser Dienst ermöglicht es, PC- oder mobile Spiele auf den Fernseher zu streamen. Dazu lassen sich diverse Gaming-Bibliotheken wie die von Steam oder Epic Games mit GeForce Now verbinden.

Nvidia Games auf dem Shield TV
Nvidia Games ist eine der großen Stärken des Streaming-Clients. | Bild: Nvidia Shield TV Menü

Ist ein gekauftes Spiel bei Nvidia verfügbar, kann man es über den Nvidia-Server abrufen und ohne erneuten Download spielen. Dies funktioniert für einen Cloud-Gaming-Service sehr gut, auch besser als bei der Konkurrenz von Apple oder Google. Alternativ kann man Spiele auch von einem laufenden PC über Nvidia Shield TV auf den Fernseher streamen.

GeForce Now-Abonnements
Für den Dienst GeForce Now bietet Nvidia zwei verschiedene Abo-Modelle an. | Bild: Nvidia Shield TV Menü

Nvidia empfiehlt für die Nutzung der Gaming-Services eine Ethernet-Verbindung, da WLAN häufig mit Schwankungen in der Bandbreite zu kämpfen hat. Eine Mitgliedschaft bei GeForce Now kostet 5,49 Euro pro Monat. In der kostenlosen Mitgliedschaft ist die Dauer der Spiele-Sessions auf eine Stunde begrenzt und nichtzahlende Kunden müssen mit Wartezeiten rechnen.

Einstellungsmöglichkeiten und Mehrbenutzer

Ebenso wie Apple TV bietet auch Nvidia Shield TV eine Fülle an Einstellungsmöglichkeiten. So lassen sich Video- und Audioeinstellungen detailliert vornehmen. Auch ermöglicht das Gerät eine einfache Kalibrierung des Fernsehgeräts und weitere hilfreiche Optionen im Menü an.

Einstellungen beim Shield TV
Die Einstellungsmöglichkeiten auf dem Nvidia Shield TV sind sehr vielseitig. | Bild: Nvidia Shield TV Menü

Mit einem Shield TV ließen sich in unserem Test problemlos mehrere Benutzerkonten einrichten. Zwischen den Benutzern kann mit wenigen Klicks hin- und hergewechselt werden. So lässt sich die Box in einem Mehrpersonenhaushalt komfortabel teilen.

Video- und Audioeinstellungen
Auch in puncto Video und Audio lassen sich jede Menge Parameter anpassen. | Bild: Nvidia Shield TV Menü

Chromecast Build-In ist mit an Bord

Auch die Konnektivität mit weiteren Geräten ist für viele ein wichtiges Kaufargument bei Streaming-Boxen. Das Nvidia Shield TV verfügt über ein Chromecast Build-in und nutzt diese Technologie, um Bildschirme von anderen Geräten auf den Fernseher zu übertragen. So lassen sich neben Windows-PCs und Android Smartphones und Tablets auch Chrome-Browser von allen Geräten problemlos spiegeln. Apple-Geräte bieten Chromecast nicht an, hier muss man auf besagten Chrome-Browser oder Google Apps wie YouTube zurückgreifen um auf Chromecast Empfänger zu streamen.

Für unterbrechungsfreien Streaming- und vor allem Gaming-Genuss bietet Nvidia Shield TV einen Ethernet-Anschluss. Die Ersteinrichtung kann bei noch ausstehenden Updates ein paar Minuten in Anspruch nehmen, funktioniert ansonsten jedoch problemlos. Um das Shield TV nutzen zu können, ist ein Google-Konto notwendig.

Fazit

Das Nvidia Shield TV ist ein hochwertiger Streaming-Client. Hochausflösende Bildqualität und jede Menge Apps gehen einher mit einem bewährten Betriebssystem das sich angenehm flüssig bedienen lässt. Designtechnische Abstriche werden vor allem durch die hohe Konnektivität mit anderen Geräten und zahlreichen Einstellungsmöglichkeiten mehr als ausgeglichen.

Shield TV und Shield TV Pro
Das getestete Shield TV gibt es aktuell für 159 Euro zu kaufen. Außerdem bietet Nvidia noch eine Pro-Version an, die optisch dem Vorgänger des Shield TVs gleicht und zum Preis von 219 Euro mehr RAM und zwei USB-Anschlüsse mitbringt. | Bild: Nvidia

Mit GeForce Now dürfte Nvidia Shield TV vor allem für PC-Gamer die aktuell sinnvollste Streaming-Box am Markt sein. Mit 159 Euro lässt sich Nvidia das ganze jedoch auch Einiges kosten.

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Technische Daten
Auflösung 4K-UHD
HDR-Unterstützung HDR10, Dolby Vision
Bildfrequenz bis 60 FPS
Speicherplatz 8 GB (erweiterbar)
Anschlüsse HDMI 2.0b mit Unterstützung für HDCP 2.2, CEC MicroSD-Kartensteckplatz, LAN-Anschluss
Betriebssystem Android 9.0 mit Chromecast Build-In
Prozessor NVIDIA® Tegra® X1+ Prozessor inkl. NVIDIA-GPU mit 256 Recheneinheiten und 2 GB RAM
Sprachsteuerung Google Assistant, kompatibel mit Alexa-Geräten
Videoformate H.265/HEVC, VP8, VP9, H.264, MPEG1/2, H.263, MJEPG, MPEG4, WMV9/VC1, Xvid/DivX/ASF/AVI/MKV/MOV/M2TS/MPEG-TS/MP4/WEB-M
Audioformate AAC, AAC+, eAAC+, MP3, WAVE, AMR, OGG Vorbis, FLAC, PCM, WMA, WMA-Pro, WMA-Lossless, Digital Plus, Dolby Atmos, Dolby TrueHD (Passthrough), DTS-X (Passthrough), and DTS-HD (Passthrough)
Abmessungen (BxHxT) 4x4x16,5cm
Preis 159 Euro

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