Shokz OpenFit Pro im Test: Endlich Open-Ears mit ANC!
- Bluetooth-Standard
- 6.1
- Codecs
- SBC, AAC
- Akku-Laufzeit
- 12 Std. / bis 50 Std. mit Ladecase
- Schnellladefunktion
- Ja (10 Min. laden für 4 Stunden Laufzeit)
- Noise Cancelling
- Ja
- Wassergeschützt
- IP55
- Preis
- 249 Euro
Die Shokz OpenFit Pro beeindrucken mit überraschend starkem ANC und leisten damit im Open-Ear-Sektor Pionierarbeit. Auch Design, Akku und Sound überzeugen im Rahmen der Möglichkeiten. Ein rundes Gesamtpaket – zum stolzen Preis.
- Gutes ANC angesichts der offenen Bauweise
- Natürliche Transparenz
- Ausführliche App
- Angenehmes Klangbild
- Etwas schwer
- Teuer
Lange schienen sich Open-Ear-Bauweise und aktive Geräuschunterdrückung gegenseitig kategorisch auszuschließen. Entweder man entschied sich für volle, natürliche Transparenz oder eben für die Möglichkeit der akustischen Isolation. Shokz räumt 2026 mit diesem Glaubenssatz auf und bringt mit den Shokz OpenFit Pro die ersten Open-Ear-Kopfhörer mit ANC auf den Markt. Setzt das Unternehmen damit neue Maßstäbe oder steckt die Technologie noch in den Kinderschuhen? Wir machen den Praxistest.
Die Shokz OpenFit Pro bekommst du aktuell bei MediaMarkt:
Shokz OpenFit Pro im Klangtest
Bevor wir uns dem vermeintlichen Highlight – der aktiven Geräuschunterdrückung – widmen, werfen wir aber erst einmal einen Blick auf die Basics. Denn wenn der Sound nicht stimmt, macht selbst das beeindruckendste ANC nur noch bedingt Freude. Wir starten mit ruhigerem Indie-Rock von Geese. Au Pays du Cocaine klingt dabei überraschend detailreich und mitreißend, wenn auch übermäßig warm.

Wie gewohnt muss man auch bei den OpenFit Pro im Vorhinein etwas Erwartungsmanagement betreiben und keinen klinisch akkuraten Sound à la Sennheiser Momentum True Wireless 4 oder Bowers & Wilkins Pi8 erwarten. Stattdessen klingt alles etwas dumpfer und sanfter, deswegen aber nicht schlecht. Open-Ears wie die OpenFit Pro können dabei besonders in ruhigen Umgebungen glänzen und laden zum gemütlichen Hören ein, um die volle Breite des Sounds aufzusaugen.
Und dann glänzen die OpenFit Pro sogar bei basslastigerem Pop wie Bruno Mars‘ 24K Magic. Die Tiefen sind knackig, gewähren gerade noch genug Platz für Synths und Vocals und sind allgemein weit entfernt vom rumpeligen Klangcharakter früherer Open-Ear-Kopfhörer.

Vom klanglichen Eindruck liegen die Kopfhörer mit Ohrbügel sogar eher zwischen In-Ears und Over-Ears, was schlichtweg an der Position der Treiber liegt. Nur in der Kontrolliertheit unterliegen die OpenFit Pro immer noch beiden Alternativkonzepten. Ein abgeschlossener Resonanzraum wirkt eben doch Wunder.
Du willst sehen, wie sich die OpenFit Pro im Vergleich zur Konkurrenz schlagen? In unserer Bestenliste wirst du fündig:
Dolby Atmos und Headtracking
Wie so viele andere Hersteller auch, setzt Shokz in der eigenen App auf offensives Dolby-Atmos-Branding samt dediziertem Klangmodus. Was genau das bringen soll? Für Dolby Atmos optimierte Einstellungen, die auch ohne Quellen im objektbasierten 3D-Format immersiveren und realistischeren Klang bieten sollen. In der Praxis ist der resultierende Sound eher Geschmackssache, wirkt zwar näher, dafür aber ungenauer.

Interessanter ist, dass die OpenFit Pro auch Headtracking unterstützen – und das sogar recht gut funktioniert. Wenn du diese Funktion aktivierst, verweilt der Sound auf einer fixierten Klangbühne, auch wenn du dich bewegst. Das kann die Immersion und Orientierung immerhin dann fördern, wenn du die Kopfhörer etwa zum Filmeschauen verwendest.
Hier steckt viel drin: Das kann die Shokz-App
Neben dem Dolby-Atmos-Modus findest du in der Shokz-App auch noch allerlei Möglichkeiten zum Feintuning deiner Open-Ears. Über Grundlegende Toneinstellungen gelangst du direkt zu einem manuellen Equalizer samt zahlreicher Presets. Wenn du dich mit dem beachtlichen 10-Band-EQ also nicht weiter auseinandersetzen möchtest, kannst du dich auch einfach durch die voreingestellten Klangprofile klicken. Für basslastige Musik oder gesprochene Inhalte ein praktischer Bonus.
Auch Multipoint lässt sich in der App aktivieren und deaktivieren, ebenso wie die intelligente Trageerkennung und ein Modus zur Latenzoptimierung. Bei letzterem können wir im Test nur minimale Unterschiede feststellen. Wenn du die OpenFit Pro aber zum Beispiel zum Zocken mit deiner Nintendo Switch verbinden möchtest, könntest du von einer geringeren Wiedergabeverzögerung profitieren.
Weiter geht’s mit der Bedienung der OpenFit Pro. Dafür setzt Shokz auf einen haptischen Knopf direkt an den Earbuds. Dieser wird optisch rot hervorgehoben – hier ließe sich trefflich darüber streiten, ob das überhaupt notwendig ist, wenn man die Open-Ears bei der Bedienung ohnehin nicht sieht – und hat einen angenehmen Druckpunkt. Auch die Positionierung wirkt natürlich und erleichtert die Bedienung, ohne dabei den Ohrbügel zu verschieben. In der App kannst du den Knopf weiter personalisieren und beiden Seiten einzelne Funktionen zuweisen.

Nett: Auch die aktive Geräuschunterdrückung lässt sich über langes Drücken aktivieren. Wo wir schon beim spannendsten Thema wären.
Shokz OpenFit Pro – wie gut ist das ANC?
Die Frage aller Fragen: Wie gut kann ANC mit einem offenen Design sein? Bevor wir ins Detail gehen, können wir so viel schon mal verraten: Wir sind beeindruckt. Aber erst mal zum Testverfahren. Die Shokz OpenFit Pro müssen sich in unserer Test-Skala als erste Open-Ears mit In-Ears mit Noise Cancelling messen. Weil wir Open-Ears zuvor analog zu In-Ears ohne ANC bewertet haben, stellt sich für die OpenFit Pro natürlich die Frage, wie wir hier einen fairen Maßstab finden können.

Die Lösung war im kurzen Gespräch in der Redaktion schnell gefunden. Der Transparenz-Modus fließt als Teilnote ohnehin in unsere ANC-Bewertung mit ein, Open-Ear-Kopfhörer bieten volle und natürliche Transparenz, verdienen sich hier also die volle Punktzahl. So kann das ANC, auch wenn es im Vergleich zu In-Ear-Kopfhörern für vergleichsweise wenig Isolationsgefühl sorgt, einen positiven Effekt auf die Gesamtbewertung der Kopfhörer haben.
Und das haben sich die OpenFit Pro auch redlich verdient. Die aktive Geräuschunterdrückung oder Geräuschreduzierung, wie Shokz sie selbst sinnvollerweise tauft, lässt sich in der App aktivieren, stufenfrei justieren und liefert direkt ordentlich ab. Einen ersten Gehversuch wagen wir noch ohne gleichzeitige Musikwiedergabe und merken schon hier, dass Stimmen und Umgebungsgeräusche spürbar abgedämpft werden. Wir würden sogar so weit gehen zu sagen, dass die OpenFit Pro halboffene In-Ears wie die JBL Live Flex 3 oder Samsungs Galaxy Buds3 locker hinter sich lassen können. Die AirPods 4 ANC hingegen spielen noch in einer anderen Liga.
Der direkte Vergleich: So gut wie In-Ears?
In Abwesenheit jeglicher passiver Isolation gelingt es den OpenFit Pro natürlich nicht, sprechende Kolleg:innen völlig auszublenden oder den Straßenlärm verschwinden zu lassen, das wäre aber auch utopisch. Betrachtet man den Weg zur akustischen Isolation als 100-Meter-Lauf, starten In-Ears dank ihrer Passform quasi schon ohne jegliche Zusatzleistung des Kopfhörers bei 30 Metern, während Open-Ears die vollen 100 Meter zu bewältigen haben. Wenn die OpenFit Pro es also mit ANC bis zur 50-Meter-Marke schaffen, während etwa die AirPods Pro 3 der Ziellinie nahekommen, ist die erbrachte Leistung der OpenFit Pro trotz des offensichtlichen mismatches nicht zu missachten.

Als kleines Zwischenfazit lässt sich also definitiv festhalten: Die OpenFit Pro setzen mit ihrer aktiven Geräuschreduzierung einen neuen Standard für Open-Ears, an dem es sich zu messen gilt. Die Funktion relativiert nämlich gleichzeitig eine Schwäche, die Open-Ears besonders im Alltag und beim Sport regelmäßig an ihre Grenzen treibt. Der hohe Grad an Transparenz dämpft den Musikgenuss schon bei moderater Umgebungslautstärke enorm. ANC relativiert diesen Makel und lässt die OpenFit Pro auch im Fitness-Studio oder beim Jogging-Trip durch die Stadt glänzen.
Shokz OpenFit Pro: Akkuleistung und Bluetooth
Auch die restliche Ausstattung der Shokz OpenFit Pro kann sich sehen lassen. Mit Bluetooth-Standard 6.1 sind die Open-Ears auf dem aktuellsten Stand, unterstützen aber weder LC3 noch Auracast. Es dürfte aber nur eine Frage der Zeit sein, bis auch Shokz letztere Funktion freischaltet, Konkurrenten wie EarFun sind ihnen etwa mit den EarFun Air Pro 4+ hier schon zuvorgekommen. Codec-technisch bleibt Shokz mit SBC und AAC recht konservativ und verzichtet auf höherauflösende Alternativen.

Interessant wird es, wenn wir uns die Akkulaufzeit der OpenFit Pro anschauen. Diese fällt mit zwölf Stunden am Stück und 50 Stunden mit Ladecase nämlich wirklich üppig aus, halbiert sich aber bei gleichzeitiger ANC-Nutzung. Das dürfte veranschaulichen, wie viel die aktive Geräuschunterdrückung den Open-Ear-Kopfhörern abverlangt, um ein einigermaßen respektables Resultat abzuliefern. Zum Glück hat Shokz den Akku entsprechend aufgerüstet, sodass du die Kopfhörer auch mit ANC sechs Stunden am Stück und insgesamt 24 Stunden nutzen kannst. Der bullige Akku schlägt sich allerdings auch im Gewicht der Shokz OpenFit Pro nieder, wo wir auch schon beim Design angelangt wären.
Design: Ein hochwertiges Schwergewicht
Das Design unterscheidet sich auf den ersten Blick kaum von früheren Entwürfen der OpenFit-Reihe. Ein flexibler Ohrbügel fixiert die Open-Ears vor dem Gehörgang, sodass du selbst beim Sport auf einen recht sicheren Halt vertrauen kannst. Mit Brillenbügeln verträgt sich dieses Konzept nur bedingt, weshalb Brillenträger:innen definitiv erst mal einen Trageversuch unternehmen sollten, bevor sie sich endgültig für die Open-Ear-Kopfhörer aus dem Hause Shokz entscheiden.

Gewichtstechnisch liegen die Buds mit je 12,3 Gramm zwar noch mal deutlich über dem bisherigen Schwergewicht Beyerdynamic Verio 200, am Ohr macht sich das aber kaum bemerkbar. Der Ohrbügel leistet also ganze Arbeit, wenn es um eine gleichmäßige Verteilung des Auflagedrucks geht.

Im Großen und Ganzen fällt das Design aber schon etwas hochwertiger aus als bei OpenFit 2+ und OpenFit Air. Mattiertes Aluminium verstärkt das Treibergehäuse und auch das Ladecase liegt kühl und angenehm in der Hand, schließt solide und erweckt den Anschein eines Premium-Produkts.
Unser Fazit zu den Shokz OpenFit Pro
Die Shokz OpenFit Pro sind – zum Zeitpunkt des Tests – die besten Open-Ear-Kopfhörer, die wir bisher im Testlabor unter die Lupe nehmen durften. Im direkten Vergleich mit kompetenten Konkurrenten geben sie sich in keiner Kategorie die Blöße. Klang, Akku, Ausstattung und Design sind mindestens auf Augenhöhe, wenn nicht sogar besser.
Dazu gesellt sich die wirklich beachtliche und innovative aktive Geräuschunterdrückung, die selbst einigen In-Ears das Wasser reichen kann. Daran werden sich Open-Ears in Zukunft messen lassen müssen, wenn sie im hart umkämpften Open-Ear-Markt bestehen wollen.
Hier findest du die Shokz OpenFit Pro:
| Technische Daten | |
| Bluetooth-Standard | 6.1 |
| Codecs | SBC, AAC |
| Akku-Laufzeit | 12 Std. / bis 50 Std. mit Ladecase |
| Schnellladefunktion | Ja (10 Min. laden für 4 Stunden Laufzeit) |
| Noise Cancelling | Ja |
| Wassergeschützt | IP55 |
| Anschlüsse des Ladecase | USB-C, kabelloses Laden |
| Gewicht | Hörer: 12,3g / Ladecase: 99,3g |
| Preis | 249 Euro |
Du möchtest doch lieber In-Ear-Kopfhörer mit ANC? Dann wirst du in unserer Bestenliste fündig:





