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Sony LinkBuds im Test: In-Ears mit Loch in der Mitte?

Seit einem Leak vor einigen Tagen sorgen die True Wireless Kopfhörer Sony LinkBuds mit dem ungewöhnlichen Loch in der Membran weltweit für Aufregung: Wir hatten sie bereits hier und sagen dir, was diese Konstruktion soll – und ob sie funktioniert!
Sony LinkBuds im Test: Neue In-Ears mit bahnbrechender Technologie
Bluetooth-Standard
5.2
Akku-Laufzeit
5,5h / Ladecase bis zu 17,5h
Schnellladefunktion
10 Minuten Laden für 1,5h Wiedergabe
Noise Cancelling
Nein
Wassergeschützt
IPX4
Preis
179 Euro
In Kürze
Die Sony LinkBuds begeistern mit einem innovativen Ansatz: Kopfhörer, die man durchgehend tragen kann. Bedienung und Mikrofonqualität überzeugen, während Akkulaufzeit, Klang und Passform nicht ganz dem Preis gerecht werden.
Vorteile
  • Innovativer Ansatz
  • Perfekter Transparenz-Modus
  • Umfangreiche Einstellungsmöglichkeiten
Nachteile
  • Kein ANC
  • Kurze Akkulaufzeit

Die HIFI.DE Redaktion konnte sich schon vor der Veröffentlichung der neuen neuartigen In-Ears ein Bild machen und die Sonys hier vorab auf Herz und Nieren testen.

Die Sony WF-L900 LinkBuds, wie die vollständige Bezeichnung lautet, sind der neueste In-Ear-Streich des japanischen Technik-Herstellers Sony. Die True Wireless-Kopfhörer haben eine innovative, offene Bauweise und sollen so laut Sony besser als andere Kopfhörer im Alltag genutzt werden können.

Zu diesem Zweck haben sie verblüffenderweise einfach ein Loch in der Mitte. Und zwar geht es dabei nicht nur um ein ungewöhnlich geformtes Gehäuse. Sony hat für die LinkBuds eine komplett neue ringförmige Membran entwickelt. Das sorgt quasi dauerhaft für den maximalen Transparenzmodus: Du sollst mit den LinkBuds deine Umwelt genau so hören, als wenn du keine Ohrhörer trägst – nur eben mit Musikbegleitung.

Das ist quasi das Gegenteil der Abschirmung der Umwelt, wie sie ANC verspricht. Ob man das vermisst und wie ein Kopfhörer mit Loch im Schallwandler klingt, haben wir getestet

Die LinkBuds gibt es in den Farbvarianten grau und weiß und sind bei MediaMarkt ab sofort bestellbar:

Sony LinkBuds: True Wireless-Kopfhörer neu gedacht

Mit den neuen LinkBuds verfolgt Sony tatsächlich einen neuen Ansatz. Schon das Design ist ungewohnt und unterscheidet sich stark von den meisten kabellosen In-Ears. Als erstes wandert dein Auge unweigerlich zu dem flachen unteren Teil des Ohrstöpsels und dem Loch in seiner Mitte.

Das Design erinnert an einen Donut, und es ist dieses Donut-Ende des Earbuds, das du dir in den Gehörgang steckst. Daran angedockt ist das halbkugelförmige Gehäuse, in dem die ganze Elektronik inklusive Mikrofonen, Tragesensor und so weiter sitzt.

Der offene Ring der Sony LinkBuds
Vor deinem Ohr sind die Kopfhörer tatsächlich offen. So sollst du deine Umwelt mit den Kopfhörer im Ohr genau so gut hören können wie ohne.

Die Idee hinter dem innovativen Design klingt erstmal logisch. Auf der Straße, auf dem Bahnsteig oder im Büro – es gibt viele Situationen, in denen du die Geräusche deiner Umwelt durchaus wahrnehmen, aber trotzdem nicht auf Musik verzichten möchtest. Mit den schalldurchlässigen LinkBuds soll das ganz ohne elektronische Unterstützung möglich sein.

Unterstützt wird dieser Ansatz von der bereits von den erfolgreichen Sony WF-1000XM4 bekannten „Speak to Chat„-Funktion. Damit stoppen die Kopfhörer die Wiedergabe automatisch, wenn du ein Gespräch beginnst. Durch die offene Konstruktion der LinkBuds sollst du dann dein Gegenüber genau so gut verstehen können, als würdest du keine Ohrhörer tragen. Und das funktioniert tatsächlich erstaunlich gut. Die Trichterform der Ring-Membran hat zwar schon Einfluss auf den Klang deiner Umwelt, doch insgesamt hörst du die Welt um dich herum wesentlich natürlicher als mit der künstlichen Durchhörbarkeit eines normalen In-Ears mit Transparenzmodus.

Du suchst nach True Wireless-Kopfhörern mit klassischem In Ear-Aufbau? Dann wirst du in unserer Bestenliste garantiert fündig:

Die LinkBuds im Praxis-Test: Ein bisschen Übung muss sein

Vor dem Hören gilt es, sich mit einer weiteren Besonderheit der LinkBuds zu beschäftigen. Da sie nicht über die sonst üblichen, griffigen Silikon- oder Schaumstöpseln im Gehörgang sitzen, hat Sony sich für den festen Halt im Ohr ebenfalls etwas Neues einfallen lassen: Den Donut mit dem Treiber schiebst du ins Ohr und klemmst die Earbuds dann mit einer oben an der Halbkugel angebrachte kleine  Silikonschlaufe von unten in die Ohrfalte.

Die Sony LinkBuds im geschlossenen Ladecase
Im Ladecase kannst du die Sony LinkBuds mehr als zwei mal wieder aufladen.

Dafür braucht es eine ganz bestimmte Drehbewegung, die ein im Karton aufgedrucktes Diagramm veranschaulicht. Das Einsetzen ist anfangs sehr ungewohnt, gelingt mit ein bisschen Übung aber im Laufe der Zeit immer besser. Zur Anpassung an verschiedene Ohren liegen insgesamt 5 Ringe mit Schlaufen in verschiedenen Größen bei.

Die Sony LinkBuds im Ladecase
Dank Schnellladefunktion kannst du die Kopfhörer nach 10 Minuten Laden ganze 1,5h nutzen.

Das Case der Sony LinkBuds ist in der Hosentasche angenehm winzig, doch das hat auch Nachteile. Denn so ist darin auch wenig Platz für einen Akku. Während die Earbuds selbst mit einer vollen Ladung laut Hersteller 5,5 Stunden durchhalten, bietet das Case etwas mehr als zwei zusätzliche Ladungen – insgesamt kommst du so auf maximal 17,5 Stunden Musikhören, bevor das Case an ein USB-C-Ladegerät angeschlossen werden muss.

Da hätten wir uns etwas mehr Durchhaltevermögen gewünscht, da Sony die LinkBuds ja als Begleiter für den ganzen Tag bewirbt. Andere True Wireless-Kopfhörer halten da selbst im stromfressenden ANC-Modus deutlich länger durch.

Der Lieferumfang der Sony LinkBuds
Im Lieferumfang sind Silikon-Ringe in fünf verschiedenen Größen enthalten.

Auf der Habenseite verbuchen wir das extrem geringe Gewicht der Sony LinkBuds von lediglich (4,1g). Das würde dafür sprechen, dass sie tatsächlich sehr bequem und unauffällig im Ohr sitzen. Und in der Tat haben manche unserer Tester*innen berichtet, dass sie nach einer Weile geradezu vergessen hätte, die Ohrhörer zu tragen. In anderen Ohren saßen die ungewöhnlichen True-Wireless-Hörer jedoch trotz aller Anpassungsversuche auf Dauer eher unbequem. Der Sitz von In-Ears ist aber immer eine sehr individuelle Sache, denn jedes Ohr ist eben anders.

Dank IPX4Schutz gegen Spritzwasser und Schweiß kannst du die Kopfhörer auch bedenkenlos als Sport-Kopfhörer nutzen. Gerade beim Radfahren oder Skaten im Freien ist das offene Design hier sicher von Vorteil. Ob du das auch beim Workout im Studio als angenehm empfindest oder dich dort lieber mit einem ANC-Kopfhörer von der Umwelt abschirmst, musst du entscheiden.

Der Linkbud-Hörer von innen
Die kleinen Hörer sorgen für eine erstaunlich klare Sprachübertragung.

Als Kopfhörer für den ganzen Tag ist natürlich auch die Sprachübertragung beim Telefonieren oder in Videocalls ein wichtiger Aspekt. Während die Qualität der ankommenden Sprache nur durchschnittlich ist, sollen die Sony LinkBuds mit mehreren Mikrofonen, Körperschallsensoren und einer KI-gestützte Spracherfassung für optimale Sprachverständlichkeit in jeder Situation sorgen. Und das klappt ganz erstaunlich gut: Zwar klingt deine Stimme auf der anderen Seite der Übertragung ein wenig seltsam und deutlich anders als im echten Leben, deine Gesprächspartner*innen können aber jedes Wort gut verstehen.

Sony LinkBuds: Innovation auch bei der Bedienung

Eine weitere spannende Neuerung präsentiert Sony bei der Steuerung der LinkBuds. Wie üblich kannst du Lautstärke und Wiedergabe durch Tippgesten steuern. Doch du musst dafür nicht wie sonst üblich auf die Earbuds selbst tippen, was meist unangenehm laut ist. Stattdessen tippst du einfach auf eine Stelle auf deiner Haut direkt vor dem Ohr.

So kannst z.B. die Wiedergabe starten und stoppen, den aktuelle Song überspringen sowie die Lautstärke regeln. Ein wirklich geniales Feature, das in unserem Test tadellos und zuverlässig funktionierte. Einige Anpassungen der durch die Gesten ausgelösten Funktionen kannst du in der für die LinkBuds aktualisierte Version der App Headphones Connect (für iOS und Android) von Sony vornehmen.

Die Innenseite der Sony LinkBuds
Die Sensoren erkennen deine Bedienung auch, wenn du an dein Ohr direkt vor den Hörern tippst.

Apropos App: Ebenso wie für die WF-1000XM4 stellt Sony für die LinkBuds umfangreiche Einstellungsmöglichkeiten bereit. Unter „Sound“ kannst du in der App die „Speak-To-Chat“-Funktion aktivieren. Außerdem findest du hier den Equalizer, bei dem du zwischen verschiedenen Presets wechseln und so den Klang auf deine Vorlieben hin anpassen kannst. Dazu gibt’s noch weitere Einstellungsmöglichkeiten zur Bluetooth-Verbindung.

Die App der Sony LinkBuds
In der App lassen sich zahlreiche Einstellungen vornehmen. | Screenshot: Sony Headphones App

Die von anderen Sony-Modellen bekannten Einstellungen zu ANC und Transparenz-Modus fehlen hier natürlich. Unter dem Punkt „System“ kannst du den Sprachassistenten oder die Steuerung anpassen. Auch Funktionen wie das automatische Abschalten der Ohrhörer oder die Sprachführung lassen sich dort ändern. Der Umfang der über die App möglichen Einstellungen an den LinkBuds ist wirklich beachtlich und lässt kaum Wünsche offen.

Die LinkBuds im Klang-Check

Und wie klingt jetzt ein Ohrhörer mit einem Loch in der Mitte der Membran? Wenn alles passt, spielen die Sony LinkBuds verblüffend gut und ausgewogen: Sehr angenehme und dennoch detaillierte Höhen treffen auf schöne Stimmen und eine durchaus akzeptable Basswiedergabe. Leonard Cohens Stimme raspelt voluminös in deinem Gehörgang, der Basslauf in Dub In A Time Of Cholera ist zwar nicht abgrundtief, aber nachvollziehbar vorhanden, und Sophie Ramseys Stimme klingt glockenklar präsent, ohne zu nerven.

Die Sony LinkBuds mit dem Ladecase
Die Kopfhörer sollten perfekt im Ohr sitzen, damit man das Maximum aus dem Klang herausholen kann.

Das gilt jedoch nur, wenn die LinkBuds perfekt in deinem Ohr sitzen. Das Problem ist, dass die ungewöhnliche Konstruktion keine klare Definition von richtigem und falschem Sitz zulässt. In unserem Test passierte es immer wieder, dass wir die Ohrhörer etwas nachlässig eingesetzt hatten und dafür mit einer quasi bassfreien Wiedergabe bestraft wurden. Nach einigen Tagen wirst du dich daran gewöhnen und besser wissen, wie du die LinkBuds für einen zuverlässigen Sitz und guten Klang zu tragen hast. In einigen Testohren war die dafür nötige Position jedoch weit davon entfernt, dauerhaft bequem zu sein. In den Ohren anderer Tester*innen gelang dies jedoch auf Anhieb problemlos.

Bluetooth – SBC und AAC, aber kein LDAC

Mit Bluetooth 5.2 bieten die Sony LinkBuds den aktuellsten Bluetooth-Standard. Im Test blieb die Verbindung mit dem Smartphone stets stabil und es fielen keinerlei Verbindungsprobleme auf. Die Kopfhörer lassen sich sehr schnell über die App koppeln. Ohne die App, also direkt über die Bluetooth-Einstellungen des Smartphones, konnten wir zumindest mit dem vorab zur Verfügung gestellten Testmuster keine Verbindung herstellen. Bei den Codecs beschränkt sich Sony auf das Nötigste: AAC harmoniert mit Apple-, SBC mit Android-Geräten. Hochauflösendere Codecs sind nicht dabei. Selbst Sonys eigener Standard für Bluetooth-Kopfhörer, LDAC, fehlt den LinkBuds.

Design der Sony LinkBuds

Die Sony LinkBuds in und vor dem Ladecase
Die Sony LinkBuds sehen einzigartig und edel aus.

Auf unseren Bildern siehst du es selbst: Das Design der Sony LinkBuds ist eigenwillig und einzigartig. Die Oberfläche des Gehäuses aus zu ca. 70% recyceltem ABS ist angenehm glatt, was auch für das Ladecase gilt. Insgesamt sind die Sony LinkBuds erstklassig verarbeitete und ansehnliche True Wireless-Kopfhörer. Das gleiche gilt für das hochwertige Ladecase.

Sony LinkBuds im Ohr
Im Ohr profitieren die Kopfhörer von ihrer kleinen Größe, denn sie sehen dezent aus und fallen kaum auf. | Bild: Sony

Unser Fazit zu den Sony LinkBuds

Es fällt schwer, ein abschließendes Urteil zu den Sony LinkBuds zu fällen. Die japanischen Entwickler beweisen einmal mehr ihre Erfahrung und ihren Innovationswillen. Das klangliche Potential, das sie aus einem Treiber mit einem großen Loch in der Mitte herausgeholt haben, ist absolut beachtlich. Und der Effekt, dass du die Umwelt fast ganz normal hören kannst, während du Ohrhörer trägst, ist verblüffend.

Andererseits musst du die Geräusche um dich herum aber auch die ganze Zeit ertragen – ein Abschirmen vom akustischen Chaos um dich herum, wie es mit ANC-Kopfhörern möglich ist, geht mit den Sony LinkBuds nicht. Dabei ist gerade dieses Aussperren der Umwelt einer der häufigsten genannten Gründe dafür, Kopfhörer zu nutzen.

Innovation hat ihren Preis, das ist logisch. Doch im Preissegment um 180 Euro bietet der Markt zahlreiche Alternativen an True Wireless Hörern, die genauso gut klingen, ein funktionierendes ANC mitbringen und einen aktivierbaren Transparenzmodus haben, mit dem bei Bedarf du alles um dich herum hören kannst. Außerdem fällt auf, dass die Akkus der meisten dieser Alternativen selbst mit aktiver Geräuschunterdrückung länger durchhalten als die der LinkBuds ohne diese stromfressende Elektronik.

Wenn du In-Ears jedoch hauptsächlich im (Home-)Office für Gespräche am Telefon oder in Videokonferenzen nutzt, solltest du die Sony LinkBuds in Betracht ziehen. Die Sprachverständlichkeit geht in beide Richtungen in Ordnung, und du wirst es als sehr angenehm empfinden, dass du dich selbst beim Sprechen ganz normal hören kannst.

Die wichtigste Innovation der Sony LinkBuds ist sicherlich, dass du zur Bedienung nicht mehr auf das Earbuds selbst sondern einfach auf die Haut vor deinem Ohr Tippen kannst. Denn damit lösen die cleveren Ohrstöpsel ein Problem, das alle In-Ears mit Touchbedienung gemeinsam haben.

Die neuen Sony LinkBuds und können ab sofort bestellt werden:

Mittlerweile wurden die Nachfolger Sony LinkBuds S vorgestellt. Die kleinsten ANC In-Ears der Welt jetzt bestellen:

Technische Daten
Bluetooth-Standard 5.2
Akku-Laufzeit 5,5h / Ladecase bis zu 17,5h
Schnellladefunktion 10 Minuten Laden für 1,5h Wiedergabe
Noise Cancelling Nein
Codecs SBC, AAC
Wassergeschützt IPX4
Anschlüsse des Ladecase USB-C
Gewicht Hörer: 4,1g | Ladecase: 34g
Preis 179 Euro

In dieser Bestenliste findest du alle In Ear-Kopfhörer, die unsere Expert*innen bei HIFI.DE getestet haben:

Wie findest du den Ansatz, den Sony mit den LinkBuds verfolgt? Kannst du dir vorstellen, die In-Ears zu kaufen? Teile es der Community in den Kommentaren mit!

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