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Soundcore AeroFit Pro im Test: Open-Ear mit optionalem Nackenbügel

Die AeroFit Pro sind Soundcores ganz eigener Open-Ear-Entwurf – und ähnelt der Konkurrenz teils stark. Wir testen, was sie besser können – und wo es noch hakt.
HIFI.DE Test | Soundcore AeroFit Pro
Bluetooth-Standard
5.3
Akku-Laufzeit
14h / mit Ladecase bis 46h
Schnellladefunktion
10 Minuten Laden für 5,5 Stunden Wiedergabe
Noise Cancelling
Nein
Wassergeschützt
IPX5
Preis (UVP/Straßenpreis)
169,99 Euro
In Kürze
Die AeroFit Pro machen klanglich im Alltag eine ordentliche Figur – und halten dank optionalem Nackenbügel auch einem Workout stand. Wer genau hinhört, könnte sich aber am etwas groben Sound bei hohen Lautstärken stören.
Vorteile
  • Viele Einstellungsmöglichkeiten
  • Starker Akku
  • Breiter und kräftiger Klang
Nachteile
  • Sitzt nur mit Nackenbügel wirklich sicher
  • Ungenau in hohen Lautstärken
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Eigentlich hat Soundcore mit den AeroFit Pro eine brillante Gelegenheit verpasst, um dem Namen ihrer Liberty-Reihe endlich einen tieferen Sinn zu verleihen. Schließlich verspricht das englische Wort, mit dem zum Beispiel der Liberty 4 NC getauft wurde, eine „Freiheit“, die so nur Open-Ear-Kopfhörer bieten können. Sei’s drum – bei den AeroFit Pro bleibt das Ohr, auch ohne Liberty im Namen, frei. Ob Soundcore hier trotz des neuartigen Designs mit dem bekannt satten Klang auftrumpfen kann, erfährst du hier in unserem Praxistest.

Die Soundcore AeroFit Pro erhältst du bei MediaMarkt in vier Farben:

Soundcore AeroFit Pro: Härtetest im Klangcheck

Bei Soundcore sind wir guten Sound zum vergleichsweise niedrigen Preis gewohnt. Auch wenn ANC, Design und Haptik in der Regel nicht in der obersten Liga mitspielen können, müssen sich die eben erwähnten Soundcore Liberty 4 NC nicht vor der deutlich teureren Konkurrenz verstecken. Im Feld der Open-Ear-Kopfhörer ist es nun so, dass selbst aktuelle Modelle aus der preislichen Oberklasse – wie etwa die Bose Ultra Open Earbuds – nicht in allen Kategorien überzeugen können. Häufig bleibt der Bass auf der Strecke oder wird mit einer derartigen Vehemenz ins Ohr gelenkt, dass die Genauigkeit darunter leidet.

Soundcore AeroFit Pro – Stehend
Du klemmst dir die AeroFit Pro so ans Ohr, dass der hier linke Teil vor deinem Gehörgang liegt.

Die Soundcore AeroFit Pro setzen zur Lösung dieses Problems auf eine Konstruktion, die wir so schon bei den Shokz OpenFit ausprobieren durften. Die Earbuds werden mit einem Ohrbügel so am Ohr befestigt, dass sie quasi vor statt im Gehörgang sitzen. Der Schall wird trotzdem über die Luft übertragen und möglichst zielgenau in Richtung des Hörkanals gelenkt.

Wenn du wissen willst, wie die Soundcore AeroFit Pro im direkten Vergleich mit anderen Open-Ear Kopfhörern abschneiden, wirst du in unserer Bestenliste fündig:

Wir starten den Hörtest mit Cosmo Pykes Great Dane, das mit einem besonders sanften Bass und detaillierten Höhen aufwartet. Anstatt uns also mit ziellosem, aber intensivem Bass zufriedenzugeben, achten wir hier direkt darauf, wie die AeroFit Pro mit Nuancen in den Tiefen umgehen. Das Fazit: Wir sind durchaus beeindruckt davon, wie breit die Klangbühne und wie immersiv das Hörerlebnis ist. Die AeroFit Pro bilden Details nicht nur ab, sondern lassen sie auch im Raum verorten.

Wenn es etwas intensiver wird, etwa bei Stockholm Syndrome von Muse, gelingt das weniger gut, macht aber immer noch Spaß. Wir hören raus, dass sich die Earbuds nicht direkt am Gehörgang befinden, weil auf die Distanz einige Details verschluckt werden. Dynamischer – und zugegeben sehr britischer – Indie-Rock wie bei Yard Acts The Overload überfordert die AeroFit Pro aber nicht. Damit performen die Soundcore-Kopfhörer insgesamt deutlich besser als Clip-On-Modelle wie die Huawei FreeClip und etwas besser als Shokz‘ OpenFit.

Soundcore AeroFit Pro – Nah
Die Soundcore AeroFit Pro bieten ein erstaunlich sattes Klangbild. Hohe Lautstärken schaden aber der Genauigkeit.

Wenn die Soundcore AeroFit Pro irgendwo merkbare Schwächen aufweisen, dann ist es bei gesprochenen Inhalten. Hörbücher und Podcasts klingen etwas dumpf und leiden eher unter der ansonsten voluminösen Klangleistung. Die Genauigkeit, die wir in dynamischeren Szenarien noch gelobt haben, geht hier eher verloren und lässt uns zur App greifen. Diese bietet nämlich einen Equalizer mit diversen Presets.

Soundcore-App: Ganz einfach beim Klang nachhelfen

Und hier probieren wir direkt den entsprechend benannten Podcast-Preset aus, der die Tiefen etwas abschwächt, um den Mitten mehr Raum zu geben. Das funktioniert insofern gut, als das dumpfe Wummern des sich mühenden Basses etwas nachlässt und die Stimmen deutlicher klingen. Das verleiht dem Ganzen zwar einen leicht klinischen Charakter, ist aber auf Dauer definitiv angenehmer.

Ansonsten bietet Soundcore in der hauseigenen App, die für Android und iOS verfügbar ist, auch einen benutzerdefinierten EQ, in dem sich zahlreiche eigene Presets anlegen und benennen lassen. Dieser funktioniert sehr intuitiv und lässt dich einzelne Frequenzbänder gezielt anpassen. Das ergibt besonders deshalb Sinn, weil die Earbuds an jedem Ohr minimal anders sitzen werden.

Anders als bei regulären In-Ear-Kopfhörern, die immer möglichst luftdicht im Gehörgang stecken, kann hier der Winkel und die Entfernung von Nutzer:in zu Nutzer:in minimal variieren. Der EQ schafft da Abhilfe – ebenso wie die Möglichkeit, das Lautstärkeverhältnis zwischen den einzelnen Earbuds anzupassen.

Soundcore Screenshot Lautstärkeverhältnis
Das Lautstärkeverhältnis lässt sich ebenfalls anpassen, um zum Beispiel die minimal voneinander abweichende Anatomie der beiden Ohren auszugleichen. | Screenshot: Soundcore-App

Bei den vorinstallierten Presets sticht ansonsten noch der „Tonverstärker“ hervo. Dieser ist vermutlich für den Gebrauch im Freien gedacht, wo die AeroFit Pro etwas unter ihrer offenen Bauweise leiden, verzerrt den Sound aber eher. Auch die Funktion „Räumliches Audio“ enttäuscht eher und verleiht dem Klang einen künstlichen Anstrich und kaum mehr Breite. Das haben die AeroFit Pro auch gar nicht unbedingt nötig.

Bluetooth: Multipoint, LDAC und Praxis

Ohne Bluetooth geht nichts. Das gilt auch für die Soundcore AeroFit Pro, die hier wirklich gut bestückt sind. Mit Bluetooth 5.3 ist eine aktuelle Bluetooth-Version an Bord und auch die unterstützen Bluetooth-Codecs enttäuschen nicht. Neben SBC und AAC unterstützen die AeroFit Pro nämlich auch noch LDAC. Für Multipoint wirfst du einfach einen Blick in die App. Dort kannst du deine AeroFit Pro mit bis zu zwei Geräten gleichzeitig verbinden.

Soundcore Screenshot Multipoint
Multipoint funktioniert über die App problemlos und intuitiv. Du kannst einzelne Geräte jederzeit wieder separat trennen. | Screenshot: Soundcore-App

Sowohl bei der Ersteinrichtung als auch beim Abspielen von Musik sind uns bei den AeroFit Pro keine Probleme begegnet. Die Verbindung blieb stets stabil und die Einrichtung erfolgt nach dem Aufklappen des Ladecases zügig. Die App erkennt die eingeschalteten Kopfhörer, wenn sie in der Nähe liegen, automatisch und weist dich gegebenenfalls sofort auf verfügbare Updates hin.

Transparenz ab Werk – das kann nur Open-Ear

Die Soundcore AeroFit Pro bieten, wie sämtliche Open-Ear-Modelle, keinen ANC-Modus. Da nicht einmal der Gehörgang versperrt wird, fällt auch die passive Geräuschunterdrückung deutlich schwächer aus, als gewohnt. Bei pausierter Wiedergabe kannst du also zu jeder Zeit deutlich hören, was um dich herum geschieht.

Soundcore AeroFit Pro – Seite
Der kleine Anschluss, den du links auf dem Foto siehst, dient der Montage eines Nackenbügels.

Die Position direkt vor deinen Ohren verdrängt dein Umfeld aber jedenfalls bei der Wiedergabe von Musik etwas in den Hintergrund. Clip-On-Kopfhörern wie die Huawei FreeClip und die Bose Ultra Open Earbuds bieten da etwas mehr Transparenz.

Starker Akku für tagelanges Musikhören

Wie gewohnt macht Soundcore beim Akku keine halben Sachen. Du kannst die AeroFit Pro bis zu 14 Stunden am Stück benutzen, ohne nachzuladen. Das vergleichsweise hohe Gewicht der Earbuds, auf das wir später noch eingehen, zahlt sich hier also durch einen äußerst potenten Akku aus. Das Ladecase bietet außerdem zusätzliche 32 Stunden, wodurch du insgesamt auf knapp 46 Stunden Akkulaufzeit kommst. Die AeroFit Pro können also auch gern mal in der Sporttasche vergessen werden, ohne dass du am nächsten Tag in die Röhre schaust.

Soundcore AeroFit Pro – Zubehör
Im Lieferumfang ist neben dem Ladecase und einem USB-C-Kabel noch der Nackenbügel enthalten.

Mittels Schnelladefunktion kannst du die AeroFit Pro außerdem innerhalb von 10 Minuten mit genug Akku für knapp fünfeinhalb Stunden Wiedergabe aufladen. Dafür ist kabelloses Laden leider nicht möglich – das Ladecase kann nur über den USB-C-Anschluss mit Strom versorgt werden. Ein entsprechendes Kabel – ohne Netzteil – ist aber enthalten.

Bedienung ohne App

Zur Bedienung an den AeroFit Pro selbst hat Soundcore an jedem Earbuds jeweils einen Druckknopf vorgesehen. Dieser ist am vorderen Teil der Kopfhörer, also direkt am Lautsprecher, angebracht und gut zu erreichen. Ein haptischer Knopf vermeidet unfreiwillige Eingaben beim Richten der Earbuds und erscheint deshalb durchaus sinnvoll. Durch einfaches oder mehrfaches Tippen lassen sich Wiedergabe, Anrufe und der Sprachassistent deines Smartphones steuern, was im Test verlässlich funktioniert.

In der App kannst du die Funktionen der Druckknöpfe nach Belieben austauschen und an deine eigenen Bedürfnisse anpassen. Die Mikrofonqualität ist für Anrufe ausreichend, störende Umgebungsgeräusche können es aber manchmal schwierig machen, das Gegenüber zu verstehen.

Soundcore AeroFit Pro: Design und Komfort

Die Soundcore AeroFit Pro liegen schwer in der Hand. Die Earbuds wiegen jeweils 12,2 Gramm und sind damit knapp doppelt so schwer wie gewöhnliche In-Ear-Kopfhörer. Selbst die Shokz Openfit, die den AeroFit Pro in Konzept und Bauweise stark ähneln, sind knapp 4 Gramm leichter. Das beachtliche Gewicht fällt im Praxistest aber kaum negativ auf, weil die Open-Ear-Kopfhörer nicht im Ohr stecken, sondern auf der Ohrmuschel aufliegen. Das Gewicht verteilt sich angenehm über den gesamten Bügel, sodass wir auch bei längerem Tragen keinen unangenehmen Druck wahrnehmen.

Soundcore AeroFit Pro – Design
Die Soundcore AeroFit Pro sitzen leider etwas locker auf dem Ohr. Für sportliche Aktivitäten sind sie ohne Nackenbügel nicht geeignet.

Für Brillenträger:innen sind die AeroFit Pro wegen des Ohrbügels nur bedingt geeignet. Je nachdem wie breit der Bügel der Brille ist, können sich Kopfhörer und Gestell in die Quere kommen. Die Stabilität ist ohnehin das größte Manko, das uns beim Design der AeroFit Pro auffällt.

Die Open-Ear-Kopfhörer sitzen sehr locker und können beim Vornüberbeugen schnell auf dem Boden landen. Das ist auch für sportliche Aktivitäten – bei denen die natürliche Transparenz wirklich praktisch sein könnte – eher suboptimal. Ein beigelegtes Accessoire schafft hier aber Abhilfe.

Soundcore AeroFit Pro – Nackenbügel
Der Nackenbügel stabilisiert die Kopfhörer und sollte den meisten Kopfformen passen.

Im Lieferumgang ist nämlich noch ein Nackenbügel enthalten, der sich über einen Steck- und Magnetverschluss an den beiden Earbuds befestigen lässt. Ist dieser einmal angelegt, sitzen die AeroFit Pro deutlich fester und lassen sich auch beim Joggen tragen.

Das Konzept gefällt uns, weil ein Nackenbügel, wie wir ihn etwa von den Shokz OpenRun kennen, nicht besonders alltagstauglich ist, aber eigentlich Sinn ergibt. Der Bügel sitzt bei uns – an einem relativ großen Kopf – sehr eng, passt aber gerade so. Die meisten Kopfformen sollten mit der einheitlichen Größe also keine Probleme haben.

Soundcore AeroFit Pro – Ladecase
Ein Druckknopf öffnet das Ladecase. Das wirkt vielleicht etwas altmodisch, ergibt bei der Bauweise des Cases aber durchaus Sinn.

Auch das Ladecase der Soundcore AeroFit Pro ist relativ groß, sieht aber dank der mattierten Oberfläche wertig aus. Im Gegensatz zu den meisten anderen Cases, die sich einfach so öffnen lassen, setzt Soundcore hier auf einen Druckknopf.  Das mag etwas ungewöhnlich erscheinen, bietet aber einen bombenfesten Halt ohne Spiel, den wir uns bei den vergleichbaren Shokz OpenFit gewünscht hätten. Das Einlegen der Kopfhörer erfordert etwas Präzision, weil der flexible Ohrbügel manchmal etwas eigenwillig ist. Mit etwas Übung ist aber auch das kein Problem.

Fazit: Gutes Konzept, ordentliche Umsetzung

Die Idee hinter den Soundcore AeroFit Pro leuchtet ein. Der optionale Nackenbügel soll den eher lockeren Halt des Open-Ear-Design kompensieren, den wir zum Beispiel bei den Shokz OpenFit kritisierten. Damit sind die AeroFit Pro sowohl alltagstaugliche Büro-Kopfhörer, mit denen du deine Kolleg:innen und deine Umwelt weiterhin gut wahrnehmen kannst, als auch passable Sport-Kopfhörer. Der Sound büßt bei steigender Intensität an Genauigkeit ein, was bei Open-Ear-Kopfhörern aber baubedingt ist. Im direkten Vergleich mit der Konkurrenz klingen die AeroFit Pro trotzdem wirklich gut – besonders in ruhiger Umgebung.

 

Die Soundcore AeroFit Pro erhältst du bei MediaMarkt in vier Farben:

Technische Daten
Bluetooth-Standard 5.3
Akku-Laufzeit 14h / mit Ladecase bis 46h
Schnellladefunktion 10 Minuten Laden für 5,5 Stunden Wiedergabe
Noise Cancelling Nein
Codecs AAC, SBC, LDAC
Wassergeschützt IPX5
Anschlüsse des Ladecase USB-C
Gewicht 12,2g pro Hörer
Preis (UVP/Straßenpreis) 169,99 Euro

Du möchtest nicht auf Noise Cancelling verzichten? Dann sind Open-Ear-Kopfhörer vielleicht doch nichts für dich. Hier findest du die besten In-Ear-Kopfhörer mit ANC, die wir bisher testen konnten:

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