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Shokz OpenFit im Test: Was kann das Open-Ear-Konzept?

Open-Ear statt In-Ear? Wir haben uns die Shokz OpenFit ganz genau angeschaut und im Test herausgefunden, ob die Kopfhörer mit ihrem Ansatz überzeugen können.
HIFI.DE Test | Shokz OpenFit
Bluetooth-Standard
5.2
Codecs
SBC, AAC
Akku-Laufzeit
8 Std. / bis 28 Std. mit Ladecase
Schnellladefunktion
Ja (5 Min. laden für 1 Stunde Laufzeit)
Noise Cancelling
Nein
Wassergeschützt
IP54
Preis (UVP/Straßenpreis)
199 Euro / 179 Euro
In Kürze
Die Shokz OpenFit überraschen im Test mit erstaunlich viel Bass – jedenfalls für Open-Ear-Kopfhörer. Dafür lassen Design und sonstiger Sound noch Luft nach oben. Fazit: Ein Experiment, das nur teils geglückt ist.
Vorteile
  • Manueller Equalizer
  • Hohe Transparenz bei wenig Schallverlust
  • Spürbarer Bass trotz Open-Ear
Nachteile
  • Detailarmer, dumpfer Sound
  • Mäßige Verarbeitungsqualität
  • Sitzen etwas locker am Ohr
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Wenn es um Alternativen für klassische In-Ear-Kopfhörer geht, führt an Shokz kaum ein Weg vorbei. Das chinesische Unternehmen hat sich dem Open-Ear-Konzept verschrieben und setzt auf unterschiedliche Technologien, um deine Ohren beim Musikhören trotzdem freizuhalten. Die Shokz OpenFit heben sich hier insofern vom Gros der Shokz-Produkte ab, als dass sie nicht auf Knochenschall, sondern auf die sogenannte DirectPitch-Technologie setzen. Was es damit auf sich hat, und wie die Shokz OpenFit im Praxistest klingen, erfährst du hier.

Die Shokz OpenFit bekommst du aktuell bei MediaMarkt:

Ein neuer Bügelkopfhörer? Das ist erst mal nichts Neues. Schon die Teufel Airy Sports TWS konnten uns mit solidem Halt und ordentlichem Bass überzeugen. Besonders alltagstauglich waren diese aber nicht, was allem voran an den fehlenden Einstellungsmöglichkeiten und dem etwas groben Klang lag. Die Shokz OpenFit machen einiges anders und verzichten auf die Silikonaufsätze. Wie bei den Huawei FreeClip bleibt das Ohr frei, während der Sound über hohen und gerichteten Schalldruck direkt in den Gehörgang gelenkt werden soll. Aber ist ein starker Bass da überhaupt noch möglich?

Du möchtest dir vor unserem Test noch einen Überblick über die besten In-Ear-Kopfhörer verschaffen? Dann wirf einen Blick auf unsere Bestenliste:

Shokz OpenFit im Klangtest

Einen besonders starken Bass, der mit richtig guten In-Ears mithalten könnte, liefern die Shokz OpenFit nicht. Das fällt schon direkt auf, als wir das langsamere Pop-Rock-Stück Caesar on a TV Screen von The Last Dinner Party anstimmen. Die Tiefen bleiben etwas dumpf und wenig detailreich. Trotzdem übertreffen die Shokz OpenFit in dieser Hinsicht unsere Erwartungen.

Dass In-Ear-Kopfhörer mit offenem Konzept Probleme damit haben, tiefe Frequenzen effektiv und spürbar zu transportieren, ist schließlich bekannt. Gleiches gilt für Knochenschall-Kopfhörer – wie etwa den Shokz OpenRun – die häufig mit einem bassarmen Sound zu kämpfen haben. Unsere Erwartungen an die Bassleistung der Shokz OpenFit und deren OpenBass-Technologie war dementsprechend gering.

Shokz OpenFit – Einzelner Hörer
Sollen den Schall direkt in den Gehörgang lotsen – die Earbuds der Shokz OpenFit.

Im Praxistest ist der Bass immerhin spürbar. Die OpenBass-Technologie soll die tiefen Frequenzen mithilfe eines Algorithmus separat verstärken und direkt in den Gehörgang zimmern. Das wird besonders dann deutlich, wenn wir die OpenFit beim Abspielen basslastiger Tracks wie Frank Oceans Novacane etwas näher ans Ohr drücken. Dann drängt sich der Bass wirklich in den Vordergrund und wirkt deutlich prominenter als höhere Frequenzen.

Bei natürlicher Entfernung der Earbuds zum Ohr bleibt das Klangbild hingegen ausgeglichener. Wir werden dabei den Eindruck aber nicht los, dass unter dem verstärkten Bass, der doch etwas grobschlächtig einiges an Luft bewegen muss, Details in höheren Frequenzen verloren gehen. Lieder wie Breezeblocks von alt-j, die von detaillierten Höhen und Mitten und einem starken Bass leben, leiden darunter und machen etwas weniger Spaß. Gleiches gilt für gesprochene Inhalte, die dadurch etwas unsauber klingen können. Sonore Hip-Hop-Stücke, die weniger Ausbrüche nach oben wagen, gefallen hier schon eher.

Shokz OpenFit – Ganzer Hörer seitlich
Bei der – für Open-Ear – ordentlichen Bassleistung geht leider einiges an Detailreichtum verloren.

Die gezielte Verstärkung einzelner Frequenzbereiche löst also nicht alle Probleme, die Open-Ear-Konzepte mit sich bringen, macht aber jedenfalls perspektivisch Hoffnung. Bassfreund:innen, die den Open-Ear-Trend mitmachen wollen, bekommen hier schon jetzt ein Modell geboten, dass den Bass nicht gänzlich vernachlässigt. Dank DirectPitch-Technologie, die den Sound möglichst direkt in deinen Gehörgang schicken soll, bekommt deine Umwelt relativ wenig von deiner Musik mit. Das Niveau ist hier vergleichbar mit In-Ear-Kopfhörern ohne Silikonaufsatz, wie etwa den Marshall Minor III.

Shokz: Was kann die App?

Wenn ein In-Ear-Kopfhörer bei Podcasts, Hörbüchern oder bestimmten Genres enttäuscht, bietet sich meist ein Blick in die zugehörige App an. Im Fall der Shokz OpenFit gibt es diese für Android und iOS. Die Shokz-App bietet neben vier voreingestellten Equalizer-Presets zwei Slots an, die zur freien Verfügung stehen. Ein komplett manueller Equalizer ist hier erst mal ein Pluspunkt.

Die Presets schaffen für bestimmte Fälle direkt Abhilfe. Mit dem Bass-Preset wummert es wirklich, dafür leidet der restliche Sound noch deutlicher unter den intensiven Tiefen. Das Gesprächs-Preset erhöht die Verständlichkeit des Gegenübers bei Telefonaten und das Höhen-Preset würden wir am ehesten für Podcasts und Co. empfehlen. Für letzteres ist das Gesprächs-Preset weniger geeignet, weil es Stimmen doch etwas blechern klingen lässt.

Über den manuellen Equalizer kannst du den Sound jetzt noch an deine eigenen Bedürfnisse anpassen. Hier lohnt es sich, etwas herumzuexperimentieren.

Zudem lassen sich über die App die Touchbefehle bearbeiten, mit denen du die Wiedergabe steuern und den Sprachassistenten aktivieren kannst. Dass die Touch-Befehle nur über langes oder doppeltes Drücken gegeben werden können, haben wir nicht als störend empfunden. So vermeidest du versehentliche Eingaben beim kurzen Justieren der Kopfhörer am Ohr.

Transparenz: Wie frei bleiben die Ohren wirklich?

Eine aktive Geräuschunterdrückung bieten die Shokz OpenFit nicht. Das ist der offenen Bauweise geschuldet, die sogar eine passive Geräuschunterdrückung kaum möglich macht – schließlich wird der Gehörgang nicht von den Kopfhörern blockiert. Dafür bekommst du hier mehr von deiner Umwelt mit.

Shokz OpenFit – Einzeln Hörer seitlich
Die Shokz OpenFit sind am Ohr zwar deutlich sichtbar, versperren aber nicht den Gehörgang.

Viele In-Ear-Kopfhörer mit ANC bieten dafür, dass du deine Umgebung besser wahrnehmen kannst, extra einen Transparenzmodus an. Mit den Shokz OpenFit ist dieser nicht notwendig. Gespräche und sogar dumpfe Hintergrundgeräusche lassen sich, besonders bei ausgeschalteter Musik, immer noch sehr gut wahrnehmen.

Shokz Openfit Sitz
Die Shokz OpenFit sitzen direkt vor dem Ohr, bleiben dabei aber etwas locker. | Bild: Shokz

Im direkten Vergleich bietet etwa die Bauweise der Huawei FreeClip und der Bose Ultra Open Earbuds noch einen etwas höheren Grad an Transparenz, da die Earbuds hier nicht direkt vor dem Gehörgang hängen. Die Umgebung wird durch die Position der Shokz OpenFit also jedenfalls minimal abgedämpft.

Bluetooth 5.2, Multipoint und Basic-Codecs

Die Shokz OpenFit setzen auf den Bluetooth-Standard 5.2 und unterstützen die verlustbehafteten Bluetooth-Codecs SBC und AAC. Lossless Audio ist hier also nicht möglich. Ansonsten lassen sich die Shokz OpenFit problemlos mit bis zu zwei Geräten gleichzeitig verbinden. Die Bluetooth-Verbindung erfolgt schnell und bleibt stabil – auch bei moderaten Entfernungen. Aussetzer im Sound konnten wir im Test nicht feststellen.

Shokz OpenFit: Das kann der Akku von Hörern und Case

Die Akkulaufzeit der Shokz OpenFit sticht nicht besonders hervor. Du kannst die Bluetooth-Kopfhörer knapp sieben Stunden am Stück nutzen, das Ladecase stattet die Kopfhörer mit zusätzlich 21 Stunden Hördauer aus. Insgesamt kommst du also auf knapp 28 Stunden. Innerhalb von fünf Minuten kannst du die OpenFit im Case wieder mit genug Akku für eine Hördauer von einer Stunde ausstatten, eine Schnellladefunktion ist also an Bord.

Das Ladecase lässt sich per USB-C-Anschluss auf der Rückseite laden. Ein USB-C-Kabel ist im Lieferumfang enthalten.

Design: Nicht ganz zu Ende gedacht?

Das Design der Shokz OpenFit ist gewöhnungsbedürftig und dürfte besonders denen gefallen, die sich ohnehin – sei es beim Sport oder im Büro – schon mit Bügelkopfhörern angefreundet haben. Da die einzelnen Earbuds überhaupt nicht im Gehörgang verschwinden, fallen die Shokz OpenFit beim Tragen definitiv auf. Im Gegensatz zu den Huawei FreeClip, die eher wie ein modisches Accessoire daherkommen, wirkt das Design hier rein funktional.

Das liegt nicht zuletzt am langen Bügel, der beim Anlegen auch an unterschiedlichen Ohrformen keine Probleme macht. So wird der Sound verlässlich in deinen Gehörgang geleitet. Leider sorgt dieses One-Size-Fits-All-Prinzip auch für etwas Spiel und einen eher lockeren Halt.

Shokz OpenFit – Beide Hörer
Der Bügel ist elastisch und schmiegt sich ans Ohr. Er lässt sich nicht permanent verbiegen, wie etwa ein Brillenbügel.

Besonders bei schnellem Gehen, viel Bewegung oder starkem Wind fühlt es sich dann so an, als würden die Kopfhörer vor der Ohrmuschel „baumeln“. Der Bügel lässt sich nämlich nicht verformen, um die OpenFit beispielsweise etwas stärker zu fixieren, sondern setzt auf Elastizität, um sich individuell anzuschmiegen. Dank IP54-Zertifizierung ließen sich die Shokz OpenFit auch als Sport-Kopfhörer verwenden, wenn dich das etwas lose Tragegefühl nicht stört.

Mit einem Gewicht von 8,3 Gramm sind die einzelnen Ohrhörer relativ schwer. Das ist bei diesem Design aber auch zu erwarten und fällt beim Tragen nicht negativ auf. Der Bügel verteilt das Gewicht angenehm auf das gesamte Ohr, sodass die Shokz OpenFit hier noch deutlich weniger störend auffallen, als viele echte In-Ear-Kopfhörer.

Shokz OpenFit – Case offen
Das Ladecase lässt an vielen Stellen zu wünschen übrig. Die Verarbeitung könnte deutlich wertiger sein.

Das mitgelieferte Ladecase wirkt auf den ersten Blick wie ein klassisches – etwas überdimensioniertes – Ladecase für In-Ear-Kopfhörer. Das Großformat ist aber auch notwendig, um die Shokz OpenFit samt Bügel zu halten. Diese liegen leider, auch wegen der Bügel, mit etwas Spiel im Case und bewegen sich etwa beim Anheben oder Einstecken hörbar. Auch das Case selbst wirkt beim Öffnen und Schließen nicht besonders hochwertig und knarzt etwas im Gelenk.

Fazit: Ein neues Tragegefühl – mit einigen Abstrichen

Die Shokz OpenFit sind in vielen Belangen ein zweischneidiges Schwert. Einerseits gelingt es ihnen, dank OpenBass-Technologie, spürbare Tiefen zu produzieren. Anderseits leidet darunter das Klangbild, welches weniger detailreich und akkurat daherkommt. Außerdem scheinen Haltebügel und IP54 den Betrieb als Sport-Kopfhörer zu empfehlen, wo ja auch der natürliche Transparenzmodus wirklich praktisch wäre.

Jedoch fehlt den Kopfhörern dadurch, dass sie nicht direkt in der Ohrmuschel festsitzen, der feste Halt, der Konkurrenzmodelle wie die Teufel Airy Sports TWS fürs Workout auszeichnet. Dazu gesellen sich eine ordentliche App, eine gute Bedienbarkeit und eine mittelmäßige Ausstattung. Haptisch lässt besonders das Ladecase zu wünschen übrig und wirkt nicht sonderlich wertig. So bleiben die Shokz OpenFit nur für diejenigen eine Option, die von der Open-Ear-Bauweise durchweg überzeugt sind und nicht auf etwas Bass verzichten wollen.

Hier findest du die Shokz OpenFit:

Technische Daten
Bluetooth-Standard 5.2
Codecs SBC, AAC
Akku-Laufzeit 8 Std. / bis 28 Std. mit Ladecase
Schnellladefunktion Ja (5 Min. laden für 1 Stunde Laufzeit)
Noise Cancelling Nein
Wassergeschützt IP54
Anschlüsse des Ladecase USB-C
Gewicht Hörer: 8,3g / Ladecase: 57g
Preis (UVP/Straßenpreis) 199 Euro / 179 Euro

Du möchtest doch lieber In-Ear-Kopfhörer mit ANC? Dann wirst du in unserer Bestenliste fündig:

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