Apple AirPods Pro 2. Generation im Test: Das können die neuen Apple In-Ears

- Bluetooth-Standard
- 5.3
- Akku-Laufzeit
- 6h bei eingeschaltetem ANC, Ladecase bis zu 30h
- Schnellladefunktion
- 5 Minuten Laden für 1 Stunde Wiedergabe
- Noise Cancelling
- Ja
- Codecs
- SBC,AAC
- Preis
- 299 Euro
Die Apple AirPods Pro 2. Generation haben einen schönen, neutralen Klang, bieten eine etwas bessere Bedienung als ihre Vorgänger. Auch der Akku und das Ladecase sind stärker. Dafür verlangt Apple aber auch eine Menge Geld.
- Toller, neutraler Klang
- Sehr gutes Noise Cancelling
- Hoher Tragekomfort
- Verbesserte Bedienung
- Nur begrenzt mit Android-Geräten kompatibel
- Hoher Preis
Frisch auf dem Markt, liegen die Apple AirPods Pro 2. Generation auch schon in unserer Redaktion. Apple verspricht einige Änderungen und noch mehr Verbesserungen. Allen voran soll der neu entwickelte H2-Chip im wahrsten Sinne des Wortes den Ton angeben. Aber auch am Ladecase und der Bedienung hat sich was getan. HIFI.DE hat eines der ersten Exemplare ergattert und genau hingesehen – und gehört.
Die Apple AirPod Pro 2. Generation sind ab sofort verfügbar:
Apple AirPods Pro 2. Generation – Das ist neu
- Verbesserte Soundqualität durch H2-Chip
- Noise-Cancelling verbessert
- Verlängerte Akku-Laufzeit (bis zu 30 Stunden)
- Wischgesten an den EarBuds zur Lautstärkeregelung
- Lautsprecher im Ladecase
- Extra kleiner In-Ear-Aufsatz
Auch wenn Apples In-Ear-Flaggschiffe auf den ersten Blick nicht sonderlich anders aussehen, hat sich doch einiges getan. Durch den neuen, von Apple entwickelten H2-Chip soll die Prozessorleistung erheblich gestiegen sein. Das hat laut den Entwicklern Auswirkungen auf die klangliche Performance und das Noise-Cancelling. Apple spricht dabei sogar davon, das ANC wäre jetzt „doppelt so effektiv“ wie früher bei den Vorgängern AirPods Pro. Ob das stimmen kann?

Die Treibereinheit in jedem der AirPods Pro 2 wurde ebenfalls überarbeitet. Damit sich deren Klang perfekt in dein Ohr gelangt, gibt Apple dir ein zusätzliches, extra kleines Paar Silikonaufsätze mit. Mit der passenden iPhone-Kamera kannst du zudem deine Ohren vermessen, was den Klang deiner AirPods Pro 2 weiter optimieren soll. Dieses „Personalized Spatial Audio“ genannte Feature ist aber keine Besonderheit der neuen 2. Generation Airpods Pro, sondern vielmehr im neuen Handy-Betriebssystem iOS 16 implementiert. Bei älteren AirPods Pro funktionert das wohl ebenso.

Die Apple AirPods Pro 2. Generation im Klangtest
Schon die erste Generation der Apple AirPods Pro konnte uns mit ihrem tollen Sound begeistern. Die neue Generation legt – wie nicht anders zu erwarten – nochmal eine Schippe drauf. Klare Details, auch bei leisen Pegeln, verzerrungsarme Wiedergabe bei hohen Lautstärken. Das paart sich mit einer tollen Bühnenabbildung und der Fähigkeit, auch mal richtig Gas zu geben. Denn auch die Basspräsenz ist nicht zu unterschätzen.

Was vom ersten Ton an positiv überrascht, ist die sehr harmonische Abstimmung. Nichts wird überbetont, alle Tonbereiche in friedlicher Koexistenz. Das merkst du zum Beispiel bei Breezeblocks von alt-J. Der aggressiv gezupfte E-Bass füllt detaillreich deinen Kopf, erdrückt aber nie Sänger und Gitarre.
Da drehst du schonmal lauter, ohne es zu bemerken, einfach weil die Musik so doppelt so viel Spaß macht. Und auch bei hohen Pegeln nervt nichts. Das haben wir bei anderen In-Ear-Kopfhörern schon ganz anders erlebt. Auch die Live-Aufnahme von Tim Minchins Prejudice knallt wie gewohnt, auch wenn sich der Jubel des Publikums der oberen Grenze des Aushaltbaren nähert. Stimmung und der nötige Punch im Bass sind immer mit dabei.

Noch mehr von uns getestete In-Ear-Kopfhörer findest du übrigens in unserer Bestenliste:
Personalisiertes Spatial Audio mit den AirPods Pro 2. Generation und iOS 16
Neben der Klangqualität macht uns besonders ein anderes Thema besonders neugierig. Spatial Audio erlaubt dir, Musik und Filme nicht nur in Stereo zu genießen, sondern lässt Instrumente und Explosionen bei passendem Inhalt auch um dich herum tönen. Schon länger beherrschen auch Apple-Kopfhörer das so genannte Headtrackling: Hast du das Feature aktiviert, bleibt der Sound am gleichen Ort. Die Stimmen der Schauspieler*innen kommen weiterhin aus Richtung des Displaya, Musiker*innen bleiben auf der gleichen imaginären Bühne stehen.
Das ist so weit nichts Neues. Neu – zumindest für die Apple-Welt – ist hingegen die Option, deine Ohrform mithilfe deines iPhones zu vermessen. Voraussetzung dafür ist iOS-Version 16 und ein Apple-Produkt mit TrueDepth-Kamera – also praktisch alle mit Face-ID. Der ganze Prozess dauert keine 3 Minuten, in denen du erst dein Gesicht vor der Frontkamera deines iPhones im Kreis bewegen und dann nochmal jedes Ohr einzeln abscannst. Auch hier hat Apple mitgedacht und unterstützt dich mit Tönen. Schließlich kannst du nur schwer sehen, ob du dein Ohr gut im Fokus hast, wenn dein Handy neben deinem Kopf ist.

Noise-Cancelling: Ruhe mit Apple
Active Noise Cancellation, kurz ANC, ist mit Sicherheit eines der wichtigsten Features, die Kopfhörer haben können. Egal, ob du nach großen Over-Ears oder praktischen In-Ears suchst. Dabei haben die kleinen Knöpfe meistens nicht ganz so effektiv, da die Dämpfung einer Ohrmuschel einfach stärker ist. Anscheinend haben die Apple AirPods 2. Generation bis jetzt noch nichts von diesem Umstand gehört.
Zwar kannst du immer noch helle Geräusche wie das Tippen auf einer Tastatur oder Gespräche in deiner Nähe erahnen, oder gar verfolgen, jedoch stark gedämpft und viel leiser als ohne ANC. Im restlichen Frequenzspektrum und ganz besonders bei tiefen, gleichmäßigen Tönen können die Apple AirPods Pro 2 glänzen. Und sobald du Musik hörst, bist du mit deinen Lieblingskünstler*innen alleine. Apple behauptet, die Leistung des ANC im Vergleich zum Vorgänger verdoppelt zu haben. Wir würden eher sagen, es gibt eine deutlich hörbare, jedoch auch nicht dramatische Verbesserung.

Auch der Transparenzmodus wurde verbessert. Das Gegenteil des ANC-Modus soll dich deine Umwelt so wahrnehmen lassen, als hättest du gar keine Knöpfe im Ohr. Und hier hat Apple tatsächlich erheblich zugelegt. Stimmen, egal ob deine eigene oder fremde, klingen natürlicher, als mit den ersten AirPods Pro taten. Leider fehlt immer noch eine Möglichkeit, die Intensität von ANC- und Transparenzmodus einzustellen. In dieser Hinsicht sind viele andere Noise-Cancelling-Kopfhörer besser aufgestellt.
Bedienung der AirPods Pro 2. Generation
Eine weitere wichtige Neuerung ist, ein Feature, das bei den Vorgängern schmerzlich vermisst wurde. Bisher musstest du dein Handy in die Hand nehmen oder Siri um Hilfe bitten, um die Lautstärke anzupassen. Die Touchfelder der Apple AirPods Pro 2 hingegen verstehen jetzt auch Wischgesten. Eine Aufwärtsbewegung stellt deine Musik lauter, ein Wisch nach unten senkt sie ab. Ein wirklich nützliches Feature, das, wie die gesamte Bedienung der Apple-Hörer auf Anhieb gut funktioniert.

Steuern kannst du die Apple AirPods Pro 2. Generation wie gehabt über die beiden Touchfelder am Stiel. Dabei ist egal, an welchem der Stiele du benutzt, beide sind gleich belegt: Ein kurzes Drücken pausiert bzw. startet die Wiedergabe und nimmt Anrufe an. Doppeltes Drücken des Stiels springt zum nächsten Track, mit dreimal Drücken gelangst du einen Track zurück. Wenn du den Stiel lange gedrückt hälts, wechseln die AirPods Pro 2. Generation vom ANC-Modus in den Transparenzmodus und umgekehrt.
Praxis: Stärkerer Akku und neues Ladecase mit Lautsprecher
Als größte Hardware-Neuerung hat jetzt auch das Ladecase der AirPods 2 einen Lautsprecher. Dieser kann dir über Apples Find My … Funktion beim Suchen deiner In-Ears helfen, sowie Ansagen zum Akkustand und Pairing machen. Der im Ladecase verbaute Akku soll laut Apple genug Ladung für eine Spielzeit-Reserve von ca. 30 Stunden haben. Die AirPods Pro 2. Generation selbst sollen bis zu sechs Stunden durchhalten. Beide Werte sind übrigens mit aktiviertem ANC angegeben, ohne Noise Cancelling sollen es bei den Kopfhörern sogar sieben Stunden sein. Das ist erheblich mehr als bei den Vorgängern, aber im großen Zusammenhang immer noch nicht überragend.

Leider haben die AirPods Pro auch in der 2. Generation noch kein USB-C mit auf den Weg bekommen. Expert*innen gehen aktuell davon aus, dass der Standard frühestens 2023 bei den ersten Geräten aus Cupertino auffindbar sein wird. Also lädst du die AirPods Pro 2 weiterhin per Lightning oder kabellos über das Ladegerät einer Apple-Watch, ein MagSafe-Ladegerät sowie alle anderen Qi-zertifizierten Ladegeräte.
Bist du auf der Suche nach einem ganz neuartigem Ladecase mitsamt USB-C, schau mal in die JBL Tour Pro 2 rein.
Design und Verarbeitung
Apple ist für seine schlichten Produktdesigns bekannt. Die Form soll der Funktion immer untergeordnet sein. Auch die Apple AirPods Pro der zweiten Generation machen hier keine Ausnahme. Das von uns getestete Modell fiel jedoch dahingehend aus der Reihe, dass es einige scharfe Kanten gab. Die beiden Gehäusehälften hätten durchaus passender verklebt werden können. Das ändert jedoch zum Glück nichts an der einfachen Handhabung und dem Wiedererkennungswert.

Apple Airpods Pro 2 vs. Sony WF-1000XM4
Nach unserem Test der Apple AirPods Pro 2. Generation können wir eine erste Einschätzung darüber geben, wie sie sich gegen die Testsieger schlagen. Wie zu erwarten, können die Sony WF-1000XM4 in so ziemlich jeder Kategorie etwas besser abschneiden als ihre Herausforderer von Apple. Ihr Klang ist einfach nochmal ausgewogener. Die größte Stärke der XM4 ist jedoch ihr ANC. In dieser Hinsicht kann kein einziger In-Ear-Kopfhörer ihnen das Wasser reichen.
Mit einer eigenen App bieten die Sony zudem einen enorme Funktionsumfang, den du besonders mit Android-Geräten ausschöpfen kannst. Die AirPods Pro 2 hingegen haben die Nase im Apple-Universum klar vorne. Kein Kopfhörer lässt sich einfacher mit Apple-Geräten verbinden und steuern als ein Apple-Kopfhörer. Dafür verzichtest du jedoch auf die Möglichkeiten, den Klang per Equalizer einzustellen.
Bei der Speicherkapzität des Akkus führen die Apple AirPods 2. Generation mit rund 14 Stunden Differenz. Denn die Sony WF-1000XM4 halten mit Ladecase gerade einmal 16 Stunden. Dafür bieten dir die Sony-Player gleich 8 Stunden ununterbrochene Musikwiedergabe. Ca. zwei Stunden mehr als die Apple also.
Vergleich zu den AirPods Pro 2
Die AirPods Pro 2 sind die neusten und teuersten AirPods. Ältere Modelle kannst du deutlich günstiger erhalten. Aber lohnt sich der Griff zu älteren AirPods noch? Wir finden: ja! In unserem Vergleich AirPods Pro 2 vs. AirPods 3 zeigt sich, dass die AirPods 3 die günstigere Empfehlung für alle sind, die auf das Noise Cancelling der AirPods Pro 2. Generation verzichten können. Die AirPods 3 haben außerdem eine andere Bauweise als die AirPods Pro 2: Sie sind Halb-In-Ears, verzichten also auf die Silikon-Aufsätze von typischen In-Ears. Wenn dir sowieso nicht gefällt, wie solche Aufsätze ins Ohr ragen, sind die AirPods 3 die bessere Wahl.
Vergleich zu den Bose QuietComfort Earbuds II
Ebenfalls ein interessantes Duell: Bose QuietComfort Earbuds II vs. Apple AirPods Pro 2. Tatsächlich liegen die beiden In-Ear-Kopfhörer nah beisammen. Bei den wichtigsten Kategorien, Klang und ANC, liegen die Apple AirPods Pro 2 sound-technisch ein wenig vorn, während die Bose QuietComfort Earbuds II tatsächlich die neuen Apple-Kopfhörer bei der aktiven Geräuschnunterdrückung schlagen können.
Vergleich zu den Galaxy Buds2 Pro
Im Rennen Galaxy Buds2 Pro vs. AirPods Pro 2 zeigt sich, wie gut die AirPods auf die Zusammenarbeit mit iOS-Geräten ausgelegt sind. Die Samsung-Kopfhörer folgen derselben Philosophie wie die AirPods, allerdings in die andere Richtung: Sie sind nur mit Android-Geräten voll funktionsfähig. In dem Fall ist die Empfehlung klar: Wer Apple nutzt, sollte lieber zu den AirPods Pro 2 greifen. Die schneiden im Vergleich insgesamt ein wenig besser ab, als die Konkurrenz. Vor allem beim ANC und der Akkulaufzeit sehen wir sie vorne.
Unser Fazit zu den Apple AirPods Pro 2. Generation
Apple hat es erneut geschafft, gewohnt gutes noch eine Stufe besser zu machen. Klang, ANC und Bedienung bieten echte Verbesserungen. Zudem hat Apple die Akku-Laufzeit verbessert. So können sich die AirPods Pro 2 weiter mit den besten In-Ear-Lautsprechern des Markts messen. Eine Revolution stellen sie jedoch auch nicht da. Die Konkurrenz in Form eines Sony WF-1000XM4 oder den Sennheiser Momentum True Wireless 3 klingt immer noch einen Hauch gefälliger, und von neuen Bose QuietComfort EarBuds II erwarten wir ein mindestens ebenso gute ANC. Und an Nicht-Apple-Geräten sind die AirPods Pro auch in der 2. Generation kaum sinnvoll nutzbar.
Wenn du bereits die erste Generation der AirPods Pro besitzt, musst du selbst entscheiden, ob sich der Wechsel für dich lohnt, denn auch die ersten AirPods Pro sind schon gut. Zumal die neue Generation momentan um die 100 Euro mehr kostet als die alte.
Spielereien wie die Vermessung deiner Ohren sind ein schönes Gimmick, ein auf den eigenen Geschmack einstellbares Noise-Cancelling hätten wir dennoch lieber gesehen. Möchtest du das entsprechende Geld investieren, belohnen dich die AirPods Pro der 2. Generation jedoch mit fast allem, was du dir von einem In-Ear-Kopfhörer wünschen kannst.
Hier geht’s zum Angebot der Apple AirPods Pro 2:
Technische Daten | |
Bluetooth-Standard | 5.3 |
Akku-Laufzeit | 6h bei eingeschaltetem ANC, Ladecase bis zu 30h |
Schnellladefunktion | 5 Minuten Laden für 1 Stunde Wiedergabe |
Noise Cancelling | Ja |
Codecs | SBC,AAC |
Wassergeschützt | IPX4 |
Anschlüsse des Ladecase | Lightning, Kabellos |
Gewicht | AirPods: 5,3g | Ladecase: 50,8g |
Maße | AirPods: 30,9 x 21,8 x 24 mm | Case: 45,2 x 60,6 x 21,7 mm |
Preis | 299 Euro |
Noch mehr von uns getestete In-Ear-Kopfhörer findest du übrigens in unserer Bestenliste:
Was sagst du zu Apples neuen AirPods Pro? Lohnt sich für dich der Wechsel? Schreib es uns in den Kommentaren!
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