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TV-Upgrade von Full HD auf 4K – lohnt sich der Umstieg für dich?

4K ist mittlerweile Standard bei aktuellen Fernsehern. Ist jetzt die Zeit, das ehemals teure Full-HD-Gerät in Rente zu schicken und auf 4K upzugraden? Was für Wunder kann man vom Upscaling erwarten wenn es aktuell kaum möglich ist Fernseh-Programm überhaupt in 1080p Auflösung zu empfangen?
TV-Upgrade von Full HD auf 4K – lohnt sich der Umstieg für dich? Bild: Samsung

Wer heutzutage einen Fernseher kauft, kommt um das Schlagwort 4K praktisch nicht mehr herum. Gleichzeitig ist die Verfügbarkeit der Inhalte in 4K und selbst in Full-HD-Auflösung noch immer keine Selbstverständlichkeit. Wenn ich jetzt nicht nur Netflix in 4K streamen möchte sondern auch meine Lieblings-Fernsehsendungen in 720p-Auflösung und meine stattliche Blu-ray-Sammlung in 1080p-Auflösung genießen möchte, profitiere ich dann überhaupt von einem Upgrade auf ein aktuelles 4K-Modell? Dieser Frage sind wir nachgegangen und erklären dir in diesem Artikel, wann sich ein Upgrade für dich lohnt, und wann nicht.

Was genau bedeutet 4K eigentlich?

Die Begriffe 4K und Full HD stehen für die Auflösung eines Fernsehers – also die Anzahl von Pixeln beziehungsweise Bildpunkten, aus denen das  Bild zusammengesetzt wird. Bei Full HD besteht das Bild aus 1.920 x 1.080 Pixeln. Bei einem Ultra-HD-TV wird die Anzahl der Bildpunkte vertikal und horizontal verdoppelt und liegt damit bei 3.840 x 2.160 Pixeln. Diese Auflösung heißt eigentlich korrekt „UHD“ oder Ultra-HD, im allgemeinen ist aber „4K“ gebräuchlicher.

Der Sprung von rund zwei auf über acht Millionen Bildpunkte (von Full HD auf 4K) führt dazu, dass ein 4K-Fernseher deutlich schärfere Bilder liefern kann.

Die 4K-Auflösung verdoppelt im Vergleich zu Full HD die horizontalen und vertikalen Bildpunkte. In der Summe bringt sie damit viermal so viele Pixel auf den Bildschirm. | Bild: LG

Das wird gerade im direkten Vergleich deutlich: Auf einem typischen 55-Zoll-Fernseher wirkt ein Full HD-Bild bereits vergleichsweise körnig und unscharf. 4K-Inhalte wirken hingegen selbst aus relativ kurzer Entfernung zum Bildschirm gestochen scharf. Vor allem bei größeren Bilddiagonalen von 65 Zoll und mehr spielt die höhere Auflösung damit ihr volles Potenzial aus.

Der Sitzabstand zum Fernseher ist einer der entscheidenden Aspekte bei der Frage ob sich 4K lohnt. Sitzt man beispielsweise mehr als drei Meter von einem 55-Zoll Fernseher entfernt, ist der Unterschied zwischen Full-HD- und 4K-UHD-Auflösung selbst für geschulte Augen kaum noch zu erkennen. Steht das Sofa oder der Fernsehsessel hingegen näher am TV-Gerät, fällt das schärfere Bild deutlich mehr auf.

Bei größeren Diagonalen wird auch der Betrachtungsabstand ab dem man einen Unterschied erkennt größer.

Auflösung ist nicht alles

Der Auflösungsvorteil sinkt also mit zunehmenden Abstand vom Bild und steigt mit größeren Diagonalen. Bringt ein 4K-TV also in größeren Wohnzimmern keine Vorteile gegenüber einem Full-HD-Modell im gleichen Format? Ganz so einfach ist es nicht! Denn neben der höheren Pixeldichte hat der Sprung von Full HD auf 4K noch weitere Vorteile ins Heimkino gebracht.

Der wohl bedeutendste ist HDR-Video. HDR steht für High Dynamic Range, was für eine höhere Bilddynamik steht. In der Praxis ermöglicht HDR-codiertes Filmmaterial eine deutlich höhere Helligkeitsspanne und tiefere Farben als das althergebrachte SDR-Gegenstück.

Dolby Vision HDR10+
HDR-Standards wie Dolby Vision und HDR10+ sind für viele TV-Fans die eigentlichen Gründe für einen 4K-TV. | Bild: Dolby; Samsung (Montage)

Moderne 4K-Fernseher unterstützen praktisch immer mindestens die Basis-HDR-Formate HDR10 und HLG („Hybrid Log Gamma“). Auch die komplexeren Lösungen Dolby Vision und HDR10+ finden sich immer häufiger in den Datenblättern wieder. Full-HD-Fernseher sind hingegen von den Vorteilen des HDR-Content ausgeschlossen.

Für moderne Bildschirmtechnologien wie OLED-Panels mit seinen nie da gewesenen Schwarzwerten oder künftige Lösungen wie Mini- oder gar Micro-LED-TVs wird die Full-HD-Auflösung praktisch keine Rolle mehr spielen. Die ersten Hersteller setzen hier bereits auf 8K-UHD-II-Auflösung – ob die gegenüber 4K erneut viermal höhere Pixelanzahl allerdings eine ähnlich große Rolle spielen wird, wie der aktuelle Standard, ist momentan noch nicht abzusehen.

Materialfragen: Content Verfügbarkeit

Bei der Frage nach der passenden TV-Auflösung spielt natürlich das abzuspielende Bildmaterial eine entscheidende Rolle. Liegt dieses noch nicht in der 4K-Auflösung vor, bringt die höhere Auflösung im Fernseher nur wenig Vorteile.

Leider hinkt Deutschland bei der Ausstrahlung von 4K-Content im internationalen Vergleich hinterher. Mehr als Full-HD ist im Free-TV nur höchst selten zu sehen – und selbst der Bezahlsender Sky sendet längst nicht alle Inhalte in 4K-UHD.

Sky sendet zumindest einen Teil seines Programms in 4K. Das kostet allerdings in den meisten Tarifen extra. | Bild: Sky

Anders sieht es bei Streaming-Diensten aus. Plattformen wie Amazon Prime Video, Netflix und YouTube liefern mehr und mehr ihrer Inhalte in 4K aus – wenn auch zum Teil nur in bestimmten Abos. Auch gekaufte Inhalte von Angeboten wie Apple Video (vormals iTunes) oder Amazon Video liegen immer häufiger in 4K vor – oft sogar ohne Mehrkosten. Neue Dienste wie Apple TV+ oder das Streaming-Angebot von Disney Plus setzen natürlich ebenfalls auf 4K-Inhalte.

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Ob Netflix, Amazon Video oder auch YouTube: Vor allem beim Videostreaming ist 4K mittlerweile mehr als en vogue. | Bild: YouTube / Digital Foundry

Moderne 4K-Fernseher bringen in der Regel eine gut zu bedienende und leistungsfähige Smart-TV-Ausstattung mit, durch die du direkt auf 4K-Streaming-Angebote, sowie auf die Online-Mediatheken der Sender zugreifen kannst. Neue Full-HD-TVs sind heute kaum noch zu bekommen und wenn doch, dann meist mager ausgestattet.

Auch HDR-Content ist derzeit vornehmlich im Streaming-Sektor zu finden. Darüber hinaus bieten Ultra-HD-Blu-rays – einen entsprechenden Player vorausgesetzt – passende Inhalte für 4K-Fernseher an.

Jetzt ansehen: Die besten Videospiele für 4K-Enthusiasten

Auch Besitzer der aktuellen High-End-Konsolen PlayStation 4 Pro von Sony und Xbox One X von Microsoft liegen bei einem 4K-UHD-TV richtig. Beide Konsolen können speziell angepasste Spiele in 4K-Auflösung auf den Fernseher bringen (im Fall der PS4 Pro allerdings in der Regel nur hochskaliert) und unterstützen bei vielen Games auch die HDR-Darstellung. Die Xbox-Modelle One S und One X bieten zudem ein Ultra-HD-Blu-ray-Laufwerk für entsprechende Filme. Sony kündigt ein entsprechendes Laufwerk erst für die kommende PlayStation 5 an.

Upscaling: Full-HD-Material auf 4K-Fernsehern

Um Material von geringerer Auflösung auf einem 4K-Fernseher darzustellen, muss das Gerät das sogenannte Upscaling durchführen. Dieser Prozess erhöht die Pixelanzahl eines Bildes mit niedrigerer Auflösung und passt sie an die höhere Auflösung an. Im einfachsten Fall müssen (durch die Vervierfachung der Auflösung) lediglich die Bildpunkte in der Horizontalen und Vertikalen verdoppelt werden, um viermal “größere” Pixel  als im Original zu bilden. Dadurch agiert ein 4K-Fernseher praktisch wie ein gleich großes Full-HD-Modell und stellt das Bild vergleichbar gut dar.

Die TV-Hersteller legen sich ins Zeug, um niedriger aufgelöstes Material optimal für 4K-TVs aufzubereiten. | Bild: Samsung

In der Regel geht das UHD-Upscaling aber weit darüber hinaus: Moderne 4K-Bildprozessoren sorgen zusätzlich durch weitere Berechnungen dafür, dass Full-HD (oder auch noch niedriger auflösende Inhalte) noch ein bisschen mehr aufpoliert werden. So werden z.B Konturen und feine Linien, welche in der HD-Auflösung „ausgefranst“ waren, elektronisch erkannt und in 4K mit der höheren Auflösung geglättet. In der Praxis bringen die meisten aktuellen 4K-Fernseher klassisches Full-HD-Material also mindestens so gut auf den Schirm, wie ihre Kollegen mit nativer Full-HD-Auflösung. Bei hochwertigen 4K-Modellen sieht das FullHD Bild nach dem Upscaling-Prozess tatsächlich sichtbar besser aus.

Zusammenfassung: Wann lohnt sich 4K?

Bei der Neuanschaffung eines Fernsehers kommt man kaum noch an 4K vorbei, ob man es nun wirklich benötigt oder nicht. Wer ohnehin nur lineares TV-Programm schaut und auf Streaming, UHD-Blu-rays oder 4K-Gaming verzichtet, der kann sich durchaus die Frage stellen, ob das Upgrade zum jetzigen Zeitpunkt unbedingt sein muss. Aber unabhängig von der Auflösung hat sich in den letzten Jahren eine Menge an der Technik moderner Fernseher getan. Mit HDR, modernen Paneltechnologien wie OLED und Bildprozessoren die niedrig aufgelöste Bilder durchaus ansehnlich auf 4K Auflösung hochskalieren können wirst du sicherlich eine merkliche Verbesserung der Bildqualität erreichen.

Und nicht nur die Bildqualität hat sich verbessert, gleichzeitig sind auch die Smart-TV Systeme mit gewachsen, die Bedienung des Fernsehers funktioniert heute deutlich intuitiver als noch vor einigen Jahren, die meisten wichtigen Apps wie Netflix, Youtube und Co sind heute direkt im Fernseher-Menü integriert (teilweise sogar auf der Fernbedienung), man braucht also keinen Fire TV Stick oder Apple TV mehr. Eine Fernbedienung weniger ;-).

Ob man umbedingt heute upgraden muss? Die Entscheidung können wir dir nicht abnehmen. Der Unterschied wird deutlich sichtbar sein, aber ein wirklich neues TV-Erlebnis wirst du erst erfahren, wenn du auch 4K HDR Content nutzt. Sei es über die genannten Streaming-Dienste, die aktuelle Xbox oder Playstation oder durch die Anschaffung eines UHD-Blu-ray-Players und entsprechenden UHD-Blu-rays.

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