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Ratgeber: 4K oder FullHD – wann lohnt sich der Umstieg?

4K ist mittlerweile Standard bei aktuellen Fernsehern. Doch ist die hohe Auflösung gegenüber FullHD wirklich überlegen? Wir klären auf und zeigen, wann sich der Umstieg lohnt.
Quelle: Samsung

Wer heutzutage einen Fernseher kauft, kommt um das Schlagwort 4K praktisch nicht mehr herum. Doch was ist eigentlich der Vorteil von 4K gegenüber FullHD? Und gibt es Situationen, in denen die vermeintlich schlechtere Auflösung im Vorteil ist?

Was ist 4K und FullHD?

Die Begriffe 4K und Full-HD stehen synonym für die Auflösung eines Fernsehers – also die Anzahl von Pixeln beziehungsweise Bildpunkten, aus denen das aktuelle Bild zusammengesetzt wird. Bei FullHD besteht das Bild aus 1.920 x 1.080 Pixeln. Bei einem 4K-UHD-TV wird die Anzahl der Bildpunkte vertikal und horizontal verdoppelt und liegt damit bei 3.840 x 2.160 Pixeln.

Der Sprung von rund zwei auf über acht Millionen Bildpunkte führt dazu, dass ein 4K-Fernseher deutlich schärfere Bilder liefern kann. Das wird gerade im direkten Vergleich deutlich: Auf einem typischen 55-Zoll-Fernseher wirkt ein FullHD-Bild bereits aus vergleichsweise hoher Distanz körnig und unscharf.

Die 4K-Auflösung verdoppelt im Vergleich zu FullHD die horizontalen und vertikalen Bildpunkte. In der Summe bringt sie damit viermal so viele Pixel auf den Bildschirm. | Bild: LG

4K-Inhalte wirken hingegen selbst aus kurzer Entfernung zum Bildschirm gestochen scharf. Vor allem bei größeren Bilddiagonalen von 65 Zoll und mehr spielt die höhere Auflösung damit ihr volles Potenzial aus.

Der Sitzabstand zum Fernseher ist einer der entscheidenden Aspekte bei der Entscheidung zwischen FullHD und 4K. Sitzt man beispielsweise mehr als drei Meter vom Fernseher entfernt, ist der Unterschied zwischen FullHD- und 4K-UHD-Auflösung selbst für geschulte Augen kaum noch zu erkennen. Steht das Sofa oder der Fernsehsessel hingegen nur halb so weit vom TV-Gerät entfernt, fällt das schärfere Bild deutlich mehr auf.

4K versus FullHD: Auflösung ist nicht alles

Der Auflösungsvorteil sinkt also mit zunehmenden Abstand vom Bild. Bringt ein 4K-TV also in größeren Wohnzimmern keine Vorteile gegenüber einem FullHD-Modell im gleichen Format? Ganz so einfach ist es nicht! Denn neben der höheren Pixeldichte hat der Sprung von FullHD auf 4K noch weitere Vorteile ins Heimkino gebracht.

Der wohl bedeutendste ist HDR-Video. HDR steht für High Dynamic Range, was für eine höhere Bilddynamik steht. In der Praxis ermöglicht HDR-codiertes Filmmaterial eine deutlich höhere Helligkeitsspanne und tiefere Farben als das althergebrachte SDR-Gegenstück.

Dolby Vision HDR10+
HDR-Standards wie Dolby Vision und HDR10+ sind für viele TV-Fans die eigentlichen Gründe für einen 4K-TV. | Bild: Dolby; Samsung (Montage)

Moderne 4K-Fernseher unterstützen praktisch immer mindestens die Basis-HDR-Formate, darunter HDR10 und HLG. Auch die komplexeren Lösungen Dolby Vision und HDR10+ finden sich immer häufiger in den Datenblättern wieder. FullHD-Fernseher sind hingegen von den Vorteilen des HDR-Content ausgeschlossen. Mehr dazu findest du in unserem Ratgeber zu den Vorteilen und Eigenarten der HDR-Technik.

Auch für moderne Bildschirmtechnologien wie OLED-Panels oder künftige Lösungen wie Mini- oder gar Micro-LED-TVs wird die FullHD-Auflösung praktisch keine Rolle mehr spielen. Wahrscheinlicher ist es, dass die Hersteller hier bereits auf 8K-UHD-II-Auflösung setzen – ob die gegenüber 4K erneut viermal höhere Pixelanzahl allerdings eine ähnlich große Rolle spielen wird, wie der aktuelle Standard, ist momentan noch nicht abzusehen.

Materialfragen

Bei der Frage nach der passenden TV-Auflösung spielt natürlich das abzuspielende Bildmaterial eine entscheidende Rolle. Liegt dieses noch nicht in der 4K-Auflösung vor, bringt der hochauflösende Fernseher nur wenig Vorteile.

Leider hinkt Deutschland bei der Ausstrahlung von 4K-Content im internationalen Vergleich hinterher. Mehr als FullHD ist im Free-TV nur höchst selten zu sehen – und selbst der Bezahlsender Sky sendet längst nicht alle Inhalte in 4K-UHD.

Sky sendet zumindest einen Teil seines Programms in 4K. Das kostet allerdings in den meisten Tarifen extra. | Bild: Sky

Anders sieht es bei Streaming-Diensten aus. Plattformen wie Amazon Prime Video, Netflix und YouTube liefern mehr und mehr ihrer Inhalte in 4K aus – wenn auch zum Teil nur in bestimmten Abos. Auch gekaufte Inhalte von Angeboten wie Apple Video (vormals iTunes) oder Amazon Video liegen immer häufiger in 4K vor – oft sogar ohne Mehrkosten. Neue Dienste wie Apple TV+ oder das für 2020 in Deutschland erwartete Streaming-Angebot von Disney setzen natürlich ebenfalls auf 4K-Inhalte.

Auch HDR-Content ist derzeit vornehmlich im Streaming-Sektor zu finden. Darüber hinaus bieten 4K-Blu-rays – einen entsprechenden Player vorausgesetzt – passende Inhalte für 4K-Fernseher an.

Jetzt ansehen: Die besten Videospiele für 4K-Enthusiasten

Auch Besitzer der aktuellen High-End-Konsolen PlayStation 4 Pro von Sony und Xbox One X von Microsoft liegen bei einem 4K-UHD-TV richtig. Beide Konsolen können speziell angepasste Spiele in 4K-Auflösung auf den Fernseher bringen (im Fall der PS4 Pro allerdings in der Regel nur hochskaliert) und unterstützen bei vielen Games auch die HDR-Darstellung. Die Xbox-Modelle One S und One X bieten zudem einen UHD-Blu-Ray-Laufwerk für entsprechende Filme. Sony verzichtet leider auf ein entsprechendes Laufwerk.

Upscaling: FullHD-Material auf 4K-Fernsehern

Um Material mit geringerer Auflösung auf einem 4K-Fernseher darzustellen, muss das Gerät das sogenannte Upscaling durchführen. Dieser Prozess erhöht die Pixelanzahl eines Bildes mit niedrigerer Auflösung und passt sie an die höhere Auflösung an. Technisch betrachtet ist Upscaling eine große Herausforderung, da sich die Menge der Informationen im Ur-Material nicht ändert.

In der Praxis ist das Upscaling eines FullHD-Bildes auf einem 4K-Fernseher aber für die meisten Geräte kein Problem. Vereinfacht dargestellt müssen durch die Vervierfachung der Auflösung lediglich die horizontalen und vertikalen Bildpunkte verdoppelt werden, um “größere” Pixel zu bilden. Dadurch agiert ein 4K-Fernseher praktisch wie ein FullHD-Modell und stellt das Bild vergleichbar gut dar.

Die TV-Hersteller legen sich ins Zeug, um niedriger aufgelöstes Material optimal für 4K-TVs aufzubereiten. | Bild: Samsung

Moderne Bildprozessoren sorgen zusätzlich durch weitere Berechnungen dafür, dass FullHD (oder auch noch niedriger auflösende Inhalte) noch ein bisschen mehr aufpoliert werden. In der Praxis bringen die meisten aktuellen 4K-Fernseher klassisches FullHD-Material also zumindest zumindest ähnlich gut auf den Schirm, wie ihre Kollegen mit nativer Full-HD-Auflösung.

Zusammenfassung: Wann lohnt sich 4K?

Ende 2019 spricht wahrhaft nicht mehr viel für die Anschaffung eines FullHD-Fernsehers. Wer natürlich ohnehin nur lineares TV-Programm schaut und auf Streaming, UHD-Blu-rays oder 4K-Gaming verzichtet, kann beim Kauf eines guten FullHD-Modells durchaus Geld sparen. Gleiches gilt für die Überlegung, wann ein vorhandenes FullHD-Modell durch einen 4K-Fernseher ersetzt werden soll.

Neben den genannten Content-Fragen spielen hier auch die räumlichen Gegebenheiten und Wunschmaße des Fernsehers eine Rolle. Mehr dazu liest du in unserem Ratgeber zur Wahl der TV-Größe.

4k-youtube
Ob Netflix, Amazon Video oder auch YouTube: Vor allem beim Videostreaming ist 4K mittlerweile mehr als en vogue. | Bild: YouTube / Digital Foundry

Hinzu kommt, dass auch Netflix, Amazon und Co. auf absehbare Zeit alle ihre Inhalte weiterhin in FullHD anbieten werden. Trotzdem: Gerade im Hinblick auf die Zukunftssicherheit ist die Investition in einen 4K-Fernseher eindeutig die bessere Wahl. Sehgewohnheiten können sich ändern, vor allem im Streaming wird 4K-Content zum immer größeren Thema.

Wer auch nur mit dem Gedanken spielt, über kurz oder lang auch mal in ultrahochauflösende Inhalte hineinzuschnuppern, sollte die Mehrkosten für einen 4K-Fernseher in Erwägung ziehen. Neben der höheren Auflösung sind es aber vor allem Aspekte wie HDR und moderne Paneltechnologien wie OLED, die für aktuelle Fernseher sprechen.

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