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Fernseher kaufen 2020: So findest du den richtigen TV

Den passenden Fernseher für jeden Zweck zu finden, kann sich wie eine Lebensaufgabe anfühlen. Wir zeigen, worauf du beim TV-Kauf achten musst.
Fernseher Vergleich und Kaufberatung

Ob im örtlichen Elektromarkt oder in Online-Preisvergleichen: Wer einen Fernseher kaufen will, hat es mit einer überwältigenden Auswahl in allen Preis- und Größenklassen zu tun. Die Hersteller überbieten sich zudem gegenseitig mit Marketing-Fachbegriffen und Funktionen. Doch was davon ist wirklich wichtig? Wir bringen Licht ins Dunkel!

TV-Kauf: Die richtige Bildgröße

Zu den wichtigsten Überlegungen beim TV-Kauf gehört ohne Zweifel die Bilddiagonale. Ein pauschales „je größer, desto besser“ klingt zwar logisch, ist aber nicht immer der beste Ansatz.

Riesige TV-Wände wie Samsungs „The Wall“ sind beeindruckend, aber für die meisten von uns zumindest aktuell leider unbezahlbar. | Bild: Samsung

Über die Frage, welche Bildgröße denn nun die richtige ist, lässt sich praktisch endlos philosophieren – das gilt vor allem vor dem Hintergrund, das aktuelle TVs ein so feingezeichnetes Bild bieten, dass einzelne Pixel kaum noch zu erkennen sind. Ob man sich nun an die klassischen Berechnungen des Sitzabstands hält oder aber lieber aus kurzer Distanz in ein riesiges TV-Bild eintauchen will, ist vor allem eine Frage der Präferenz.

Grundsätzlich gilt: Je größer der Sitzabstand, desto größer sollte die Bildschirmdiagonale ausfallen. Dabei hast du Spielraum zur eigenen Entscheidung: Bei etwa drei Metern Abstand kannst du einen UHD-TV mit 55 oder 65 Zoll (oder sogar größer) wählen, bei 40 Zoll könntest du unter 2 m an den TV heranrücken.

Budget: Wieviel sollte man ausgeben?

Anders sieht es hingegen beim Budget aus: In Zeiten, in denen die billigsten 65-Zoll-Modelle für unter 500 Euro gibt, wirkt es natürlich befremdlich, dass zehn Zoll mehr im High-End-Segment zuweilen einen vierstelligen Aufschlag kosten. Wie so oft ist es eine sehr persönliche Überlegung, wie viel Geld man letztlich in einen Fernseher investiert.

Soll der TV über möglichst viele Jahre im Zentrum des Heimkinos stehen, lassen sich Mehrausgaben durchaus mit dem Zugewinn an Bildqualität und Ausstattung rechtfertigen. Wird der TV hingegen nur gelegentlich und ohne Fokus auf Kino- oder Sportproduktionen verwendet, dürfte ein 85-Zoll-Riese für mehrere Tausend Euro wohl eher zu viel des Guten sein.

Bessere Technik in den großen Geräten

Die Größenfrage beim TV-Kauf hat aber neben dem Budget noch eine weitere wichtige Dimension. Hersteller statten ihre vermeintlich identischen TV-Serien je nach Größe unterschiedlich aus – in der Regel kommen die kleineren Modelle dabei schlechter weg. Oder: Es gibt eine bessere Technik nur in bestimmten Modellreihen, die erst ab 55 Zoll zu bekommen sind.

Sony XH81
Nicht immer verbauen die Hersteller in allen Größen der gleichen Serie auch die identischen Komponenten – etwa bei Sonys XH81-Serie. | Bild: Sony

Exemplarisch sei hier die XH80/81-Serie von Sony genannt. Diese gibt es mit Bilddiagonalen zwischen 43 und bis zu riesigen 85 Zoll. Erst die Modelle mit einer Displaydiagonalen von 55 Zoll bieten Sonys X-Balanced-Lautsprecher, die neben vollerem Klang auch die Kompatibilität mit Dolby Atmos mit sich bringen. Ein anderes Beispiel:  Bei Samsung bekommst du die hochwertigen QLED-TVs  wie Q80R und Q85R mit besonders breitem Betrachtungswinkel („Ultra Viewing Angle“) und extra hellem HDR nur von 55 bis 82 Zoll.

 TV-Spitzenmodelle, die höheren Ansprüchen an Qualität, Ausstattung und Technik genügen, werden häufig erst ab 55 Zoll (139 cm) hergestellt. Wenn du Wert auf erstklassige Technik legst, wirst du daher eher bei großen Bilddiagonalen in der gehobenen Preisklasse fündig.

Die Auflösung: Full-HD oder 4K?

Die TV-Auflösung beschreibt die Anzahl der Pixel, aus denen das Bild auf einem Bildschirm besteht, beschrieben in Form von horizontalen Zeilen und vertikalen Spalten. Einfache Faustregel: Mehr Pixel ergeben ein schärferes Bild und feinere Details, so dass eine höhere Auflösung de facto besser ist.

Kein TV-Kauf-Ratgeber wäre komplett ohne eine Diskussion über die richtige Auflösung. Die Zeiten, in denen die Auflösung 1920 x 1080, auch Full HD genannt, der Standard im TV-Markt war, sind mittlerweile praktisch endgültig vorbei. Interessanter ist die Frage: 4K oder gar schon 8K?

Ultra-HD bzw. 4K-Fernseher bieten im Vergleich zu ihren Full-HD-Pendants viermal so viele Pixel, nämlich mit der UHD-Auflösung 3840 x 2160. 4K-UHD-Modelle haben sich mittlerweile auch in günstigen Preisregionen durchgesetzt. So ist UHD heute der Standard für alle Größen ab etwa 1 Meter Diagonale (40 Zoll), während HD-Auflösung bei 32 Zoll und kleiner vorherrscht.

Der Wechsel von Full-HD auf 4K und von dort auf 8K bedeutet jeweils eine Vervierfachung der Bildpunkte. | Bild: Wikimedia Commons

Der größte Vorteil von 4K-Fernsehern ist, dass kleine Objekte auf dem Bildschirm mehr Details aufweisen, einschließlich schärferem Text. Insgesamt erscheinen die Bilder reicher und lebensechter als auf einem Full-HD-Fernseher. Das schärfere Bild hat zudem den  Vorteil, dass man näher vor dem Fernseher sitzen kann, ohne einzelne Pixel zu erkennen. Oder anders gesagt: Bei gleichem Sitzabstand kann man ein deutlich größeres Gerät anschaffen.

Sky sendet zumindest einen Teil seines Programms in 4K. Das kostet allerdings in den meisten Tarifen extra. | Bild: Sky

Ultra-HD-Streaming und 4K-TV

Das 4K-Ultra-HD-Bild funktioniert am besten mit passenden 4K-Inhalten. Vor allem Streaming-Dienste wie Netflix, Amazon Prime Video, Disney Plus und sogar YouTube bieten inzwischen den Großteil ihres Content in der 4K-UHD-Auflösung an.

Abseits des Streamings ist die 4K-Versorgung noch lückenhaft. Obwohl Ultra-HD-Blu-ray-Discs immer häufiger verwendet werden, sind sie immer noch weniger verbreitet als die Standard-Versionen mit 1080p. Auch Im klassischen, linearen Fernsehen ist HD-Auflösung die Regel. Lediglich Bezahlsender wie Sky oder RTL über HD+ bieten überhaupt einige ihrer Inhalte in UHD-Auflösung an.

Zum Glück rechnen 4K-Fernseher die Bildsignale, die mit niedrigerer Auflösung ankommen, auf UHD hoch. So sehen HDTV-Sendungen dank „Upscaling“ auch auf 4K-TVs gut aus. Und: Je besser der Bildprozessor im TV dabei arbeitet, um so besser das Ergebnis.

Lohnt es sich, schon heute einen 8K Fernseher zu kaufen?

Mittlerweile ist auch die erste Welle von 8K-Fernsehern auf den Markt gekommen. Als Vorreiter gelten Samsung, LG und Sony. 8K-Displays vervierfachen die Auflösung von 4K-UHD-Fernsehern und bieten damit einen riesigen Sprung nach vorn in der möglichen Bildqualität – zumindest in der Theorie.

In der Praxis fehlt es für 8K-Fernseher schlicht und ergreifend an 8K-Inhalten, was noch eine ganze Weile so bleiben dürfte. Die Hersteller wollen dies mit effizientem Upscaling, also dem Hochrechnen von FullHD- bzw. 4K-UHD-Material auf die 8K-UHD-II-Auflösung kaschieren. Das funktioniert in der Praxis auch meist recht gut, als Kaufargument für die derzeit noch sehr teuren 8K-TVs dürfte es aber kaum genügen.

Rein technologisch gesehen bieten 8K Geräte derzeit das Beste, was es aktuell zu kaufen gibt. Aber das hat eben seinen Preis. Alles Wichtige rund um das Thema findet Ihr in unserem großen 8K Ratgeber.

OLED oder LCD? Panels und Backlight

LCD, Edge-LED OLED, QLED – beim TV-Kauf stößt man schnell eine verwirrend große Anzahl an Abkürzungen, die das verbaute Panel beschreiben.Die Kernfrage, die sich TV-Käufer auch 2020 stellen müssen, lautet: OLED oder LCD?

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OLED-Fernseher wie der Panasonic HZW2004 überzeugen durch erstklassige Bilder mit perfekten Schwarzwerten und natürlich wirkenden Farben. | Bild: Panasonic
 OLED-Fernseher galten lange Zeit als Luxus-Klasse im TV-Bereich. Durch den Einsatz selbstleuchtender Bildpunkte kann hier auf eine Hintergrundbeleuchtung („Backlight“) verzichtet werden, was zu perfekten, unverfälschten Schwarzwerten führt. Bei LCDs hingegen verbauen die Hersteller unterschiedliche LED-Backlights, die die Pixel beleuchten. Daher werden LCD-Fernseher in der Regel als LED-TVs gehandelt. Bei ihnen kommen die Kontraste nicht ganz so gut zur Geltung wie bei OLED-TVs. Spitzen-LCDs (darunter QLEDs) können aber mit höheren Maximal-Helligkeiten und satteren Farben punkten.

OLED – das Non plus ultra?

OLED-Fernseher räumen regelmäßig die besten Testergebnisse für Bildqualität ab. Die Kehrseite: OLED-Fernseher büßen langfristig an Leuchtkraft ein. Außerdem fürchten OLED-Kritiker das so genannte Einbrennen von hellen Bildhinhalten. Zwar kann man diese Effekte nicht einfach wegdiskutieren, aber die OLED-TV-Hersteller haben es durch umfangreiche Maßnahmen inzwischen geschafft, dass in der Praxis bei sachgemäßem Einsatz keine Panelschäden zu befürchten sind. Der Video-Experte Vincent Teoh hat einen Langzeit-Praxistest durchgeführt und zeigt in diesem Video, wie moderne OLEDs gegen Einbrenn-Effekte zuverlässig geschützt sind.

LED mit Local Dimming und QLED

Ein pauschales “Besser” oder “Schlechter” im Vergleich zwischen LCD und OLED lässt sich nach wie vor nicht aussprechen. Das liegt auch daran, dass aufwändig gebaute LCD-TVs mit komplexen Panel- und Backlight-Technologien Kerntugenden wie das „Local Dimming“ – also das Abdunkeln von einzelnen Bildbereichen – auf ein Niveau gehoben haben, das je nach Bildszenario mit OLED mithalten kann und diese zum Teil in anderen Bereichen – etwa im Farbvolumen – sogar überflügeln.

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Mit Full Array Local Dimming – kurz FALD – bieten High-End-LCDs wie ZH8 oder XH95 von Sony eine so feine Beleuchtungssteuerung, dass sie mit OLEDs mithalten können. | Bild: Sony

Exemplarisch sei hier die vor allem von Samsung lancierte QLED-Bauweise genannt. Bei QLED-TVs handelt es sich technisch betrachtet um LCD-TVs, bei der eine zusätzliche Schicht von so genannten Quantenpunkten die Darstellung von Farben und Kontrasten optimiert.

QLED-TVs (hier zwei Modelle von TCL) bieten kräftige Farben und hohe Helligkeit. | Bild: TCL

LCD-TVs, die mit Top-OLEDs mithalten können, liegen aber auch preislich auf einem sehr hohen Niveau, wie etwa Samsungs QLED-TV Q90R im Test zeigt.

Einen ausführlichen Überblick über die technischen Details von OLED, LCD, QLED und Co. sowie den verschiedenen Backlight-Lösungen liefert unser Ratgeber zum Thema TV-Displays.

Bildprozessoren und Spezial-Modi: Die heimlichen TV-Stars?

Neben der verbauten Panel-Technik spielt zunehmend der Bildprozessor eine wichtige Rolle dabei, welche Wirkung das TV-Bild erzielt. Die Bildprozessoren analysieren das TV-Bild in Echtzeit und wenden dabei unzählige Algorithmen an. Einerseits, um das jeweilige Bild auf das Panel abzustimmen, andererseits, um für das Bildsignal die beste Wiedergabe herauszuholen: Dazu gehören unter anderem Zwischenbildberechnung und Bewegungsglättung, die Auswertung von Farb- und HDR-Informationen (mehr dazu weiter unten) sowie das Hochrechnen bzw. Upscaling von niedriger aufgelösten Material auf die 4K-UHD-Auflösung. Jeder Hersteller setzt dabei einen unterschiedlichen Fokus auf der Suche nach dem “perfekten” TV-Bild.

Mit komplexen Algorithmen und Unterstützung von künstlicher Intelligenz sollen moderne Bildprozessoren für ideales Heimkino sorgen. | Bild: LG

Vor allem bei OLED-TVs lässt sich das einfach nachvollziehen: Praktisch alle OLED-TV-Panels kommen aus den Fabriken des koreanischen Herstellers LG. Hersteller wie Phillips, Sony oder Panasonic verbauen also praktisch identische Panels, tunen ihre Fernseher aber mit unterschiedlicher Prozessortechnik. Ähnliches gilt für LCD-TVs.

Hinter Marketing-Schlagworten wie X-Reality PRO, Quantum-Processing oder ‌Studio Colour HCX 2 stecken praktisch immer die Maßnahmen, unter denen die Hersteller ihre Bildoptimierer zusammenfassen. Davon sollte man sich beim TV-Kauf aber weder verwirren noch beeindrucken lassen – was zählt, ist das Ergebnis. Hinzu kommen bei einigen TV-Spitzenmodellen besondere Bildmodi, die gezielt auf Heimkino-Wiedergabe abgestimmt sind, wie der neue Filmaker Mode und Netflix Calibrated.

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Für eingefleischte Heimkino-Fans ist ein „Netflix Calibrated“-Bildmodus sicher eine nette Ergänzung, doch auch ohne können Fernseher ein gutes Bild beim Streaming-Dienst liefern. | Bild: Netflix

Viel relevanter ist, dass das TV-Bild beim subjektiven Sehtest gefällt bzw. auf die eigenen Ansprüche abgestimmt werden kann. Die genannten Bildoptimierungsmethoden gefallen längst nicht jedem Zuschauer. Vor dem TV-Kauf empfiehlt sich daher nach Möglichkeit ein Blick ins Bildmenü, um zu klären, ob der Fernseher bei Bedarf das Abschalten der automatischen „Bildverbesserung“ oder sogar eine Bildkalibrierung erlaubt.

HDR für bessere Bilder

Neben der Auflösung ist es vor allem die HDR-Technologie, die bei 4K-UHD-TVs für ein bemerkenswertes Bild-Upgrade sorgten. HDR steht für High Dynamic Range und bietet bei entsprechend aufgenommenen Material einen erweiterten Farbraum, höhere Kontraste und höhere Helligkeit.

High Dynamic Range oder kurz HDR sorgt bei guter Umsetzung für tolle Farben und Kontraste.| Bild: LG

Die HDR-Lösungen HLG und HDR10 sind mittlerweile quasi in jedem 4K-TV-Datenblatt zu finden. Interessanter sind Dolby Vision und HDR10+. Beide HDR-Verfahren erlauben es durch dynamische Metadaten den Filmproduzenten, für jede einzelne Szene eigene Metadaten für Helligkeit und Farbe zu hinterlegen. Auf einem entsprechenden TV kommen die Inhalte dann idealerweise so zur Geltung, wie sich die Macher es sich vorgestellt haben. In der Praxis sind das die OLED-TVs und hochwertige LED- bzw. QLED-Fernseher mit entsprechendem Local Dimmimg.

Setzt sich Dolby Vision durch?

Dolby Vision gab es lange Zeit nur in teureren Fernsehern. Mittlerweile findet es sich zunehmend auch in relativ günstigen Modellen. Sony und LG unterstützen neben HDR 10 und HLG ausschließlich Dolby Vision. Andere Hersteller wie Phillips oder Panasonic fahren kundenfreundlich zweigleisig, indem sie Dolby Vision und HDR 10+ bieten. Samsung hingegen wehrt sich nach wie vor gegen Dolby Vision und propagiert dafür HDR10+. Filme mit Dolby Vision werden auf den Samsung-TVs mit HDR10 wiedergegeben, insofern muss man also nicht auf HDR-Wiedergabe verzichten.

Dolby Vision HDR10+
Dolby Vision scheint die Nase im Kampf der dynamischen HDR-Methoden vorn zu haben.

Dennoch gilt: Auch wenn ein günstiger TV beispielsweise Dolby Vision oder HDR 10+ unterstützt, kann sein Panel mit geringer Spitzenhelligkeit nur eingeschränkt davon profitieren.

Bei HDR-Wiedergabe können die bereits beschriebenen höheren Helligkeiten von einigen LCD-TVs im Vergleich zu OLEDs ein Vorteil sein. Das hängt aber auch von den eigenen Sehgewohnheiten und der Raumhelligkeit ab. Grundsätzlich gilt: Wer Wert auf gutes HDR legt, muss tiefer in die Tasche greifen.

Anschlüsse: HDMI 2.1 für Gamer

Die wichtigsten Anschlüsse für Fernseher sind die HDMI-Ports. Ob ein externes Soundsystem in Form einer Soundbar oder eines AV-Receivers, eine Spielkonsole oder eine externe Streaming-Box, vier HDMI-Eingänge sollten es bei einem neuen Fernseher schon sein.

Inwiefern diese den HDMI-2.1-Standard unterstützen müssen, ist nicht ganz so leicht zu beantworten. HDMI 2.1 sieht eine deutlich erhöhte Video-Bandbreite vor, die aber im klassischen TV- und Streamingbetrieb auch in Zukunft wohl kaum zum Einsatz kommen wird.

Vor allem die künftigen Konsolen profitieren von den Vorteilen von HDMI 2.1, etwa variable Bildraten mit bis zu 120 Bildern pro Sekunde. | Bild: Microsoft

Anders sieht es dagegen im Hinblick auf die kommenden Konsolen aus. Die Sony PlayStation 5 und die Xbox One Series X werden Funktionen wie die variable Bildrate (VRR) von bis zu 120 Bildern pro Sekunde nutzen, um flüssigeres 4K-Gameplay auf den Schirm zu bringen. Steht also über kurz oder lang die Anschaffung einer Next-Gen-Konsole an, sollte beim TV-Kauf auf HDMI 2.1-Unterstützung für VRR geachtet werden.

Ansonsten kannst du bei 4K-Fernsehern über einen fehlenden HDMI-2.1-Anschluss hinwegsehen. Das gilt vor allem, weil einige Funktionen der HMDI 2.1-Spezifikation auch über einen HDMI-2.0-Port im TV funktionieren können: Etwa der leistungsstarke Audio-Rückkanal eARC oder die automatische Gaming-Optimiererung „ALLM“ für verzögerungsfreies Gamimg.

ht-st5000 Update eARC

Auch ohne HDMI 2.1 erlauben viele Fernseher die Nutzung von eARC mit Geräten wie der Sony-Soundbar HT ST 5000. | Bild: SonyWelche weiteren Anschlüsse der Fernseher haben muss, ist letztlich Geschmackssache und vor allem für ein Upgrade des TV-Sounds mit möglichst einfachen Mitteln relevant. Flachbildfernseher leiden nicht selten unter einem eher flachen Ton, was beim Kauf bedacht werden sollte.

Weitere Anschlüsse

Wer beispielsweise plant, einen Kopfhörer oder die Stereoanlage anzuschließen, sollte auf einen (heutzutage nicht mehr selbstverständlichen) Klinkenanschluss achten. Bei manchen Fernsehern (etwa von Panasonic, Loewe  oder Grundig) kann dieser Tonausgang sogar als Subwooferanschluss genutzt werden. Ein optischer Audioausgang ist ebenfalls von Vorteil, wenn eine Surroundanlage oder eine einfache Soundbar mit dem TV verbunden werden sollte.

Viele Nutzer möchten mit einer USB-Festplatte am Fernseher zeitversetzt schauen („Timeshift“) oder Sendungen aufzeichnen. Diese Funktionen findest du in aller Regel bei den gut ausgestatteten Fernsehern der großen Marken.

Smart-TV-Betriebssysteme

Wie bei PCs oder Smartphones spielt auch bei aktuellen Fernsehern das vorinstallierte Betriebssystem eine essenzielle Rolle. Neben der Auswahl an verfügbaren Apps (mehr dazu weiter unten) sind es vor allem Aspekte wie die Einrichtung der Sender und die generellen Anpassungen der Bild- und Toneigenschaften, die verschiedene TV-Systeme unterscheiden.

Mittlerweile sind die Smart-TV-Systeme der verschiedenen Fernseher-Hersteller insgesamt recht ausgereift. Ein Beispiel ist das von Google lancierte Android TV, das unter anderem auf Fernsehern von Sony, Phillips oder TCL sowie Metz Blue zum Einsatz kommt.

LG webOS Menü
Die TV-Betriebssysteme bestimmen vor allem die Bedienung des Fernsehers. | Bild: Hifi.de

Android TV galt lange als überladen und langsam, hat sich aber mittlerweile zu einer runden Benutzererfahrung gemausert. Gleiches gilt für Lösungen wie webOS (LG), Tizen (Samsung) oder My HomeScreen (Panasonic). Ob die Bedienung des TV-Betriebssystems gefällt, hängt natürlich auch von subjektiven Einflüssen ab.

Leider sollte man sich beim TV-Kauf nach wie von der Hoffnung verabschieden, durch Updates über mehrere Jahre softwaretechnisch auf dem aktuellen Stand zu bleiben. Herstellerübergreifend bleiben neuere Versionen der Systeme fast immer auch den jeweiligen neueren TV-Modellen vorbehalten.

Apps und Smart Home Integration

Damit einher geht auch die Unsicherheit in Punkto App-Versorgung der Geräte, die nach wie vor ein einziger Flickenteppich ist. Besitzer von Panasonic-TVs, die nach einer Disney-Plus-App suchen, wissen ein Lied davon zu singen.

Apps für neue Streaming-Dienste landen nicht immer zuverlässig auf allen TV-Geräten. | Bild: Disney

Nicht selten sind neue Apps und Features an aktuelle TV-Modelle gebunden. So etwa die Apple-Features Apple TV und AirPlay 2, die nur auf recht jungen Geräten als Update nachgeschoben werden.

Das gilt auch für die Integration von Smart-Home-Funktionen. Immer mehr Hersteller bieten die Möglichkeit, den TV mit Sprachassistenten wie dem Google Assistant oder Amazon Alexa zu verknüpfen. Wer bereits ein entsprechend eingerichtetes Smart-Home-Setup hat, kann mit dem Kauf eines kompatiblen Fernsehers an Komfort durch Sprachsteuerung gewinnen.

Mittelfristig garantieren leider nur externe Streaming-Boxen eine zuverlässige Versorgung mit Apps und Content. | Bild: Apple

Kurz: Smart-TV-Features sind beim TV-Kauf sicherlich eine nette Ergänzung, sollten aber nicht im Fokus stehen. Sind Apps und Streaming-Funktionen wichtig, ist die Investition in eine Streaming-Box wie dem Amazon FireTV, dem Apple TV 4K oder einem Nvidia Shield TV auf lange Sicht die bessere Wahl.

Worauf achtest du bei der Auswahl eines neuen Fernsehers? Bist du mit deiner derzeitigen Wahl zufrieden? Verrate es uns in den Kommentaren.

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