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Welche TV-Größe ist die richtige für dich?

Die Wahl des neuen Fernsehers will gut überlegt sein. Wir erklären dir, wie du dich der idealen Größe deines Traumgeräts annäherst.

Ein neuer Fernseher muss her. Gestochen scharf soll er sein – und groß. Geradezu bildgewaltig! Doch was ist das überhaupt, “Bildgewalt”? Welche Größe sollte so eine Flimmerkiste tatsächlich mitbringen, damit sie sich nicht nur ideal in dein Wohnzimmer einfügt, sondern auch deinen Sehgewohnheiten genügt?

Die Wahl des richtigen Fernsehers hängt stark von ganz persönliche Präferenzen ab. Hier lässt sich vortrefflich grübeln, beraten und diskutieren, wie auch die Nutzer unseres HIFI-Forums immer wieder unter Beweis stellen. Doch muss es doch sicherlich auch objektive Kriterien geben, die bei der Anschaffung des neuen Traumfernsehers helfen!?

Das Dreigespann Auflösung, Entfernung und Bildgröße

SD (Standard Definition), HD (High Definition) UHD (Ultra High Definition) – die vergangenen zwei Dekaden haben diverse Bildstandards und Begrifflichkeiten hervorgebracht, mit denen sich TV-Interessierte vor dem Kauf auseinandersetzen müssen.

Gut, Auflösungen von 1.280 x 720 Bildpunkten spielen keine große Rolle mehr – dieses sogenannte “HD Ready”-Format dürfte heute wohl die wenigsten Menschen interessieren, die auch nur irgendein Fünkchen Heimkinoenthusiasmus in sich tragen. Beschränken wir uns der Einfachheit halber also auf “Full HD”, also 1.920 x 1.080 Bildpunkte, und vielmehr natürlich noch auf das 3.840 x 2.160 Pixel starke “UHD” (4K).

Seit den SD-Zeiten hat die Bildtechnik eine rasante Entwicklung hingelegt – und 8K ist bereits am Horizont. | Bild: Libron / Wikipedia

Warum das wichtig für die Frage ist, wie groß dein neuer Fernseher ausfallen sollte? Ganz einfach: Die Auflösung ist einer von zwei Faktoren, die beim TV-Kauf in direkter Abhängigkeit zueinander stehen und die letztendliche Größe des Fernsehers bestimmen. Der andere ist natürlich der Sitzabstand zum Gerät.

Auch der matschigste SD-Pixelhaufen wirkt schließlich scharf, betrachtet man ihn nur aus ausreichend großer Entfernung. Doch schrumpft damit logischerweise das Bild und entschwindet deinem Sichtfeld. Und auch dieses spielt eine nicht unerhebliche Rolle in deinen persönlichen Überlegungen und Sehgewohnheiten.

Ausgefülltes Sichtfeld – bringt das “Kino” ins Heimkino

Zu Zeiten wachsender Auflösungen und Bildschirmdiagonalen war es noch nie so einfach und vergleichsweise erschwinglich, sich ein Kinoerlebnis in den eigenen vier Wänden aufzubauen. Lässt man die nicht unwichtige Klangkomponente dabei einmal außen vor, bedeutet das vor allem: eine große Mattscheibe.

Je mehr Platz der Fernseher im heimischen Wohnzimmer einnimmt und je geringer du dabei den Sitzabstand hältst, umso eher füllt das Filmgeschehen dein Sichtfeld und lässt dich geradezu “eintauchen” – wie im Kino eben. Immersion ist das Modewort der Stunde.

Dabei bringt die aktuelle TV-Technologie gegenüber dem Kino einen entscheidenden Vorteil mit: Warten viele Flimmerkisten inzwischen nämlich mit knackig scharfen 4K-Auflösungen auf, begnügen sich die meisten Lichtspielhäuser trotz moderner Digitalprojektion noch mit 2K-Bildern, oder 2.048 x 1.080 Bildpunkten.

Diese Auflösung liegt nur knapp über dem “Full HD”-Standard, was dazu führt, dass sich im Kino mitunter gerade in hellen Szenen einzelne Pixel erkennen lassen. Das schwarze Raster, das über dem Bild liegt, nennt sich auch Fliegengittereffekt (Screen Door Effect). Ein störendes Phänomen, das bei einem 4K-Fernseher quasi kein Problem mehr ist, nähert man sich dem Bild nicht auf wenige Zentimeter an.

Fliegengittereffekt: Wer zu nah am Fernseher sitzt, sieht ein störendes, schwarzes Raster über dem Bild.

Natürlich solltest du ohnehin nicht direkt mit der Nase an der Mattscheibe kleben – 4K hin oder her. Denn logischerweise ist auch das menschliche Sichtfeld eingeschränkt. Genau genommen liegt es in der Horizontalen bei etwa 135 Grad. Und das ist ein Aspekt, der bei deinen Überlegungen mit einfließen sollte.

Sitzt du nämlich zu nah, kann ein Teil des Bildes außerhalb deines Sichtfeldes liegen. Die Society of Motion Picture and Television Engineers – ein internationaler Verband aus der professionellen Film- und Videotechnik – empfiehlt sogar, dass das Bild nur etwa 30 Grad der Sicht einnehmen sollte. Nun aber genug der schnöden Theorie – Zeit, etwas praktischer zu werden!

Berechnung der TV-Größe: Zwischen Faustformeln und Geschmacksfrage

Wie viel deines Sichtfeldes du tatsächlich dem neuen Fernseher widmen möchtest und wie groß die Neuanschaffung demnach konkret ausfallen sollte, ist dabei wie so oft Geschmackssache. Es gibt jedoch eine grobe Orientierungshilfe.

Als allgemeine Faustregel für die Ermittlung der Größe von 4K-Fernsehern empfehlen wir, dass die Bilddiagonale des neuen TV-Geräts in Zentimetern 1,2 mal so groß sein sollte, wie der Abstand zwischen Mattscheibe und Augen. Umgekehrt kommen wir auf die folgende Faustformel:

Empfohlene Bildschirmdiagonale = Abstand zum Fernseher ÷ 1,2

Ein Beispiel: Bei einem Sitzabstand von zwei Metern (200 Zentimeter) ergibt sich eine empfohlene Diagonale von etwa 167 Zentimetern, was wiederum knapp 65 Zoll entspricht. Wir haben dir einige weitere Beispiele vorgerechnet und in folgender Tabelle zusammengefasst:

Für geringer aufgelöste Full HD-Fernseher empfiehlt sich übrigens, den Sitzabstand durch 2 zu teilen. Wobei nicht wenige sogenannte Experten diesen Wert sogar auf 2,5 oder sogar 3 ersetzen. Selbst die Welt der Faustformeln unterliegt also der berühmt-berüchtigten Geschmacksfrage.

Doch ohnehin sollen etwaige Rechenbeispiele nur als grobe Orientierungshilfe für den TV-Kauf dienen – ob es dann doch eine Nummer kleiner oder größer sein darf, hängt von weiteren Faktoren wie der Beschaffung des Raums, der Auflösung des geschauten Quellmaterials, des zur Verfügung stehenden Budgets und natürlich ganz persönlichen Präferenzen ab. Die einen wollen näher ans Geschehen, die anderen schätzen eine “gesunde” Distanz.

Welche Überlegungen haben dir bereits ganz besonders zum erfolgreichen TV-Kauf verholfen? Sitzt du lieber nah dran, oder doch lieber weiter weg? Teilte deine Meinungen und Erfahrungen mit uns in den Kommentaren!

Weiterführende Links:
» Ratgeber: Ultra HD – die besten Quellen für 4K-Inhalte
» Xbox „Scarlett“ – Microsoft kündigt Konsole mit 8K-Support an
» TV-Markt: TCL erreicht größeren US-Marktanteil als Samsung

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