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PlayStation 5 vs. Xbox Series X: Welche Konsole ist die richtige für dich?

Die neuen Next-Generation-Konsolen von Sony und Microsoft sind endlich im Handel verfügbar. Wir verraten dir in unserem Ratgeber, ob die PlayStation 5 oder die Xbox Series X|S für dich die richtige ist.
Die Sony PlayStation 5 tritt gegen die Xbox Series X an.

Microsoft hat seine Xbox Series X und Series S am 10. November 2020 in Deutschland veröffentlicht. Am 19. November folgte Sony mit der PlayStation 5. Wir haben vor dem Launch über beide Konsolen berichtet und die Hardware gegenübergestellt. Außerdem findest du hier unseren Test der Microsoft Xbox Series X. Auch einen detaillierten Test der PlayStation 5 findest du bei uns. Viele von euch fragen sich jetzt natürlich: Welche Konsole ist die richtige für mich? Die Antwort kann dir möglicherweise dieser Ratgeber liefern.

Welche Aspekte einer Konsole sind dir besonders wichtig? Der Controller? Die Leistung? Die Exklusivtitel? All das und mehr schlüsseln wir für dich in diesem Artikel auf. Wichtig ist, was für einen Fernseher du einsetzt. Features wie ALLM (Auto Low Latency Mode), VRR (Variable Refresh Rate) und 4K bei 120 Hz sind Mehrwerte der PlayStation 5 und Xbox Series X|S gegenüber den Vorgängermodellen. Doch ohne passenden Gaming-TV liegen diese Funktionen brach. Wichtig ist, dass dein TV über die Schnittstelle HDMI 2.1 verfügt.

Die PlayStation 5 ist mit dem etwas stärkeren Launch-Line-up erschienen.
Die PlayStation 5 ist mit dem etwas stärkeren Launch-Line-up erschienen. | Bild: André Westphal

Festhalten wollen wir gleich zu Anfang: Sowohl die PlayStation 5 als auch die Xbox Series X|S sind erstklassige Optionen für Gamer. Für welche Plattform du dich entscheidest, hängt von deinen Spielevorlieben, Ansprüchen und nicht zuletzt vom Budget ab.

Die Technik im Vergleich

Technisch lässt sich über die Leistungsunterschiede der Xbox Series X und PlayStation 5 anhand der Datenblätter ein objektives Urteil fällen. Da liegt Microsofts Konsole in Sachen CPU-, GPU- und RAM-Leistung vorne.

Nur die Xbox Series X|S sind voll zu AMD RDNA 2 kompatibel.
Nur die Xbox Series X|S sind voll zu AMD RDNA 2 kompatibel. | Bild: Microsoft

Zusätzlich sind nur die Xbox Series X|S zu AMDs neuer GPU-Architektur RDNA 2 voll kompatibel. Doch in der Praxis zeigt sich bisher überraschenderweise ein abweichendes Bild. So unterstreichen die ersten Leistungsvergleiche in Games wie „Dirt 5“, „Devil May Cry 5 Special Edition“ sowie „Assassin’s Creed Valhalla“, dass die PlayStation 5 vorbeizieht. Muss Microsoft also sein bisheriges Marketing zur Xbox Series X als „leistungsfähigster Next-Generation-Konsole“ überdenken?

So weit möchten wir nicht gehen. Allerdings unterstreichen die Erfahrungen mit den beiden Next-Generation-Konsolen, dass schiere Hardware-Power nicht alles ist. Entwickler haben bereits anonym erklärt, dass sie die Developer-Kits für PS5 deutlich früher erhalten hatten, als für die Xbox Series X. Durch mehr Zeit für Optimierungen ergeben sich zum Launch Vorteile für Multiplattform-Titel auf der PlayStation 5. Außerdem habe Microsoft die Entwicklungsumgebung für Spiele zum Start der Konsolen aufgefrischt. Das bedingt eine Eingewöhnungsphase. Sony soll im Wesentlichen die Tools der PS4-Ära optimiert haben. Auf lange Sicht rechnen wir damit, dass sich das Leistungs-Gleichgewicht in Multiplattform-Titeln zugunsten der Xbox Series X verschieben wird.

PlayStation 5 Xbox Series X
CPU Custom AMD Zen 2, 8-Kerner 3,5 GHz Custom AMD Zen 2, 8-Kerner 3,8 GHz
GPU Custom RDNA 2, 10.28 TFLOPS, 36 Recheneinheiten @ 2,23 GHz Custom RDNA 2, 12,15 TFLOPS, 52 Recheneinheiten @ 1,825 GHz
RAM 16 GB GDDR6, 256 Bit 16 GB GDDR6, 256 Bit
RAM-Bandbreite: 448 GB/s 10 GB @ 560 GB/s, 6 GB @ 336 GB/s
SSD 825 GB 1 TB
I/O-Durchsatz 5,5 GB/s – 8 bis 9 GB/s komprimiert 2,4 GB/s  – 4.8 GB/s komprimiert
Externe Speichererweiterungen: Ja Ja
Optisches Laufwerk UHD Blu-ray UHD Blu-ray
Auflösung Maximal 8K bei 60 Hz / 4K bei 120 Hz Maximal 8K bei 60 Hz / 4K bei 120 Hz
Preis  499 Euro  499 Euro

Sony beweist jedoch mit der PlayStation 5, dass der reine Blick auf das Datenblatt nicht alles verrät. Leider gilt das nicht nur zugunsten der PS5. So verbaut Sony aktuell drei unterschiedliche Lüftermodelle bei der Produktion der Konsole. Welches in deinem Exemplar landet, ist Glückssache und auch nicht durch die Modellebezeichnung auf dem Karton zu erkennen. So haben nicht nur unsere ersten Eindrücke, sondern auch erste Vergleiche, gezeigt, dass die Lautstärke erheblich voneinander abweicht. Hier gewinnt eindeutig die Xbox Series X: Microsoft profitiert von seiner Erfahrung mit der bereits flüsterleisen Xbox One X. Als Ergebnis ist die Kühlung der Xbox Series X im Betrieb fast lautlos.

Komplizierter als gedacht, wird es auch beim SSD: Hier liegt die PlayStation 5 grundsätzlich vorne. Bei Spielen, die via Abwärtskompatibilität laufen, lädt die Xbox Series X jedoch schneller. Kürzere Ladezeiten erfreuen jeden Spieler, doch wirkt sich das SSD auch auf die Spieleentwicklung aus? „Ratchet & Clank: Rift Apart“ nutzt die SSD-Geschwindigkeit der PS5 beispielsweise, um ein nahtloses Springen zwischen verschiedenen Welten zu erlauben.

Doch Mehrwerte wie diese, dürfte es ausschließlich bei Exklusivspielen geben. Das liegt auch daran, dass das Gros der Multiplattform-Spiele nicht nur für Konsolen, sondern auch für PCs erscheint. Und da können die Entwickler nicht bei der Konzeption ihrer Titel ein pfeilschnelles SSD in jedem Computer voraussetzen. Wenn du noch mehr zur Hardware der beiden Konsolen erfahren möchtest, empfehlen wir dir einen Blick in unseren Technik-Ratgeber zu den PS5 und Xbox Series X.

Multimedia: Gaming-Konsolen als Schaltzentralen für Filme und Serien?

Beide Konsolen bieten grundsätzlich HDMI 2.1 und sind damit für ALLM, VRR, 4K bei 120 Hz und sogar 8K bei 60 Hz gerüstet. Auch verfügen alle Konsolen-Modellvarianten über dedizierte Ray-Tracing-Hardware. Allerdings ist es aktuell so, dass sich die PlayStation 5 da noch im Reifungsprozess befindet. So unterstützt Sonys Konsole zwar bereits 4K bei 120 Hz – ALLM, VRR und 8K-Videoausgabe fehlen aber noch gänzlich. Ein Firmware-Update soll da später laut dem Hersteller aushelfen.

Die PlayStation 5 macht an 1440p-Monitoren leider eine schlechte Figur.
Die PlayStation 5 macht an 1440p-Monitoren leider eine schlechte Figur. | Bild: Alienware

Es gibt sogar einen weiteren Stolperstein. Wer vorhatte, die PlayStation 5 an einem QHD-Monitor zu verwenden, sollte umdenken. Derzeit beherrscht die PS5 keine 1440p-Ausgabe. Das Videosignal wird also an einen 1440p-Bildschirm maximal in herunterskaliertem 1080p ausgeliefert. Der Monitor muss das Signal dann wieder hochskalieren. Sony hält es sich hier offen, eventuell ein Update bereitzustellen. Verlassen kann man sich darauf aber nicht. Die Xbox Series X hingegen kann auch ein 1440p-Signal ausgeben. ALLM und VRR sind bei Microsoft ebenfalls bereits aktiv.

Was das Streaming betrifft, unterläuft der PlayStation 5 ebenfalls ein störender Fehler: HDR ist permanent aktiviert, es sei denn man deaktiviert es grundsätzlich. Das führt dazu, dass in Streaming-Apps wie Amazon Prime Video, Disney+ oder Netflix SDR-Inhalte verfälscht wiedergegeben werden. Im Idealfall sollte es die Möglichkeit geben, eine Einstellung wie „Auto“ zu setzen, damit je nach Content zwischen SDR und HDR gewechselt würde. Leider ist dies aktuell an der PS5 unmöglich. Das ist auch für ältere SDR-Games ein Problem, die dann ebenfalls mit verfälschter Farb- und Kontrasteinstellung erstrahlen, wenn man HDR nicht manuell ausschaltet. Zum Thema HDR empfehlen wir dir für tiefergehende Informationen unseren Ratgeber zu High Dynamic Range!

Die Xbox Series X liegt in Sachen Multimedia knapp vor der PlayStation 5.
Die Xbox Series X liegt in Sachen Multimedia knapp vor der PlayStation 5. | Bild: André Westphal

Leider ist auch die Xbox Series X hier nur marginal besser. Auch an Microsofts Konsole schaltet Netflix beispielsweise alle Inhalte auf HDR um, selbst wenn diese nur in SDR vorliegen. Immerhin sammelt die Xbox Series X mit dem Feature „Auto HDR“ mehr Punkte als die PlayStation 5. Denn diese Funktion passt ältere Spiele bewusst für die HDR-Wiedergabe an. Die Ergebnisse überzeugen uns zwar auch nicht vollkommen, immerhin lässt sich die Funktion aber jederzeit deaktivieren. Dann erscheinen SDR-Titel auch korrekt in SDR und HDR-Spiele mit HDR – ohne manuelles Umschalten.

PlayStation 5, Xbox Series X|S und das Streaming-Problem

Auch wenn es für die Xbox Series X|S und die PlayStation 5 eine bunte Vielfalt an Streaming-Apps gibt, lässt sich keine der beiden Konsolen als Ersatz für eine dedizierte Lösung wie den Amazon Fire TV Stick, einen Google Chromecast mit Google TV oder gar eine Nvidia Shield TV empfehlen. Zumal die PS5 weder Dolby Atmos noch Dolby Vision für Apps beherrscht. Lediglich bei der Ultra-HD-Blu-ray-Wiedergabe kann Dolby Atmos via Bitstream durchgereicht werden. Die Xbox Series X|S beherrschen zwar Dolby Atmos und Dolby Vision für Streaming-Apps, im Falle der UHD Blu-ray gibt es aber nur Dolby Atmos. Dolby Vision fällt hier genau wie HDR 10+ heraus.

Ebenfalls gegen die Verwendung der Konsolen als Ultra HD Blu-ray Player sprechen die in beiden Fällen lauten optischen Laufwerke. Zumindest bei den von uns getesteten und angehörten Modellen preschte insbesondere die PlayStation 5 derart nach vorne, dass wir sie für die Film- und Serienwiedergabe von Disc für ungeeignet halten. Das Laufwerk der Xbox Series X ist ebenfalls hörbar, wäre aber noch tolerabel. Dafür patzt Microsofts Konsole aktuell bei den Schwarzwerten. Schwarz wird nur als sehr dunkles Grau wiedergegeben. Ob und wann dafür ein Firmware-Fix erscheinen könnte, ist offen.

Unser Fazit: Keine der Next-Generation-Konsolen ist ein Ersatz für einen dedizierten Streaming- oder Ultra-HD Blu-ray Player. Wiegt man nun die Vor- und Nachteile beider Konsolen ab, dann sehen wir die Xbox Series X wegen der Unterstützung für Dolby Atmos und Dolby Vision sowie der besseren HDR-Handhabe leicht vorne. Es ist jedoch erkennbar, dass die Multimedia-Fähigkeiten bei Microsofts und Sonys Konsolen in den Plänen der Hersteller nur eine untergeordnete Rolle gespielt haben.

Spiele, Spiele, Spiele: Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft

In erster Linie sind die Sony PlayStation 5 und Xbox Series X|S ja auch Spieleplattformen. Doch wer hat hier die Nase vorne? Blickt man in die letzte Konsolengeneration zurück, fällt die Antwort leicht. Sony konnte mit Singleplayer-Hits wie „God of War“, „Horizon Zero Dawn“ oder auch „Ghost of Tsushima“ wieder und wieder Kritiker und Spieler begeistern. Dem hatte Microsoft in der letzten Konsolengeneration wenig entgegenzusetzen. Der Chef der Xbox-Sparte, Phil Spencer, hat dies sogar mehrfach selbst eingestanden. Sony nutzt seine Erfolge der PlayStation-4-Ära dann auch geschickt. So erhalten Käufer der PS5, die auch PlayStation Plus abonniert haben, mit der PS Plus Collection 20 PS4-Games, die sie an der neuen Konsole zocken können.

Microsoft mag bei den Exklusivspielen in den letzten Jahren hinter Sony gelegen haben. Doch auch die Redmonder haben ein Ass im Ärmel. In diesem Fall ist es der Xbox Game Pass (Ultimate). Die Spiele-Flatrate enthält über 100 Spiele. First-Party-Games von Microsoft findest du jeweils zum Erscheinungstag sofort im Xbox Game Pass. Und nach zahlreichen Übernahmen gehören Studios wie id Software, Bethesda, Double Fine, Obsidian Entertainment, Rare, Arkane und Ninja Theory zu Microsoft.

An Nachschub wird es also in den nächsten Jahren nicht mangeln. Offen ist aktuell, was die Übernahme von ZeniMax Media, zu denen auch Bethesda und damit Marken wie „The Elder Scrolls“ und „Fallout“ gehören, für die Zukunft bedeutet. Ob etwa ein „The Elder Scrolls VI“ konsolenexklusiv für die Xbox Series X|S erscheinen könnte, ist offen. Das lässt man sich momentan noch nicht in die Karten schauen. Microsoft und Bethesda halten sich alle Optionen offen.

In "Ghost of Tsushima" verdoppelt sich die Framerate an der PlayStation 5 auf 60 fps.
In „Ghost of Tsushima“ verdoppelt sich die Framerate an der PlayStation 5 auf 60 fps. | Bild: Sony

Microsoft und Sony erlauben es dir, an ihren Next-Generation-Konsolen auch Spiele der vorherigen Generation zu spielen – teilweise sogar mit Verbesserungen. An der PlayStation 5 laufen etwa Titel wie „Ghost of Tsushima“ oder „Days Gone“ nun mit 60 fps. Auch Microsoft legt Wert darauf, dass die vorherige Konsolenära gut im Gedächtnis bleibt. Die Redmonder gehen sogar noch weiter, denn viele Spiele für die erste Xbox und die Xbox 360 funktionieren ebenfalls an der Xbox Series X|S. Das optionale Feature „Auto HDR“ konvertiert ältere Spiele sogar zu HDR. In Sachen Abwärtskompatibilität sehen wir Microsoft dabei knapp vorne, was auch an den umfangreichen Erfahrungen liegt, die bereits in der Last-Gen gesammelt wurden. Dies kehrt sich um, wenn man den Blick aus der Vergangenheit in die Zukunft richtet.

So fiel das Launch-Line-up bei beiden neuen Konsolen schwach aus. Microsoft fehlt zum Start der Xbox Series X|S jedoch gänzlich ein zugkräftiger Exklusivtitel. Sony kann hier immerhin mit dem PS3-Remake „Demon’s Souls“ aufwarten. Andere Spiele wie „Sackboy: A Big Adventure“ oder „Spider-Man: Miles Morales“ erscheinen zwar auch noch für die PS4, sind aber immerhin Sonys Plattformen vorbehalten. Da muss Microsoft noch nachziehen.

Die Verschiebung von "Halo Infinite" hat ein Loch in das Launch-Angebot der Xbox Series X|S gerissen.
Die Verschiebung von „Halo Infinite“ hat ein Loch in das Launch-Angebot der Xbox Series X|S gerissen. | Bild: 343 Industries

Die Zukunft ist ungewiss: Microsoft hat viele Studios übernommen, doch wie man das Potenzial der Entwickler ausnutzt, ist offen. Titel wie ein neues „Fable“, „Halo Infinite“ oder kommende „Forza Motorsport“ werden ihre Fans finden. Sony hat da aber mit „Horizon Forbidden West“ oder „God of War Ragnarok“ zumindest für 2021 die heißeren Eisen im Feuer. Doch bei den Spielen gilt natürlich extrem: Der persönliche Geschmack entscheidet.

Die Controller der PlayStation 5 und Xbox Series X|S

Microsoft hat mit dem Controller der Xbox Series X|S keine Experimente gewagt. Im Wesentlichen ist das neue Pad eine Evolution des Controllers der Xbox One. So hat man mit einer neuen Oberflächentextur für mehr Grip gesorgt, die Ergonomie leicht verbessert und das digitale Steuerkreuz mehr in Richtung des Elite Controller 2 bewegt. Die größte Neuheit an diesem Eingabegerät ist ein Share-Button. Im Ergebnis bietet die Xbox Series X|S einen sehr guten Controller ohne Experimente. Wer das Pad der Xbox One kennt, wird sich sofort zuhause fühlen und die dezenten Verbesserungen schätzen.

Diese Vorgehensweise ist für sich genommen vollkommen in Ordnung. Doch wer zum Vergleich einmal „Astro’s Playroom“ mit dem DualSense der PlayStation 5 gespielt hat, wird nicht mehr zurückwollen. Das präzise Haptic Feedback des DualSense, das sehr fein abgestimmte Vibrationen aussendet, lässt den Controller der Xbox Series X|S plötzlich veraltet wirken. Hinzu gesellen sich die Adaptive Trigger. In kompatiblen Games können sie den Widerstand dynamisch anpassen. Beispielsweise kann dadurch das Spannen eines Bogens mehr Kraft erfordern, je weiter du den Trigger eindrückst. In Kombination sorgen diese beiden Features für enorme Mehrwerte.

Der DualSense der PS5 ist ein großartiger Controller.
Der DualSense der PS5 ist ein großartiger Controller. | Bild: André Westphal

Die Zeit muss jedoch zeigen, wie intensiv Multiplattform-Spiele die beiden Features wirklich einsetzen. Beispielsweise verkam auch das Touchpad des DualShock 4 in den meisten Spielen am Ende nur zu einem übergroßen Button. Doch auch ergonomisch ist der DualSense der PlayStation 5 hervorragend. Die Integration von Speaker und Mikrofon erweisen sich ebenfalls als schöne Kniffe. So gut uns der Controller der Xbox Series X|S gefällt: Der DualSense der PS5 ist ein echter Generationssprung mit sinnvollen Innovationen. Hier kann das für sich genommen sehr gute Pad der Xbox Series X|S leider nicht mithalten.

PlayStation 5 Digital Edition und Xbox Series S: Die kleinen Geschwister

Sowohl Sony als auch Microsoft haben in diesem Jahr zwei Konsolen veröffentlicht Sonys PlayStation 5 Digital Edition weicht nur durch das fehlende optische Laufwerk vom regulären Modell ab. Und die Digital Edition kostet durch den Verzicht auf das UHD-Blu-ray-Laufwerk 399 statt 499 Euro. Die Microsoft Xbox Series S streicht ebenfalls das Disc-Laufwerk. Zusätzlich sinkt aber auch die Leistung gegenüber dem großen Bruder erheblich. Während die Xbox Series X 4K-Gaming anvisiert, vermarktet Microsoft die Xbox Series S als 1440p-Konsole. Dafür sinkt in diesem Fall der Preis noch stärker. Die Xbox Series S ist für 299 Euro zu haben. Einen Vergleich zwischen Xbox Series X und der Xbox Series S bieten wir dir mit mehr Einzelheiten ebenfalls an.

Klar ist, dass Sony mit der PlayStation 5 Digital Edition weniger Abstriche macht als Microsoft bei der Xbox Series S. Letztere eignet sich besonders für dich, wenn du primär eine günstige Plattform suchst, um auf den Xbox Game Pass Ultimate zuzugreifen. Ray-Tracing beherrscht etwa auch die Xbox Series S. Besitzt du jedoch einen 4K-TV und legst Wert auf höhere Auflösungen und mehr Performance, dann solltest du eher auf die Xbox Series X oder die Sony PlayStation 5 blicken. Zumal der günstige Einstiegspreis der Xbox Series S für dich eventuell trügerisch ist.

Die Digital Edition der PlayStation 5 weicht nur durch das gestrichene optische Laufwerk ab.
Die Digital Edition der PlayStation 5 weicht nur durch das gestrichene optische Laufwerk ab. | Bild: Sony

Denn die Xbox Series S bietet ab Werk nur 364 GByte freien Speicherplatz. Jener geht also nach dem Herunterladen einiger Spiele rasch zur Neige. Vermutlich blickst du dann schnell zur offiziellen Speichererweiterung von Seagate. Deren proprietäre Storage Expansion Card für die Xbox Series X|S schlägt jedoch mit ca. 240 Euro zu Buche. Somit kann man festhalten, dass sich dann mit Blick auf die Gesamtkosten der Kauf der Xbox Series X gelohnt hätte. Letztere bietet ab Werk mehr als das Doppelte an freiem Speicherplatz – nämlich 802 GByte.

PlayStation 5 Digital Edition Xbox Series S
CPU Custom AMD Zen 2, 8-Kerner 3,5 GHz Custom AMD Zen 2, 8-Kerner 3,6 GHz
GPU Custom RDNA 2, 10.28 TFLOPS, 36 Recheneinheiten @ 2,23 GHz Custom RDNA 2, 4 TFLOPS, 20 Recheneinheiten @ 1,565 GHz
RAM 16 GB GDDR6, 256 Bit 10 GB GDDR6, 256 Bit
RAM-Bandbreite: 448 GB/s 8 GB @ 224 GB/s, 2 GB @ 56 GB/s
SSD 825 GB 512 GB
I/O-Durchsatz 5,5 GB/s – 8 bis 9 GB/s komprimiert 2,4 GB/s  – 4.8 GB/s komprimiert
Externe Speichererweiterungen: Ja Ja
Optisches Laufwerk Nein Nein
Auflösung Maximal 8K bei 60 Hz / 4K bei 120 Hz Maximal 1440p bei bis zu 120 fps
Preis  399 Euro  299 Euro

Kurzer aber wichtiger Hinweis: Auch wenn die Xbox Series X Games in maximal 1440p darstellen kann, beherrscht sie das 4K-Streaming in Kombination mit Apps wie etwa Apple TV+, Disney+ und Netflix. Ein kleiner Bonus: Microsofts Einstiegskonsole ist klein und leicht. Wer also viel unterwegs ist, wird den deutlich geringeren Platzbedarf als bei der mächtigen PS5 Digital Edition schätzen.

Die Xbox Series S ist kompakt und leicht.
Die Xbox Series S ist kompakt und leicht. | Bild: Microsoft

Wir raten im Falle beider Modelle im Blick zu behalten, dass aufgrund der fehlenden optischen Laufwerke Games nur rein digital gekauft werden können. In den Stores von Microsoft und Sony sind Games in der Regel wesentlich teurer als im physischen Handel. Berücksichtigt man zusätzlich noch den Markt für Gebrauchtspiele, zahlt man trotz der anfänglichen Ersparnis rasch drauf. Zumindest gilt das für diejenigen, welche Triple-A-Blockbuster zum Erscheinungsdatum zocken. Durch das Fehlen des optischen Laufwerks fällt eben auch die Nebenfunktion als Player für DVDs, Blu-rays und UHD Blu-rays zwangsweise aus.

Von der PS5 Digital Edition raten wir daher grundsätzlich ab, da die anfängliche Ersparnis von 100 Euro schnell bei Spielekäufen draufgezahlt wird. Die Xbox Series S kann sich zumindest für Gelegenheitsspieler lohnen, die ohnehin nur den Xbox Game Pass abonnieren möchten. Dann bleibe jedoch das Problem mit dem geringen Speicherplatz. Im Ergebnis halten wie die PlayStation 5 mit optischem Laufwerk sowie die Xbox Series X im Gesamtpaket für die meisten Anwender für die besseren Optionen.

Zusammenfassung

Die Sony PlayStation 5 und die Xbox Series X|S sind für Gamer bereits zum Launch Plattformen, die einiges zu bieten haben. Wer nach Innovationen sucht, ist aktuell an der PS5 besser aufgehoben: Im Alleingang schafft es der DualSense-Controller mit Haptic Feedback und den Adaptive Triggern für eine neue Spielerfahrung zu sorgen. Zwar rangiert die Leistung der PS5 auf dem Papier unterhalb der Xbox Series X, in der Praxis lässt Sonys Konsole aber aktuell die Muskeln spielen. Hier muss der weitere Verlauf der neuen Generation zeigen, wie sich das Gleichgewicht noch verschieben wird.

In Sachen Multimedia brilliert keine der neuen Konsolen. Die Xbox Series X stellt die Schwarzwerte bei der UHD-Blu-ray-Wiedergabe falsch dar. Außerdem beherrscht sie Dolby Vision lediglich für Streaming-Apps. Leider unterbietet die PS5 dies, indem sie grundsätzlich kein Dolby Vision unterstützt. Außerdem ist ein grober Schnitzer, dass SDR-Inhalte verfälscht im HDR-Format dargestellt werden. Auch ist enttäuschend, dass die optischen Laufwerke beider Plattformen relativ laut sind. Für die Film- und Serienwiedergabe gibt es daher deutlich bessere Optionen.

Die Xbox Series X und PlayStation 5 bieten beide unterschiedliche Stärken und Schwächen.
Die Xbox Series X und PlayStation 5 bieten beide unterschiedliche Stärken und Schwächen. | Bild: André Westphal

Die PS5 Digital Edition und die Xbox Series S empfehlen wir aufgrund des Ausschlusses vom Gebrauchtmarkt nur Gelegenheitsspielern. Hier kommt es darauf an, ob eher die volle Leistung (PS5 Digital Edition) oder Portabilität und günstiger Preis (Xbox Series S) im Fokus liegen. Was die kommenden Exklusivspiele betrifft, liegt die PlayStation 5 nach aktuellem Stand der Dinge vorne. Der Xbox Game Pass Ultimate hingegen ist ein Faktor, der die Xbox Series X|S spannend macht. Komplett daneben greifen, kannst du im Grunde weder bei der Xbox Series X|S noch der PlayStation 5.

Was spielt für dich die größte Rolle: Lautstärke, der Controller, die Leistung? Oder sind es ganz andere Faktoren, die dich mehr zur PlayStation 5 oder aber der Xbox Series X|S blicken lassen? Wir sind gespannt auf deine Meinung!

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