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Was ist Dolby Vision Low Latency?

Dolby Vision existiert in zwei Varianten, welche allerdings von den Herstellern nicht explizit abgegrenzt werden. Was es damit auf sich hat und wofür "Dolby Vision Low Latency" steht, verraten wir dir in diesem Ratgeber.
Dolby Vision Low Latency Bild: Dolby

Dolby Vision ist nicht gleich Dolby Vision. Auch wenn die Hersteller mit dem HDR-Standard von Dolby werben, der dir eine bessere Bildqualität mit satteren Farben und mehr Kontrasten liefern soll, existieren in Wahrheit zwei Varianten. Dolby Vision kann nämlich als sogenanntes „Dolby Vision Low Latency“ Verwendung finden. Insbesondere Sony hat dies bis inklusive 2020 für seine Fernsehgeräte genutzt. Die erste Ausnahme der Japaner war im letzten Jahr der XH90.

Dolby Vision verspricht dir gegenüber HDR10 Vorteile: Vor allem wirbt man mit den dynamischen Metadaten. Dadurch kann das Bild von Szene zu Szene oder sogar für jeden einzelnen Frame neu angepasst werden. HDR10 beherrscht dies wegen seiner statischen Metadaten nicht: Als Resultat sind mehr Kompromisse bei der Darstellung der Inhalte notwendig. Dolby Vision ist also sozusagen agiler als HDR10 und erlaubt wesentlich mehr Spielraum. Doch es schlagen zwei Herzen in der Brust dieses Standards.

Dolby Vision Low Latency – die versteckte Überraschung

Die verbreitetere Dolby Vision Variante ist durch den TV geführt (TV-Led). Das bedeutet: Der TV übernimmt das Tone Mapping, gleicht also die gelieferten HDR-Metadaten bzw. darin verankerten Werte mit seinen eigenen Fähigkeiten ab, um ein möglichst gutes Bild zu zeigen. Vereinfacht gesagt schaut der TV, was er wirklich anzeigen kann – ein OLED wird dunkler als ein LCD, dafür fehlt es ihm an Leuchtkraft. Nun prüft der Fernseher automatisch, was der Inhalt ihm abfordert und wozu er in der Lage ist. Das Tone Mapping ist dabei der Abgleich, der durchgeführt wird. Was natürlich Sinn ergibt, weil der TV die eigenen Möglichkeiten und Grenzen am besten kennt. Er skaliert dann quasi die geforderten Werte auf seine eigenen Fähigkeiten herunter.

Bei der anderen Dolby Vision Variante kann die Wiedergabe auch durch den Player bestimmt werden (Player-led). Dies bezeichnet man eben als Dolby Vision Low-Latency. In diesem Fall findet das Tone Mapping im Player statt, noch bevor das Signal den Fernseher erreicht. Der Player kennt aber natürlich die Fähigkeiten des darstellenden TVs nicht exakt. Deswegen ist dies objektiv die schlechtere Variante.

Vereinfacht: Der Player wertet die Metadaten vorab aus und passt das Bild an. Vorteil dieser Verfahrensweise: Der Chip des TVs wird entlastet. Nachteil: Weil der Player vorab das Tone Mapping vornimmt, ist die Anpassung an das Darstellungsgerät nicht immer optimal.

Mehr Infos zum Thema Tone Mapping findest du natürlich auch in unserem HGiG-Ratgeber:

Vergleich von Dolby Vision Low Latency und der Steuerung durch den TV

Hier ein ausführliches Vergleichsvideo von Vincent Teoh:

Fazit: TV geführt ist besser

Im Alltag spielt das durch den Player gesteuerte Dolby Vision Low Latency aktuell eine geringere Rolle. In erster Linie hat Sony es eben bisher für seine Fernsehgeräte verwendet. Schon 2020 schwenkten die Japaner aber bei einigen Modellen, wie dem eingangs genannten Bravia XH90, um. 2021 setzt sich diese Umstellung glücklicherweise fort.

Die schlechte Nachricht: Für dich gibt es keine Möglichkeit, um vor dem Kauf zu erkennen, ob ein Fernseher das Player- oder das TV-gesteuerte Dolby Vision einsetzt. Denn die Hersteller legen dies nicht offen. Abseits von Sony sind uns jedoch aktuell keine Hersteller bekannt, die auf das playergesteuerte Dolby Vision für aktuelle Fernsehgeräte setzen würden.

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