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Lenco LBT-188 im Test: Günstiger Alleskönner mit Bluetooth

Der Lenco LBT-188 ist nicht besonders teuer und verbindet sich kabellos mit deiner Bluetooth-Box oder der HiFi-Anlage. Wie der günstige Player in unserem Test abschneidet, erfährst du hier.
HIFI.DE Test | Lenco LBT-188
Antrieb
Riemen, manuell
Tonabnehmer ab Werk
Audio-Technica 3600L
Motor
DC
33 ⅓ / 45 / 78 RPM
ja / ja / – (elektronische Umschaltung)
Anti-Skating einstellbar
ja (Faden/Gewicht)
Integrierter Phono-Vorverstärker
ja, abschaltbar
Preis
279 Euro
In Kürze
Lenco Mio! Mit Bluetooth-Sender ausgestattet, mechanisch ordentlich gemacht, klanglich angenehm: Der Lenco LBT-188 könnte in der Summe seiner Eigenschaften auch in einer etwas höheren Preisklasse starten.
Vorteile
  • Warmer, sauberer Klang
  • USB- und Bluetooth-Ausgang
  • integrierter, abschaltbarer Phono-Preamp
Nachteile
  • Mit Serien-Nadel recht wenig Hochtonauflösung
  • Umständliches Wiedereinschalten aus dem automatischen Standby

Mit dem Schweizer Traditionshersteller der 60er und 70er Jahre hat der Lenco LBT-188 zwar nur noch den Namen gemeinsam. Für 219 Euro im offiziellen Webshop und deutlich unter 200 Euro bei anderen Anbietern bietet der Spieler auf den ersten Blick einen interessanten Gegenwert. Doch kann er die Erwartungen erfüllen?

Auf den ersten Blick fällt Positives auf: Mechanik und Design erinnern an deutlich teurere Mitbewerber. Bluetooth und USB vervollständigen das zeitgemäße Ausstattungspaket. Und in der sehr hübschen Holzimitat-Ausführung, die sich in unserem Testraum einfand, sieht der Lenco-Player sogar richtig gut aus.

Lenco LBT-188 frontal
Der Lenco LBT-188 verspricht mit Phono-Amp, Bluetooth-Sender und USB-Schnittstelle für jeden Einsatz gewappnet zu sein. Das Holzimitat sieht dazu auch noch echt schick aus.

Der Lenco LBT-188 im Hörtest: Warm und rund

Der Spieler verfügt über einen integrierten Phono-Vorverstärker, den wir im ersten Teil des Hörtests auch nutzten. Daran gibt es klanglich überhaupt nichts auszusetzen: Pop- und Rockplatten klingen warm, angenehm und etwas weicher, als du das vielleicht von deinem Streamingdienst kennst. Also genau so, wie viele Hörer sich Analogsound vorstellen. Dank gutem Gleichlauf lassen sich auch anspruchsvollere Aufnahmen, etwa Klaviermusik, wirklich mit dem Lenco genießen. In der Stille zwischen den Tracks fällt zudem auf, dass der LBT-188 angenehm ruhig läuft und keine merklichen Laufgeräusche zur Musik beiträgt. Diese vornehme Zurückhaltung würde so manchem teureren Mitbewerber gut zu Gesicht stehen!

Den Lenco LBT-188 kannst du über dieses Angebot bereits für unter 200 Euro kaufen.

Woran es dem Klang mangelt, ist etwas mehr Hochtonauflösung: Der Unterschied zwischen Stahl- und Nylonsaiten einer Gitarre oder zwischen einzelnen Schlagzeugbecken  könnte deutlicher sein. Dieser etwas abgedunkelte Sound ändert sich auch mit einem hochwertigen Phono-Vorverstärker nur geringfügig. Die serienmäßige Audio-Technica-Nadel ist nun mal einfach nicht sehr auflösungsfreudig.

Lenco LBT-188 Tonabnehmer Detail
Das hier zum Einsatz kommende AT-3600L von Audio-Technica ist gängiger Standard, lässt in den Höhen aber noch Platz nach oben.

Das kann auch Vorteile haben, weil Abtastverzerrungen und sonstige Störgeräusche ebenfalls gedämpft werden. Wer mehr HiFi-Details hören möchte, kann durch einfachen Nadeltausch einen großen Unterschied erzielen: Die ATN-91 von Audio-Technica ist nur eine von mehreren guten Optionen. Sie kostet nicht viel (um die 20 Euro) und klingt deutlich klarer und offener. Nebenbei benötigt sie weniger Auflagekraft, nämlich nur 20mN (= 2 Gramm) statt der 30 mN der Originalnadel.

Analogplayer mit Bluetooth-Verbindung

Neben dem umschaltbaren Phono- oder Line-Ausgang kannst du am Lenco LBT-188 auch kabellos mit deinem Bluetooth-Kopfhörer oder Bluetooth-Lautsprecher verbinden. Das klappte im Test mit einem Vincent SV-737 Vollverstärker tadellos und wohlklingend. Auch ein JBL Flip 6 arbeitete anstandslos mit dem Plattenspieler zusammen. Zum Nebenher-Hören wirkt Bluetooth manchmal sogar fast perfekter als der analoge Ausgang, weil der verlustbehaftete Bluetooth Codec Rillenrauschen und kleine Unsauberkeiten schluckt.

Lenco LBT-188 Anschlüsse Rückseite Bluetooth-Leuchte
Die Anschlüsse auf der Rückseite bieten Anschlüsse für deinen PC und einen Verstärker. Über den Schalter kannst du zwischen internem Phono-Vorverstärker oder deinem externen Preamp wählen.

Lenco LBT-188: Aufbau, Technik und Praxis

Der LBT-188 sieht gut und irgendwie auch vertraut aus. Letzteres liegt an der Herkunft des Spielers: Im selben chinesischen Werk lassen auch Firmen wie Denon, Audio-Technica, Teac, oder Reloop ihre Spieler bauen. Angetrieben wird der Lenco von einem kleinen Gleichstrommotor per Riemen. Der Teller besteht aus Aluguss und läuft tadellos rund. Bevor du die schicke, mit Lenco-Logo bedruckte Filzmatte auflegst, musst du durch eine Aussparung im Teller den Riemen greifen und über die Motorwelle spannen.

Lenco LBT-188 Bedienelemente
Über zwei Räder kannst du den Spieler starten und die Umdrehungen pro Minute einstellen.

Der Tonarm ist bereits mit einem vorjustierten Tonabnehmer bestückt – dem bewährten Audio-Technica 3600L. Selbst einstellen musst du Auflagekraft und Antiskating, wobei letzteres sich noch als größte Herausforderung erweist. Gilt es doch eine haarfeine, mit bloßem Auge fast nicht sichtbare Nylonkordel samt Gewicht an der richtigen Raste eines kleinen Metallbügels einzuhängen. Von wo es zudem gerne auch wieder abrutscht. Falls du diese Aktion auf später verschiebst, ist das auch nicht schlimm: Mit dem steifen, serienmäßigen AT-3600L hält sich der Nutzen des Antikskating ohnehin in engen Grenzen. Sprich: Du wirst kaum einen Unterschied hören.

Lenco LBT-188 schräg Antiskating-Gewicht
Das Gewicht, das an seiner dünnen Nylonschnur hängt, soll die Skating-Kräfte des Plattenspielers ausgleichen.

Die vorgeschriebene Autostandby-Funktion ist etwas unelegant implementiert: Nach einer halben Stunde ohne Signal schaltet sich der Spieler komplett ab und erwacht erst wieder, nachdem du ihn am Hauptschalter auf der Rückseite komplett einmal aus- und wieder eingeschaltet hast. Stell den Spieler also so auf, dass du leicht dahinter greifen kannst!

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Platten scannen leicht gemacht

USB hat der Lenco LBT-188 auch und ist deshalb perfekt, wenn du deine Schallplatten auf dem Rechner speichern möchtest. Das benötigte USB-A- auf USB-B-Kabel liegt dem Spieler bei. Am Rechner gibt sich der Lenco nach dem Einstecken als „USB Microphone“ zu erkennen und liefert einen sauberen Datenstrom mit bis zu 48 kHz Abtastrate und 16 Bit Dynamik.

Achtung Aufnahme: Mit dem Lenco LBT-188 und dem kostenlosen Programm Audacity kannst du deine Platten bequem auf dem Rechner mitschneiden und in ein Dateiformat deiner Wahl exportieren. Hier läuft eine typische, normallaute LP. An den grünen VU-Meter-Balken siehst du, dass noch 6dB Aussteuerungsreserve bleiben – etwa für laute Maxis.

Auch der günstigere Dual DT 210-1 USB hat im Übrigen, wie es schon im Namen steckt, ebenfalls einen USB-Ausgang, verzichtet jedoch auf einen Bluetooth-Sender.

Lenco LBT-188: Fazit

Abgesehen vom umständlichen Aufwecken aus dem Standby funktioniert alles an dem reich ausgestatteten Spieler gut und zuverlässig. Die Fertigungsqualität ist nicht perfekt, aber auch nicht schlechter als bei den anderen Marken, die denselben Zulieferer nutzen. Zudem ist um Welten besser als sein günstigerer Bruder Lenco L-30. Dafür ist der Lenco in diesem Umfeld klar eines der günstigsten Angebote und verdient sich damit eine ebenso klare Kaufempfehlung.

HIFI.DE Testsiegel Plattenspieler Lenco LBT-188 7.7

Den Lenco LBT-188 gibt es in verschiedenen Farben. Uns gefallen das klassische Schwarz und der moderne helle Holzton am besten:

Technische Daten
Antrieb Riemen, manuell
Tonabnehmer ab Werk Audio-Technica 3600L
Tonarm 8,6", Aluminium
Teller Alu, ca. 500 g
Motor DC
33 ⅓ / 45 / 78 RPM ja / ja / – (elektronische Umschaltung)
Anti-Skating einstellbar ja (Faden/Gewicht)
Höhenverstellbare Füße nein
Integrierter Phono-Vorverstärker ja, abschaltbar
Preis 279 Euro

Alle von uns getesteten Plattenspieler findest du in unserer Bestenliste:

Was hältst du vom Lenco LBT-188? Wie günstig darf deiner Meinung nach ein Plattenspieler sein? Was sollte er mitbringen? Schreib es uns in die Kommentare!

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