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Pro-Ject E1 BT im Test: Erschwinglicher Bluetooth-Plattenspieler

Plattenspieler mit Bluetooth sind im Trend. Mit dem Pro-Ject E1 BT stattet das österreische Unternehmen ihr hauseigenes Einstiegsmodell mit einem Bluetooth-Sender aus. Wir klären, ob sich's das lohnt.
HIFI.DE Test | Pro-Ject E1 BT
Antrieb
Riemen, manuell
Tonabnehmer ab Werk
Ortofon OM5e
Motor
DC
33 ⅓ / 45 / 78 RPM
Ja / Ja / – (elektronische Umschaltung)
Anti-Skating einstellbar
Nein
Integrierter Phono-Vorverstärker
Ja
Preis
399 Euro
In Kürze
Preisbezogen sehr guter Klang trifft in diesem Spieler auf einen an sich guten, aber leider nicht ausreichend entstörten Bluetooth-Sender. Wer BT als Haupt-Wiedergabemodus braucht, sollte die Funktion lieber separat ergänzen und dafür den günstigeren E1 ohne BT kaufen.
Vorteile
  • Bluetooth-Sender
  • Ausgewogener, sauber aufgelöster Klang
  • Guter integrierter Phono-Vorverstärker
Nachteile
  • Störgeräusche im Bluetooth-Betrieb
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Relativ preiswert und mit Bluetooth? Der Pro-Ject E1 BT scheint auf dem Papier wie für Einsteiger:innen gemacht. 100 Euro kostet der Spieler mehr als das spartanische Grundmodell E1 – zumindest in der UVP-Preisliste. Wenn die Zusatzfunktionen überzeugend umgesetzt sind und du sie wirklich brauchst, ein attraktives Angebot. Zumindest so lange der Klang des Spielers überzeugt. Wir haben das Modell dem Praxistest unterzogen.

Hier gibt es den Pro-Ject E1 BT aktuell:

Debut, Primary oder E – Einstiegsmodelle von Pro-Ject

Nachdem die Debut-Modelle von Pro-Ject mit den Jahren immer hochwertiger, aber auch teurer geworden sind, heißen die echten Einstiegs-Plattenspieler der österreichischen Marke heute Primary oder E. Selbst die günstigsten Spieler werden in der EU gebaut, bieten viel klanglichen Gegenwert fürs Geld und zeitgemäße Ausstattungsfeatures. So bringt der E1 BT nicht nur einen integrierten Phono-Vorverstärker, sondern auch einen topaktuellen Bluetooth-Chipsatz mit.

Pro-Ject E1 BT im Hörtest: Unaufdringlich und rund

Im Hörtest stellen sich gleich drei Aufgaben. Denn Bluetooth ist ja nicht Pflicht: Du kannst den Plattenspieler selbstverständlich auch per Kabel mit deiner Anlage verbinden. Und dabei hast du wiederum zwei Optionen, da du den integrierten Preamp umgehen und den E1 BT nach alter Sitte an einem Verstärker mit Phono-Eingang oder externem Phono-Vorverstärker betreiben kannst. Mit dieser Variante geht der Hörtest los, weil sie am meisten über die Grundqualität des eigentlichen Laufwerks aussagt.

Pro-Ject E1 BT – Frontal
Der Pro-Ject E1 BT kann natürlich nicht nur Bluetooth. Drum testen wir ihn zuallererst ganz klassisch am externen Phono-Vorverstärker.

Als externen Preamp haben wir dabei einen Musical Fidelity M1 LPS verwendet. Und waren von dem leichtgewichtigen, haptisch eher filigran wirkenden Spieler durchaus angetan. Was auch teureren Drehern nicht immer auf Anhieb gelingt, stimmt hier ab der ersten Plattenseite: die tonale Balance. Die Musik groovt ausgewogen, stimmig und unangestrengt, mit warmem Tiefton-Fundament und genau richtig dosierten Höhen.

Cat Powers neues Live-Album Sings Dylan holt nicht nur die Stimme der Sängerin körperreich und nah in unseren Hörraum, sondern auch die begleitende Akustikgitarre. Mit größeren Spielern klingt das Instrument länger aus und lässt sich noch müheloser auf der Bühne lokalisieren. Aber das stört den Genuss kaum – zumal die genaue Platzierung der einzeln mikrofonierten Gitarre ohnehin am Mischpult festgelegt wurde.

Pro-Ject E1 BT – Zubehör
Das Zubehör ermöglicht dir auch den kabelgebundenen Betrieb.

Wer an jenem Novemberabend vor einem Jahr in der Royal Albert Hall live dabei war, wird folglich nicht von der zentimetergenauen Stereoabbildung schwärmen, sondern eher von der prickelnden Atmosphäre. Und die kommt sehr gut rüber.

Dir ist Bluetooth bei einem Plattenspieler doch nicht so wichtig? Dann findest du in dieser Bestenliste die besten Plattenspieler, die wir bisher getestet haben:

Der interne Vorverstärker ist gut – vor allem ohne Bluetooth

Harte, gerade Bassbeats – etwa auf dem New-Order-Spätwerk Waiting For The Sirens’ Call wirken mit dem E1 etwas verrundet und rhythmisch nicht ganz so zwingend. Das kann ein New Horizon 121, der uns als preislich ähnlicher Sparringspartner dient, schon hör- und spürbar besser. Und wenig überraschend lässt auch die Laufruhe des Pro-Ject noch Raum für Verbesserungen. Sein Motorgeräusch bleibt aber immer noch so dezent, dass du es nur bei sehr weit aufgedrehtem Verstärker oder mit Kopfhörer in den Leerrillen hören kannst.

Pro-Ject E1 BT – Abdeckung
Mit Aufsatz ist der Pro-Ject E1 BT immer noch kompakt und dekorativ.

Wenn du nun noch den Tonarm per Lift aus der Rille hebst, bleibt ganz dezent das Eigenrauschen des Phono-Vorverstärkers hörbar. In diesem Punkt unterscheidet sich der integrierte Preamp kaum von unserem externen Musical Fidelity. Was für den Pro-Ject ein exzellentes Resultat darstellt.

Die Ruhe wird leider empfindlich gestört, sobald der BT-Sender an ist. Der interne Preamp fängt sich dann eine Mischung aus Rauschen, Zirpen und tieffrequentem Murmeln ein. Nicht laut und für Gelegenheitsnutzung somit akzeptabel. Aber zu deutlich hörbar für eine vollwertige HiFi-Nutzung der BT-Option. Das ist schade, denn klanglich krümmt die BT-Funkstrecke der Musik sonst kein Haar.

Pro-Ject E1 BT – Anschlüsse
Der BT-Sender konnte uns nur bedingt überzeugen, am Kabel klingt es deutlich besser.

Pro-Ject verwendet den besonders hochwertigen Bluetooth-Codec aptX HD, der an kompatible Empfänger – etwa unseren Eversolo DMP-A6 Master Edition – ein praktisch perfektes Abbild des analogen Originals überträgt. Wenn nur der Störeinfluss auf den Phono-Vorverstärker nicht wäre. Immerhin: schaltest du Bluetooth ab, ist augenblicklich Ruhe.

Pro-Ject E1 BT: Technik & Praxis

Untergebracht ist die Bluetooth-Elektronik in einem eigenen kleinen Plastikgehäuse rechts vorn unter der Zarge. Ein Kippschalter seitlich an diesem Gehäuse kappt im ausgeschalteten Zustand die Stromzufuhr und legt somit sämtliche potenziellen Störquellen lahm. An der gegenüberliegenden, linken Seite des Chassis zeigt sich ein weiterer Kippschalter. Er ist zuständig für den Motor und hat drei Stellungen: je eine für 33 und 45 Umdrehungen, und in der Mitte die Null.

Pro-Ject E1 BT – Kippschalter
Selbst der Kippschalter für das Tempo wirkt eher minimalistisch und fügt sich unauffällig in das Design ein.

Anders als die teureren Pro-Ject-Modelle muss der E1 mit einem kleinen, schnell rotierenden und relativ schwachen DC-Motörchen auskommen. Das Pro-Ject eigene Synchron-Aggregat scheint für dieses Modell zu teuer zu sein und erfordert zudem eine aufwendigere Stromversorgung. Im Vergleich zu ganz frühen Pro-Ject-Modellen, die den Synchronmotor mehr oder weniger direkt am Netz-Wechselstrom betrieben, hat aber auch diese preiswerte DC-Lösung eine sehr gute Laufkultur, die nur bei 45 Umdrehungen etwas nachlässt.

Passend zum kleinen Motor ist der Plattenteller ein echtes Leichtgewicht aus spritzgegossenem ABS-Kunststoff. 336 Gramm bringt unser Exemplar auf die Waage. Oder 350, wenn man die Filzmatte mitrechnet. Immerhin ist der Teller sehr genau gefertigt und läuft tadellos rund, sobald er auf dem per Riemen angetriebenen Subteller liegt. Letzterer ein Pro-Ject-Klassiker aus faserverstärktem Kunststoff mit präzise und langlebig gelagerter Stahlachse. Das wird in deutlich teureren Spielern auch nicht anders gemacht.

Spielfrei, leichtgängig und hochwertig fühlt sich auch der Alu-Tonarm an. Dank dünnwandigem Armrohr und eingeklebter Kunststoff-Headshell ist es ein eher leichter Arm, der folglich Tonabnehmer mit etwas höherer Nadelnachgiebigkeit bevorzugt. Dem vorjustierten Ortofon OM5E bietet der Arm gute Arbeitsbedingungen: Das MM-System tastet mit seiner elliptischen Nadel sauber und detailreich ab. Großartige Upgrades drängen sich dagegen eher nicht auf – auch weil der Arm ohne Anti-Skating arbeitet.

Unser Fazit zum Pro-Ject E1 BT

Riemen aufspannen, Teller aufsetzen und schon kann’s losgehen: Der Pro-Ject E1 BT erreicht mit minimalem Aufwand einen Klang, der zwar in keiner Einzeldisziplin Rekorde bricht, dafür aber stets vornehm und stimmig wirkt. Das Bluetooth-Feature verliert durch seinen Störeinfluss auf den integrierten Phono-Preamp an Praxiswert. Wenn du darauf lieber gleich ganz verzichten willst, kannst du stolze 70 Euro sparen: für 329 Euro gibt es den ansonsten baugleichen E1 Phono, der unter den Pro-Ject Plattenspielern ebenfalls einen Blick wert ist.

HIFI.DE Testsiegel Plattenspieler Pro-Ject E1 BT 7.4

Hier kannst du den Pro-Ject E1 BT direkt bestellen:

Wenn du auf die Bluetooth-Verbindung verzichten kannst, hat Coolblue den Pro-Ject E1 Phono im Angebot:

Technische Daten
Antrieb Riemen, manuell
Tonabnehmer ab Werk Ortofon OM5e
Tonarm Pro-Ject 8,6", Alu
Teller ABS, 340g, auf angetriebenem Subteller
Motor DC
33 ⅓ / 45 / 78 RPM Ja / Ja / – (elektronische Umschaltung)
Anti-Skating einstellbar Nein
Höhenverstellbare Füße
Integrierter Phono-Vorverstärker Ja
Preis 399 Euro

Wie sich der Pro-Ject E1 BT im Vergleich zu seinen Artgenossen – also anderen Plattenspielern mit Bluetooth – schlägt, verrät dir unsere Bestenliste:

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