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Bose SoundLink Mini II Special Edition im Test: Der Klassiker, ein Jahrzehnt später

Boses SoundLink Mini II SE knüpft an eine lange, erfolgreiche Modellgeschichte an. Wir haben getestet, ob er heute noch eine Empfehlung ist.
Bose SoundLink Mini II Test Bluetooth-Lautsprecher
Preis
159,99 Euro (UVP)
Abmessungen (BxHxT)
180 x 51 x 58 cm
Gewicht
0,68 kg
Akku-Laufzeit
bis zu 12 Std.
Wassergeschützt
Nein
Verfügbare Farben
Schwarz, Silber
In Kürze
Der Bose SoundLink Mini II Special Edition ist ein solider Klassiker mit Bose-typisch basslastigem Sound, der wenig am Originalrezept rüttelt. Seine Einfachheit hat Charme, bedeutet aber auch, dass du in der Preisklasse Bluetooth-Lautsprecher mit weitaus mehr Funktionen findest.
Vorteile
  • Kräftiger, basslastiger Sound
  • Lange Akkulaufzeit
  • Mikrofon für Telefonate
Nachteile
  • Kein Wasserschutz
  • Keine Steuerungs-App, also kein Equalizer
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Zugegeben: Ganz frisch ist der Bose SoundLink Mini II Special Edition nicht mehr. Seit 2019 gibt es diese Version von Boses kleiner Box, das ist im Vergleich mit anderen Herstellern eine halbe Ewigkeit.  Das gilt doppelt, da der SoundLink Mini II SE dem Vorgänger von 2015 nur wenig Neues hinzufügte und der originale Soundlink Mini eigentlich auch schon fast der gleiche Lautsprecher war. An dem Konzept muss also etwas stimmen – wir wollen wissen, ob die mittlerweile mehr als zehn Jahre alte SoundLink-Reihe heute noch mit der Konkurrenz von JBL, Teufel und Co. mithalten kann.

Den Bose SoundLink Mini II Special Edition kannst du direkt bei Bose kaufen:

Von 2013 bis 2023: Ein Jahrzehnt SoundLink Mini

Dass sich portable Lautsprecher so lange halten, wie Boses SoundLink-Serie, ist selten. In der ein oder anderen Form gibt es sie bereits seit 2009. Der älteste Vertreter, der heute noch zu kaufen ist, ist der SoundLink mit Beinamen „Mini“ – mittlerweile überarbeitet und genannt SoundLink Mini II Special Edition. Als das Modell 2019 den Vorgänger ablöste, ersetzte es dessen Micro-USB-Ladeanschluss durch USB-C und verlängerte die Akkulaufzeit, nahm aber davon abgesehen nur wenig Änderungen vor.

Die ältere DNA merkt man dem SoundLink Mini II SE an. Und das nicht nur, weil er noch einen Klinkenanschluss für die kabelgebundene Musikwiedergabe mitbringt. Auch an anderen Stellen zeigt er sein Alter, sein Funktionsumfang ist minimalistischer als der vieler moderne Boxen. Das muss aber je nach deinem Geschmack gar nichts Schlechtes sein. Im Test jedenfalls konnte er sich trotz fehlendem Wasserschutz oder Equalizer einen anständigen Rang in unserer Bestenliste erkämpfen:

Der Bose SoundLink Mini II SE im Klang-Check

Extras hin oder her, der Klang ist es, was einen Bluetooth-Lautsprecher ausmacht. Und hier geht der SoundLink Mini II in die Vollen. Bose eilt sein Ruf voraus: Die Marke ist bekannt, und bei manchen berüchtigt, für basslastigen Klang. Bei seinen Kopfhörern hat Bose sich davon mittlerweile abgewendet: Der QuietComfort Ultra Headphones legt hörbar Wert auf Ausgeglichenheit statt reine Basskraft. Der SoundLink Mini II SE hingegen passt voll ins Image. Die Puste, die die Box trotz ihrer geringen Größe schon auf niedrigeren Lautstärken beweist, ist beeindruckend und sprintet am Konkurrenten JBL Flip 6 vorbei.

Für subtilere Songs wie Red Side of The Moon von The Wild Things ft. Trixie Mattel, ist uns das etwas zu viel – ganz so angestrengt muss eine Akustikgitarre nicht klingen. An anderen Stellen kann der warme, weite Klang des SoundLink Mini II SE in Bass und tiefen Mitten hingegen überzeugen. Während die Gitarre manchmal ins Dröhnen schlittert, hebt sich die Stimme von Frontfrau Sydney Rae White natürlich und mit viel Emotion ab. Blood In The Wine von Aurora klingt zudem mit dem SoundLink Mini II voller und dadurch auch mitreißender, als mit dem JBL-Konkurrenten oder einem Marshall Emberton II. Auch in Fall Out Boys Heartbreak Feels So Good greift die Basslinie, ausgegeben über den Bose-Lautsprecher, beherzter zu, als wir es gewohnt sind. Kommt dann der fast rotzige Gitarrensturm im Refrain dazu, macht das Stück ziemlich Spaß.

Bose SoundLink Mini II Special Edition Test Klang Ansicht seitlich von oben
Der Bose SoundLink Mini II SE bringt zwar überraschend viel Bass auf, seine kompakte Größe setzt ihm aber Grenzen.

Erst Janelle Monaés I Like That bringt ihn an seine Grenzen – die wirklich tiefen Töne trifft er nicht, was bei seiner Größe nur logisch ist. In den Höhen verliert er gerne Details. Schrill klingt der Lautsprecher bei Weitem nicht, Songs mit sehr präsenten, hohen Tönen wie Happier von Yungblud und Bring-Me-The-Horizon-Frontmann Oli Sykes strengen aber dennoch die Ohren an. Besonders fällt das bei höheren Lautstärken auf: Hier verzerrt der SoundLink gerne. Die Maximallautstärke dürftest du deshalb weniger häufig einschalten – wenn doch, reicht sie, um kleinere Räume auszufüllen.

Insgesamt spielt Boses Lautsprecher-Klassiker innerhalb seiner Möglichkeiten angenehm und kräftig-beherzt. Der starke Bass tröstet uns an einigen Stellen über fehlende Auflösung und Kontrolle hinweg. Allerdings ist es ein Klangbild, das gefallen muss. Wer gerne ruhige Singer-Songwriter-Stücke oder gar Klassik hört, ist hier an der falschen Adresse.

In der Praxis: Mobiler Lautsprecher ohne Wasserschutz

In der Hand erinnert der Bose SoundLink Mini II SE eher an einen Ziegelstein, als an einen Bluetooth-Lautsprecher. Ganz so schwer ist er zwar nicht, trotzdem beschreibt das Wort „massiv“ ihn sehr gut. Robust macht ihn sein schicker Metallmantel jedoch nicht automatisch. Einen kurzen Sturz sollte er überleben, aber der fehlende Wasserschutz macht den SoundLink doch eher zum Stubenhocker als zum Abenteurer. Im Rucksack nimmt er wenig Platz weg, ist aber auch schwerer als viele Alternativen. Selbst ein Sonos Roam, der dank WLAN-Verbindung explizit auch als Zuhause-Lautsprecher konzipiert ist, ist mit seinen 430 Gramm leichter als der SoundLink bei fast 700 Gramm.#

Die Bang & Olufsen Beosound Explore ist eine tolle Alternative, wenn ihr nicht auf Wasserschutz verzichten wollt.

Bose SoundLink Mini II SE Test Design Detailansicht Logo
Der Bose SoundLink Mini II SE klingt warm und angenehm, aber nicht ausgeglichen.

Willst du ihn doch mitnehmen, verspricht sein Akku dir zwölf Stunden Musikwiedergabe. Im Vergleich zu den 16 Stunden des Teufel Motiv Go oder den über 20 Stunden eines Marshall Middleton ist das wenig, gut über den Tag kommst du mit ihm trotzdem. Hier findest du außerdem eine der wenigen Neuerungen gegenüber dem ursprünglichen SoundLink Mini II: Als Ladeanschluss steht jetzt USB-C statt vorher Micro-USB zur Verfügung. Das erspart es dir, in den Tiefen der Kabel-Schublade zu wühlen.

Bose SoundLink Mini II SE Test Anschluesse Detailansicht
Neben dem USB-C-Ladeanschluss findest du auch einen Klinkeneingang.

Zusätzlich zum Musikhören kannst du mit dem Bose SoundLink Mini II SE telefonieren. Geht auf deinem Handy ein Anruf ein, wird dieser direkt über den Lautsprecher ausgegeben. Da er ein eigenes Mikrofon verbaut hat, muss das Handy nicht einmal griffbereit sein: Einfach die Multifunktionstaste am Lautsprecher drücken und lossprechen. Er empfängt deine Stimme und funktioniert als Freisprechanlage.

Bedienung: Tastendruck und Roboterstimme

Die weiteren Funktionen der treffend benannten Multifunktionstaste: Play/Pause, Songs skippen und, falls du über den Klinkenanschluss hörst, die Musik stummschalten. Neben ihr finden sich zwei Lautstärketasten, die Bluetooth-Taste und der Power-Button. Alle Knöpfe erfordern etwas Nachdruck, reagieren dann aber schnell und zuverlässig. Ein Blick in die Bedienungsanleitung lohnt sich, denn die Tasten sind allesamt doppelt und dreifach belegt. Drückst du etwa gleichzeitig auf die Taste mit dem „+“ und die Bluetooth-Taste, aktivierst du einen Timer für automatisches Abschalten. Hältst du den Power-Button deines eingeschalteten SoundLink Mini II SE gedrückt, sagt dir eine Stimme die Zeit an.

Bose SoundLink Mini II Special Edition Test Bedienung
Alle Tasten des SoundLink finden sich leicht erreichbar auf seiner Oberseite.

Die robotische Frauenstimme wirkt archaisch, gehört allerdings auch zur Standardausstattung der allerneusten Bose-Produkte. Mit Alexa oder dem Google Assistant hat das wenig zu tun. Die künstliche Stimme spricht abgehackt und sehr blechern mit dir, ist aber immerhin größtenteils verständlich.

Wenn du deinen Lautsprecher das erste Mal einschaltest, lässt Bose dich erst einmal die Sprache für die Sprachausgabe auswählen, neben Englisch und Deutsch stehen Französisch, Japanisch und mehr zur Verfügung. Später kannst du die Sprachansagen getrost ausschalten, falls du sie nicht magst oder benötigst: Den Akkustand zeigt der Bose-Lautsprecher auch über kleine LEDs auf der Oberseite an. Zunächst startet nach Auswahl der Sprache aber automatisch der Bluetooth-Kopplungsmodus. Eine NFC-Funktion oder gar Google Fast Pair, die heutzutage ultraschnell Bluetooth-Verbindungen herstellen, gibt es nicht. In unserem Test dauerte es aber trotzdem nicht allzu lange, bis der SoundLink im Menü unseres Samsung-Smartphones auftauchte.

Bose SoundLink Mini II SE Test Lieferumfang
Da der Bose-Lautsprecher keine Steuerungs-App mitbringt, kannst du alle Befehle über die Tasten am Gerät vornehmen. Die Bedienungsanleitung gibt Auskunft.

Viel mehr Funktionen hat der Bose-Lautsprecher nicht. Er lässt sich nicht mit der Bose-Connect-App nutzen, die etwa den SoundLink Micro steuert. Das heißt auch, dass du keinen Equalizer hast, um den Bass etwas runter oder sogar rauf zu regeln. Zwei SoundLinks koppeln und synchron spielen lassen, wie es mit Marshall-Lautsprechern oder auch bei JBL möglich ist, kannst du ebenfalls nicht.

Design: Simpel, aber elegant

Unter den Bluetooth-Lautsprechern ist der SoundLink Mini II SE definitiv eins der wertigeren Modelle. Das kühle Aluminiumgehäuse und schwere Gitter wirken einfach eleganter als Kunststoff und Stoffbespannung. Die einzigen Gummielemente sind die Tasten auf der Oberseite sowie ein Sockel, der zusammen mit dem hohen Gewicht des Lautsprechers sicherstellt, dass er nicht gleich davon kullert, falls du einmal gegen den Tisch stößt.

Bose SoundLink Mini II Special Edition Test Design von oben
Ganz in Schwarz: Der SoundLink Mini II SE gibt sich schlicht. Alternativ gibt es ihn vollständig in Silber.

Bose stellt hier ganz klar Schlichtheit und Funktion vor Kreativität. Es gibt definitiv ausgefallenere Boxen, siehe Teufel Rockster Go oder JBL Pulse 5. Welcher Ansatz dir eher zusagt, ist natürlich Geschmackssache.

Unser Fazit zum Bose SoundLink Mini II Special Edition

Bose hat sich nicht ohne Grund über die Jahre als eine der bekanntesten Audiomarken gehalten. Der beherzte, basslastige Sound des Herstellers steht dem SoundLink Mini II Special Edition gut. Er spielt warm und weit, ohne dumpf zu klingen und macht mit so gut wie allen Genres Spaß. Allerdings ist die Box auch leicht aus der Zeit gefallen. Der Preis von 160 Euro oder mehr ist recht hoch angesetzt, bedenkst du, dass der vergleichbare JBL Flip 6 meistens für 120 Euro oder noch günstiger verkauft wird.

Dass die Special Edition den Sprung von Micro-USB auf USB-C wagt, begrüßen wir, während der fehlende Wasserschutz und Equalizer enttäuschen. Für Fans des Bose-Sounds, die dem minimalistischen SoundLink Mini II die fehlenden Features verzeihen, oder einfach sein Design mögen, ist er eine gute Empfehlung. Bei anderen Herstellern erhältst du allerdings mehr für dein Geld.

Den Bose SoundLink Mini II Special Edition gibt es in zwei Farben: 

Technische Daten
Preis 159,99 Euro (UVP)
Abmessungen (BxHxT) 180 x 51 x 58 cm
Gewicht 0,68 kg
Akku-Laufzeit bis zu 12 Std.
Wassergeschützt Nein
Verfügbare Farben Schwarz, Silber
Ladedauer 4 Std.
Leistung n.a.
Frequenzbereich n.a.
Anschlüsse / Schnittstellen Bluetooth, 3,5-mm-Klinke
Mikrofon Ja
Stereo-Kopplung Nein
Trage-Vorrichtung Nein

Du hättest doch lieber einen Lautsprecher, der im System spielen kann? Unter den Multiroom-Boxen, die wir getestet haben, findest du auch Modelle von Bose: 

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