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JBL Authentics 500 im Test: Mit viel Klang zurück in die Zukunft

Der Authentics 500 ist das Spitzenmodell der Retro-WLAN-Reihe von JBL. Kann sich der größte Lautsprecher der JBL-Authentics-Reihe im Alltag beweisen?
JBL Authentics 500 – Titelbild
Schnittstellen
Bluetooth 5.3, AirPlay, Alexa Multi-Room Music, Chromecast built-in, Spotify Connect
WLAN-Verbindung
802.11 a/b/g/n/ac/ ax (2,4 und 5GHz)
Sprachassistenten
Amazon Alexa, Google Assistant
Gewicht
7,8 kg
Abmessungen (BxHxT)
447 x 240 x 255,7 mm
Preis
629,99 Euro
Dolby Atmos
Ja
In Kürze
Der JBL Authentics 500 ist ein tolles Gesamtpaket. Optik und Klang konnten uns im Test gleichermaßen begeistern. In puncto Lautstärke kann er mit mancher Stereo-Anlage mithalten, außerdem glänzt er mit ausgezeichneter Bedienbarkeit.
Vorteile
  • Satter, detaillierter Sound
  • Parallele Nutzung von Amazon Alexa und Google Assistant
  • Schicke Retro-Optik
  • Klangeinstellung am Gerät
Nachteile
  • USB-C-Anschluss nicht für Musikwiedergabe freigeschaltet
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Der Authentics 500 ist der mit Abstand größte Lautsprecher der Authentics-Serie von JBL. Wie schon der Authentics 200 ist auch der 500er für den stationären Einsatz gedacht und verzichtet auf den eingebauten Akku des Authentics 300. Dafür fährt JBL klanglich große Geschütze auf. Sogar Dolby Atmos soll der WLAN-Speaker unterstützen. Das können die kleinen Lautsprecher nicht. Aber kann der Authentics 500 seinen deutlich höheren Preis rechtfertigen? In unserem Test klären wir alle Fragen.

Den JBL Authentics 500 gibt es derzeit günstig bei MediaMarkt:

Früher war nicht alles besser: Der Klang des JBL Authentics 500

Mit Hinblick auf die Grundkonstruktion unterscheidet sich der 500er primär in den Treibern von den Geschwistern. JBL setzt hier auf ein 3.1- und nicht auf ein 2.1-System. Drei Kalotten-Hochtöner, drei Tiefmitteltöner und ein Langhub-Basstreiber mit zwei Bassreflex-Rohren sorgen hier für den Klang. Das verspricht schon mal einiges.

Beim ersten Hören fällt direkt ein großer Unterschied zu den kleineren Geschwistern auf. Der 500er hat keine starke Betonung der Mitten, wie es beim JBL Authentics 200 der Fall ist. Er ist deutlich ausgewogener abgestimmt und klingt sehr unaufgeregt. Während man bei den kleineren Lautsprechern die physischen Limitationen des Gehäuses relativ schnell vor Augen geführt bekommt, lässt sich das Spitzenmodell nicht so leicht aus der Ruhe bringen. Die Kontrolle des 500er macht unfassbar Spaß. Egal, wie stark du die Lautstärke aufdrehst, der Authentics 500 kann mithalten. Das Klangbild bleibt auch bei partytauglichen Lautstärken ausgeglichen und Instrumente werden klar voneinander abgegrenzt. Und Lautstärke kann der WLAN-Lautsprecher, schon ab 75 Prozent der Lautstärke hört jegliches nachbarschaftliches Verständnis auf. Dieser Lautsprecher kann lauter als manche Stereo-Anlage!

JBL Authentics 500 – Reflexöffnung
Die Reflexöffnungen auf der Rückseite deuten es schon an: Es steht Bass auf der Speisekarte.

Fast schon beiläufig schüttelt der JBL dabei auch noch markerschütternde Bässe aus dem Gehäuse. Tief, pegelfest und durchaus kontrolliert. Das Tieftonpotential ist derartig groß, dass in kleinen Räumen schon mal früher als später der Bass heruntergeregelt wird. Das ist aber nicht negativ gemeint, soll nur zeigen, was im Zweifelsfall alles geht. Da können sogar Bluetooth-Lautsprecher der Marke, wie die JBL Xtreme 4, einpacken. Er beweist das eindrucksvoll bei I Don’t Need It von Weval. Das Flattern der Lautsprechermembran zu Beginn des Songs ist ein guter Indikator dafür, wie gut ein Lautsprecher mit Tiefbass zurechtkommt. Und der JBL Authentics 500 liefert hier eine beachtliche Performance ab. Über diese Klänge spannt das niederländische Elektronik-Duo Schicht für Schicht eine Klangsphäre auf, die vom 500er sehr detailliert dargestellt wird. Die verschiedenen Klangebenen des komplexen Songs werden klar voneinander getrennt und mit einer überraschend tiefen Textur um den Hörer aufgespannt.

Hier zeigt sich auch, dass der 500er eine Betonung im Tiefton- und unterem Mitteltonbereich hat. Das ist natürlich sehr geeignet für Partys und hohe Lautstärken. Generell hat uns elektronische Musik besonders gut auf der JBL gefallen. Dennoch kann sich JBL hier nicht von allen Altlasten befreien. Der Bass wirkt immer noch ein wenig überbetont und nicht ganz natürlich. Zwar kann er per Equalizer zurückgedreht werden, aber so richtig natürlich will er nie klingen. Dem entgegen stehen sehr saubere Höhen, die stets präsent sind, aber nie ins nervige kippen.

JBL Authentics 500 – Front
Mit knappen acht Kilogramm ist der Authentics 500 nicht ganz so schwer, wie er aussieht.

Aber auch bei allen anderen Genres schlägt sich die 500er hervorragend und stellt die kleinen Geschwister deutlich in den Schatten. Auch Jazz und Klassik meistert er vorbildlich. Kleinste Details im Mix werden akribisch herausgearbeitet und trotz der physischen Limitationen der Konstruktion ist auch eine gewisse Räumlichkeit im Klangbild. Wenn Klang dein Hauptkriterium bei Lautsprechern ist, bist du hier perfekt aufgehoben. Hier steht zwar eindeutig Spaß und Power im Vordergrund, diese werden aber äußerst kultiviert serviert, was eine wahre Freude ist. Wenn du hingegen hauptsächlich auf leiseren Pegeln unterwegs bist, bieten sich sicher auch andere Lautsprecher an, der 500er könnte hier ein Overkill sein. 

Zusätzlich unterstützt der Authentics 500 auch Dolby Atmos. Diese Information sollte aber mit Vorsicht genossen werden und geht wohl eher aufs Konto einer umtriebigen JBL-Marketingabteilung. Denn natürlich kann der Lautsprecher kein echtes Dolby Atmos darstellen und setzt auf eine virtuelle Lösung. Dolby Atmos sorgt bei dem Lautsprecher zwar für einen kurzweiligen Effekt, der den Klang etwas räumlicher gestaltet. Im Vergleich zu den Originalaufnahmen klingen Dolby-Atmos-Mixe allerdings oft etwas verfälscht. Ob das Feature für dich Mehrwert hat, ist also Geschmackssache. Vor allem, da du für 3D-Audio an Tidal gebunden bist.

JBL Authentics 500 – Unterseite
Auf der Unterseite des Gehäuses verbirgt sich ein mächtiger Tieftöner.

Grundsätzlich legt der Authentics 500 aber eine derart ausgewogene und reife Performance ab, dass man die Optik des Retro-Lautsprechers fast schon als Versprechen deuten kann. Hier wird nicht nur die Optik legendärer JBL-Lautsprecher zitiert, man möchte sich ihnen wohl auch vom Klang annähern. Der Authentics 500 ist definitiv auch für anspruchsvolle Gehöre geeignet. So eine Performance aus einem vergleichsweise kompakten Gehäuse – das gab es früher nicht.

Auf der Höhe der Zeit: Die Bedienung des JBL Authentics 500

Bei der Bedienung des Authentics 500 erwarten uns keine Überraschungen, hatten wir doch schon die beiden anderen Authentics-Lautsprecher in der Redaktion. Deshalb wissen wir auch schon, dass du hier kaum Probleme bekommen wirst.

Wie auch beim Authentics 200 und Authentics 300, ist die JBL-One-App das Kommandozentrum des Authentics 500. Einfach per App mit dem WLAN verbinden oder ein LAN-Kabel in den Ethernet-Port des Lautsprechers stecken und die Einrichtung kann losgehen. Diese geht flott und problemlos von der Hand und selbst das obligatorische Softwareupdate ist innerhalb einer Minute erledigt.

Nach der Einrichtung findest du den Authentics 500 in deinem Netzwerk und kannst ihn über AirPlay oder Chromecast auswählen. Dabei ist der Lautsprecher immer angeschaltet und versetzt sich nach längerer Zeit ohne Nutzung in einen Stand-By. In unserem Test hatten wir parallel den Authentics 200 im Netzwerk und haben spielend einfach zwischen den beiden Lautsprechern wechseln können. Das funktioniert im Bruchteil einer Sekunde und auch beim Multiroom-Betrieb gab es keinen Versatz zwischen beiden Lautsprechern. Dieser funktioniert übrigens kinderleicht, solange mehrere Authentics-Lautsprecher im Netzwerk eingerichtet sind. Ihr findet die Lautsprecher dann einfach in der AirPlay-Auswahl oder bei Chromecast Connect. Dort könnt ihr dann einfach beide (oder mehrere) Lautsprecher aktivieren und es wird gleichzeitig Musik über die Lautsprecher abgespielt. Alternativ könnt ihr Multiroom auch in der App einrichten. Die Aussetzer beim Streamen, die wir beim Authentics 200 beobachten konnten, traten beim 500er nicht auf.

In der App sind einige Musikdienste integriert, die du in der App nutzen kannst. Amazon Music, Tidal, Qobuz und TuneIn sind mit an Bord, während mit Spotify und Apple Music zwei essenzielle Dienste fehlen. Das mag viele Leute nicht weiter stören, aber die „Herz“-Taste des Authentics, über die sich Lieblingsplaylists per Knopfdruck abspielen lassen, funktioniert nur mit den Diensten in der App. Da sehr viele Leute Apple Music und Spotify nutzen, fällt diese Funktion entsprechend auch für viele Leute flach.

Zudem sind die restlichen Funktionen der App relativ übersichtlich. Wie bei den anderen Lautsprechern der Authentics-Reihe findest nur einen sehr simplen 3-Wege-Equalizer und wenige andere Einstellmöglichkeiten bietet.

Klanganpassung auch ohne App

Am Gerät selbst finden sich dieselben Knöpfe wie bei den Geschwistern. Zwei Drehregler, um den Bass und den Treble anzupassen, ein Drehregler für die Lautstärke, über den sich auch Songs pausieren und skippen lassen sowie zwei Knöpfe für die Bluetooth-Kopplung und die „Momente“-Funktion. Die drei großen Regler sind zusätzlich noch mit einer Leuchtleiste umrandet, die die aktuelle Einstellung zeigt. Ein cleveres und auch hochwertiges Detail.

JBL Authentics 500 – Bedienelemente
Die Bedienelemente des JBL Authentics 500 heben sich erfrischend von der Masse ab.

Wie schon beim Authentics 200 haben wir uns sehr über die physischen Klangregler gefreut, etwa um den Bass zuliebe der Nachbar:innen zu begrenzen. Generell kannst du so auch den Ton im Handumdrehen ändern und musst nicht den umständlichen Weg über die App gehen. Das lädt auch Laien dazu ein, mit den Einstellungen zu spielen und nach dem eigenen Geschmack anzupassen. Zudem erinnert es an klassische Stereo-Anlagen, die oft eine ähnliche Bedienung bieten. Gerade zu Hause hat man nicht immer das Handy parat und freut sich über die Option, den Klang im Vorbeigehen anzupassen.

Sprachsteuerung mit Alexa und Google Assistant

Natürlich glänzt auch der Authentics 500 mit der gleichzeitigen Unterstützung von Amazon Alexa und Google Assistant. Das können bisher nur wenige Smart Speaker und ist ein weiterer Schritt in eine benutzerfreundliche Zukunft. Denn das Feature ist besonders praktisch, da du dich im Smart Home nicht für einen Dienst entscheiden musst. Kleines Feature, große Wirkung!

JBL Authentics 500 – Mikro
Über einen Schiebeschalter auf der Rückseite lässt sich das integrierte Mikrofon deaktivieren.

Das hat in unserem Test einwandfrei funktioniert, wobei der Authentics 200 einen Schuss verlässlicher Befehle erkannt hat. An der Stelle gibt es aber wenig zu kritisieren. Auch hier gibt es einen Schalter an der Rückseite des Gehäuses, mit dem sich das integrierte Mikrofon deaktivieren lässt. Selbiges hilft dem Authentics 500 übrigens dabei, den Raum zu vermessen, um automatisch den Klang anzupassen. Das ganze dauert drei Minuten und passiert automatisch im Hintergrund. Die Änderungen waren, wenn auch nur dezent, hörbar.

Der JBL Authentics 500 in der Praxis

Auch bei den Anschlüssen unterscheidet sich der Authentics 500 nicht von seinen Geschwistern. Ein Ethernet-Port, ein USB-C-Anschluss, ein 3,5-Millimeter-Audioeingang und die Stromzufuhr. Das sollte für die meisten Anwendungszwecke ausreichend sein. Auch hier ist der USB-C-Anschluss ohne wirklichen Zweck, da er auf dem deutschen Markt nur für Service-Zwecke freigeschaltet ist. Eine vergebene Chance. Auch eine HDMI-Buchse hätte sich beim Authentics 500 angeboten, der eine solide Alternative zu einer Soundbar sein könnte.

JBL Authentics 500 – Anschlüsse
Bei den Anschlüssen serviert JBL Standardkost.

Natürlich ist der 500er auch mit Bluetooth 5.3 ausgestattet und kann auch ohne WLAN-Verbindung bespielt werden. Bei dem ambitionierten Preis des Authentics 500 stößt der Verzicht auf Bluetooth-Codecs wie aptX oder LDAC bei uns aber auf Unverständnis.

Ansonsten hat der Smart Speaker auch keine IP-Zertifizierung zu bieten. Bei knappen acht Kilogramm und den eher unhandlichen Maßen würde das aber auch niemand erwarten.

Die Optik des Authentics 500: Eleganter Retro-Chic

Die Designsprache der Authentics-Serie von JBL haben wir bereits zur Genüge besprochen. Die Optik im 70er-Stil ist absolut gelungen und sorgte in der Redaktion für viele positive Worte. Das Lautsprechergitter ist ansprechend gestaltet und erinnert optisch an die JBL L52 Classic oder die L100 Classic. Auch hier noch mal die Bitte an JBL, eine orangefarbene Lautsprecherabdeckung ins Programm aufzunehmen. Dann wäre die Optik noch authentischer.

JBL Authentics 500 – Vergleich
Der Vergleich mit dem kleinen Authentics 200 zeigt, wie groß der 500er ist.

Die Oberfläche ist mit einem Kunstleder überzogen und erinnert damit sehr stark an Gitarrenverstärker aus dem Hause Marschall. Die Marke verwendet eine ähnliche Optik bei seinen Lautsprechern, etwa dem Marshall Woburn III. Das sorgt für eine schöne Haptik und unterstreicht den Retro Faktor. Dennoch findet JBL eine völlig eigene Designsprache, die sich stark von Marshall absetzt. Während Marshall das Design seiner Gitarrenverstärker mehr oder weniger 1:1 für seine Lautsprecher verwendet, interpretiert JBL seine ikonischen Designs neu. Die Front wird zusätzlich von einer gravierten Aluminiumleiste umfasst. Die Verarbeitung wirkt in Summe einwandfrei, das gewisse Etwas hätte sich JBL beim 500er aber noch einfallen lassen können.

Unser Fazit zum JBL Authentics 500

Der JBL Authentics 500 setzt der neuen Retro-Linie von JBL eine würdige Krone auf. Vor allem beim Klang kann der große Bruder einiges zulegen und rechtfertigt den Aufpreis zu den kleineren Lautsprechern der Serie. Hier wird unfassbar kräftiger und dazu auch noch klarer Klang geliefert, der von nur wenigen Lautsprechern übertroffen wird. Leichte Schwächen, wie die durchschnittliche App und die fehlende Möglichkeit, Spotify mit der „Momente“-Taste zu nutzen, trüben den Gesamteindruck nur minimal.

JBL Authentics 500 – Testsiegel

 

Der JBL Authentics 500 ist bei MediaMarkt erhältlich:

Technische Daten
Schnittstellen Bluetooth 5.3, AirPlay, Alexa Multi-Room Music, Chromecast built-in, Spotify Connect
WLAN-Verbindung 802.11 a/b/g/n/ac/ ax (2,4 und 5GHz)
Sprachassistenten Amazon Alexa, Google Assistant
Akku-Kapazität / Laufzeit -
Ladedauer -
Stereo-Kopplung Nein
Gewicht 7,8 kg
Abmessungen (BxHxT) 447 x 240 x 255,7 mm
Wasser- und Staubschutz
Steuerungs-App JBL One
AUX-Eingang/Ausgang Ja
Verfügbare Farben Schwarz
Preis 629,99 Euro
Dolby Atmos Ja

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