Startseite HiFi Elektronik Plattenspieler Teac TN-3B-SE im Test: Plattenspieler mit Ambitionen

Teac TN-3B-SE im Test: Plattenspieler mit Ambitionen

Der Teac TN-3B-SE sieht nicht nur schick aus, sondern will auch mit technischen Raffinessen glänzen. Wie das klingt, haben wir getestet.
HIFI.DE Test | Teac TN-3B-SE
Antrieb
Riemenantrieb, manuell
Tonabnehmer ab Werk
Audio-Technica AT-VM95E (MM)
Motor
DC-Motor
33 ⅓ / 45 / 78 RPM
ja / ja / nein (elektronische Umschaltung)
Anti-Skating einstellbar
Ja, Feder, stufenlos
Integrierter Phono-Vorverstärker
Ja
Preis
529 Euro
In Kürze
Die Optik des TN-3B-SE ist wertig, der Tonarm ist ungewöhnlich konstruiert und funktioniert hervorragend, der Serien-Tonabnehmer erweist sich als gute Wahl. Einige hörbare Motorgeräusche trüben leider das Ergebnis dieses ansonsten sehr guten Plattenspielers.
Vorteile
  • Agiler, sauber gemachter Tonarm
  • Verwendet Standard-Headshells
  • Wertige Optik
Nachteile
  • Integrierter Vorverstärker klingt etwas schlank
  • Hörbare Motorgeräusche im Ausgangssignal
Für Links auf dieser Seite erhält HIFI.DE evtl. eine Provision vom Shop. Weitere Infos

Zu einem Listenpreis von aktuell 529 Euro muss ein Plattenspieler mehr mitbringen als nur einen bildschönen Hochglanzlack. Aber das feine Finish hilft natürlich schon: Den Teac TN-3B-SE schaut man gerne an. Unser Testgerät in Ausführung „Cherry“ sieht vor allem mit bestimmten farbigen Vinylpressungen richtig “instagramable” aus. Auch den tastenden Fingern gibt der japanische Spieler positive Rückmeldung. Einmal aufgebaut, steht er solide und wackelfrei auf dem Tisch oder Sideboard. Sein Drehzahlschalter lässt sich genauso spielfrei bewegen wie der Lifthebel, und der Teller startet aus dem Stand so zügig, dass du nicht mal „LP“ sagen kannst, bevor er auf Nenndrehzahl rotiert.

Teac TN-3B-SE schräg mit offener Haube
Der Teac TN-3B-SE besticht mit schickem Design. Aber kann er auch in unserem Hörtest bestehen?

Wie alle Plattenspieler muss der Teac uns aber vor allem im Hörraum überzeugen. Dort warten hochauflösende Lautsprecher, amtliche Verstärker, einige Phono-Vorverstärker und natürlich viele Regalmeter Schallplatten. Die wir dann auch nicht nur auf dem schicken Kandidaten auflegen, sondern auch auf ausgesuchten Vergleichsspielern: Ein Rega Planar 1 Plus steht nahezu preisgleich in der Liste. Und der New Horizon 121 kostet im UVP sogar etwas weniger – was den Teac nicht daran hindert, ihn im Straßenpreis gelegentlich noch zu unterbieten. Das sind also Spieler, die in der Preisklasse des TN-3B-SE auf jeden Fall mit auf dem Zettel stehen. Und die sich auf dem Analog-Rack im Hörraum warmlaufen.

Zurzeit gibt es den Teac TN-3B-SE bei Cyberport sehr günstig in drei verschiedenen Farben:

Teac TN-3B-SE im Hörtest: Der Vorverstärker macht den Unterschied

Unser Hörtest ist zweiteilig: Mit dem integriertem Phono-Vorverstärker sind andere Vergleiche nötig, als ohne ihn. Und die können auch komplett unterschiedlich ausgehen. Es gibt Dreher, die wir ganz klar über ihren internen Vorverstärker besser finden als über eine irgendwie noch realistische externe Elektronik. Zu denen zählt etwa der Technics SL-1500C. Der Rega P1 Plus sowieso, zumal du da den Preamp ohnehin gar nicht abschalten kannst.

Der Teac dagegen überzeugt uns über seinen eingebauten Preamp eher weniger. Wir haben Tom Jones aufgelegt, ein Greatest-Hits-Doppelalbum aus den 70er Jahren, das du auf dem Flohmarkt oder bei Discogs für wenige Euro schießen kannst. Und das mit seiner feurigen Dynamik überraschend schwierig wiederzugeben ist. Beim TN-3B-SE will der Funke einfach nicht so richtig überspringen.

Teac TN-3B-SE Geschwindigkeit
Die Geschwindigkeit stellst du beim Teac TN-3B-SE über diesen Regler ein.

Die schmetternden Bläser auf dem Opener It’s Not Unusual wirken etwas stumpf, Tom Jones’ ikonische Loungepop-Stimme zu schmächtig. Ohne Vergleich würde man den recht dünnen Klang vielleicht dem Alter der Aufnahmen ankreiden. Der Song stammt schließlich aus dem Jahr 1965. Mit dem Planar 1 Plus klingt er aber schlagartig taufrisch. Als hätte die illustre Musikerschar gerade erst das Studio verlassen. Unter ihnen der damals als Sessionmusiker extrem produktive Jimmy Page, der später Led Zeppelin gründen sollte. Unten mehr, oben mehr, und alles mit mehr Schwung und Dynamik: Über den Plattenspieler mit eingebautem Vorverstärker gehört, macht die Platte sofort Lust auf einen Cocktail.

Der Tonabnehmer sorgt für klaren Sound

No Prize von Kae Tempests aktuellem Album „The Line Is A Curve“ löst den drahtigen Sixties-Sound ab. Mit Tempests Stimme in Großaufnahme, E-Piano und fast schon einem Überangebot an Bass in Form elektronischer Beats. Damit klingt der Teac schon ausgewogener und zeigt die Qualitäten seines serienmäßigen Tonabnehmers. Neben den supergünstigen Audio-Technica-Derivaten, die im Rega und New Horizon verbaut sind, kann sich der Audio-Technica VM95E des Teac mit klareren Konturen und mehr Disziplin bei schwierigen S-Lauten profilieren. Allerdings nur, wenn wir den Spieler unter Umgehung seines internen Phonoteils an einem Phono-Preamp anschließen. Welcher das genau ist, bleibt sekundär: Eine einfache Pro-Ject Phono Box E oder der Cambridge Audio Alva Duo bewirken beide eine sehr deutliche Verbesserung.

Teac TN-3B-SE Standfüße
Der Teac TN-3B-SE steht auf dicken Metallfüßen, was ihn optisch ordentlich aufwertet.

Generell auf externe Phonohilfe angewiesen ist der New Horizon 121, der nun die Vergleichsarena betritt. Mit dem Teac wechselt er sich an einem vornehmen Gold Note PH5 ab. Das Niveau ist nun bereits deutlich höher: Stimmen oder Gitarren erhalten mit dem Teac glaubwürdigen Körper, der gesamte Ton wirkt runder und glatter als im ersten Durchgang. Auch die Dynamik, die zuvor so eigenartig geplättet wirkte, feiert Auferstehung.

Der New Horizon kann das allerdings unterm Strich noch besser. Er lässt die Percussion-Akzente im Mittelton zwar nicht ganz so kernig schnalzen, dafür entwickelt er merklich mehr Druck und Struktur im Tiefton. Zugleich wirkt sein Hochtonbereich zwar etwas diffus, aber auch vollständiger und luftiger. Das ist bemerkenswert, weil der Abtaster des 121 sonst nicht als Hochtonkünstler bekannt ist. Mit externer Vorverstärkung klingt der Teac also durchaus angenehm, sehr sauber und klar, aber ganz oben etwas abgedunkelt und im Bass recht schlank. Wie der Teac TN-3B-SE im Vergleich mit allen anderen von uns bereits getesteten Plattenspielern abschneidet, verrät dir ein Blick in unsere Bestenliste:

Teac TN-3B-SE: Technischer Aufbau und Praxis

Der TN-3B-SE basiert auf Großserientechnik eines taiwanischen OEM-Produzenten, gewürzt mit reizvollen Besonderheiten. Plattenteller und Lager sind alte Bekannte aus Dutzenden anderer Spielermodelle. Der Teller besteht aus dünnwandigem Aluguss, wiegt etwa 600 Gramm und klingt aus wie eine Glocke, wenn man ihn mit dem Finger anschnippt. Die dünne Filzmatte trägt nur wenig zur Dämpfung bei. Deutlich beruhigend wirkt dagegen der Gummi-Antriebsriemen, der beim Teac nicht um den (trotzdem vorhandenen) inneren Tellerkranz läuft, sondern den Aludeckel ganz außen umschlingt.

Teac TN-3B-SE Motor mit Riemen
Der Motor des Teac TN-3B-SE läuft zwar sehr gleichmäßig, ist aber nicht der leiseste.

Die damit sehr kurze Übersetzung und das geringe Tellergewicht führen zu blitzartigem Hochfahren, aber auch zu einer entsprechend direkten Übertragung potenzieller Störungen. In der Tat mischt der Teac vernehmliche Motorvibrationen ins Ausgangssignal. Ein gleichmäßiges Summen, das du außen auf der Platte am deutlichsten, zur Mitte hin etwas schwächer hörst – unschön ist es in jedem Fall.

Die Geschwindigkeit schaltest du mit einem leichtgängigen, angenehm einrastenden Drehschalter um. Eine Feinjustage von außen ist nicht vorgesehen und war beim Testgerät auch nicht nötig. Denn das lief auf 45 punktgenau und auf 33 auch nur ein unhörbares halbes Prozent zu schnell. Sollte sich das einmal mal ändern, gibt es versteckte, nach Abnehmen des Bodens zugängliche Trimmer dafür.

Teac TN-3B-SE Zubehör
Im Lieferumfang sind ein Single-Puck und ein langes, wenn auch rudimentäres Phonokabel enthalten.

Auf der gleichen Platine sitzt auch der einfache, aber immerhin rauscharme Phono-Vorverstärker auf Basis eines hochwertigen OP-Amp-Chips. Ein Schiebeschalter am Heck deaktiviert diesen Preamp auf Wunsch. Die Signale müssen sich dann aber immer noch durch Teile der Schaltung arbeiten, um an den Ausgangsbuchsen anzukommen. Was eventuell den leichten Hochtonmangel mit externem Vorverstärker erklärt.

Tonarm mit High-End-Erbgut

Das Chassis unseres Spielers besteht aus MDF mit Holzdekor auf der Oberseite, das unter einer dicken Schicht rötlich-klaren Hochglanzlacks sehr edel wirkt. Alternativ bekommst du den Spieler auch in Schwarz oder Weiß, jeweils hochglänzend. Als Technik-Highlight des TN-3B-SE kann sein Tonarm gelten, den du außer beim direkt angetriebenen Schwestermodell TN-5D-SE garantiert noch nirgends gesehen hast. Ein kleiner Aufdruck rechts auf dem Lagergehäuse meldet „Designed by SAEC“. Das sorgt bei erfahrenen Analogfans auf jeden Fall für freudige Neugier. Denn SAEC war in den goldenen 70er und 80er Jahren einer der vornehmsten Tonarmhersteller und wurde erst kürzlich wiederbelebt. Mit astronomisch teuren Eigenmodellen einerseits, und den erschwinglichen Designs für Teac andererseits.

Teac TN-3B-SE Tonarmlager "SAEC"
Nach den Vorgaben des Spezialisten SAEC wird der Tonarm des TN-3B-SE gefertigt. Das Ergebnis lässt sich sehen und hören.

Der Teac-Arm wird zwar nicht bei SAEC gebaut, sondern wie der ganze Spieler in Taiwan. Er hebt sich aber angenehm vom sonstigen Einerlei ab. Und zwar vorwiegend im Lagerbereich: Statt Kugel- oder Spitzenlagern hat der Arm für die Vertikalbewegung zwei Schneidenlager. Wie eine Wippe balanciert er auf zwei Keilen aus gehärtetem Stahl, deren Spitze jeweils in einer konkaven Lagerpfanne steht. Die Konstruktion stabilisiert sich durch das getragene Gewicht selbst: Beim Auspacken und Lösen der Sicherungsdrähte klappert der Arm noch wenig vertrauenerweckend. Einmal auf- und eingestellt bewegt er sich aber sehr leichtgängig und spielfrei.

Bewährter Tonabnehmer von Audio-Technica

Das Armrohr beschreibt eine klassische S-Kurve, vorn endet es in einem Standard-Bajonettverschluss für beliebige Headshells nach SME-Norm. Das beiliegende Exemplar ist mit einem Audio-Technica VM95E bestückt und akkurat justiert. Das Shell musst du also nur noch aufstecken und festziehen, sowie anschließend die Auflagekraft einstellen. Das funktioniert auch ohne Tonarmwaage sehr genau und problemlos. Die Armhöhe ist fix und nicht verstellbar. Das ist ein wenig schade, weil es deine Einstelloptionen gerade bei ambitionierteren Nadelschliffen doch einschränkt. Andererseits ist die Höhe klug gewählt. Mit dem AT-VM95E und der Original-Filzmatte läuft der Arm fast parallel zur Vinyloberfläche, vorne nur einen Tick tiefer, was Luft für dicke Platten, stärkere Matten oder auch höher bauende Tonabnehmer schafft.

Teac TN-3B-SE Headshell Audio-Technica VM95E
Der Teac TN-3B-SE wird mit einem grünen Audio-Technica VM95E ausgeliefert. Unter das abnehmbare Headshell passen aber auch andere Tonabnehmer.

Zwei Millimeter mehr auf dem Teller, und schon ist das System über den exakt parallelen Punkt hinaus, spielt dann also ganz leicht tail down. Wir haben das ausprobiert – aus Versehen: Beim fliegenden Wechsel vom New Horizon 121 nahm die Platte unbemerkt dessen dünne Wollmatte mit auf den Teac-Teller – Statik sei Dank. Das klang mit dem AT tatsächlich ausgewogener und stimmiger. Ein anderer lohnender Tuningschritt wäre, das VM95E mit den besseren EN- oder ML-Nadeln zu bestücken, die jeweils noch klarer, heller und feiner klingen. Wirklich überragend klingt der Teac aber mit dem Denon DL-110: Für unter 300 Euro bringt dieses High-Output-MC eine wunderbare, lichtdurchflutete Farbenpracht in den Klang – und sieht in seinem Oldschool-Gehäuse aus rotem Perlmutt-Plastik auf dem Spieler auch perfekt stimmig aus.

Unser Testfazit zum Teac TN-3B-SE

Der abschließende Test mit dem fein auflösenden Denon DL-110 hat uns gezeigt, dass der Teac-Arm tatsächlich gut ist und auch mit etwas anspruchsvolleren Systemen umgehen kann. Eine klare Empfehlung können wir einem Spieler für um die 500 Euro aber nur geben, wenn sein Motor im Ausgangssignal weitestgehend unhörbar ist. Und das können wir unserem Testexemplar leider nicht bescheinigen.

HIFI.DE Testsiegel Plattenspieler Teac TN-3B-SE 7.3

Hier findest du den Teac TN-3B-SE momentan besonders günstig im Angebot:

Technische Daten
Antrieb Riemenantrieb, manuell
Tonabnehmer ab Werk Audio-Technica AT-VM95E (MM)
Tonarm 9", mittelschwer, S-Form, wechselbare Headshell
Teller Alu, ca. 600 g
Motor DC-Motor
33 ⅓ / 45 / 78 RPM ja / ja / nein (elektronische Umschaltung)
Anti-Skating einstellbar Ja, Feder, stufenlos
Höhenverstellbare Füße Nein
Integrierter Phono-Vorverstärker Ja
Preis 529 Euro

Alle von uns getesteten Plattenspieler findest du in unserer Bestenliste:

Für Links auf dieser Seite erhält HIFI.DE evtl. eine Provision vom Shop. Weitere Infos
zur Startseite Beitrag kommentieren
Für Links auf dieser Seite erhält HIFI.DE ggf. eine Provision vom Händler, z.B. für mit * oder gekennzeichnete. Mehr Infos.