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TV-Helligkeit: So hell sollte dein Fernseher sein

Je heller dein Fernseher, desto besser? Das kommt ganz darauf an. Wir haben recherchiert und getestet, wie hell dein TV wirklich sein sollte.
Spitzenhelligkeit - Wie hell muss mein TV sein? Bild: Samsung

Spätestens, wenn es um Fernseher für helle Räume oder HDR geht, kommt das Thema Spitzenhelligkeit auf. Doch wie hell muss dein Fernseher wirklich sein? Wir klären alles rund um den Begriff Spitzenhelligkeit.

Was ist Spitzenhelligkeit?

Hältst du nach dem besten Fernseher Ausschau, hast du sicher schon von der Spitzenhelligkeit gelesen. Gemeint ist damit, wie hell ein Fernseher maximal werden kann. Also nicht unbedingt, wie hell der TV im normalen Betrieb ist. Sondern wie hell er wird, wenn er sehr feine, helle Details in HDR-Filmen wie kurze Lichtblitze wiedergeben soll. 

Angegeben wird die Spitzenhelligkeit in der Regel in Nits. Das ist eine andere Bezeichnung für Candela pro Quadratmeter (cd/m²). Im Grunde zeigt der Wert, wie viel Licht pro Quadratmeter Fläche zur Verfügung steht – die Leuchtdichte also.

TCL C845 TV-Helligkeit
Damit ein Fernseher selbst im hellen Raum kontrastreich erscheint, benötigt er viel Spitzenhelligkeit.

Je höher der Wert, desto heller können Highlights ausfallen. Er hat also einen großen Einfluss darauf, wie gut HDR-Inhalte aussehen können. Allerdings zeugt er von den Fähigkeiten eines Fernsehers und zeigt auf, dass der Fernseher ganzflächig ebenfalls hell werden kann. Das ist dann wichtig, wenn du gerne bei Tageslicht Filme oder Serien schaust oder wenn du das Maximum an Helligkeit in Spielen herausholen möchtest.

Die Fernseher mit der besten Bild-Wertung haben fast alle eine hohe Spitzenhelligkeit und befinden sich weit vorn in unserer Fernseher-Bestenliste:

Spitzenhelligkeit bei HDR-Inhalten

Für ein überzeugendes Bild in HDRdas steht für High Dynamic Range – ist möglichst viel Spitzenhelligkeit von Vorteil. Denn beides in Verbindung sorgt für ein nuanciertes Bild mit einem, wie der Name schon verrät, hohem Dynamikumfang. Heißt, in einzelnen Szenen können unterschiedlich beleuchtete Areale eines Bildes besser dargestellt werden. Einzelne Sterne an einem Nachthimmel etwa, die dich förmlich anstrahlen, während dunkle Bereiche trotzdem noch Details aufweisen.

SDR HDR Vergleich - auch hier spielt die Spitzenhelligkeit eine Rolle
Im direkten Vergleich zaubert HDR ein wesentlich kontrastreicheres Bild mit einem erhöhten Farbumfang, auch wenn diese Darstellung den Effekt etwas überzeichnet. | Bild: LG

HDR-Inhalte oder -Signale kommen immer mit sogenannten Metadaten daher: Informationen, die die eigentlichen Daten begleiten. Diese teilen dem Fernseher mit, welche Eckwerte die Videoproduktion berücksichtigt hat. Oft handelt es sich dabei um einen Leuchtdichtewert von 1.000 Nits. Es können aber auch mal 2.000 oder 4.000 Nits sein.

Unterschiede bei statischen und dynamischen HDR-Formaten

Wie wichtig die Spitzenhelligkeit genau ist, hängt von der Art des HDR-Formates ab.

HDR10 ist ein statisches Format. Hier wird die dynamische Spannweite filmübergreifend festgelegt. Je mehr Spitzenhelligkeit dein Fernseher aufbringt, desto besser in diesem Fall. Ist ein Film etwa mit 1.000 Nits gemastert, kann ein heller Fernseher dies locker verarbeiten und detailgetreu wiedergeben.

Panasonic MXW834 Schrägansicht
Geräte ohne sehr viel TV-Helligkeit, wie der Panasonic MXW834, profitieren von dynamischen HDR-Formaten.

Dynamische HDR-Formate wie Dolby Vision oder HDR10+ auf der anderen Seite können die Dynamic Range pro Szene oder sogar pro Einzelbild dynamisch anpassen. „Der Grund, warum dynamische Metadaten überhaupt eingeführt worden sind, ist, weil die Fähigkeiten der Fernseher im Vergleich zu den Mastering-Monitoren sehr viel geringer sind“, erklärt uns Florian Friedrich, seines Zeichens selbst im Mastering-Prozess von Filmen involviert, im direkten Gespräch. Und das gilt insbesondere bei den Einstiegsfernsehern, die keine so hohen Spitzenhelligkeiten aufweisen.

Damit diese mit ihren begrenzten Fähigkeiten das Maximum aus HDR-Inhalten herausholen können, müssen sie per Tone Mapping ihre Bandbreite an Helligkeitsunterschieden an das mit einem helleren Monitor gemasterte Bild eines Films anpassen. Das gelingt wesentlich besser, wenn pro Szene neu entschieden wird, wie die Helligkeit verteilt ist. Dann können sowohl helle als auch dunkle Szenen detailreicher wiedergegeben werden. Sehr helle Fernseher benötigen das in der Regel nicht – schlicht, weil sie auch ohne die dynamischen Metadaten bereits eine enorme Spannbreite an Helligkeitsunterschieden darstellen können.

Möchtest du noch mehr zur Zukunft von HDR bei Fernsehern und indirekt etwas zur Spitzenhelligkeit erfahren, schau dir unser Gespräch mit Florian Friedrich an:

Auch SDR bietet Spitzenhelligkeiten

Schaust du nicht vorrangig Netflix und Co. in HDR, wirst du im Alltag häufig SDR-Inhalte konsumieren. SDR steht für Standard Dynamic Range und kann letztlich im Dynamikumfang nicht mit HDR-Content mithalten.

Das Standard-TV-Bild etwa wurde ursprünglich nach Rec.709-Standard referenziert, 100 Nits sind hier an der Tagesordnung. Klar, das mag Geschmacksache sein, aber unserer Meinung nach geht das an der Realität vorbei. Wir bevorzugen für SDR-Material eine Spitzenhelligkeit um die 200 Nits, weshalb du mal in die Einstellungen deines Fernsehers schauen solltest. Panasonic nimmt gerne die 100 Nits in seinem True Cinema Mode als Voreinstellung, während Samsung- und TCL-Fernseher das andere Extrembeispiel darstellen und in ihren Modi gerne die Leuchtdichte aufdrehen.

Hier gilt aber ebenfalls: Je mehr TV-Helligkeit, desto eher kannst du nachjustieren. Schaust du etwa bei direkter Sonneneinstrahlung, können selbst bei 200 Nits Details verloren gehen.

Das bringen aktuelle Fernseher an TV-Helligkeit mit

Ob LG-Fernseher, Panasonic-TVs oder Fernseher von Samsung, Sony und Co.: Aktuelle Topmodelle liefern Spitzenhelligkeiten von teils mehr als 2.000 Nits. Allerdings hängt das mit der verwendeten Display-Technologie zusammen. OLED-Fernseher mit MLA schaffen mit neutralen Bildeinstellungen knapp über 1.500 Nits – die Displays sollen aber laut Hersteller bereits an die 3.000 Nits heranreichen.

LG OLED G4 Spitzenhelligkeit Calman
Ein aktueller Top-OLED wie der LG OLED G4 knackt die 1.600 Nits Spitzenhelligkeit. | Screenshot: Calman

QLED-Fernseher und Mini-LED-TVs erreichen locker 2.000 Nits Spitzenhelligkeit. Die Mini-LED-Technik ist aber noch längst nicht komplett ausgeschöpft. TCL und Hisense überbieten sich regelrecht mit TV-Helligkeiten und so sind schon Modelle mit bis zu 10.000 Nits auf dem Markt. Sony scheint in Zukunft ebenfalls verstärkt auf LED-Technik zu setzen und will mit dem Bravia 9 näher an die Referenzwerte von 4.000-Nits-gemasterten Studiomonitoren herankommen.

Ob OLED, QLED und LED, mit den heutigen Mitteln sind Fernseher schon richtig hell.

Wie hell ist zu hell? Oder gibt es überhaupt ein zu hell?

Natürlich brauchst du bei einer so hohen Leuchtdichte nicht Angst um deine Augen zu haben. Diese Extremwerte werden schließlich nicht auf dem gesamten Bild wiedergegeben. Vielmehr wird es genutzt, um Spitzenlichter noch weiter hervorzuheben und Highlights besser auszudefinieren.

Selbst, wenn das Bild dadurch zu hell wird: Eine Option zu haben, ist immer von Vorteil. Du kannst die Helligkeit einfach herunterregeln, wenn du dich geblendet fühlst. Falls dann doch der Kinoabend auf den Vormittag verlegt wird, bleibt dir genügend Spielraum für eine tolle Filmwiedergabe im Hellen.

Die Wahrnehmung von Helligkeit

Übrigens: Nur weil ein Fernseher womöglich bei der Spitzenhelligkeit die 10.000 Nits Grenze knackt, bedeutet das nicht gleich, dass du ihn zehnmal heller als einen Mittelklasse-OLED wahrnimmst. Leuchtdichte wird nämlich nicht linear empfunden. Ein Unterschied von 100 zu 50 Nits ist etwa wie die Farbe Weiß zu Grau, bei 1.000 und 1.500 Nits ist der vom Auge feststellbare Unterschied jedoch wesentlich kleiner.

Vergleich Wahrnehmung von Helligkeit in Abhängigkeit zur Umgebungshelligkeit
Helligkeit hängt von vielen Faktoren, wie der Umgebung, ab. Das Beispiel beweist es: Beide Kreise besitzen denselben Grauton.

Das hängt auch mit der Umgebungshelligkeit zusammen. Ist dein Raum schön hell, wirst du einen Wert von 2.000 Nits etwa als wesentlich “dunkler” empfinden als in einem abgedunkeltem Raum. Weil du im Hellen zudem weniger Details in dunklen Szenen ausmachen kannst, solltest du für den vollen Genuss immer die Vorhänge zuziehen oder abends ohne Licht Filme und Serien konsumieren.

Du suchst nach einem Fernseher für helle Räume? Wir haben einige Modelle getestet und verraten dir hier unsere Favoriten:

Helligkeit beim Fernseher richtig einstellen

Damit du alles, was du mit deinem TV ansehen oder wiedergeben möchtest, genießen kannst, solltest du nach den eigenen Wünschen den Fernseher einstellen. Dazu zählt auch die Helligkeit, die in dem Fall die Strahlkraft des Panels widerspiegelt.

Egal, was du hier einstellst, du regelst damit vor allem SDR-Inhalte. Der Grund: Spielst du etwas mit HDR ab, wird automatisch der höchste Helligkeitswert eingestellt, um den gewünschten Effekt zu erzielen. Du kannst hier zwar ebenfalls nachregeln, das würden wir jedoch nicht empfehlen. Die maximale Leuchtdichte deines Fernsehers bringt HDR-Effekte erst so richtig zum Strahlen.

Gmaing-Overlay LG OLED B3 Helligkeitsanpassung Schwarzwert
Für noch mehr Kontrast abseits der Spitzenhelligkeit kannst du in Gaming-Menüs oft noch den Schwarzwert anheben. | Screenshot: Dotemu (TMNT: Shredder’s Revenge), LG

Neben der Helligkeit an sich ist der Video-Schwarzwert von Bedeutung – gerade bei Gaming-Fernsehern. Willst du dir im Multiplayer den Sieg sichern, solltest du die dunklen Bereiche feinjustieren. Das sorgt für mehr Überblick, da du in den dunkleren Bereichen des Bildes ganz einfach mehr erkennen kannst. Das Licht solltest du dennoch ausschalten, insbesondere, wenn du in HDR zockst.

Fazit: Wie hell muss er denn nun sein, dein TV?

Ob jetzt 10.000 Nits wirklich notwendig sind, lassen wir mal dahingestellt. Fest steht aber, dass eine höhere Spitzenhelligkeit immer nur Vorteile mitbringt.

Zum einen hast du mehr Spielraum, wenn du doch einmal die Helligkeit herunterregeln möchtest. So kannst du bei allen Lichtverhältnissen das Maximum aus deinem Fernseher herauskitzeln. Zum anderen sehen Inhalte, insbesondere HDR-Content, einfach besser, nuancierter und dynamischer aus. Möchtest du, dass deine Filme, Serien oder Videospiele sich von ihrer besten Seite präsentieren, lohnt daher ein Blick auf die Spitzenhelligkeit der jeweiligen Geräte.

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