Startseite HiFi Elektronik CD Player NAD C568 im Test: CD-Player mit dem gewissen Etwas

NAD C568 im Test: CD-Player mit dem gewissen Etwas

Von NAD erwartet man gutes Preis-Leistungsverhältnis und audiophilen Klang. Ob der C568 dem guten Image der Marke gerecht wird, erfährst du in diesem Test.
NAD C568 im Test bei HIFI.DE
In Kürze
Für einen audiophilen Geheimtipp ist NAD C568 eigentlich schon zu bekannt – und auch einen Tick zu teuer. Wenn du einen solide gebauten, kraftvoll-warm klingenden CD-Player suchst, findest du ihn ihm einen fast perfekten, zeitlosen Kandidaten.
Vorteile
  • solides, vibrationsarmes Gehäuse
  • warmer, großformatiger Klang
  • spielt auch MP3- und WMA-Sticks
Nachteile
  • sehr puristisch ausgestattet

Sparsam bei Features und Optik, dafür umso großzügiger bei allem, was den Klang angeht: Seit fast fünf Jahrzehnten arbeitet NAD nach diesem Erfolgsrezept. Wenn du heute einen audiophilen CD-Spieler zum vernünftigen Preis suchst, ist der NAD C568 ein Kandidat, den wir uns nur zu gerne zu einem ausführlichen Test in den Hörraum holen.

NAD C568 Front
CD-Spieler NAD C568 im NAD-typischen zurückhaltenden Design

Hörtest: So klingt der NAD C568

Beim Vergleich von Digitalplayern darfst du nicht zu riesige Unterschiede erwarten. Dafür ist die CD-Technik nach 40 Jahren dann doch schon zu ausgereift. Wenn du eine gute Anlage hast und konzentriert hinhörst, entdeckst du dennoch schnell Dinge, die der NAD einfach besser kann als viele preiswertere Modelle. The Beast von Pentatones präsentiert Sängerin Delhia de France vor einer elektronischen Landschaft aus Beats, Bässen und verstreuten Geräuschen. Und dieses Panorama erhebt sich via NAD einfach weiter, raumfüllender aus den Boxen als zum Beispiel über den DCD-600NE von Denon.

NAD C568 - Drehrad
Den Dreh raus: Mit dem Drehrad erreichst du jeden gewünschten Track im Handumdrehen. Drücken auf das Rad wechselt zwischen Play und Pause.

Kraftvolles Musiktalent

Ein Teil des Unterschieds ist vielleicht auf den etwas höheren Ausgangspegel des NAD zurückzuführen. Aber selbst wenn wir diesen Unterschied mit der Lautstärkeregelung unseres Verstärkers korrigieren, bleibt der NAD der etwas körperhafter, kraftvoller spielende Player. Im Hochton arbeitet der C568 dagegen betont vorsichtig – manchmal zu vorsichtig: Delhia de Frances Stimme tut das gut, sie klingt wunderbar weich und cremig. Bei den metallischen Snare- und Clap-Spuren, die nach der ersten Strophe dazukommen, hätte es aber ruhig noch etwas mehr Kontrast sein können.

NAD C568 - Rückseite
Konzentriert auf das Wesentliche – ein einfaches Gerät wir der NAD C568 braucht nicht mehr Anschlüsse.

Der Denon DCD-600NE kann solche Kontraste deutlicher herausarbeiten, ist aber insgesamt schlanker und weniger dynamisch. Ein Player, der alles tatsächlich spürbar besser kann, kostet mehr als der NAD und der Denon zusammen: Der ND8006 von Marantz wäre ein Beispiel, wo die Natürlichkeit und Wärme des NAD mit der feinen Hochton-Differenzierung des Denon zusammentrifft.

Kopfstand: Die L-förmige Hauptplatine des NAD C568 trägt alle SMD-Bauteile auf ihrer Unterseite. Das lässt den Audiobereich rechts in diesem Bild etwas leer wirken, verbessert aber den Störabstand, da Wandler und Ausgangsstufen nun zwischen Stahlblech-Gehäuseboden und der durchgehenden Massenebene der Platinenrückseite liegen. | Bild: Bernhard Rietschel

Gehobener Standard: Der Aufbau des NAD C568

Im NAD-Player rotiert ein DVD-Antrieb des Herstellers Asatech, der nicht ganz so geräuschlos zu Werke geht wie zum Beispiel der CD-Drive des Denon DCD-600NE. Aber bereits die Steuerplatine zu diesem Laufwerk ist NAD-spezifisch aufgebaut und programmiert.

NAD C568 - Laufwerk
Das Laufwerk des NAD C568 ist nicht gerade ein Leisetreter, verrichtet seinen Dienst aber ansonsten zuverlässig.

Als zusätzliche Datenquelle nimmt der Player auch USB-Speichersticks mit MP3– und WMA-Musikdateien entgegen. Als D/A-Wandler hat NAD den nicht mehr brandneuen, aber weiterhin erstklassigen WM8741 ausgewählt. Der Chip stammt ursprünglich vom schottischen Hersteller Wolfson, der 2014 von Cirrus Logic übernommen wurde. Im NAD wird er mit seinem integrierten Digitalfilter verwendet, das gleich fünf umschaltbare, in Impulsverhalten und Durchlasskurve unterschiedlich optimierte Klangvarianten anbietet.

NAD C568 - Display
Alle Funktionen des NAD C568 kannst du an der Front bequem bedienen. Über USB spielt der Player auch Musikfiles ab. | Bild: Denon

Ein Digitalfilter ist nötig, um die bei der Wandlung entstehenden Aliasing-Nebenprodukte sauber vom Audiosignal abzutrennen. Wie bei solchen anpassbaren Digitalfiltern üblich, handelt es sich bei den Optionen des NAD also nicht um Sound-Presets, sondern um sehr subtile Variationen eines zur D/A-Wandlung unverzichtbaren Rechenschritts.

Wo guter Klang beginnt: Erst ein großzügig dimensioniertes Netzteil erlaubt den Audio-Baugruppen, ihr volles Potential zu erreichen. | Bild: Bernhard Rietschel

Verarbeitung und Praxis

Mit Strom versorgt wird der C568 von einem schönen, großen Ringkern-Trafo mit sorgfältig getrennten Stabilisierungen für Audio- und sonstige Verbraucher. Ein dickwandiges Stahlblech-Gehäuse verleiht dem NAD vertrauenerweckende Steifigkeit: Obwohl seine Frontplatte aus Plastik besteht, fühlt sich der C568 sehr hochwertig an und sieht auch so aus. Dasselbe gilt für die stabile, übersichtlich gestaltete Fernbedienung.

Für Play/Pause und Trackwahl am Gerät haben sich die NAD-Entwickler statt der üblichen Skiptasten ein dreh- und drückbares Kontrollrad geleistet. Das bringt zwar keine entscheidenden Praxisvorteile, ist aber nett zu nutzen. Das helle, dimmbare Punktmatrix-Display zeigt neben den üblichen Zeitmodi auch Album- und Songtitel an, wenn entsprechend codierte CDs oder Dateien laufen.

NAD C568 - Fernbedienung
Glänzend und gut: Die NAD-Fernbedienung ist griffig, perfekt gegliedert und augenfreundlich beschriftet.

Fazit NAD C-568: Vornehmer Klang, dezent verpackt

NAD C568 schräg von vorn
Solide Sache – Wenn du in gehobener Qualität Musik hören möchtest, ist der NAD C568 eine sehr gute Empfehlung.

Der NAD C568 ist nicht billig für einen Player, der im Grunde nichts kann, außer CDs abzuspielen. Der druckvolle, im Hochton angenehm zurückhaltende Klang rechtfertigt den Mehrpreis aber zumindest für Leute, die solch eine Abstimmung zu schätzen wissen und auf Streaming per Spotify, Tidal & Co. verzichten können. Hinzu kommt ein sehr solider, passgenauer Aufbau. Konkurrenz ist in dieser Geräteklasse nicht zahlreich, aber vorhanden – etwa mit dem preiswerteren, klanglich verblüffend guten Rotel CD11 Tribute.

Testsiegel NAD C568 HIFI.DE - Sehr Gut

Technische Daten
Optisches Laufwerk CD
Eingänge
Audio-Ausgänge 1x Chinch, fixed
Chromecast Built-In
Quellen kabellos
Integrierte Streamingdienste
MQA
Roon ready
Multiroom
Raumeinmessung
Netzwerk
Gehäuse-Ausführungen Graphit
Abmessungen (BxHxT) 43,5 x 8 x 30,6
Mitgeliefertes Zubehör Fernbedienung, Anschlusskabel
Gewicht 4,9
Preis 799 €

Welchen Eindruck hast du vom NAD C568 – lohnt sich der Kauf eines reinen CD-Players heute noch? Schreib deine Antwort in die Kommentare!

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