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Rotel RCD-1572 im Test: CD-Player mit Großformat-Sound

Der Rotel RCD-1572 ist einfach nur ein CD-Spieler – aber ein richtig, richtig guter: Lies hier, warum uns der Rotel RCD-1572 im Hör- und Praxistest begeisterte.
Rotel RCD-1572 CD-Player im Test | HIFI.DE Bild: Rotel

Mit dem Rotel RCD-1572 machen wir einen Schritt in eine fast vergessene Ära: In eine Zeit, als CD-Spieler noch die unangefochtene Krone der HiFi-Schöpfung waren. Und man beim Stichwort „Digital Audio“ noch nicht über Highres-Formate, Streamingdienste oder Computerprogramme nachdachte. Der RCD-1572 tut, als hätte es diese ganzen neuen Medien nie gegeben. Das macht ihn heute umso wertvoller: als luxuriös aufgebauten, klanglich hoch ausgereiften Spezialisten für Musikgenießer mit großer CD-Sammlung.

Der Rotel RCD-1572 ist in Schwarz und Silber erhältlich:

Rotel RCD-1572 Silber
Unverkennbar Rotel: Mit polierten Massivecken und eingefrästem Schriftzug gibt sich der RCD-1572 sofort als Teil der gehobenen 15er-Serie von Rotel zu erkennen.| Bild: Rotel

Der Rotel RCD-1572 im Hörtest: Ausgewogen und großzügig

Dass überragend klingende CD-Spieler heute nicht mehr furchtbar teuer sein müssen, zeigte in unseren bisherigen Tests ausgerechnet der kleine Bruder des RCD-1572. Klar, dass der Rotel CD11 Tribute auch zur klanglichen Einordnung seines doppelt so teuren Bruders bereitstand. Wie oft bei solchen Vergleichen waren die beiden Modelle viel leichter auseinanderzuhalten, als wir das zunächst befürchtet hatten.

Alles, was wir am CD 11 Tribute mochten, kann der Rotel RCD-1572 auch. Beide Player machten schwierige, verzweigte Produktionen besonders mühelos zugänglich. Beide vermitteln einen organischen, präsenten Klang, der das Gefühl des Dabeiseins verstärkt und das Zusammenspiel der Musiker unterstreicht. Im Vergleich unterstreichen gerade kompliziertere, etwas sprödere Kompositionen die Stärken der Rotel-Player. Etwa Owen Palletts großartiges Album In Conflict, das mit Orchester, hochkarätigen Gästen und ausufernden Kompositionen auf Einfachspielern fast überladen wirkt.

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Hängebauch: Um das Laufwerk in die gewünschte Position unterhalb des Displays zu bekommen, hat Rotel dafür eine eigene Wanne ins Stahl-Bodenblech gepresst. | Bild: Rotel

Ein Player von Format – auch klanglich

Was der RCD-1572 noch besser kann als sein kleiner Rotel-Bruder, ist die Darstellung wirklich großer Klangereignisse. Das müssen keine klassischen Werke sein, und noch nicht mal Aufnahmen mit besonders vielen Instrumenten. Auch Blues For The Red Sun der Stoner-Rockband Kyuss zählt dazu, weil das Album einfach extrem heavy produziert wurde. Schon der Opener Thumb walzt tonnenschwer mit einer Rhythmussektion aus heruntergestimmter Gitarre, Bass und Drums in den Hörraum. Das Stück hat mit dem RCD-1572 einfach noch mehr Format und Wucht. Nicht dramatisch, aber im direkten Vergleich unschwer erkennbar.

Klangliche Größe kann auch einfach ein überlegenes, weiteres Raumgefühl sein, etwa bei akustischen Folk- oder Songwriter-Aufnahmen. Was immer die Mikrofone an Umgebungseindrücken und Atmosphäre eingefangen haben, breitet sich über den RCD-1572 noch etwas natürlicher auf der virtuellen Klangbühne aus. Tonal wirkt der große Rotel dabei nicht heller, obwohl er mehr Details aus dem Mix herausschält. Eine akustische Win-Win-Situation also: Mehr von allem, ohne dass die sensible Balance leidet, die wir am CD11 Tribute so mochten.

Audiophiler Anblick: Die Wandler- und Ausgangsstufe rechts hinten im Player ist symmetrisch aufgebaut. Als Kondensatoren im Signalweg verwendet Rotel (wohl aus klanglichen Gründen) im RCD-1572 unter anderem viele Styroflex-Cs. Diese Bauteile sind nicht besonders teuer, aber hitzeempfindlich und werden daher mit extralangen, isolierten Lötbeinchen verbaut. | Bild: Rotel

Der Aufbau des Rotel RCD-1572

Dreh- und Angelpunkt jedes CD-Spielers ist sein Laufwerk. Es entscheidet über Langlebigkeit und Zuverlässigkeit des Geräts. Über die Gleichmäßigkeit und Fehlerarmut der Datenauslese beeinflusst es aber auch den Klang. Rotel verwendet im RCD-1572 eines der wenigen reinen CD-Laufwerke, die der Markt noch anbietet. Die überwältigende Mehrheit aller optischen Drives dient heute als Datenlaufwerk. Für HiFi-Verwendung gelten aber ganz andere Regeln: Das Laufwerk muss in Echtzeit arbeiten, also bei vergleichsweise geringen Drehzahlen, hat im Betrieb aber auch weniger Korrekturmöglichkeiten als ein ROM-Drive, das für die Auslese von Dateien optimiert ist.

Rotel RCD-1572 Front Schwarz
In Schwarz wirkt der Rotel RCD-1572 noch einmal solider. | Bild: Rotel

Die altmodische, langsame Betriebsweise mit Audio-CDs ist für moderne CD-ROM-Antriebe eher ein Nebenschauplatz. Das Laufwerk im Rotel RCD-1572 dagegen wurde dagegen noch ganz primär als Audiospezialist entwickelt und programmiert. Das haben wir ganz ähnlich auch schon im kleineren CD11 Tribute gesehen. Wo sich der 1572 dann aber klar absetzt, ist im Netzteil, im D/A-Wandler und der analogen Ausgangsstufe.

Nichts für dich? In unserer Testübersicht findest noch zahlreiche weitere CD-Player:

Klassiker der Wandler-Baukunst

Aus dem Decoder-Chip des Laufwerks strömen die CD-Daten beim RCD-1572 in einen klanglich höchst angesehenen D/A-Wandler: Der WM8740 war einst der ganze Stolz des schottischen Halbleiter-Spezialisten Wolfson. Nach dessen Übernahme durch Cirrus Logic verschwand der Name Wolfson, nicht aber der überragende DAC-Chip, den Cirrus bis heute weiterbaut. Aus dem 8740 kommt jeder Kanal gleich doppelt heraus, nämlich als differentiell-symmetrisches Spiegelpaar. Rotel bietet diese symmetrischen Signale an eigenen XLR-Ausgangsbuchsen an, die du zusätzlich zu den üblichen Cinch-Anschlüssen an der Rückwand des Players findest.

Entsprechend komplexer sieht dann auch die analoge Ausgangsstufe des Rotel RCD-1572 aus: Sie verstärkt nach dem DAC nicht zwei, sondern zunächst vier Signale. Und fasst diese dann für den Cinch-Ausgang in einem weiteren hochwertigen OP-Amp (Burr-Brown OPA2604) pärchenweise zusammen. Mit Strom versorgt wird der Player aus einem großen Ringkerntrafo, teuren englischen Slitfoil-Siebelkos und einer großen Zahl lokaler Stabilisierungen – ein Luxus-Netzteil, wie es sich für einen vornehmen Player geziemt.

Anschluss-Variationen: Die dreipoligen XLR-Buchsen liefern symmetrische Ausgangssignal-Paare. Bei korrekter Weiterverarbeitung des symmetrischen Signals im HiFi-Verstärker hast du eine störfreie Verbindungen auch über lange Kabelstrecken. Wenn der Verstärker echt symmetrisch ausgelegt ist, kann auch noch ein Klangvorteil hinzukommen. | Bild: Rotel

Verarbeitung und Praxis

Im Zusammenspiel mit passenden Amps – etwa dem Rotel RA-1572 MkII – bekommst du mit symmetrischen Verbindungen noch besseren und störärmeren Klang. Auch eine andere Ausstattungs-Entscheidung leuchtet im Kontext mit dem RA-1572 MkII am besten ein: Am RCD finden sich keine digitalen Eingänge. Sein hochwertiger D/A-Wandler steht also ausschließlich deinen CDs zur Verfügung. Weitere digitale Zuspieler kannst du dann aber am Verstärker anschließen, der über entsprechende Inputs verfügt.

Ein digitaler Ausgang ist dagegen vorhanden, in Form einer Koax-Buchse. Nicht dass sich mit einem externen DAC der Klang des RCD-1572 großartig verbessern ließe – die bordeigene Wandlerausstattung ist  mit realistischem Aufwand kaum zu schlagen. Aber es gibt ja noch Kopfhörerverstärker mit eigenem Digitaleingang oder AV-Receiver, die lieber mit Digitalsignalen arbeiten.

Vorbildlich: Die Fernbedienung des RCD-1572 steuert ausschließlich den Player, verwirrt also nicht mit Tasten für Fremdgeräte. | Bild: Bernhard Rietschel

Steuern kannst du den Spieler entweder mit den knackig-präzisen Tasten direkt am Gerät oder über eine IR-Fernbedienung. Neben den Grundfunktionen bietet der IR-Geber auch komfortable Extras wie eine 10er-Tastatur sowie Pfeiltasten für das kleine Setup-Menu des Players. Dort kannst du den Softwarestand des Spielers abrufen, die Power-Taste und das Display unabhängig voneinander in der Helligkeit justieren und die EU-weit vorgeschriebene Auto-Standby-Funktion deaktivieren.

Grundsolider Aufbau

Mechanisch entspricht der Rotel RCD-1572 dem hohen Niveau der gesamten 15er Serie. Er steckt also in einem dickwandigen, auffallend verwindungssteifen Gehäuse mit präziser Lackierung, das laut Packungsaufdruck in China entsteht. Das Schubladen-Laufwerk lädt CDs schnell und geräuscharm, auch beim Abspielen gehört der RCD-1572 zu den mechanisch mustergültig leisen Playern.

Freundliche Autorität: In Silber wirkt der Rotel RCD-1572 – hier im Bild mit passender Vor-Endstufenkombi trotz der üppigen Abmessungen dezent und wohnlich. | Bild: Rotel

Fazit Rotel RCD-1572: Wuchtige Erscheinung, organisch-runder Klang

Zum stämmigen, soliden Auftritt des großen Rotel-Spielers gesellt sich ein ebensolcher Klang: Musik bekommt mit dem Rotel RCD-1572 Gewicht und Aussagekraft, entfaltet sich organisch-rund und ohne jede Künstlichkeit. Das darf auch heute noch gerne etwas mehr kosten. Zumal der Player mechanisch wie elektrisch unübersehbar auf eine lange, problemlose Nutzungsdauer hin ausgelegt ist.

Testergebnis Rotel RCD-1572 | HIFI.DE

Angebote für den Rotel RCD-1572:

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