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Huawei FreeClip 2 im Test: Ein Update für den Klassiker!

Huaweis moderner Klassiker bekommt nach knapp zwei Jahren einen Nachfolger. Können die Huawei FreeClip 2 im umkämpften Markt der Open-Ears bestehen?
Huawei FreeClip 2 | HIFI.DE Test
Bluetooth-Standard
6.0
Codecs
SBC, AAC, L2HC
Akku-Laufzeit
9 Std. / bis 38 Std. mit Ladecase
Schnellladefunktion
Ja (10 Min. laden für 3 Stunden Laufzeit)
Noise Cancelling
Nein
Wassergeschützt
IP57
Preis (UVP/Straßenpreis)
199 Euro / 199 Euro
In Kürze
Huawei verpasst dem modernen Klassiker ein ordentliches Makeover und verbessert neben Sound, Design, Akku und Ausstattung auch die Mikrofonqualität erheblich. Dank des symmetrischen Aufbaus beider Buds sind die FreeClip 2 an Flexibilität im Clip-On-Sektor wohl kaum zu überbieten.
Vorteile
  • Exzellenter Tragekomfort
  • Beide Buds baugleich und austauschbar
  • Schmaleres und leichteres Design als zuvor
  • Gute Mikrofonqualität für Anrufe
Nachteile
  • Immer noch recht schwacher Bass
  • Defizite in der klanglichen Genauigkeit

Zum Markteintritt der Huawei FreeClip im Jahr 2024 sah der Open-Ear-Sektor noch recht mau aus. Neben Huawei buhlte hier hauptsächlich Shokz um die Gunst der Käufer:innen. Heute, knapp zwei Jahre später, sieht das ganz anders aus. Mit Bose, JBL, Nothing, Soundcore, Teufel, Beyerdynamic und vielen weiteren namhaften Herstellern ist der Sektor prominent besetzt. Hievt Huawei sein bewährtes Konzept mit den Huawei FreeClip 2 jetzt in die Gegenwart, oder ist die Konkurrenz mittlerweile zu groß? Wir machen den Praxistest.

Die neuen FreeClip 2 sind bereits im Handel erhältlich. Bei MediaMarkt erhältst du zum Start sogar einen Sofortrabatt von 20 Euro!

Huawei FreeClip 2: Wie gut klingen die Open-Ears?

Clip-On-Kopfhörer müssen sich bei der klanglichen Performance gleich mehreren Herausforderungen stellen. Im Gegensatz zu In-Ear-Kopfhörern mit Silikonaufsatz wird der Gehörgang nicht hinreichend isoliert, was die Bass-Performance beeinträchtigt. Open-Ears mit Ohrbügel wie die Nothing Ear (Open) bekämpfen dieses Problem mit massiven, in Nothings Fall 14,2 Millimeter großen, Treibern.

Huawei FreeClip 2 – In der Hand
Die Huawei FreeClip 2 sehen ihren Vorgängern zwar ähnlich, haben aber auch einiges verändert.

Das ist bei Clip-Ons nur bedingt möglich, weil sonst der sichere Halt und ein angenehmes Tragegewicht in Gefahr stünden. Und ein unsicherer Halt würde sich dann wiederum negativ auf den Klangeindruck auswirken. Ihr merkt schon: ein echter Teufelskreis.

Bei den FreeClip 2 setzt man größentechnisch deshalb erneut auf 10,8-Millimeter-Treiber, verspricht aber trotzdem ein klangliches Upgrade im direkten Vergleich mit den FreeClip der ersten Generation. Und direkt im ersten Test-Track Did I Say Too Much der Kanadierinnen von The Beaches meinen wir, einige Unterschiede feststellen zu können. Die FreeClip 2 spielen etwas musikalischer auf, klingen wärmer und weniger klinisch und wirken in den Tiefen nicht mehr ganz so unbeholfen.

Besserer Sound durch besseren Sitz

Als kleine Empfehlung an dieser Stelle: Wenn du die FreeClip 2 zum ersten Mal in Betrieb nimmst und anfänglich vom Klang etwas enttäuscht bist, kann es sich wirklich lohnen, den richtigen Sitz und Winkel zum Gehörgang zu ertasten. Um Schallverlust zum großen Teil zu vermeiden, strahlen die FreeClip 2 nämlich recht konsequent in eine Richtung ab und verlangen deshalb am Ohr auch etwas Feinjustierung.

Huawei FreeClip 2 – Am Ohr
Probiere bei der ersten Nutzung am besten kurz herum, wie die FreeClip 2 am besten klingen. Der Winkel ist wichtig.

Sitzen die FreeClip 2 aber erst mal sicher, kann es mit dem genreübergreifenden Hörversuch weitergehen. Wir werfen Cameron Winters Nausicaä (Love Will Be Revealed) an und achten besonders auf die Stimme Winters und die räumliche Abbildung der zurückhaltenden Instrumentals. Gerade die Stimme lässt teilweise etwas Details vermissen, was an die FreeClip von 2024 erinnert. Im Gegensatz zu Open-Ears mit Ohrbügel fällt es den FreeClip 2 schwer, wirklich Volumen und Haptik in den Sound zu bringen. Bei der Räumlichkeit machen sie sich aber etwas besser als die FreeClip. Sie haben zwar immer noch damit zu kämpfen, dass linker und rechter Kanal ob der Passform etwas losgelöst voneinander klingen, arbeiten aber insgesamt etwas runder.

Huawei FreeClip 2 – Paar nebeneinander
Die FreeClip 2 hängen wie ein Clip-On-Piercing am Ohr. Der Treiber steckt in der kleinen Kugel.

Bei gesprochenen Inhalten wie Podcasts brillieren die FreeClip 2 nach wie vor mit hervorragender Klarheit und relativ wenig Verzerrung. Außerdem hat Huawei mittlerweile einen ausführlichen manuellen Equalizer nachgeliefert, den wir uns gleich mitsamt der Android-App genauer ansehen.

Du möchtest dir vorher noch einen Überblick über die besten Open-Ear-Kopfhörer verschaffen? Dann wirf einen Blick auf unsere Bestenliste:

Huawei Audio Connect: Alles, was das Herz begehrt

Wenn du noch mehr aus deinen Huawei FreeClip herausholen möchtest, solltest du dir die Huawei Audio Connect App herunterladen. Diese hat noch deutlich mehr zu bieten als frühere Iterationen von Vorgänger Huawei AI Life und ermöglicht zum Beispiel auch eine Anpassung des Klangprofils via Equalizer und Presets. Hier kannst du dich also entweder in einem 10-Band-EQ frei austoben oder eines der voreingestellten Profile anwählen. Das ergibt gerade bei Clip-Ons auch wirklich Sinn, weil der Klang recht eigenwillig ist und regelmäßiges Feintuning gebrauchen kann.

Ebenfalls an Bord sind einige Zusatzfunktionen wie die Trageerkennung, Multipoint und ein Modus für geringere Latenz. Auch adaptives Audio wird unterstützt und soll den Geräuschpegel dynamisch an die Umgebung und das Nutzungsverhalten anpassen. In der Praxis verlassen wir uns hier aber lieber auf unsere eigenen Präferenzen und übernehmen die Lautstärkeregelung manuell.

In der App stoßen wir zudem noch auf die sogenannte Fallerkennung. Diese sorgt für einen lauten Klingelton, sobald ein Earbud vom Ohr gen Boden segelt. Wir lassen einzelne Buds aufs Sofa im Testlabor purzeln und können die Funktion schnell abhaken: funktioniert und tut, was sie soll.

Bedienung jetzt mit Kopf- und Wischgesten

Spannender wird es bei der Bedienung der Huawei FreeClip 2. Hier hat Huawei einige Optionen hinzugefügt und ermöglicht jetzt die Bedienung via Wisch- und Kopfgesten. Erstere sind zur Regelung der Lautstärke und funktionieren im Test solide. Gut gefällt, dass in der App direkt visualisiert wird, wie du die FreeClip 2 bei der Bedienung bestenfalls halten solltest. So müssen wir nicht erst an den Buds herumprobieren.

Die Kopfgestensteuerung ist wie bei vielen anderen Herstellern nur für Anrufe gedacht und funktioniert gut. Trotzdem würde es uns gefallen, wenn Hersteller uns wenigstens ermöglichen würden, auch die Kopfgeste etwas freier mit Funktionen zu belegen. Eine Unterbrechung der Wiedergabe durch ein kurzes Kopfschütteln könnte uns etwa an der Supermarktkasse den Griff zum Kopfhörer ersparen, wenn die Musik doch mal etwas zu laut ist.

Open-Ear: Perfekte Transparenz

Erst vor Kurzem haben uns die Shokz OpenFit Pro bewiesen, dass ANC auch mit Open-Ears definitiv möglich ist. Die Huawei FreeClip 2 unterstützen eine solche Funktion aber nicht. Dafür bekommst du die Open-Ear-typische natürliche Transparenz geboten, die mit Clip-Ons noch etwas ungefilterter ausfällt, als mit Ohrbügel-Kopfhörern.

Huawei FreeClip 2 – An Ohr von hinten
Wenn wir den Alltag mit den FreeClip 2 bestreiten, kommt es nicht selten vor, dass wir sie komplett vergessen.

Wenn Transparenz also nach wie vor das hauptsächliche Kaufargument für dich ist, wenn es um Open-Ear-Kopfhörer geht, sind die FreeClip 2 die ideale Wahl für dich. Wenn du mehr Flexibilität suchst, solltest du dir eher die OpenFit Pro oder Soundcores AeroFit 2 Pro ansehen. Wir haben dir hier übrigens einmal die Vor- und Nachteile von Open-Ears im Vergleich mit In-Ears zusammengefasst.

Bluetooth 6.0, Multipoint und ein Bluetooth-Konkurrent?

Bei der Bluetooth-Ausstattung rüstet Huawei zum aktuellen Standard 6.0 auf und bietet neben SBC und AAC auch den hauseigenen Bluetooth-Codec L2HC, für den du aber ein entsprechendes Huawei-Endgerät benötigst. Multipoint ist ebenfalls dabei und in der App anwählbar, Auracast leider nicht. Dass Huawei sich bei aktuellen Bluetooth-Neuerungen wie Auracast eher bedeckt hält, leuchtet ein, wenn man sich die restlichen Spezifikationen und Huaweis damit verbundenes unternehmerisches Gebaren anschaut.

Huawei FreeClip 2 – Ladecase mit Buds
In den Huawei FreeClip 2 schlummert dank NearLink auch noch Potenzial, das wir aktuell nicht ausschöpfen können.

Zusätzlich unterstützen die Huawei FreeClip 2 nämlich auch NearLink, eine aktuelle Bluetooth-Alternative, an deren Entwicklung Huawei direkt beteiligt ist. Diese soll eine effiziente Übertragung, höhere Qualität und eine stabilere Verbindung ermöglichen, dürfte aber – besonders in Deutschland und den USA – Schwierigkeiten haben, sich durchzusetzen. Während in China schon Xiaomi-Geräte mit dem neuen Standard versehen werden, ist davon hierzulande noch kaum was zu sehen. Wir werden NearLink im Blick behalten und dich bei Gelegenheit über die Vor- und Nachteile des Standards informieren.

Huawei FreeClip: Solider Akku und kabelloses Laden

Ein kleines, aber feines Upgrade hat Huawei den FreeClip 2 bei der Akkulaufzeit spendiert. Mit neun statt acht und 38 statt 36 Stunden hast du wirklich lang am Stück Spaß mit den Clip-Ons, die übrigens trotzdem abgenommen haben – aber dazu beim Design mehr. Auch das IP-Rating hat sich verbessert und liegt jetzt bei IP57. Das qualifiziert die FreeClip 2 auch zum Gebrauch als Sport-Kopfhörer.

Huawei FreeClip 2 – Nahaufnahme Case
Trotz des schmaleren Formfaktors und geringeren Gewichts hält der Akku der FreeClip 2 länger als beim Vorgänger: Chapeau!

Noch beeindruckender fällt das Upgrade bei der Qualität des Mikrofons für Telefonate aus. Huawei wirbt mit einem KI-unterstützten Geräuschfilter und dieser scheint ganze Arbeit zu leisten. Wo die FreeClip in ruhiger Umgebung noch verlässlich arbeiteten, stießen sie bei Umgebungslärm schnell an ihre Grenzen. Das ist bei den FreeClip 2 nicht mehr der Fall. Hier scheinen die Open-Ears sich also bei den hauseigenen FreeBuds Pro 4 eine Scheibe abgeschnitten zu haben, die In-Ears zählen zu den Modellen mit der besten Sprachqualität.

Design: Verwechslung unmöglich

Die Paradedisziplin der Huawei FreeClip ist auch in der zweiten Generation das Design. Noch hat kein anderer Hersteller einen Clip-On-Entwurf vorlegen können, der sich derart hochwertig anfühlt und intuitiv bedienen lässt, wie es bei den FreeClip der Fall ist. Besonders hervorzuheben ist dabei der identische Aufbau beider Buds.

Huawei FreeClip 2 – Einzelner Bud
Links? Rechts? Egal! Die Huawei FreeClip 2 lassen sich beliebig wechseln und auf beiden Seiten ins Case legen!

Du hast Angst davor, links und rechts zu verwechseln? Musst du nicht! Denn die FreeClip 2 erkennen automatisch, in welchem Ohr sie hängen, und spielen den entsprechenden Stereo-Kanal über die passende Seite ab.

Huawei FreeClip 2 – Mit Zubehör
Wer es glitzernd mag, kann sich zusätzliche Anstecker besorgen, die dann an die Bridge der FreeClip 2 gesteckt werden – für den richtigen Ohrschmuck-Look.

Das erspart einem die lästige Suche nach kleinen Rs und Ls am Kopfhörer selbst und lässt das Design dadurch noch geradliniger wirken. An den Buds selbst hat sich bis auf das verringerte Gewicht kaum etwas getan, am Ladecase schon. Das muss sich zwar von der haptisch ansprechenden Ei-Form verabschieden, ist dafür aber jetzt deutlich kompakter und leichter, die Buds liegen darin quasi in- statt nebeneinander.

Kurz zusammengefasst: Huawei behält die Tugenden der ersten Generation bei – insbesondere der symmetrische Aufbau hebt die FreeClip 2 von der Konkurrenz ab – und setzt nur beim Gewicht und der Kompaktheit an. Dass darunter die Akkulaufzeit nicht leidet, gefällt besonders gut.

Unser Fazit zu den Huawei FreeClip 2

Huawei setzt mit den FreeClip 2 an den richtigen Stellschrauben an und liefert nach knapp zwei Jahren einen Nachfolger ab, der sich sehen und hören lassen kann. Kleinschrittige Verbesserungen in Sound, Akku, Ausstattung und Bedienung treffen auf signifikante Upgrades in puncto Design und Mikrofonqualität. Damit sind die FreeClip 2 – jedenfalls zum Testzeitpunkt – die besten Clip-On-Kopfhörer, die wir bisher getestet haben.

HIFI.DE Testsiegel Open-Ear-Kopfhörer Huawei FreeClip 2 8.1

Technische Daten
Bluetooth-Standard 6.0
Codecs SBC, AAC, L2HC
Akku-Laufzeit 9 Std. / bis 38 Std. mit Ladecase
Schnellladefunktion Ja (10 Min. laden für 3 Stunden Laufzeit)
Noise Cancelling Nein
Wassergeschützt IP57
Anschlüsse des Ladecase USB-C, kabelloses Laden
Gewicht Hörer: 5,1g / Ladecase: 37,8g
Preis (UVP/Straßenpreis) 199 Euro / 199 Euro

Du möchtest doch lieber In-Ear-Kopfhörer mit ANC? Dann wirst du in unserer Bestenliste fündig:

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