Rega Planar 3 RS im Test: Wie viel besser ist das Komplettpaket?
- Antrieb
- Rundriemen
- Tonabnehmer
- Rega Nd5
- Motor
- 24V Synchron
- 33 ⅓ / 45 / 78 RPM
- ja / ja / nein
- Integrierter Phono-Vorverstärker
- Nein
- Preis
- 1299 Euro
Durch das DSP-Netzteil gewinnt der Rega Planar 3 RS merklich an klanglicher Autorität. Das RS-Paket enthält zudem einen hervorragenden Tonabnehmer, den Reference-Riemen, eine steifere, Alu-laminierte Zarge und dazu passend eine getönte Haube. Das Resultat: enormer Gegenwert und traumhaft stimmiger Sound.
- Sehr ausgewogener Klang
- Extrem stimmiges Paket mit deutlichem Preisvorteil gegenüber Einzelkauf
- Unkompliziert aufzubauen und einzustellen
- Komfort-Features aufs Wesentliche reduziert
400 Euro Preisdifferenz liegen zwischen der Grundversion und dem Rega Planar 3 RS. Das RS steht einfach für „Rega Special“. Ein komplettes Spielerpaket, inklusive vormontiertem Tonabnehmer und verschiedenen Tuning-Komponenten, die sonst extra kosten. Aber auch mit einer neuen Zarge, die mehr bringt als nur eine Farbvariante. Das zeigt der Praxistest!
Die besten Angebote für den Rega Planar 3 RS:
Rega Planar 3 RS: Ein erster Eindruck, der beeindruckt
Für den RS – und nur für diesen – lässt Rega eine fein strukturierte Aluhaut als Hochdrucklaminat auf die Holzfaser-Grundplatte aufbringen. Das sieht auf jeden Fall schon mal klasse aus – sofern man den dunkel schimmernden Metallton mag. Und soll zudem durch größere Steifigkeit auch klangliche Vorteile bringen. Letzteres gilt auch für das externe Netzteil Neo PSU, das nebenbei für komfortable Drehzahlumschaltung sorgt.

Vormontiert im Rega-Arm RB-330 ist kein zugekauftes Sparsystem, sondern der edle Magnettonabnehmer Nd5, den Rega im eigenen Werk in Southend-on-Sea fertigt. Mit dem Einzelpreis des Nd5 und dem eines normalen Planar 3 wäre der RS-Preis bereits erreicht. Das Neo PSU und die bessere Zarge landen also quasi gratis im Karton, ebenso ein besserer Riemen und eine rauchfarbene Sonderausführung der Haube. Die bringt zwar keine Performance-Benefits, sieht mit dem grauschimmernden Alu der Zarge aber einfach sehr stark aus.
Für den Hörtest haben wir den Deckel einfach im Karton gelassen. Und als ersten Vergleichsspieler einen „normalen“ Planar 3 exakt wie den RS konfiguriert. Also mit gleichem Netzteil, gleichem Tonabnehmer und gleichem Riemen, aber mit der normalen Zarge, die es in hochglänzendem Phenolharz oder mattem Eichen-„Holz“ gibt.
Rega Planar 3 RS im Hörtest: Verlustarmut, die man direkt hört
Was immer die neue Alu-HPL-Zarge zum Klang des RS beiträgt, müsste bei dem Vergleich der beiden ansonsten identischen Planar 3 also in Erscheinung treten. Dass das Chassis überhaupt eine Rolle spielt, leuchtet ein, wenn du dir die elektromechanisch-analoge Funktionsweise eines Plattenspielers genau anschaust. Beim Musikhören erreicht der Schall ja nicht nur deine Ohren, sondern regt auch den Plattenspieler und dessen Einzelteile zum Mitschwingen an.

Auch der Abspielvorgang selbst erzeugt Vibrationen. Weshalb du von deinem Plattenspieler selbst dann ein bisschen Musik hörst, wenn der Phono-Vorverstärker gar nicht an ist. Wie Chassis, Arm und Plattenteller mit solchen Anregungen umgehen, prägt den Klang deines Spielers zwar nicht vollständig, aber eben doch merklich.
Der Unterschied ist dann auch subtil, aber nicht wegzudiskutieren. Klar ähneln sich die beiden Regas stark. Die tonale Balance der Spieler wird dabei durch das Nd5 geprägt, das im Bass kraftvoll und warm, in den Höhen weich und fein klingt. Aber im RS wirkt dieser Tonabnehmer prägnanter, präsenter, subjektiv einen Tick lauter.

Bei Plattenspielern ist das eine gute Nachricht: Es bedeutet, dass mehr von der eingesammelten Schwingungsenergie letztlich im Ausgangssignal landet. Wir hören noch ein wenig weiter. Was zunächst einfach nur lauter wirkte, entpuppt sich nun als besserer Fokus, sowohl in räumlicher als auch in dynamischer Hinsicht. Die Noten wirken kompakter, ausdrucksstärker, präziser definiert, wenn die Platte auf dem RS rotiert.
Du willst den Rega Planar 3 RS direkt mit seiner Konkurrenz vergleichen? Da hilft ein Blick in unsere Bestenliste aller bisher getesteten Plattenspieler:
Überragender Spieler auch in der Grundversion
Mit Links sticht der Planar 3 RS seinen Standard-Kollegen aber nicht aus. Schließlich gehört dieser bereits zu den dynamischsten, straffsten und temporeichsten Analogspielern seiner Preisklasse. Auch den Einfluss des Neo PSU können wir mit unserem Testaufbau überprüfen. Denn der Standard-P3 lässt sich wahlweise daran betreiben oder direkt mit dem serienmäßigen 24-Volt-Steckernetzteil.
Tatsächlich geht der Einfluss des Netzteils in die gleiche Richtung wie der Einfluss der Zarge: Am Neo PSU wirkt der Klang ausdrucksstärker, rhythmisch griffiger. Das Nd5, das in beiden Armen montiert ist, zeigt hier wie da die gleichen Stärken: exzellente Abtastfähigkeit, unaufdringlich präzise Detailarbeit und einen satten, druckvollen Sound, der sich mit jeder Art Musik verträgt.

Songs From Isolation, das intime Corona-Soloprojekt der Songwriterin A. A. Williams, bringt präzise Artikulation und herrlich ungestört ausklingende Klavierakkorde. Wild-Beasts-Sänger Hayden Thorpe wiederum breitet auf Moondust For My Diamond seinen ganz eigenen eklektischen Soul-Groove aus. Und auch hier denkt niemand mehr über HiFi-Kriterien nach: Die Balance ist ganz leicht warm und zugleich luftig, die Musik gleitet elegant und organisch in den Hörraum, alle sind happy.
Größere Spieler für viel mehr Geld können noch besser klingen. Aber sie tun das meist nicht auf Anhieb. Sondern erst nach einer mehr oder weniger langen Optimierungs- und Gewöhnungsphase, die beim Planar 3 RS komplett entfällt: Den Rega stellst du sauber horizontal auf eine nicht zu massive Unterlage (im Zweifelsfall lieber ein Holzbrett als eine Stein- oder Glasplatte) – und viel mehr gibt’s nicht zu tun.
Nur wenige Mitbewerber klingen vergleichbar gut
Im direkten preislichen Umfeld des Planar 3 RS gibt es nur wenige Rivalen, die eine ernsthafte Überlegung wert sind. Sie stammen von Technics und Thorens, und arbeiten beide mit Direktantrieb. Der Technics SL-1500C überzeugt mit perfekter Ergonomie, Endabschaltung und integriertem Preamp. Er klingt aber zumindest mit seinem serienmäßigen Ortofon 2M Red längst nicht so rein und fein wie der Rega.

Beim Thorens TD-403DD, der ab Werk das höherwertige 2M Blue im Headshell führt, wird der Vergleich schon spannender. Sein etwas schwererer, umfassend einstellbarer Arm eignet sich zudem besser für Experimente und Upgrades mit noch besseren Tonabnehmern.
Die unkomplizierte Stimmigkeit, mit der der frisch ausgepackte Planar 3 RS seine Zuhörer begrüßt, ist jedoch kaum zu schlagen. Der Spieler verschwindet nach wenigen Takten komplett hinter der von ihm reproduzierten Musik. Du hörst es dem Spieler wirklich an, dass Rega alle Teile des Spielers, vom Netzteil bis zum Tonabnehmer, im eigenen Haus entwirft und aufeinander optimiert.
Rega Planar 3 RS: Technischer Aufbau und Praxis
Wie alle Regas ist der P3 riemengetrieben. Angetrieben wird dabei der Innenteller aus glasfaserverstärktem Kunststoff, der den eigentlichen Teller aus 12 Millimeter starkem Floatglas trägt. So leicht der transparente Teller mit seinem polierten Rand optisch wirkt, gehört er mit zwei Kilo doch schon zu den etwas schwereren Vertretern seiner Gattung. Davon profitiert der Gleichlauf, der aber noch anderen Einflüssen unterliegt: Bei Riemenantrieben führen zum Beispiel schon minimale Schwankungen in Dicke und Elastizität des Riemens zu mess- und hörbaren Abweichungen.

Rega hatte die Überraschungen mit jeder neuen Riemen-Charge irgendwann satt und entwickelte in Zusammenarbeit mit einem britischen Gummispezialisten ein eigenes Herstellungsverfahren, das Rundriemen von nahezu perfekter Ebenmäßigkeit liefert. Obwohl alle Regas exakt die gleiche Länge und Dicke benötigen, fertigt die Firma zwei unterschiedliche Ausführungen ihres „EBLT“-Gummis. Der teurere Reference EBLT entsteht wie alle Rega-Riemen in hauseigenen Gussformen. Er wird anschließend tiefgekühlt und geschliffen, um die letzten Grate und Unregelmäßigkeiten zu entfernen.
Auch dieser Riemen – der nebenbei auch deutlich länger halten soll – ist Teil des RS-Pakets, statt des sonst beim Planar 3 verwendeten Standard-EBLT. Eine weitere Leihgabe von teureren Spielern ist das spindelförmige Alu-Pulley auf der Motorachse. Hier rotiert sonst ein Stufenrad mit zwei unterschiedlichen Radien für 33 und 45 Umdrehungen. Der RS braucht das nicht, weil er von vornherein mit dem elektronisch umschaltbaren Neo PSU geliefert wird.
Präzise auf den Motor abgestimmtes Netzteil
Unabhängig vom Netzteil verwenden alle Planar 3 den gleichen Motor: einen 24-poligen 24-Volt-Synchronmotor, der nicht nur sehr stabil durchzieht, sondern auch nahezu unverwüstlich ist. Wie vibrationsarm er läuft, hängt entscheidend von seiner Stromversorgung ab: Zwei um genau 90 Grad phasenversetzte 50-Hertz-Wechselspannungen müssen es sein. Jedenfalls theoretisch.

Da die reale Geometrie im Motor vom Ideal abweicht, gilt das nur als erste Näherung. Das Neo PSU trägt diesem Umstand Rechnung, indem es Sinuswellen per DSP erzeugt, die in Phasenlage, Amplitude und Wellenform exakt anpassbar sind. Gegenüber der einfachen Lösung mit Netzwechselspannung und einer Handvoll passiver Bauteile bringt das nachvollziehbar leiseren, weicheren Lauf.
Der Tonarm RB330 entspricht beim RS exakt dem des normalen Planar 3. Daran noch etwas zu verbessern, dürfte schwerfallen, wenn das Ergebnis nicht ein Mehrfaches des kompletten Spielers kosten soll. Armrohr, Lagerblock und Headshell sind hier in einem Stück aus einer Alu-Magnesium-Legierung gegossen. Beweglich wird der Arm durch großdimensionierte, penibel spielfrei justierte Kugellager.

Die Auflagekraft stellst du nach vorherigem Ausbalancieren mit einem skalierten Drehrad ein. Den gleichen Zahlenwert, den du hier einstellst (beim Nd5 zum Beispiel 1,75 Gramm), verwendest du dann auch für das magnetische Antiskating, wobei dessen Skala recht winzig und eher als Annäherung zu betrachten ist. Wenn du’s ganz perfekt haben willst, kommst du um gelegentliche Feinkorrekturen nach Gehör ohnehin nicht herum. Wichtiger in diesem Zusammenhang ist, dass das Antiskating hier berührungs- und stufenlos arbeitet.
Azimuth- und VTA-Verstellung? Braucht man nicht, sagt Rega
Dass der Arm weder in der Höhe noch im Azimuth verstellbar ist, hat Gründe: Je weniger Verstellmöglichkeiten man berücksichtigen muss, desto steifer und verlustärmer kann ein Tonarm werden. Für Azimuthverstellung müsste man auf jeden Fall die einteilige Bauweise aufgeben. Aber wofür genau? Wenn ein System in sich schief ist, hilft es nicht, es zur Korrektur ebenfalls schief zu montieren.

Dann sitzt vielleicht die Nadel wieder senkrecht in der Rille, aber dafür hat der gesamte damit verbundene Generator Schlagseite. Der einzige Weg zu korrektem Azimuth ist daher, sauber und präzise gefertigte Tonabnehmer zu verwenden. Und zwar auch dann, wenn der Arm eine Verstellmöglichkeit besitzt.
Ähnlich fraglich ist es, ob eine millimetergenau eingestellte Tonarmhöhe der Schlüssel zum perfekten Klang sein kann. Sicher ist nur: Wenn du anfängst, hier gehörmäßig nach einem Optimum zu suchen (an Spielern, die das erlauben), wird diese Suche nie enden. Wir sprechen aus Erfahrung, Rega untermauert mit Fakten: Der wirklich korrekte VTA ist nicht bei allen Platten gleich. Die englischen Entwickler haben das nicht (nur) in Hörtests herausgefunden, sondern einfach die Leute gefragt, die die Musik ins Lack- oder Metallmaster gravieren: renommierte Masteringingenieure.

Der reale Eintauchwinkel des Schneidstichels variiert demnach um Größenordnungen stärker, als es der Verstellbereich am Plattenspieler kompensieren könnte. Also kann man sich das Herumschrauben auch gleich sparen und den Tonabnehmer einfach parallel zur Plattenoberfläche ausrichten, um das Gewissen zu beruhigen.
Fazit zum Rega Planar 3 RS: Perfektion ab Werk
Aus Sicht des Technikfreaks gibt es durchaus noch reizvollere Spieler als den Planar 3 RS. Schließlich bietet das minimalistische Laufwerk kaum Experimentier- und Frickelmöglichkeiten. Dafür bietet Rega dir und deinen Schallplatten ein über Jahrzehnte gereiftes, von Anfang bis Ende durchentwickeltes Abspielsystem, das alle klanglichen Argumente auf seiner Seite hat. Upgrademöglichkeiten gibt es dennoch: Im Rega-Arm lässt sich jeder Abtaster montieren, und auch Rega selbst hat oberhalb des exzellenten Nd5 noch einige deutlich schärfere Pfeile im Köcher.
Als echtes Upgrade kämen zum Beispiel das MC Ania Pro oder das Edel-MM Nd7 in Frage. Das große Talent des Planar 3 RS ist aber, dass es dir gar nicht in den Sinn kommen wird, irgendetwas daran verbessern zu wollen: Er entsteigt seiner Originalverpackung bereits mit einer Perfektion und Stimmigkeit, die sonst langwierig und teuer zu erkämpfen ist.
Die besten Angebote für den Rega Planar 3 RS:
| Technische Daten | |
| Antrieb | Rundriemen |
| Tonabnehmer | Rega Nd5 |
| Tonarm | Rega RB330, 9 Zoll |
| Teller | Glas, 2 kg |
| Motor | 24V Synchron |
| 33 ⅓ / 45 / 78 RPM | ja / ja / nein |
| Anti-Skating einstellbar | ja, stufenlos, magnetisch |
| Höhenverstellbare Füße | Nein |
| Integrierter Phono-Vorverstärker | Nein |
| Preis | 1299 Euro |
Alle von uns getesteten Plattenspieler mit Riemenantrieb findest du hier in unserer Bestenliste: