NAD C 700 V2 im Test: Dieser Top-Verstärker ist jetzt noch besser!
- Leistung
- 2x 80 Watt / 8 Ohm, 2x 100 Watt / 4 Ohm
- Eingänge
- 1x Cinch, 1x Phono MM, 1x Optisch, 1x Koax, 1x HDMI-eARC
- Chromecast Built-In
- –
- Quellen kabellos
- BluOS, Bluetooth aptX HD, Airplay 2
- Integrierte Streamingdienste
- Tidal (auch Connect), Qobuz (auch Connect), Spotify Connect, Napster, Deezer, Amazon Music u.a.
- Abmessungen (BxHxT)
- 218 x 96 x 266 mm
- Preis
- 1699 Euro
Auch wenn man ihm das nicht ansieht: Der C 700 V2 begeistert sogar Analogpurist:innen mit seinem musikalischen, unangestrengt dynamischen Klang. Streamingfans werden ihn für seinen ausgereiften BluOS-Player lieben: wahrhaftig ein hoch kompetenter Streaming-Amp in bildschöner Verpackung.
- Absolut stimmiger, dynamischer Klang mit analogen wie digitalen Quellen
- Ausgereiftes Bedienkonzept mit guter App und praxisfreundlicher Ausstattung
- DIRAC-Raumeinmessung möglich
- Kein Ausgang für verkabelte Kopfhörer
- Keine DSD-Wiedergabe
Quadratischer Grundriss, schlicht-edles Alugehäuse mit großem Display, vollgepackt mit sinnvollen Features: Nach diesem Rezept gibt es inzwischen etliche Streaming-Amps. NAD hat die obige Erfolgsformel früh auf den Punkt gebracht: Mit dem C 700 und dem M10. Der M10 kam bereits 2019 auf den Markt. Zwei Jahre später folgte der C 700, der nun mit dem NAD C 700 V2 ein Facelift erhalten hat. Oder vielleicht besser: eine Frischzellenkur. Wir machen den Praxistest.
Hier findest du den NAD C 700 V2:
Das ist der NAD C 700 V2
An der futuristisch-cleanen Optik des NAD C 700 hat sich nichts geändert. Das nahtlose Alugehäuse steht im Regal wie eine Skulptur. Vorn leuchtet ein hochauflösendes Display hinter kühlem Echtglas, flankiert von einem stabilen Alu-Drehknopf und zwei kleinen Tipptasten. Mehr brauchst du nicht, um den C 700 V2 zu bedienen. Die ganze Komplexität seines BluOS-Betriebssystems gibt er nur preis, wenn es wirklich nötig ist.

Dann aber auch gerne über seine übersichtliche BluOS-App. Zunächst gengenügt es wissen, dass du lediglich ein Netzwerk und ein Paar Standlautsprecher deiner Wahl anschließen musst, um eine komplette, erstklassige Anlage zu erhalten. Ergänzend sind auch Plattenspieler, TV via HDMI-eARC oder ein CD-Laufwerk via optischem Kabel willkommen, ebenso wie portable Musiksammlungen auf USB-Sticks oder -Festplatten.
NAD C 700 V2 im Hörtest: samtige Präzision
Im Hörraum gibt es also einiges auszuprobieren. Wir beginnen mit dem analogen Line-Eingang, den wir mit Musik von unserem Rega Planar 2 füttern. Da dieser Spieler keinen eingebauten Phono-Preamp hat, hängen wir noch den Edwards Audio MM-4 dazwischen, einen erschwinglichen, aber exzellent klingenden Vorverstärker. A La Sala, das aktuelle Album von Khruangbin, lässt am Abendhimmel hinter dem Hörraumfenster die Sonne aufgehen: Genau so wünschen wir uns den Klang unseres Plattenspielers.

Warm und doch transparent, mit dynamischem Nachdruck, aber auch bei höheren Lautstärken unaufdringlich. Wenn wir die Augen schließen, könnte da genauso gut eine ausgereizte, rein analoge Vintage-Anlage spielen – und zwar keine billige. Und wir erinnern uns, dass uns schon der „alte“ C 700 mit analogen Quellen extrem gut gefiel. Daran hat sich also zum Glück nichts geändert. Natürlich kannst du an Line In auch einen CD-Player oder ein Tapedeck anschließen.
Vergleichbar gute Mitbewerber sind seitdem nicht zahlreich vom Himmel gefallen. Der Roksan Attessa ist ein würdiger Kandidat, der im Verstärkerteil ein ganz anderes Konzept verfolgt, beim Streaming aber wie der NAD auf BluOS vertraut. Er klingt griffiger und direkter als der NAD, aber auch etwas rauer, nicht so natürlich und elegant – wohlgemerkt am analogen Line-Input.

Im Streamingbetrieb fällt uns die Entscheidung fast noch leichter – und sie fällt zugunsten des NAD. Schon der ursprüngliche C 700 musizierte auffallend geschmeidig, kraftvoll und facettenreich. Aber was der V2 mit wHimsy von Destin Conrad anstellt, ist schon ganz große Kunst – und legt auf die Leistungen des Vormodells tatsächlich noch eine Schippe drauf. Wie sich der NAD C 700 V2 im Vergleich mit allen von uns getesteten Streaming-Verstärkern verhält, zeigt dir unsere Bestenliste:
Leuchtend-intensiver Digitalklang
Destin Conrad, Jahrgang 2000, ist so ein Künstler, der für Tester vorgerückten Alters gefühlt einfach aus dem Nichts kommt. Seine Stimme erinnert manchmal an Prince, der jazzige R&B klingt wie live im einem Club mit Tischen und kleinen Lämpchen darauf. Wie in der hohen Küche sind die Portionen nicht zu üppig, die Gänge aber umso bekömmlicher: Die elf Tracks sind nach rund 26 Minuten durch. Der NAD richtet sie so perfekt an, dass wir das Album einfach auf Repeat weiterlaufen lassen. Rimshots und Beckenakzente des Drummers kommen wie auf dem Silbertablett. Der Bass hat wunderbar elastische Kraft. Ein luxuriöser, flauschiger, fein ausdifferenzierter Sound, von dem wir einfach nicht genug bekommen.

Da das Album in Deutschland noch nicht als Platte erhältlich ist, müssen wir den Phono-Eingang dann aber mit anderer Musik testen. Wir nehmen Khruangbins A La Sala, in sonnigem, orange-gelb marmoriertem Vinyl. Das hatten wir zuvor schon über den Line-Eingang und einen externen Phono-Vorverstärker gehört. Mit dem Rega direkt am NAD geht tatsächlich nur ein Hauch von dessen vollmundigem, energiereichem Klang verloren. Für ein Einbau-Phonoteil klingt’s also immer noch beachtlich lebendig und authentisch.

Ungeachtet des Spielers – wir haben danach auch noch einen großen Acoustic Signature ausprobiert – bekommen wir den Eingang in unserer Hörraumumgebung aber nicht komplett nebengeräuschfrei. Bei hohen Lautstärken und angehobenem Arm müssen wir ein leichtes Hintergrundgemurmel tolerieren, das andere Baugruppen offenbar in die hochempfindliche Phonosektion einstreuen.
NAD C 700 V2: Technischer Aufbau und Praxis
Phono in einem Streaming-Verstärker, wo hochfrequente Digitaltakte, Schaltnetzteile und leistungsabhängig auch elektromagnetische Felder aus den Endstufen herumgeistern, ist immer eine Herausforderung. Davon abgesehen kommt der NAD mit dem knappen Platzangebot seines kompakten Gehäuses bestens zurecht. Alles, was fürs Streaming nötig ist, findet sich in der BluOS-Baugruppe, die die kanadische NAD-Konzernmutter Lenbrook seit nunmehr über zehn Jahren kontinuierlich weiterentwickelt.

Kein Wunder, dass das System auch in diesem Test wieder ultrageschmeidig funktionierte. Man spürt in jedem Bedienschritt, dass BluOS von Anfang an als anspruchsvolles HiFi-Medium geplant war. Egal, ob aus einem lokalen Speicherort oder den Weiten des Internets: Der C 700 V2 bringt dich schnell zu deiner Lieblingsmusik. Und hilft dir genauso kompetent, neue zu entdecken.
Auf Destin Conrad etwa stießen wir in der dynamisch erstellten Neuheiten-Empfehlungsliste des Streamingdienstes Tidal. Den kannst du über dessen eigene App oder ganz klassisch aus der BluOS-App heraus nutzen. Dank Tidal Connect macht das qualitativ keinen Unterschied. Nur der Weg der Auftragserteilung an den Player unterscheidet sich. Zweierlei Wege stehen dir auch bei Qobuz offen, Spotify offeriert wie üblich nur Connect-Zugriff.

Darüber hinaus findest du eine lange Liste an weniger gebräuchlichen Streaming-Diensten, die du aber nicht ständig durchscrollen musst: Im Home-Bildschirm tauchen nur die Dienste auf, die du auch verwenden willst. Für deine lokale Sammlung etwa auf einer NAS verwendet der NAD einen ähnlichen Zugriff wie die Sonos-Systeme: Du zeigst dem Streamer einmal den Pfad zu deinen Musikordnern, und er baut daraus eine eigene, säuberlich organisierte Bibliothek.
Vorbildlicher NAS-Zugriff auch bei großen Sammlungen
Einen eventuell auf deiner NAS eingerichteten DLNA-Medienserver ignoriert der NAD geflissentlich. Erfahrene Streaming-Altmeister finden das vielleicht schade. Schließlich haben sie irgendwann mal Zeit und Nerven investiert, um ihren NAS-Server genau nach ihren Vorlieben zu konfigurieren. Dafür entkoppelt die NAD-Herangehensweise das Nutzererlebnis viel besser von der Qualität des Servers: Zähe Ladezeiten für lange Listen oder Cover sind auch bei langsamen Uralt-NAS und umfangreichen Sammlungen kein Thema, weil die ganzen Indexierungs- und Suchfunktionen auf dem Player und nicht mehr über den Prozessor der NAS abgewickelt werden. Erst bei ca. 200.000 Tracks erreichst du das Limit der BluOS-Plattform. Meist ist das eine eher hypothetische Beschränkung.
Für noch besseren Komfort bleibt immer noch der kuratierende Edel-Musikbutler Roon, mit dem alle BluOS-Geräte kompatibel sind. Der allerdings auch zusätzliche Kosten und Komplexität bedeutet. Ebenfalls mit Zusatzkosten verbunden ist die Nutzung des ausgefuchsten Akustikprogramms Dirac. Aber immerhin geht’s überhaupt: Anders als sein Vorgänger kann der V2 jetzt Dirac-Einmessroutinen ausführen und die daraus errechneten Filteralgorithmen umsetzen.
Er braucht dafür aber ein Messmikrofon und eine Dirac-Lizenz, die du selbst kaufen musst. Ein guter Kompromiss, wie wir finden. Denn so musst du die zusätzliche Soft- und Hardware nur zahlen, wenn du sie auch nutzen willst. In unserem Hörraum zum Beispiel empfinden wir die Resultate der Einmessung nicht als Verbesserung, kommen also sehr gut ohne aus.
Nicht viele Anschlüsse, aber alle richtigen
Die wichtigste Musikquelle des C 700 ist sein BluOS-Streamer, der dich mit den Musikdiensten deiner Wahl, mit lokalen Musikspeichern und Tausenden von Webradiostationen verbindet. Dass BluOS generell keine DSD-Streams wiedergibt, notieren wir als Minuspunkt eher der Vollständigkeit halber. Hast du gerade auch nur eine Sekunde lang nachgedacht, wozu DSD nochmal gut ist, wirst du garantiert auch ohne Unterstützung dafür auskommen. Viel wichtiger ist, dass der C 700 mit seiner eARC-Buchse auch deinen Fernseher nahtlos in die Anlage integriert.

Der TV darf über das HDMI-Kabel nun sogar Surroundton in Dolby Digital schicken. Der V2 ist mit passenden Decodern ausgestattet und lässt sich, beispielsweise mit zwei zusätzlichen Wireless-Lautsprechern aus dem Bluesound-Programm, zu einem 4.1-kanaligen Surroundsystem ausbauen. Ebenfalls Wireless, nämlich via Bluetooth aptX HD, kann der NAD nicht nur Musik von deinem Smartphone empfangen, sondern auch geeignete Kopfhörer damit beliefern. Dafür entfällt der physische Headphone-Ausgang.
Analogquellen kannst du an zwei Cinchpaaren anschließen, wobei eines davon auf MM-Tonabnehmer spezialisiert ist. Wie beim ursprünglichen C 700 digitalisiert ein A/D-Wandler die Signale direkt nach dem Eingang, um auch Plattenspielern & Co. den vollen Komfort von NADs „Hybrid Digital“-Architektur bieten zu können. Der umfasst die Weiterleitung aller Eingänge in andere Räume, Raumeinmessung, Klangregelung und ein präzise einstellbares Subwoofer-Bassmanagement. Am Ende des Signalwegs steht ein D/A-Wandler von ESS, den die Entwickler von einem ES9010 im Vorgänger zu einem ES9028 upgegradet haben.

Dieser DAC übernimmt auch die Lautstärkeregelung und speist die Endstufen mit differenziell-symmetrischen Signalpaaren. Das funktioniert hervorragend: Der C 700 – V1 wie V2 – gehört für unsere Ohren zu den bestklingenden Implementierungen der UcD-Schaltendstufen des niederländischen Spezialisten Hypex. Deren Leistung gibt NAD mit üppigen zweimal 80 Watt an 8 Ohm und zweimal 100 Watt an 4 Ohm an. Subjektiv wirkt der Amp eher noch stärker, weil die UcDs sehr verzerrungsarm arbeiten.
Sein Gehäuse macht den C 700 zum Hightech-Schmuckstück
Unverändert ist beim V2 die Karosserie, die auf einem rundum nahtlosen Aluprofil mit feinem Bürstenstrich basiert. Boden und Deckel sind eingesetzt, letzterer aus Kunststoff und mit dezent leuchtendem Firmenlogo. Eine umlaufende, fast unsichtbare Fuge zwischen Deckel und Gehäusewand lässt Warmluft aus dem Gerät entweichen.

Davon gibt es zwar nicht viel, weil die Hypex-Endstufen hocheffizient arbeiten. Trotzdem solltest du der Verlockung widerstehen, Zeitschriften oder gar Blumentöpfe auf den Streaming-Amp zu platzieren. Wie fast alle seidenmatt-schwarzen Oberflächen ist die Oberseite des NAD ein Magnet für Fingerabdrücke – die mit einem Baumwolltuch und etwas mildem Glasreiniger aber genauso schnell wieder zu entfernen sind.
Dass der C 700 keinen Touchscreen wie sein teurer Bruder M10 V3 hat, ist in der Praxis kein Nachteil. Das dimmbare Display strahlt brillant und feinauflösend. Neben Cover-Artwork und umfangreichen Infos zum laufenden Stück kann es auch die kompletten Einstellmenüs des Streaming-Amps darstellen, die du dann mit dem Volume-Knopf und den beiden Skiptasten bequem bedienst.

Auch Quellenwahl, Einschlaf-Timer, Klangregelung und bis zu 40 frei belegbare Presets erreichst du auf diesem Weg. Die ersten zehn dieser Presets kannst du auch mit einem einzigen Tastendruck auf der soliden Fernbedienung abrufen: physische Eingänge, Playlisten oder Radiosender – was immer du schnell und unkompliziert im Zugriff haben willst.
Unser Fazit zum NAD C 700 V2: Man hört die Erfahrung
Es gibt inzwischen vergleichbar schnuckelige Streaming-Amps für deutlich weniger Geld. Keiner davon kommt jedoch klanglich an den C 700 V2 heran – oder auch nur in dessen Nähe. Hypex-Endstufen und ESS-DACs verwenden andere auch. In der konkreten Umsetzung bei NAD hört man aber, dass die Firma schon seit fast 50 Jahren auf erschwingliche, audiophile Verstärker spezialisiert ist. Dass NAD – oder besser deren Eigentümer Lenbrook – sich auch beim Streaming sehr früh und entschlossen engagiert hat, schlägt sich im hochstabilen und geschmeidigen BluOS-Bedienkonzept nieder. Das alles macht den C 700 V2 zu einem enorm kompetenten Streaming-Amp, auf den es sich definitiv zu sparen lohnt.
Bei HiFi Klubben kannst du den NAD C 700 V2 direkt online bestellen:
| Technische Daten | |
| Leistung | 2x 80 Watt / 8 Ohm, 2x 100 Watt / 4 Ohm |
| Eingänge | 1x Cinch, 1x Phono MM, 1x Optisch, 1x Koax, 1x HDMI-eARC |
| Audio-Ausgänge | 1 Paar Lautsprecherklemmen, 1x Stereo Pre Out, 1x Sub Out, Bluetooth aptX HD |
| Chromecast Built-In | – |
| Quellen kabellos | BluOS, Bluetooth aptX HD, Airplay 2 |
| Integrierte Streamingdienste | Tidal (auch Connect), Qobuz (auch Connect), Spotify Connect, Napster, Deezer, Amazon Music u.a. |
| MQA | Ja |
| Roon ready | Ja |
| Multiroom | Ja (BluOS) |
| Raumeinmessung | optional (Dirac, erfordert Lizenz und Messmikrofon) |
| Netzwerk | LAN, WLAN |
| Gehäuse-Ausführungen | Schwarz |
| Abmessungen (BxHxT) | 218 x 96 x 266 mm |
| Mitgeliefertes Zubehör | – |
| Gewicht | 3 kg |
| Preis | 1699 Euro |
Was klanglich mit Verstärkern möglich ist – egal, ob mit oder ohne Streaming-Funktion – verrät dir unsere Bestenliste:

