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LG G1 mit Evo Panel im Test: Bester Fernseher 2021?

Der LG G1 im Test ist der erste Fernseher mit dem neuen EVO-Panel von LG. Wird die neue OLED-Technik zum Game-Changer?
LG OLED G19LA im TEST
Verfügbare Größen
55", 65", 77"
Getestete Größe
65"
Preis (UVP/Straßenpreis)
3.499 Euro / um 3.000 Euro
Panel Typ
OLED
Bildfrequenz
100 / 120 Hz
HDR-Unterstützung
HDR10, Dolby Vision IQ, HLG
Smart TV
WebOS 6
Digitaler Tuner
Twintuner für DVB-T2/C/S2
Video-Eingänge
4 x HDMI 2.1
In Kürze
Der OLED G1 ist nicht nur einer der elegantesten, sondern insgesamt einer der allerbesten Fernseher, die es derzeit zu kaufen gibt. Das Bild mit dem neuen Evo-Panel ist praktisch makellos, die Bedienung meistens einfach und unkompliziert, die Ausstattung nahezu perfekt. Allerdings hat das starke Gesamtpaket auch seinen Preis.
Vorteile
  • Nahezu Referenz-Bildqualität
  • Guter Klang
  • Umfangreiche Smart-TV-Funktionen / WebOS 6
  • Sehr gute Bedienung
  • HDMI 2.1 für Gaming
Nachteile
  • Keine Standfüße im Lieferumfang
  • Recht hoher Preis
  • Kein HDR10+
  • In hellen Räumen sind dunkle Details nur schlecht zu erkennen

Der LG G1 ist anders: Anders als andere OLED-TVs und andere LG-Fernseher. Egal, ob sie aus 2020 oder 2021 stammen. Dabei sieht der LG OLED G1 seinem Vorgänger, dem OLED GX, zum Verwechseln ähnlich! Was den G1 ausmacht, und wie er im TV-Labor abschneidet, erfährst du im folgenden Testbericht.

Dank eines aktuellen LG G1 Black-Friday Deals gibt es den hochwertigen LG-OLED derzeit deutlich günstiger: 

LG G1: Wie ein Gemälde an der Wand

Der neue LG OLED G19LA, so der offizielle Name, steht 2021 an der Spitze der 4K-TVs von LG. Der entscheidende Faktor für seine Spitzenposition ist das 4K OLED EVO-Panel. Denn der G1 hat als erster Fernseher das neue OLED-Panel, das laut LG seine Stärken vor allem zusammen mit dem neuen Bildprozessor Alpha 9 Gen.4 voll entfaltet. Der neue LG C1 muss ohne das EVO Panel auskommen. Auf die Fortschritte in der Bildqualität kommen wir später noch genauer zu sprechen. Getestet haben wir übrigens den 65-Zoll-TV „OLED65G19LA“.

OLED G1 SIDEVIEW
Die Seitenansicht zeigt die superschmale Bauform des LG OLED G1. Die Standfüße sind bei diesem Fernseher allerdings als Zubehör zu kaufen.

Das Gehäuse gleicht dem LG GX von 2020 bis auf winzige Details, wie die veränderte Einfassung rund um das Bild. Das Motto heißt nach wie vor „Gallery Design“: Anstelle von Standfüßen bringt der LG Gallery-Fernseher eine clever konstruierte Wandhalterung mit. Der Bildschirm ist nur etwas mehr als 2 Zentimeter dünn und hängt tatsächlich wie ein flacher Bilderrahmen bündig an der Wand.

LG OLED G1 Wandhalterung
Dank seiner Klapp-Mechanik faltet sich der mitgelieferte Halter in die TV-Rückseite hinein, sodass der TV am Ende der Montage vollkommen bündig an der Wand befestigt ist.

Für unseren Test haben wir den G1 auf die passenden Standfüße gestellt, die als Sonderzubehör für rund 100 Euro zu bekommen sind. Außerdem bietet der Hersteller Spectral eine Auswahl an edel gestalteten Aufstell-Lösungen speziell für den G1 an. Und wenn du den G1 beweglich-schwenkbar aufhängen möchtest, kannst du das mithilfe einer VESA-kompatiblen Halterung deiner Wahl machen.

Die neue Bildtechnik: Was kann das neue Evo-Panel?

Was den neuen LG G1 in der Bildtechnik von seinem Vorgänger GX und auch dem beliebten LG C1 (sowie dem Vorgänger LG CX) unterscheidet, ist seine OLED-Evo-Technik. Diese besteht laut LG in der Kombination von einem effizienteren, neuen OLED-Panel und der weiterentwickelten Prozessortechnik „Alpha 9 Gen.4“.

Während die Verbesserungen in der Prozessor-Technik wohl eher in Software-Programmierungen liegen dürften, soll es für das Panel eine neue Generation von OLED-Leuchtstoffen geben. Wir sind der Sache auf den Grund gegangen und haben einige Messungen durchgeführt.

Ein deutlicher Hinweis darauf, dass eine neue Pixel-Generation im OLED-Evo-Panel arbeitet, sind die Unterschiede im OLED-Lichtspektrum. Der wesentliche Fortschritt besteht unserer Meinung nach bei OLED Evo in der klareren Abgrenzung der Rot-, Grün- und Blau-Anteile in den Pixeln. Zudem zeigten unsere Farbanalysen mit Calman  eine noch etwas perfektere Abdeckung des Ultra-HD-Farbraumes „P3“ als bei früheren OLED-TVs.

Welche Vorteile hat das neue Evo-Panel?

Als LG das neue Panel auf der Pressekonferenz der virtuellen CES 2021 ankündigte, war von höherer Effizienz die Rede. Dass der LG G1 damit neue Rekordwerte in der Spitzenhelligkeit erreicht, können wir jedoch nur eingeschränkt bestätigen. Denn nach unseren Labormessungen kommt der OLED G1 im Vergleich zum Vorgänger GX im Bildmodus HDR Kino etwa 20 Nits höher (Testbild: „10%-Fenster“), und auch bei SDR-Bildern bewegen sich die Helligkeitswerte in den empfehlenswerten Bildmodi wie Kino und Filmmaker nur auf leicht höherem Niveau.

Das bedeutet im Klartext: Ein Unterschied ist zwar in der Tat vorhanden und messbar, aber im Alltag sollte man, was die Helligkeit angeht, vom neuen Panel keine Wunder erwarten.

Es gibt aber noch einen anderen Vorteil: Das neue Panel braucht weniger elektrische Leistung für die gleiche Helligkeit. Es hilft also, Energie zu sparen.

LG OLED G19LA von oben
Der LG G1 ist wirklich superschlank gebaut, und leitet seine Abluft nach oben ab.

Zusammen mit dem Alpha-9-Prozessor schafft das neue Evo-Panel außerdem, besonders Hauttöne noch etwas natürlicher wiederzugeben. Mit der etwas höheren Helligkeit verbindet sich zudem der Eindruck, dass die OLED-Helligkeit bei großflächig hellen Bildern weniger schnell gedrosselt wird.

Das Ende von OLED-Nachbildern?

Dauerhafte Nachbilder bei OLED-TVs, so genanntes „Einbrennen“, spielen mittlerweile keine große Rolle mehr. Hier greifen offenbar die bekannten Schutzmechanismen, die sich bislang schon gut bewährt haben: Erkennung von statischen Bildinhalten, automatisches Abdunkeln, Bild-Verschiebung, und vor allem das „Pixel-Auffrischen“ in Standby. Diese Mechanismen wirken auch alle beim neuen Evo-Panel. Ob die neuen Leuchtstoffe zudem robuster sind, wird die Zeit zeigen. Dafür spricht der kleinere Energiehunger, der mit einer geringeren Temperaturbelastung für den Bildschirm einhergehen dürfte.

Bestes Bild für Film und Fernsehen mit dem LG G1

  • OLED: Nach wie vor beste Bildwiedergabe
  • Sichtbare Veränderungen gering

Bei der Bildqualität knüpft der neue G1 von LG nahtlos an die Spitzenleistungen des 2020er CX an. Der neue G1 startet aber im Vergleich zum Vorgänger GX aus dem Vorjahr mit deutlich niedrigeren UVP als sein Vorgänger in den Markt. Die 55-Zoll Version ist 100 Euro günstiger geworden, das 77-Zoll Modell ist sogar fast 20% im Preis gesunken. Mit 6.499 Euro bleibt OLED in der Größe aber weiterhin kein Schnäppchen…

Viel Licht und sagenhafter Kontrast: Typisch OLED-Spitzenmodell

Typisch für OLED-Fernseher wie den G1 von LG ist die enorme Kontraststärke. Denn aktuell ist OLED die einzige bezahlbare TV-Bildschirmtechnik mit selbstleuchtenden Pixeln, von denen einzelne eine helle Farbe oder klares Weiß zeigen kann, während seine direkten Nachbarn perfekt schwarz sind. Der Schwarzwert ist also schon mal Spitze. Zum idealen Kontrast gehört aber auch der Weißwert, also Spitzenhelligkeit: Für Standard-Inhalte ist die Grundhelligkeit des LG G1 ab Werk gut und praxisgerecht voreingestellt, er liegt dabei noch etwas höher als CX und GX. Wenn du das Bild deines LGs optimieren willst, kannst du minimale Änderungen in den Bildeinstellungen deines LG OLED Fernsehers vornehmen und so eine spitzen Bildqualität erzielen.

Info: Bildmodus richtig einstellen Welchen Bildmodus du einstellst, hat grundlegenden Einfluss auf die Bildqualität. Nach der ersten Inbetriebnahme ist beim LG-OLED-TV der Eco-Modus voreingestellt, der die Bildschirmhelligkeit automatisch reguliert. Um ein natürlicheres Bild für Filme und TV-Sendungen zu erhalten, empfehlen wir „Kino“ oder „Experte“. Im Filmmaker-Modus sowie beim Modus Kino ist das Bild auf besonders originalgetreue Wiedergabe getrimmt, aber relativ dunkel. „Experte (Helle Flächen, Tageszeit)“ bringt etwas kräftigere, leuchtendere Farben für einen beleuchteten Raum. Je nach Geschmack und Bedarf kannst du weitere Einstellungen vornehmen, zum Beispiel die Bewegungsglättung „TruMotion“ auf einen mittleren Wert einstellen.

Im Bildmodus „Experte (Helle Flächen)“ machen TV- und Filmbilder von DVDs oder Blu-ray Disks in einem beleuchteten Raum einen sehr angenehmen Eindruck. Mit ein bisschen kräftigeren Farben als „Kino“. Angenehm auch deshalb, weil der Weißton recht gut stimmt und Hauttöne ausgesprochen natürlich wirken. An dieser Stelle hat der LG G1 mit dem Evo-Panel noch eine kleine Schippe gegen über der 2020er OLED-Generation drauf gelegt. Die selbstleuchtenden Pixel sind enorm reaktionsschnell (1 bis 2 Millisekunden  für einen Farbwechsel), und vor Nebeneffekten wie Lichthöfen um helle Objekte („Blooming“-Effekt) wie sie bei LED-LCDs einschließlich QLED auftreten können, sind sie gefeit.

Sport: Schnelle Bilder mit dem OLED G1 im Test

Wie schon die Modelle CX und GX, hat auch der neue G1 eine volle Ausstattung für Gamer mit vier HDMI 2.1-Eingängen, die für die neuesten Spielekonsolen und PC-Grafikkarten gerüstet sind. Damit kannst du bis zu 120 4K-Bilder pro Sekunde nahezu perfekt auf den Schirm bringen. Unsere Messwerte für den Input Lag, die wir mit 4K und 60Hz ermittelt haben, lagen bei 12  bis 13 Millisekunden. Gemessen haben wir im Modus „Spiele-Optimierer“ mit Werkseinstellungen. Wenn man mit variabler Bildrate (VRR, Variable Refresh Rate) zockt, könnte der bereits sehr gute Wert noch unter 10 ms sinken.

Das schnell arbeitende OLED-Panel mit 120 Hertz nativer Bildfrequenz meistert auch actionreiche Fußballszenen sehr gut. Bei Sport im Fernsehen ist allerdings häufig die Qualität der TV-Übertragung ein Faktor, der die Bildqualität begrenzt. Vom Bildmodus „Fußball“, der grell und plakativ wirkt, raten wir allerdings ab.

HDR: HDR10 und intelligentes Dolby Vision beim LG G1 im Test

Wie alle OLED-Fernseher von LG unterstützt der G1 die HDR-Verfahren HDR10 (PQ), HLG für 4K-TV-Sender und Dolby Vision. HDR10+, das von Samsung favorisiert wird, ist nicht mit dabei. Dolby Vision ist mittlerweile immer häufiger bei Netflix und Disney Plus Inhalten zu finden. Der Fernseher erkennt die HDR-Inhalte absolut zuverlässig. Wie schon bei den 2020er Modellen CX und GX kannst du die Bildqualität für Dolby Vision vom TV automatisch feintunen lassen: Einfach den Bildmodus Kino Home wählen, während du Dolby Vision schaust. Der Lichtsensor im TV passt das Bild dann behutsam an die Raumhelligkeit an, wenn AI Helligkeit in den AI-Funktionen aktiviert ist. Diese Funktion entspricht dann Dolby Vision IQ, obwohl der Name so nicht auf dem Bildschirm auftaucht.

Im Test überzeugt uns der LG mit seiner sauberen und farbtreuen HDR-Wiedergabe, in dem er etwa bei der Ultra-HD-Blu-ray Life Of Pi auch in sehr hellen Wolken noch Feinzeichnung zeigte und feinste helle Sterne am tiefdunklen Nachthimmel funkeln ließ. Beim Test von Dolby Vision haben wie einerseits auf die Netflix-Serie The Order und andererseits auf den Film Joker mit Joaquin Phoenix zurückgegriffen. Im Vergleich zum OLED-Boliden HZW2004 von Panasonic gab es nur minimale Unterschiede zu bemerken, wenn beide TVs für Dolby Vision IQ entsprechend eingestellt waren.

Der OLED G1: Seine Position im TV-Markt

  • Aktuelles 4K-Topmodell bei LG
  • Mini-LED bringt sich als Konkurrent in Stellung

Als bestens ausgestatteter Gaming- und Design-Fernseher spielt der G1 von LG in der Top-Liga der Fernsehgeräte. Und die Spitzenstellung im LG Line-Up macht sich natürlich auch in der Preisklasse bemerkbar. Dennoch sind die unverbindlichen Preisempfehlungen  des G1 günstiger als die für den LG GX von 2020 (bei gleicher Größe). Mit 3.499 Euro für einen G1 in 65 Zoll sind das gute 12 Prozent UVP-Differenz. Zum Zeitpunkt unseres Tests gibt es das Vorgängermodell OLED GX schon für rund 2.200 Euro in 65 Zoll zu kaufen. Im Verlauf des Jahres erwarten wir aber auch für dem G1 sinkende Preise.

Eine günstigere Alternative aus dem Haus LG verspricht der neue OLED C1 zu werden. Dieser bietet bis auf das neue OLED-Evo-Panel die gleiche Ausstattung für Fernsehen, Streaming und Zocken, allerdings im klassischen LG-OLED-Design. Eine Übersicht der Unterschiede zwischen LG G1 und C1 findest du hier in unserem Vergleich:

Konkurrenz machen dem OLED-TV außerdem die QLED-Spitzenmodelle von Samsung, insbesondere der neue QN95A. Der trumpft gegenüber allen OLED-Modellen mit seiner Spitzenhelligkeit, und Mini-LED-Technik mit neuem LED-Local-Dimming auf. Und als Super-Slim-TV mit separater Anschluss-Box kann er auch im Design locker mithalten.

Wenn es in erster Linie um Filme und Fernsehen, dann kommt der Panasonic JZW2004 mit ins Spiel der dieses Jahr mit die beste Bild- und Tonqualität abgeliefert hat. Sein Dolby-Atmos-fähiges Sound-Paket ist aktuell unübertroffen, das Bild absolute Spitze. Allerdings kann er im Gaming nicht ganz mit dem LG oder Samsung mithalten.

Anschlüsse beim LG G1: Volles Programm

  • Viermal HDMI 2.1 – für Gaming und Soundsystem
  • Drei USB für Recording und Medienwiedergabe
  • TV-Twintuner für Kabel, Satellit und DVB-T2HD

Die Ausstattung der LG OLED-TVs lässt seit den Modellen CX und GX kaum einen Wunsch unerfüllt. Bei Panasonic gibt es noch analoge Video-Eingänge, das ist ein Anschluss, den der LG nicht zu bieten hat. Ansonsten führt er das Konzept von 2020 konsequent fort: Für Gamer gibt es vier HDMI 2.1-Anschlüsse, mit denen man sowohl die neuesten Konsolen als auch Gaming PC-Grafikkarten ausreizen kann. Im Klartext: Neben 4K- Blu-ray und HDR verarbeitet der OLED 4K-Gaming mit bis zu 120 Bildern pro Sekunde, und unterstützt dabei VRR (Variable Refresh Rate) ebenso wie ALLM, die  Konsolen-Erkennung, die automatisch auf Gaming mit minimalem Input Lag umschaltet. Bei unseren Tests – die wir ohne VRR durchführten – kamen Messergebnisse um 12 Millisekunden heraus. Wir trauen dem LG G1 zu, bei optimalen Einstellungen aller beteiligten Geräte unter 10 Millisekunden (also eine Hundertstel Sekunde) zu kommen.

Drei USB-Schnittstellen bieten reichlich Anschlussmöglichkeiten für Speicher und eine Festplatte, mit der du auch zeitversetzt fernsehen kannst.

OLED LG G1 Anschluesse
Die USB-Anschlüsse des OLED TV sind alle an der Seite untergebracht, alle Kabel werden verdeckt zur Gehäusemitte geführt. Daher sollten die einzelnen Strippen nicht allzu dick sein.

Die Fernseh-Tuner sind wie im C1 als Twintuner verbaut, sodass du immer noch umschalten kannst, wenn du mit einer USB-Festplatte eine Sendung aufzeichnest.

Was ist der beste Anschluss für deine Soundanlage?

Der Kopfhörer-Ausgang ist als klassischer Klinkenstecker und als Bluetooth-Übertragung verfügbar. Wahlweise kannst du entscheiden, ob die TV-Lautsprecher mitspielen sollen oder schweigen. Und für eine extra Tonanlage bzw. Soundbar stehen ein optischer Ausgang oder der HDMI-eARC zur Verfügung. Alles in allem bietet der G1 also eine großzügige Ausstattung mit vielseitigen Möglichkeiten.

Mithilfe seines Kabelmanagement und passender Abdeckung sorgt der LG G1 für eine saubere Installation.

Bedienung und Praxis

  • Neue Magic Remote mit NFC
  • Überarbeitete Menüsteuerung

LG hat sein 2021 sein Smart-TV-Steuerungssystem WebOS neu aufgestellt. Alle 4K-TV-Modelle von LG haben nun WebOS 6.0. Doch sehen wir uns zunächst die Fernbedienung an, die ebenfalls neu ist:

Zauberhaft oder zu smart? Die neue Magic Remote LG OLED G1

Der LG OLED G1 bringt die neueste Version der Magic Remote mit, die mit ihrer neuen Form etwas besser in der Hand liegt als ihre Vorgängerinnen.

Im Gegensatz zum LG C1 hat der G1 eine NFC-Funktion (Near Field Communication) in der Fernbedienung. NFC kennen wir im Alltag mittlerweile von Kredit- und EC-Karten, die man nur noch an oder auf ein Lesegerät hält, um sie zu nutzen. Bei der G1 Fernsteuerung ist die NFC dazu gedacht, dass man sein Handy ruck-zuck mit dem TV koppelt, indem man es einfach an den Geber hält. Etwa, um den Bildschirm-Inhalt drahtlos zu teilen.

LG OLED G1 Fernbedienung mit NFC
Das neue Design der Magic Remote von LG liegt gut in der Hand. Der Geber des G1 hat einen NFC-Chip an Bord, über den du dein Handy schnell und einfach mit dem TV verbinden kannst.

Neue Tasten gibt es auch: Außer Netflix und Prime Video sind Tasten für die Sprachassistenten von Amazon und Google dabei, sowie Disney+ als Video-Streaming-Dienst. Dafür mussten die Start-/ Stopp- und Pausen-Tasten für zeitversetztes Fernsehen und Video-Wiedergabe ihren Platz räumen. Diese Funktionen sind immer noch da, aber nunmehr in Bildschirm-Menüs untergebracht.

Tasten mit Doppelfunktionen bei LGEinige Tasten der LG Magic Remote spielen eine Doppelrolle: So führt die rote Funktionstaste ein Doppelleben als „Red Button“ für Sender-Mediatheken und als Aufnahme-Knopf für USB-Recording. Je nachdem, ob du sie kurz oder gute zwei Sekunden lang drückst. Die Optionen-Taste ist ein Tausendsassa; kurz gedrückt, erscheint ein hilfreiches Kontext-Menü zu jeweiligen Anwendung, hältst sie gedrückt, wird die Audio-Beschreibung aktiviert. Und für die Ziffern 1 bis 8 kannst du selber festlegen, welche zweit Identität sie annehmen sollen. Einfach die Null zwei Sekunden drücken, dann öffnet sich die Tastenbelegung.

Mehr Übersicht: Bekannte Funktionen mit neuer Sortierung

Neben der Fernbedienung haben auch die Bildschirm-Menüs eine Überarbeitung erfahren. Der „Mauszeiger“ für die Magic Remote-Bewegungssteuerung wechselt jetzt die Farbe, wobei die Farbe halb durchsichtig ist. Im Menü „Alle Einstellungen“ gibt es nur noch die Hauptkategorien Bild, Ton, Allgemein und Support. Innerhalb der Unter-Menüs wurde dabei einiges – ziemlich sinnvoll – umsortiert.

Menue für erweiterte Einstellmöglichkeiten LG OLED 2021
Ein Blick in das Menü „Alle Einstellungen“, das sich ohne Umweg öffnet, wenn man zwei Sekunden lang die „Zahnrad-Taste“ drückt.

Am Ende ist eine übersichtlichere Bedienung als zuvor herausgekommen, mit der man sich gut zurechtfinden kann. Dennoch ist sie in der Qualität der deutschen Übersetzungen zum Teil immer noch verbesserungswürdig. Vieles ist gut und treffend beschrieben, und nach wir vor loben wir, dass kurze Erläuterungen eingeblendet werden. Ärgerlich sind jedoch irreführende Übersetzungen, wenn z.B. der Begriff „True Cinema“ nicht mit „Echtes Kino“ sondern mit „Kinoleinwand“ übersetzt wird, und dabei von Bildformaten anstelle von der Bildfrequenz (24p für Kinofilme) die Rede ist. Wer gute Englisch-Kenntnisse hat, und tiefer in die Einstellungen einsteigen möchte, kommt wahrscheinlich besser mit der Menüsprache „English“ klar.

Neues Design für smarte Anwendungen

LG führt mit den 2021er OLED-TVs auch das neue WebOS 6.0 ein. Damit nähert sich LG den Smart-TV-Nutzeroberflächen von Android TV oder Google TV an. Und schafft es dennoch, sich treu zu bleiben.

Die augenfälligste Veränderung ist, dass es über der App-Leiste (Launcher bar) nun großformatige Kachel-Bilder gibt, die das TV-Bild überdecken. Die Leiste selber ist im Aussehen modernisiert und überzeugt nach wie vor durch zügige Navigation und sehr gute Möglichkeiten, die Apps nach dem eigenen Bedarf zu sortieren. Das kann der TV nach der Häufigkeit der Nutzung automatisch erledigen – aber nur, wenn du das auch willst. Das App-Angebot ist unverändert sehr gut. Und wird von Sprachassistenten flankiert, Alexa, Google Assistant und LGs „ThinQ“ kannst du mit dem LG OLED nutzen.

Unterhalb der Launcher Bar geht es einfach runter von WebOS zu TV-Sendungen, und zum „Home Dashboard“ mit allen verbundenen Geräten (auch USB-Festplatten, vernetzte Haushaltsgeräte, etc.).

Guter Ton trotz Slim-Design

Ein Wort zum Ton. Der LG spielt leider keine DTS-Tonspuren im Originalformat ab, sondern akzeptiert nur PCM-Downmix hiervon. Dies betrifft aber hauptsächlich Heimkino-Fans – bei denen sollte der DTS-Surround-Ton ohnehin besser über eine geeignete (und bestimmt auch besser klingende) Surround-Anlage laufen.

Was die generellen Klangeigenschaften betrifft, müssen wir feststellen, dass der superschlanke Wand-TV für diese Bauform erstaunlich gut klingt. Eine Einmessung über die Fernbedienung, wie wir sie bereits von LG-TVs kennen, hilft, den Sound ein wenig an die Raumakustik anzupassen.

Fazit: Unser Testurteil für den LG G1

Unter dem Strich bringt es der LG G1 auf eine neue Spitzenposition unter den derzeit besten 4K- bzw. OLED-TVs und zählt somit zu den besten Fernsehern, die derzeit auf dem Markt sind.

Seine Bildqualität bietet hervorragende Leistungen in allen Disziplinen: Für Film und Fernsehen eignet er sich ebenso vorzüglich wie für Gaming und Streaming. Das Evo-Panel braucht bei etwas größerer Helligkeit ein bisschen weniger Strom, und überzeugt auf ganzer Linie für Standard-TV, Blu-ray und HDR-Inhalte.

So können wir eine klare Empfehlung für alle aussprechen, die bereit sind, für Top-Bild-Qualität und eine erstklassige TV- und Gaming-Ausstattung etwas tiefer in die Tasche zu greifen.

 

Aktuelle Angebote

Jetzt ansehen: Die LG OLED G1-Serie in Bildern
Technische Daten
Verfügbare Größen 55", 65", 77"
Getestete Größe 65"
Preis (UVP/Straßenpreis) 3.499 Euro / um 3.000 Euro
Panel Typ OLED
Bildfrequenz 100 / 120 Hz
HDR-Unterstützung HDR10, Dolby Vision IQ, HLG
Smart TV WebOS 6
Sprachsteuerung Alexa, Google Assistant, LG ThinQ
AirPlay 2 Ja
Digitaler Tuner Twintuner für DVB-T2/C/S2
Video-Eingänge 4 x HDMI 2.1
HDMI-Funktionen 4K-Video bis zu 120fps, eARC, ALLM, VRR, CEC
Sonstige Anschlüsse 3 x USB, Toslink, LAN, Kopfhörer, CI+
Durchschnittliche Leistungsaufnahme 128W (Herstellerangabe)
Energieeffizienzklasse G
Maße mit Sockel 1446 x 888 x 284 mm
Maße ohne Sockel 1446 x 830 x 20 mm
Gewicht ohne Standfuß / mit Standfuß 29 kg / 29,8 kg

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