Acht Fehler bei deiner HiFi-Anlage – und wie du sie vermeidest
Bild: Pedro Martin @ UnsplashDu hast lange überlegt, kennst deinen HiFi-Händler (und seine Familie) inzwischen beim Vornamen und hast dich endlich für die perfekte HiFi-Anlage entschieden. Doch so wie im Geschäft will es einfach nicht klingen. Dann hast du vielleicht einen dieser Fehler begangen. Denn auf dem Weg zum perfekten Klang deiner HiFi-Anlage gibt es noch eine Reihe Fallstricke. Doch keine Panik: Für sie alle gibt es Lösungen. Wir verraten dir, wie du die häufigsten Fehler bei deiner HiFi-Anlage vermeidest.
1. Die HiFi-Anlage muss zum Raum passen
Nur die wenigsten haben den Luxus, sich einen Hörraum unter den perfekten Bedingungen einzurichten. Oft müssen Kompromisse bei der Aufstellung gemacht werden. Schließlich muss man in einem Wohnzimmer auch noch wohnen können. Du solltest dir zu Beginn also immer die Frage stellen, in was für einen Raum du deine Anlage stellen möchtest. Viele Menschen machen den Fehler, dass sie sich große Standlautsprecher in ein viel zu kleines Zimmer stellen. Das sorgt schnell dafür, dass die Bässe viel zu aufgebläht wirken und du die Boxen immer mit niedrigen Pegeln betreiben musst. So machen viele Standlautsprecher einfach keinen Spaß und in Mehrfamilienhäusern ist der Streit mit den Nachbarn schon vorprogrammiert. In diesem Fall könnten Regallautsprecher die bessere Wahl sein.

Auch die Beschaffenheit von Oberflächen, der Boden und die Wohneinrichtung selbst haben großen Einfluss auf den Klang. Ein Raum mit Rigips-Wänden klingt ganz anders als ein Raum aus Beton. Du solltest dir also am besten schon vor dem Kauf der Stereoanlage überlegen, welcher Ort für die Anlage am geeignetsten ist. Du kannst den Klang deines Hörraums auch noch im Nachhinein verbessern. Je nachdem, welche Frequenzen Probleme bereiten, können Absorber, Diffusoren oder auch einfachere Lösungen wie dicke Vorhänge oder Teppiche Abhilfe schaffen.
2. Achte auf die Aufstellung deiner Lautsprecher
Die Aufstellung von Lautsprechern bekommt leider nicht immer die Aufmerksamkeit, die sie verdient hätte. Denn tatsächlich liegt hier extrem viel Klangpotential. Die richtige Aufstellung unterscheidet sich je nach Raum und Lautsprecher und ist eine Wissenschaft für sich. Aber es gibt einige einfache Dinge, die du beachten kannst, damit sich der Klang deiner HiFi-Anlage verbessert.
Zuallererst solltest du deinen Hörplatz im Sweetspot der Lautsprecher positionieren. Das bedeutet, dass beide Lautsprecher den gleichen Abstand zu deinem Hörplatz haben und im selben Winkel auf ihn ausgerichtet sind. Im Idealfall bilden die Lautsprecher ein gleichseitiges Dreieck mit deinem Hörplatz.

Wichtig ist auch der richtige Abstand von deinen Lautsprechern zur Wand. Denn dieser hat einen großen Einfluss auf die Basswiedergabe. Je näher eine Box an der Wand steht, desto mehr wird die Basswiedergabe beeinflusst. Besonders bei Lautsprechern mit rückwärtigen Bassreflex-Öffnungen kann sich der Bass aufstauen – oder merklich in sich zusammenfallen, wenn die Öffnung komplett blockiert wird. Zimmerecken hingegen können unter Umständen wie ein Megafon wirken. Am natürlichsten spielen Lautsprecher daher, wenn du ihnen genügend Abstand von Wänden und Zimmerecken gönnst.
Zuletzt solltest du überlegen, ob du deine Lautsprecher auf deinen Hörplatz anwinkeln möchtest. Jeder Lautsprecher hat ein unterschiedliches Abstrahlverhalten, und entsprechend solltest du ausprobieren, ob das Klangbild von einem größeren Winkel profitiert. Probieren gilt hier ganz klar über Studieren.
Es gibt noch weitaus mehr Faktoren, die zur richtigen Aufstellung beitragen. Falls du mehr wissen willst, solltest du einen Blick in unseren Ratgeber:
3. Wähle den richtigen Verstärker für deine Lautsprecher
Der Raum passt, deine Anlage ist perfekt aufgestellt, und trotzdem klingt es nicht wie erhofft? Dann könnte der HiFi-Verstärker die Wurzel allen Übels sein. Lautsprecher und Verstärker sollten möglichst gut zusammenpassen. Ein erster Indikator dafür ist die Leistung deines Verstärkers in Watt. Diese Zahl sagt erst mal nichts über die Klangqualität aus. Vielmehr kann ein leistungsstarker Verstärker einfacher mit leistungshungrigen Lautsprechern umgehen. Um mit einem schwächeren Verstärker gleiche Lautstärken zu erreichen, musst du ihn deutlich weiter aufdrehen, was irgendwann in Verzerrungen gipfeln kann.
Der zweite Indikator ist der Wirkungsgrad deines Lautsprechers. Je höher dieser ist, desto weniger Leistung muss dein Verstärker haben, um eine laute Wiedergabe zu ermöglichen. Das ist aber nur ein grober Anhaltspunkt, da auch die Impedanz eines Lautsprechers Einfluss auf das Zusammenspiel von Verstärker und Lautsprecher hat. Natürlich hat aber auch jeder Verstärker seinen ganz eigenen Klangcharakter, der mit deinen Lautsprechern harmonieren sollte. Viele Gründe also, potenzielle Kandidaten ausführlich zu testen.
Genauer haben wir dir das in unserem Ratgeber erklärt:
4. Denk auch an die Kabel
Natürlich hat ein Kabel nicht ansatzweise einen so großen Einfluss auf das Klangbild, wie die Lautsprecher, der Raum und der Verstärker. Aber tatsächlich solltest du Kabel nicht vernachlässigen, da auch sie den Klang beeinflussen können. Wichtig ist es an der Stelle, über die Verhältnismäßigkeit nachzudenken: Bei einer mittelpreisigen Anlage solltest du keine Unsummen für die Kabel ausgeben – das wird den Klang auch nicht mehr entscheidend verbessern.
Andersherum kann es sich aber lohnen, die billigen Kabel auszutauschen, die häufig günstigen Systemen beiliegen. Hier kannst du mit überschaubarem finanziellem Aufwand einen klanglichen Flaschenhals entfernen. Das gilt zwar besonders für Lautsprecherkabel, aber auch die Verbindungen zwischen Geräten haben Auswirkungen auf den Klang. So kann es sich bei besonders langen Strecken zwischen einzelnen Komponenten lohnen, auf symmetrische XLR- statt einfacher Cinch-Kabel zu setzen. Diese können das Signal besser vor äußeren Einflüssen schützen.

Eine kleine, aber clevere Investition sind außerdem Bananenstecker. Diese haben gleich zwei Vorteile: Zum einen vereinfacht es das Verkabeln von Anlagen ungemein, zum anderen beugen die Stecker Kurzschlüsse durch freiliegende Kupferadern vor. Hier kann es vorkommen, dass einzelne Fasern ungewollten Kontakt bekommen.
Eine gängige Faustregel ist, dass zehn bis 15 Prozent des Anlagenwerts auf die Kabel entfallen sollten. Unserer Erfahrung nach sind bei einfacheren Anlagen aber bereits fünf bis zehn Prozent der Gesamtkosten mehr als ausreichend, um das maximale Klangpotenzial auszuschöpfen.
5. Aufstellung der Geräte nicht vernachlässigen
Häufig wird sehr viel Zeit und Aufwand in das Aufstellen der Lautsprecher gesteckt und der Verstärker dann einfach in den Fernsehschrank gepackt. Dort wird der Verstärker nicht ausreichend belüftet – es kommt zum Hitzestau. Das solltest du tunlichst vermeiden. Und wenn es sich nicht vermeiden lässt, solltest du lieber auf einen Verstärker mit Class-D-Endstufen, wie den Cambridge Audio Evo 150 setzen. Class D ist die deutlich energieeffizientere Technologie und produziert weniger Abwärme.

Aber nicht nur die Belüftung ist wichtig, sondern auch ein solider und am besten resonanzarmer Untergrund. Denn gerade bei Verstärkern können unerwünschte Vibrationen einen negativen Einfluss auf das Klangbild haben. Viele hochwertige Verstärker, wie der NAD M33, haben deshalb besonders aufwendige Füße.
6. Wähle Geräte, die zusammenpassen
Je besser die Wiedergabequalität deiner Stereoanlage ist, desto schonungsloser deckt sie Details in der Musik auf. Das kann unglaublich belohnend sein, wenn du deine Lieblingsstücke noch mal vollkommen neu entdeckst. Das bedeutet jedoch auch, dass schlechte Aufnahmen schonungslos enttarnt werden können. Egal, ob im Studio geschludert wurde, oder die Auflösung der Aufnahme zu schlecht ist.
Es lohnt sich also, in möglichst hochqualitative Quellen zu investieren. Nur so nutzt du deine HiFi-Anlage bestmöglich aus. Hier unterscheidet man hauptsächlich zwischen analogen und digitalen Quellen.
Digitale Quellen sind unter anderem Streamingdienste, aber auch CDs. Hier gilt es zuerst dafür zu sorgen, dass die Qualität möglichst unkomprimiert ist. Ein Richtwert sollte hier CD-Qualität sein. Der Name verrät es schon, dass du dir darüber bei einer CD keine Sorgen machen musst. Bei Streamingdiensten sieht das anders aus. Einigen Dienste streamen nach wie vor in MP3. Die Qualität liegt teilweise bei nur 320 kbit/s. Bei einer Übertragungsrate von 1.411 kbit/s spricht man von CD-Qualität – die man als Standard nimmt und daher als lossless bezeichnet. Einige Streamingdienste unterstützen sogar Übertragungsraten von bis zu 9.216 kbit/s. Der Wechsel zu einem hochwertigen Streamingdienst, wie etwa Tidal oder Qobuz, kann schon viel bewirken. Welcher Highres-Streamingdienst zu dir passt, verrät dir unsere Bestenliste:
Doch das ist nicht alles. Denn das Quellgerät, das an deine Anlage angeschlossen ist, muss natürlich auch in der Lage sein, die Qualität der Quelle wiederzugeben. Und das gilt sowohl für digitale als auch für analoge Quellen, wie Plattenspieler. Für Highres-Streaming bietet sich hier etwa ein Streaming-Verstärker oder ein Netzwerk-Player an. Diese können hochauflösendes Material abspielen und bieten die beste Klangqualität. Es ist zwar verlockend, das Handy als Quellgerät zu verwenden, aber der integrierte DAC, der an dem Klinkenanschluss hängt, hat meistens eine miserable Qualität. Ein No-Go für Highres ist übrigens Bluetooth. Selbst aktuelle Bluetooth-Codecs können nicht die erforderlichen Übertragungsraten für Highres- oder gar CD-Qualität bieten.
Netzwerk-Player passen an jeden Verstärker und holen den meisten Klang aus deinem Streaming-Abo:
7. Harter Boden? Stelle deine Lautsprecher auf Spikes
Beim Betrieb eines Lautsprechers fängt auch zwangsläufig sein Gehäuse an zu schwingen. Nimmt das überhand, kann der Klang darunter leiden. Über Spikes kannst du deine Lautsprecher ideal an deinen Boden koppeln. Das ist auch der Grund, warum viele hochpreisige Lautsprecher Gewinde im Fuß haben. Dadurch kann die überschüssige Energie in den Boden abgeleitet werden, bevor sie zum Problem wird. Das funktioniert am zuverlässigsten, wenn du harte Böden aus Stein, Beton oder Fliesen besitzt. Weiche Böden würden hier hingegen schnell selbst zum Resonanzkörper.

8. Mitschwingender Boden: Stelle deine Lautsprecher auf Dämpfer
Was aber, wenn du feines Parkett im Wohnzimmer liegen hast? Nicht nur würden Spikes schnell im weichen Holz einsinken, die Schwingungen der Lautsprecher könnten sich so auch auf den Boden ausbreiten. Und das kann man hören. Bei Laminat oder Parkett solltest du daher eher entkoppeln. Dafür geben viele Hersteller ihren Lautsprechern spezielle Dämpfer mit. Je nach Ausführung – und Preisbereich – kann es sich um einfache, selbstklebende Gumminoppen handeln. Es gibt aber auch echte High-End-Lösungen, die mit verschiedenen dämpfenden Materialien oder sogar mit sich gegenseitig abstoßenden Magneten arbeiten.
Die Audio Physic Midex „schwebt“ auf vier starken Magnetfeldern und ist so extrem gut vom Boden entkoppelt.
Fazit: So vermeidest du die häufigsten Fehler bei deiner HiFi-Anlage
Wie du siehst, können schon kleine Details den Klang deiner Stereoanlage empfindlich stören. Aber lass dich davon nicht einschüchtern. Solange du diese Fehler vermeidest, wirst du viel Spaß mit deiner Stereoanlage haben. Wir bei HIFI.DE haben dir noch weitere Ratgeber zusammengetragen. Mit ihrer Hilfe wirst auch du das Beste aus deiner Anlage herauszuholen können.
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