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Audio Pro A48 im Test: Smarte Standbox statt HiFi-Anlage

Die aktiven Lautsprecher Audio Pro A48 sehen gut aus und ersetzen eine komplette Streaming-Anlage. Im Test muss sich zeigen, ob die kompakten Standboxen auch gut klingen.
HIFI.DE Test | Audio Pro A48
Leistung
2 x 130 Watt + 2x 30 Watt
Eingänge
1x Cinch, 1x Optisch
HDMI ARC / eARC
Ja / –
Quellen kabellos
WLAN, Bluetooth 4.2, AirPlay 2, UPnP
Streaming
Spotify Connect, Tidal Connect, Tidal, Amazon Music, Qobuz, Deezer, Internetradio, Podcast
Abmessungen (BxHxT)
215 x 870 x 265 mm
Gewicht
10,5 kg
Paarpreis
1.100 Euro
In Kürze
Für teilweise unter 1.000 Euro bekommst du mit der Audio Pro A48 eine komplette HiFi-Anlage inklusive Streaming. Der Sound macht in jedem Setting Spaß, könnte aber etwas mehr Feingefühl vertragen.
Vorteile
  • Kräftiger Klang, besonders im Bass
  • Ideal für ermüdungsfreies Langzeithören
  • Viele integrierte Streamingdienste
  • Verhältnismäßig klein für ihren Klang
Nachteile
  • Könnte Stimmen und Details feiner auflösen
  • App unterstützt kein Gapless Playback
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Aktive Lautsprecher machen einen Verstärker – und den dazugehörigen Kabelsalat – unnötig. Denn sie verstecken die passenden Amps im eigenen Gehäuse. Und die sind perfekt auf ihre Bedürfnisse zugeschnitten. Die Audio Pro A48 gehen einen Schritt weiter als viele andere Aktivboxen und streamen deine Musik direkt aus dem Netz.

Audio Pro A48 Paar frontal mit und ohne Abdeckung
Die Audio Pro A48 verbirgt in ihrem zierlichen Korpus moderne Technik und will mit erwachsenem Sound überzeugen.

So ein Allround-Set kennen wir bereits von der KEF LS60 Wireless und der Dali Rubicon 6 C. Beide Systeme kosten jedoch mindestens das Sechsfache der Audio Pro A48. Mit 1.100 Euro UVP ist die A48 also wirklich ein spannendes Angebot. Wie sich das schicke Lautsprecher-System im Hörraum und in der Praxis schlägt, haben wir getestet.

Die Audio Pro A48 gibt es in Schwarz und Weiß:

Audio Pro A48 im Detail: Schlanke Streaming-Box

Die Audio Pro A48 ist mit nicht ein mal 90 Zentimetern Höhe und 10,5, bzw. nur 10 Kilo Gewicht (das halbe Kilo Unterschied kommt vom Verstärker im linken Lautsprecher) eine der zierlichsten Standboxen, die wir bisher im Hörstudio hatten. Dazu kommt eine schlanke Grundfläche von knapp 22 mal 27 Zentimetern. Dennoch solltest du den Lautsprecher nicht unterschätzen. Bestückt ist dieser nämlich mit gleich zwei identischen Chassis von 13 Zentimetern Durchmesser. Diese spielen mit bis zu 700 Hertz deutlich in den Mitteltonbereich hinein, ab da übernimmt ein 5 Zentimeter messender BMR-Treiber den restlichen Frequenzbereich.

BMR steht für Balanced Mode Radiator. Das ist ein Schallwandler, der in tiefen Frequenzen wie ein gewöhnlicher Treiber kolbenartig vor und zurückschwingt, in den höheren Lagen jedoch beginnt, sich kontrolliert zu verformen – Biegeschwingungen heißt das dann im Fachjargon.

Audio Pro A48 BMR-Treiber
Statt eines Hoch- und Mitteltöners verbindet die A48 den Frequenzumfang mit einem BMR.

Das soll gleich zwei Vorteile haben: Einerseits kann die relativ kleine Membran einen sehr großen Frequenzbereich abdecken (in diesem Fall von 700 Hz bis 20 kHz), andererseits unterstellt man einem BMR ein sehr gleichmäßiges und breites Abstrahlverhalten. Das kann Vorteile bei der Bühnenabbildung und bei der Aufstellung deiner Lautsprecher haben. Nicht nur die kleine Schwester Audio Pro A28 setzt auf einen BMR, von günstigen Bluetooth-Lautsprechern bis hin zu echtem HiFi in Form der Q Acoustics Q Active 200 haben wir diese Art Treiber schon überall entdeckt.

Anschlüsse

Für den Antrieb sitzt eine Verstärkereinheit im linken Lautsprecher. Dieser sendet das rechte Tonsignal über ein erfreulich stabiles XLR-Kabel an die rechte, passive Box. Für die Basstreiber stehen zweimal 130 Watt zur Verfügung, der BMR wird mit jeweils 30 Watt angetrieben. Physische Anschlüsse gibt es drei: HDMI ARC und Toslink für die Verbindung zum Fernseher, sowie ein Paar Cinchbuchsen für das analoge Signal eines CD-Players oder eines Plattenspielers mit eingebautem Vorverstärker.

Audio Pro A48 Anschlüsse Rückseite
Alle Quellen finden am linken Lautsprecher Platz.

Das Besondere an der Audio Pro A48 ist jedoch ihre Verbindung zum WLAN. Dadurch steht dir die ganze Welt des Musikstreamings offen. Auch, wenn es mit Lautsprechern wie der Q Acoustics M40 oder selbst der Teufel Ultima 40 Aktiv einige günstigere aktive Standboxen gibt, bieten die wenigsten diese Option. Erst recht nicht so ausgereift.

Kein Wunder also, dass die A48 eine unserer Empfehlungen ist, wenn es um Standlautsprecher unter 1.000 Euro geht. Sollte das noch nicht reichen, kann sich die Box auch per Bluetooth mit deinem Handy verbinden. Die Bluetooth-Codecs SBC und AAC werden unterstützt.

Klang: Starker Bass, gutmütig in den Höhen

Wir nehmen also die Audio Pro App zur Hand und loggen uns bei Qobuz ein. Das funktioniert problemlos, sodass nach nur wenigen Minuten Meutes Cover des Chart-Erfolgs Sail durch den Hörraum brettert. Dabei überrascht uns die kleine Audio Pro A48 direkt mit bassstarken Argumenten. Denn diesen direkten Angang hätten wir ihr nicht zugetraut. Dafür schien sie uns einfach zu zierlich. Wie aus Trotz wirft sie mit Bassimpulsen um sich, bis alle im Hörraum grinsen. Dafür gerät der zwischen heiserem Scharren und öligem Gesäusel wechselnde Charakter des Saxofons ins Hintertreffen.

Audio Pro A48 Basstreiber Detail
Die beiden Basstreiber der Audio Pro A48 sorgen für ordentliche Pegel.

Oft reden wir davon, dass einer der wichtigsten Schritte zu gutem Klang ist, deine Lautsprecher richtig aufzustellen. Die Audio Pro A48 machen hier keine Ausnahme, denn der BMR-Treiber kann seine theoretischen Vorteile in der Praxis nur bedingt ausspielen.

Ganz gerade nach vorne schauend, bauen die Lautsprecher keine richtige Verbindung zu dir auf. Das zeigt sich deutlich beim Danish String Quartet. Das so persönliche Album Wood Works büßt die ansonsten so plastische Präsenz der vier Musiker ein, klingt eher fahl und ohne Kick. Das ändert sich sobald du die Boxen leicht zu dir eindrehst.

Die Bühne nimmt Gestalt an, zwei Geigen, eine Bratsche und das Cello rasten auf ihrem prädestinierten Platz ein und bitten dich zum Tanz. Leider entgehen uns mit der A48 die letzten feinen Saitenkratzer. Denn auch wenn der BMR eine saubere Bühnenabbildung beherrscht, steht sich die A48 hier mit ihrer sanften Abstimmung selbst im Wege.

Audio Pro A48 Sockel seitlich
Die A48 steht auf einem angeschrägten Sockel. Dadurch lehnt sie sich etwas nach hinten. Das hilft ihr trotz der geringen Höhe, die Musik zielsicher zu deinen Ohren zu schicken.

Weite Bühnenabbildung

Wir wechseln das Genre und wenden uns alt-J zu. Die Briten bieten mit Every other Freckle viele Effekte, die einerseits schön im Raum verteilt sein wollen, andererseits aber auch viele Details bergen. Die muss ein Hochtöner erst mal herausarbeiten. Als mitten im Song plötzlich die Türklingel läutet, zucken wir zusammen. So weit links haben wir sie nicht erwartet. Die Beckenschläge und rasselnde Effekte hingegen bekommen die Audio Pro A48 nicht ganz so überzeugend hin.

Audio Pro A48 Verbindung Lautsprecher XLR-Kabel
Die beiden Lautsprecher werden über ein XLR-Kabel verbunden.

Gleiches gilt mit Roger Waters Alte-Männer-Stimme, die bei Perfect Sense Pt. 1 etwas zu sehr geschönt wird und so noch nicht mal nach Midlife-Crisis klingt. Dafür dringt die Stimme des Bordcomputers HAL plötzlich von weit außen und gefühlt genau von links auf dich ein.

Abschließend können wir sagen, dass du für gerade ein mal 1.100 Euro ausgewachsenen Klang aus einer Standbox bekommst, die noch auf den letzten Wachstumsschub zu warten scheint. Eine neutrale Abstimmung ist zwar eine der wenigen Tugenden, die die Audio Pro A48 nicht in den Fokus stellt, dafür bekommst du hier einen Sound, der auf jeder Party und mit jeder Musik einfach Spaß macht. Und das für den Preis, den du alternativ auch locker für ein paar Standlautsprecher ausgeben kannst – ohne integrierten Streamer und Verstärker.

Nicht das Richtige für dich? In unserer Bestenliste findest du alle von uns getesteten Aktivlautsprecher:

Audio Pro A48 in der Praxis: Gute App, alle wichtigen Anschlüsse

Im Alltag bietet dir die Audio Pro A48 zwei Möglichkeiten, sie zu steuern: Per App über dein Smartphone, oder per Fernbedienung. Natürlich kannst du darüber keine Musik auswählen, dennoch ist sie sehr hilfreich, wenn du die Musik anhalten, einzelne Lieder skippen, oder Presets auswählen möchtest. Und natürlich lässt sich so auch schnell die Lautstärke anpassen. Das Hauptaugenmerk liegt jedoch auf der Audio Pro App. Diese findest du kostenlos sowohl im App Store als auch im Google Play Store.

Direkt integriert sind die Dienste Amazon Music, Tidal, Qobuz, Deezer und Napster. Dazu gesellt sich noch Spotify Connect und Tidal Connect. Du kannst dich bei Tidal also entscheiden, ob du die App des Streamingdienstes oder die deiner Lautsprecher verwenden willst. Allerdings bietet dir die Tidal App den Vorteil, Gapless Playback nutzen zu können. Das ist nämlich etwas, das die A48 nativ nicht unterstützen. Wenn du also gerne Alben am Stück hörst, könnten dich die kurzen Pausen zwischen den Tracks auf Dauer nerven.

Multiroom und Aufstellung

Darüber hinaus kann die Audio Pro A48 per DLNA/UPnP auf deine im Heimnetzwerk abgelegte Musik zugreifen und Internetradio abspielen. Die App als solche reagiert sehr zügig und ist übersichtlich aufgebaut. Per App kannst du die A48 auch zum Teil eines Multiroom-Systems machen. Als Partner bieten sich einerseits weitere die Schwestermodelle Audio Pro A28 oder Audio Pro C5 MkII zur Verfügung. Natürlich kannst du die Boxen auch mit jedem anderen WLAN-Lautsprecher koppeln, der sich ebenfalls mit Google Cast versteht.

Audio Pro A48, A28, C5 MkII Gruppenbild
Die Audio Pro A48 lässt sich per App mit weiteren Audio-Pro-Produkten zu einem Multiroom-System erweitern.

Wie schon erwähnt, solltest du der Audio Pro A48 etwas Aufmerksamkeit bei der Aufstellung gönnen. Direkt über dem Sockel öffnet sich auf der Rückseite ein großes, ovales Bassreflexrohr. Das verstärkt den Bass, kann aber auch je nach Aufstellung zu Problemen führen. Schaumstoffstopfen, wie andere Hersteller sie beilegen, gibt es bei der Audio Pro nicht. Dafür gestaltet dir das geringe Gewicht des Lautsprechers das Auspacken erheblich leichter als so mancher Mitbewerber. 

Design: Schlanker Hingucker

Audio Pro bleibt der eigenen Designsprache bei der A48 weiterhin treu. Auch schon die A28 und die C5 MkII bestachen durch gut ausgeführten, matte Farben und die schlichte Gestaltung. Die ganze Box lehnt sich auf ihrem Sockel etwas nach hinten, was ihr aber auch einen sportlichen Kick gibt. Die einzige Anzeige, die die Audio Pro hat, ist eine kleine LED unterhalb des linken BMR. An ihr kannst du die ausgewählte Quelle und den Status deiner Bluetooth-Verbindung ablesen.

Audio Pro A48 Fernbedienung
Die Fernbedienung der Audio Pro A48 besteht aus gebürstetem Aluminium. Das sieht edel aus und liegt angenehm in der Hand.

Natürlich kannst du die Treiber samt LED auch hinter den mitgelieferten, grauen Stoffabdeckungen verschwinden lassen. Die halten dank starker Magnete fest an den Lautsprechern und sehen mit ihrem groben Gewebe sehr schick aus. Tatsächlich sind wir aber besonders von der hochwertigen Fernbedienung begeistert. Während Lautsprecher wie die Q Acoustics Q Active 200 noch mit Kunstoffgebern geliefert werden, kommt die von Audio Pro bereits in gebürstetem Aluminium daher.

Unser Testfazit zur Audio Pro A48

Ihr Klang mag audiophilen Ansprüchen nicht in jeder Hinsicht gerecht werden, dafür verschluckt sie im Hochtonbereich zu viele Details. Dennoch macht die Audio Pro A48 mit jedem Track Laune und zeigt, dass Standboxen nicht groß sein müssen, um zu überzeugen.

An vielen “dummen” aktiven Mitbewerben zieht sie dank ihrer ausgereiften Streaming-Fertigkeiten auf der Überholspur vorbei und präsentiert sich dabei auch noch wohnzimmerfreundlich. Günstiger kommst du wohl kaum an eine komplette Anlage, die so kompetent und spaßbetont Musik spielt und auch bei der nächsten Party nicht schlapp macht.

HIFI.DE Testsiegel Aktivlautsprecher Audio Pro A48 8.6

Die Audio Pro A48 gibt es zurzeit bei Amazon im Angebot:

Technische Daten
Bauart 2-Wege
Leistung 2 x 130 Watt + 2x 30 Watt
Eingänge 1x Cinch, 1x Optisch
HDMI ARC / eARC Ja / –
Quellen kabellos WLAN, Bluetooth 4.2, AirPlay 2, UPnP
Ausgänge Sub Out
Streaming Spotify Connect, Tidal Connect, Tidal, Amazon Music, Qobuz, Deezer, Internetradio, Podcast
Sprachassistenten
Bedienung Fernbedienung, App
Verbindung Master/Slave XLR-Kabel
Abmessungen (BxHxT) 215 x 870 x 265 mm
Gewicht 10,5 kg
Verfügbare Farben Schwarz, Weiß
Paarpreis 1.100 Euro

Du hast bereits einen Verstärker? Hier findest du alle von uns getesteten Standlautsprecher:

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