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Bowers & Wilkins 803 D4 im Test: Lautsprecher der Superlative

Die B&W 803 D4 ist ein absoluter Luxus-Lautsprecher, der High-End-Klang ins Wohnzimmer bringen soll. Ob das gelingt und ob das den Preis von 22.500 Euro rechtfertigt, liest du in unserem Test.
HiFi-Lautsprecher kaufen: Bowers & Wilkins 803 D4 Hochtöner
Treiber
4 (1x Hochtöner, 1x Mitteltöner, 2x Tieftöner)
Frequenzbereich
19 Hz – 28 kHz (±3 dB)
Abmessungen (BxHxT)
357 x 1165 x 511 mm
Verfügbare Farben
Schwarz Hochglanz, Weiß Hochglanz, Satin Rosenut, Satin Walnut
Paarpreis
22.500 Euro
In Kürze
Die Bowers & Wilkins 803 D4 ist in so ziemlich jeder Hinsicht ein Traum-Lautsprecher. Ihr Sound begeistert auf ganzer Linie und arbeitet auch die feinsten Nuancen in deiner Musik heraus. Bei dem hohen Preis wird dieser Luxus-Lautsprecher aber zwangsläufig für die allermeisten ein Traum bleiben.
Vorteile
  • Kompromisslos fantastischer Klang
  • Makellose Verarbeitung
  • Für einen High-End-Lautsprecher erfreulich unkritisch bei Aufstellung und Verstärker
Nachteile
  • Durch den hohen Preis für die meisten nur ein Traum

Jetzt steht sie also ausgepackt in unserem Hörstudio. Auch wir von HIFI.DE haben nicht häufig so noblen Besuch. Die Bowers & Wilkins 803 D4 mag zwar „nur“ der drittgrößte Lautsprecher aus B&Ws Flaggschiff-Serie sein, trotzdem ist ihre Wirkung beeindruckend. Ausgestattet mit den sprichwörtlichen Samthandschuhen stehen wir um das Paar weiße Lautsprecher und betrachten es erst einmal aus allen Blickwinkeln. Aber der Reihe nach. Als erste deutsche Redaktion haben wir das Vergnügen den englischen Luxus-Speaker in wohnzimmertauglicher Größe zu testen. Was einen High-End-Standlautsprecher für über 20.000 Euro so besonders macht und was Diamanten in einem Lautsprecher suchen, erfährst du in unserem Test.

Ein Traum von einem Lautsprecher, der jedoch für die Meisten ein Traum bleiben wird: Bowers & Wilkins 803 D4 für 22.500 € das Paar.

Was mach die B&W 800 Serie Diamond so besonders?

Sich einen guten Ruf aufzubauen kann manchmal schon reichen, um erfolgreich zu sein. Der Edel-HiFi-Schmiede aus England genügt das jedoch nicht. Bei Bowers & Wilkins ruht man sich nicht auf seinen Lorbeeren aus, sondern arbeitet daran, Gutes noch besser zu machen. Mit diesem Credo stellte B&W 2021 die wieder einmal verbesserte 800 Serie Diamond vor. Die Geschichte dieser Ausnahme-Serie reicht bis ins Jahr 1979 zurück, als John Bowers stolz die 801 präsentierte.

John Bowers 801
Noch etwas eckiger, aber ohne Zweifel ein Vorfahr der 803 D4: John Bowers mit seiner 801 aus dem Jahr 1979. | Bild: Bowers & Wilkins

Schon damals sollte guter Klang im Fokus liegen und Parameter wie Kosten oder Aussehen hinten anstehen. Oder, wie es Bowers & Wilkins ausdrückt: Form Follows Function. Vom damals noch recht klobigen Äußeren hat sich B&W inzwischen getrennt. Geblieben ist bis heute der dreiteilige Aufbau: Bassbereich, Mittel- und Hochtöner haben jeweils ein eigenes Gehäuse. (Dem Aufbau und seinen technischen Raffinessen widmen wir weiter unten ein eigenes Kapitel.)

Die Bowers & Wilkins 803 D4 gibts in folgenden Farbvarianten:

Neben Bowers & Wilkins‘ Bestreben nach klanglicher Perfektion ist die B&W 803 D4 aber vor allem eines. Luxus durch und durch. Der hier betriebene Material- und Fertigungsaufwand alleine machen den Lautsprecher schon zu etwas ganz besonderem, die Designsprache tut ihr Übriges. Egal welche Version, eine B&W aus der 800er Serie erkennst du immer und überall. Übrigens ist es gut möglich, dass der ein oder andere deiner Lieblingssongs mit Hilfe einer solchen Box entstanden ist.

Bowers & Wilkins 800 D3 Abbey Road Studios
Seit Jahrzehnten schon vertrauen die Sound-Ingenieure der Abbey Road Studios auf die 800er Serie von Bowers & Wilkins. | Bild: Bowers & Wilkins

Seit vielen Jahrzehnten schon vertrauen die Abbey Road Studios auf das B&W-Flaggschiff. Gerade bei Musikaufnahmen ist es schließlich wichtig, dass du jede Stimme und jedes Instrument klar hören kannst, ohne dass der Lautsprecher den Klang verfärbt. Und genau das soll eine der größten Stärken der Bowers & Wilkins 800 Serie Diamond sein. Lautsprecher zu sein, ohne so zu klingen. Ob sie sich auch im Klang-Test beweisen konnten, erfährst du am Ende unseres Tests.

Wenn du noch weitere Lautsprecher miteinander vergleichen möchtest, findest du hier unsere Bestenliste der von uns getesteten Standlautsprecher:

Turbine-Head und Diamanten: Statussymbol oder doch Klangvorteil?

Ja, natürlich ist ein Lautsprecher für über 20.000 Euro ein Luxusobjekt. Solltest du deshalb aber denken, der hohe Aufwand würde nur geleistet werden, um den Preis in die Höhe zu treiben, solltest du dir das Ergebnis selbst einmal anhören. Nur mit Voodoo und gutem Marketing erklärt sich nicht der ungebrochene Erfolg der inzwischen sieben Generationen 800er-Serie.

Bowers & Wilkins 803 D4 Hochtöner frontal
Die Membran des Hochtöners besteht aus einer dünnen Schicht Diamant.

Namensgebend für die Serie 800 Diamond ist das Material der Hochtöner-Membran. Eine in einem aufwändigen Verfahren hergestellte Schicht aus künstlichem Diamant bildet die Oberfläche der 25 mm durchmessenden Hochtonkalotte. Im Gegensatz zum Klunker am Ring sieht der Hochtöner dadurch nicht wirklich schicker aus, das extrem leichte und äußerst harte Material hat aber Eigenschaften, die es laut Bowers & Wilkins zum perfekten Überträger hoher Frequenzen machen. Dadurch bedingt soll der Hochtöner bis zu bei einer schon längst nicht mehr hörbaren Frequenz von 70.000 Hertz verzerrungsfrei arbeiten können.

Getrennte Abteile

Teifton. Mittelton und Hochton sitzen bei der B&W 803 D4 jeweils in getrennten Gehäusen – und das aus gutem Grund: Denn jeder Treiber wird bei seiner eigentlichen Aufgabe – der Wiedergabe von Schall – von verschiedenen Dingen gestört. Einerseits können die Schwingungen benachbarter Treiber seine eigene Bewegung beeinflussen. Zum anderen entsteht nicht nur vor der Treibermembran Schall, sondern auch auf ihrer Rückseite. In einem geschlossenen Gehäuse kann diese Energie das Schwingverhalten des Treibers beeinträchtigen. Um diese Effekte möglichst zu minimieren hat B&W den sowohl den Hochtöner  als auch den Mitteltöner besonders geformten Gehäuse gepackt.

Bowers & Wilkins 803 D4 Turbine Head seitlich
Die Nautilus-Röhre des Hochtöners und der Turbine Head verjüngen sich zur Rückseite hin.

Durch die sich nach hinten verjüngende Form läuft sich in beiden der Schall tot, der Treiber kann „leichter atmen“. Beim Hochtöner resultieren die Berechnungen in der knapp 30 cm langen so genannten Nautilus-Röhre. Beim Mitteltöner in einem birnenförmigen Gehäuse, dem das B&W-Marketing den „Turbine Head„. Dieser Turbinenkopf besteht ebenso wie die Nautilus-Röhre des Hochtöners aus Aluminium. Bei seiner Membran vertraut Bowers & Wilkins auf das für die Vorgänger-Generation der 800er-Serie entwickelte Continuum-Gewebe, das wir auch schon aus der B&W 702 S2 und der 606 S2 Anniversary Edition kennen.

Bowers & Wilkins 803 D4 Continuum-Membran
Das Gewebe der Continuum-Membran soll die idealen Eigenschaften zur Klangstreuung besitzen.

Zusätzlich soll der Mitteltöner durch eine völlig neu entwickelte Art der Aufhängung noch leichter vor und zurück schwingen können. Statt der herkömmlichen Zentrierspinne aus Gewebe kommt jetzt die „Biomimetische Aufhängung“ zum Einsatz. Diese soll die Membran bei der Auslenkung auf einer möglichst geraden Bahn führen, ohne der Bewegung allzuviel Widerstand entgegenzusetzen. Zudem verspricht sich B&W von der schlanken Konstruktion mit wenigen Speichen weniger Luftwiderstand, sodass der Treiber leichteres Spiel hat.

Tieftöner und Gehäuse

Der Bassbereich wiederum stellt ganz andere Anforderungen an einen Lautsprecher. Der Tieftontreiber muss die enorme Kraft des großen Magnetantriebs in präzise Impulse verwandeln können, ohne sich dabei zu verformen. Bei der 803 D4 von Bowers & Wilkins kommen zu diesem Zweck wie schon bei der Vorgängerin D3 zwei Tieftöner mit sogenannten Aerofoil-Membranen zum Einsatz. Diese haben ihren Namen bekommen, da sie im Querschnitt dem Profil eines Flugzeugflügels gleichen. Die Dicke der Membran verändert sich von innen nach außen kontinuierlich. Deswegen ist sie nur dort, wo hohe Kräfte wirken, besonders dick und an anderen Stellen sehr dünn. So spart diese Konstruktion im Vergleich zu einer gleichbleibend dicken Membran einiges an Gewicht.

Bowers & Wilkins 803 D4 Paar Tieftöner
Die Metallringe dienen als Verankerung der Treiber und ragen weit aus dem Lautsprecher heraus.

Die Ummantelung der Tieftöner ist wie ein dickes Rohr aus einem einzigen Metallstück geformt und ragt weit aus dem Lautsprecher heraus. Diese Basspods sind jeweils auf ihrer Rückseite mit einer Metallplatte verschraubt, die dem Lautsprechergehäuse noch mehr Festigkeit verleiht.

Umgekehrtes Gehäuse

Apropos Gehäuse: Auch hier verlässt sich Bowers & Wilkins nicht auf geläufige Materialien. MDF-Platten, wie es invielen günstigeren Lautsprechern genutzt wird, kommt bei diesem Luxusprodukt nicht in Frage. Die klanglich optimale geschwungene Form ließe sich auch gar nicht mit einem Plattenwerkstoff verwirklichen. Stattdessen werden mehrere Lagen Birken-Sperrholz unter Hochdruck und starker Hitze in die gewünschte Form gepresst und verleimt. So entsteht ein fugenloses Gehäuse, das um einiges stabiler ist, als jede gesteckte oder geschraubte Verbindung je sein könnte. Reverse Wrap nennt B&W das so entstandene Gehäuse und sagt ihm besonders wenige Eigenresonanzen nach.

Bowers & Wilkins Reverse Wrap
Das Gehäuse besteht aus mehreren Lagen Holz, die in Form gepresst wurden. | Bild: Bowers & Wilkins

Um auch den letzten Schwingungen innerhalb des Gehäuses des Garaus zu machen, wird das Gehäuse an der Rückwand, sowie auf der Oberseite mit Aluminiumplatten verschlossen. Auch an der Unterseite hat Bowers & Wilkins einen immensen Aufwand betrieben. Nicht nur, dass die 803 D4 auf einem massiven Metallsockel ruht, dieser verfügt über höhenverstellbare Spikes, die zu allem Überfluss auch noch mit magnetisch haftenden Spiketellern versehen sind.

Bassgewalt im Fuß

Um den Bassbereich noch feiner abstimmen zu können, spendiert B&W den drei größten Modellen ihrer 800er Serie eine Bassreflexöffnung. Ihr Durchmesser ist präzise berechnet um spezielle Frequenzen nochmal zu verstärken. Ihre Oberfläche erinnert stark in die eines Golfballs. Die kleinen Vertiefungen sorgen für kleinste Luftwirbel, auf denen die Luft – und somit der Schall – leichter und leiser gleiten kann. Da die entsprechende Bassreflexöffnung nach unten abstrahlt, sind die B&W 803 D4 relativ unkritisch, was eine wandnahe Aufstellung angeht. Trotzdem solltest du keinen Lautsprecher direkt in deine Wohnzimmerecke verbannen.

Bowers & Wilkins 803 D4 Paar Rückseite
Die Kühlrippen auf der Rückseite regeln die Temperatur der Frequenzweiche auf der Innenseite.

Die Rückseite des Lautsprechers wird von dicken Kühlrippen dominiert. Die sind nicht nur aus ästhetischen Gründen dort. Auf der Innenseite befindet sich die gigantische Frequenzweiche des Lautsprechers. Sie entscheidet darüber, welches Tonsignal an welchen Treiber geschickt wird und erzeugt dabei auf Dauer ein wenig Abwärme. Die kann über die Kühlrippen abgeleitet werden. Weiter unten findest du das Anschlussterminal. Hier hast du die Wahl zwischen Single-Wiring und Bi-Wiring- bzw. Bi-Amping-Betrieb. In unserem Test entscheiden wir uns für ersteres und schrauben die mitgelieferten Brückenkabel an.

Bowers & Wilkins 803 D4 Brücken
Im normalen Single-Wiring-Betrieb müssen die Kabelbrücken angebracht werden. Andernfalls hörst du entweder nur den Bass oder nur die Höhen und Mitten deiner Songs.

B&W 803 D4: Vollendetes Design ohne gerade Flächen

Wenn du dir einen Lautsprecher vorstellst, wirst du vermutlich an einen hochkant stehenden, rechteckigen Kasten mit runden Membranen an einer Seite denken. In vielen Fällen hast du da auch recht. Auch wenn du die runden Membranen auch hier findest, hat die Bowers & Wilkins 803 D4 so viel mit einer rechteckigen Box gemeinsam wie eine Kutsche mit einem Sportwagen. Und ganz ähnlich würden sich die beiden ungleichen Paare auch im Windkanal verhalten.

Bowers & Wilkins 803 D4 von oben
Bis ins Detail stromlinienförmig: Die B&W 803 D4 wirkt aus jeder Perspektive genial.

Von oben betrachtet kommt die windschnittige Tropfenform der 800 Serie Diamond gut zur Geltung. An der Front gibt es keine einzige gerade Kante. Das sieht nicht nur genial durchdesignt aus, sondern schützt auch vor ungewollten Kantenbrechungen.

Info: Kantenbrechungen Wenn ein Lautsprecher Schall produziert, breitet sich dieser nicht nur in deine Richtung aus, sondern verteilt sich gleichmäßig im Raum. Ähnlich wie Wellen nachdem du einen Stein in einen ruhigen See geworfen hast. Stoßen die Schallwellen aber auf die Kante des Lautsprechers, kann der Ton verfälscht werden. So ist das Signal unter Umständen nicht mehr genau ortbar. Abgerundete Ecken an der Schallwand können hier Abhilfe schaffen.

Form Follows Function

Ganz klar: Mit diesem Aufbau ist die Bowers & Wilkins 803 D4 kein Lautsprecher, der sich (nur) aufs diskrete Musikabspielen verstehen will. Dieser Lautsprecher fällt auf. In jedem Wohnzimmer, bei jedem Einrichtungsstil. Aber genau das macht ja auch den Reiz eines solchen Designerstückes aus. Das schöne ist – wie Bowers & Wilkins immer wieder gerne betont – dass die Form nur das zwingende Resultat der Funktion ist. Du bist also im Besitz eines Designerstückes, erhältst aber trotzdem – bzw. gerade deshalb – die bestmögliche Performance.

Bowers & Wilkins 803 D4 Lederkragen
Feines Connolly-Leder schmückt den Kragen der B&W 803 D4.

So ein Luxus fängt schon bei der obersten Schicht an: Die B&W 803 D4 ist mit einer Sorgfalt lackiert, bei der so mancher edle Flügel kleinlaut wird. Gut, dass der Klang der B&W 803 D4 das schnell wieder ausgleicht und dem Instrument seine tatsächliche Stimmgewalt zurückgibt. Auch bei den ausgewählten Grundstoffen beweist Bowers & Wilkins Stil: Der „Kragen“ des Lautsprechers ist mit Connolly-Leder bezogen, das auch schon Krönungskutschen englischer Könige geschmückt hat. Da versteht es sich fast von selbst, dass du dich in der polierten Metalloberfläche der Polklemmen spiegeln kannst. Nur die Brückenkabel scheinen etwas fehl am Platz, sind aber zwingend erforderlich, willst du die Lautsprecher mit nur einem Kabel betreiben.

Die Bowers & Wilkins 803 D4 im Praxis-Test

Bevor wir zum Lautsprecher selbst kommen, müssen wir den Designern der Kartonage ein dickes Lob aussprechen. Selten hatten wir einen Lautsprecher, bei dem das Auspacken, trotz eindrucksvoller Ausmaße, so reibungslos gelaufen ist. Und die 803 D4 wiegt pro Seite locker über 60 Kilo! Leider sind 20.000 Euro kein Garant dafür, dass sich Lautsprecher einfach – und sauber – auspacken lassen. B&W zeigt mit der Serie 800, wie es gehen kann. Der Standlautsprecher wird einfach, bequem und sehr sicher aus dem Karton heraus gerollt. Auf einer eigens dafür in die Verpackung integrierten Rampe!

Bowers & Wilkins 803 D4 Unboxing Rampe
Durchdachte Verpackung: Über die integrierte Rampe konnten Olaf und Tim die B&W 803 D4 kinderleicht aus dem Karton ins Teststudio rollen.

Die dafür nötigen Rollen sind fest am Sockel der 803 D4 verschraubt, sodass sich die Box weiter mühelos bewegen lässt. Erst wenn sie an ihrem Bestimmungsort angekommen ist, haben die Rollen ausgedient. Denn für eine ideale Koppelung mit dem Boden und festen Stand sind die Räder wenig geeignet. Im Fuß versteckt warten jeweils vier Spikes auf ihren Auftritt. Einmal herausgedreht, sorgen sie für einen stabilen Stand und leiten Resonanzen in den Boden ab.

Aber auch dein Parkett ist in guten Händen: natürlich liegen der Bowers & Wilkins 803 D4 auch passende Spiketeller bei. Diese Unterlegscheiben schützen empfindliche Böden vor den spitzen Spikes. Hier zeigt sich ein weiteres gut durchdachtes Detail. Die Spiketeller sind magnetisch und haften automatisch mittig unter den Spikes.

Bowers & Wilkins 803 D4 Fuß
Unter dem Sockel sind die Rollen und – magnetisch an den Spikes haftend – die Spiketeller zu sehen.

Ein Verstärker für die B&W 803 D4

Bei einem solchen Luxuslautsprecher wirst du dich vielleicht fragen, ob dein bisheriger Verstärker überhaupt im Stande ist, angemessen Töne aus ihnen herauszuholen. Wir können dich beruhigen. Mit 90 dB haben die B&W 803 D4 einen ausgezeichneten Wirkungsgrad. Auch kleinere Verstärker werden die Schallwandler bespielen können. Dennoch lohnt es sich immer in einen entsprechend hochwertigen Antrieb zu investieren. Denn wie dir unser Test noch zeigen wird, sind die 803 D4 absolute Spürnasen und breiten das Können deines Verstärkers nonchalant vor dir aus.

So klingt die Bowers & Wilkins 803 D4

Bei einem Lautsprecher im Wert eines Neuwagens sind die Erwartungen natürlich hoch. Das scheint die Bowers & Wilkins 803 D4 auch zu wissen und geniert sich nicht lange. Während wir noch die perfekte Position für diesen besonderen Standlautsprecher austesten – wie weit sollte sie eingedreht sein, wie viel Platz braucht sie zu den Seitenwänden? – zeigt sie uns süffisant, was sie in petto hat.

Sie klingt genial. So viel ist schon jetzt gewiss. Dass sie das aber schon zeigt, bevor sie auf den Zentimeter genau ausgerichtet ist, das ist neu. Da haben wir in der Vergangenheit schon weit günstigere Lautsprecher getestet, die viel größere Diven waren. Wir richten die Lautsprecher auf den Sweetspot aus und starten Tidal, lassen aber erst noch den Lautsprecher auf seinen Rollen stehen. Nur um zu schauen, was für einen Unterschied die richtige Aufstellung auf den integrierten Spikes macht.

Apropos Tidal:

Bowers & Wilkins 803 D4 Paar Schräg
Die Hoch- und Mitteltöner der Bowers & Wilkins 803 D4 verheimlichen dir kein Detail deiner Musik.

Lupenreine Höhen, sanfte Mitten

Den Anfang der Hörsession macht ein alter Bekannter. Pink Floyd’s Roger Waters war auch mit seinen Solo-Projekten sehr erfolgreich. Sein Album Amused to Death stellt deine Anlage auf viele Arten auf die Probe. Wir benutzen es speziell, um den berühmten Diamanthochtöner und die Continuum-Mitteltontreiber zu testen. Letztere halten sich weder zurück noch bedeckt, aber haben etwas entspanntes an sich, wodurch sie ideal für lange Hörsessions geeignet sind. Hier drängt sich nichts nach vorne, was nicht hier her gehört.

Das zeigt sich besonders schön an Waters‘ Stimme in Perfect Sense Part I. Urplötzlich steht Roger Waters vor dir und redet mit dir persönlich. Natürlich hörst du noch Instrumente und weißt, dass es bloß eine Aufnahme ist, aber so realistisch, mit allen Ecken und Kanten, hat der Ex-Frontmann von Pink Floyd dich wahrscheinlich noch nie „angesprochen“. Er taucht aus dem Nichts vor dir auf. Nicht überlebensgroß und Respekt heischend, sondern ungemein realistisch auf Augenhöhe. Dabei schafft es die 803 D4 jede Facette seiner Stimme zu beleuchten. Auch wenn die Stimme des damals 50-Jährigen schon nicht mehr ganz makellos war, die Highres-Aufnahme ist es und die Lautsprecher versetzen dich in ehrfürchtiges Staunen.

Bowers & Wilkins 803 D4 Hochtöner Close up
Der Diamanthochtöner lässt eine phänomenale Klangbühne vor dir entstehen.

Als ein weiteres Talent der Bowers & Wilkins 803 D4 entpuppt sich ihre authentische Darstellung von Bühne, Raum und Tiefe. Spitze die Ohren und konzentriere dich auf einen bestimmen Musiker: Auch in großen Orchestern lassen sich alle Instrumente lupenrein aus der Masse herausschneiden. Besonders beeindruckend gelingt das den 803 D4 bei Klassik. Das Danish String Quartett interpretiert auf seinem Album Wood Works Folk Songs aus ganz Skandinavien neu. Wie viel Freude die vier Jungs beim Musizieren haben, wird ganz besonders bei Five Sheep, Four Goats klar. Die Lautsprecher setzen das Ensemble vor dir in den Raum. Von links nach rechts: Zwei Geigen, eine Bratsche, ein Cello. Sie alle behalten ihren typischen Klang und die genau ortbare Position, auch wenn sie am Ende des Liedes alle gleichzeitig zum Finale ansetzen. Für ein noch besseres Livekonzert der Gruppe wirst du wohl nach Dänemark fahren müssen.

B&W 803 D4: Lautsprechertuning auf hohem Niveau

Nach mehreren Stunden zeitvergessenen Musikhörens fiel uns auf, dass wir immer noch nicht die Spikes ausgefahren haben. Einmal auf stabilen Füßen stehend, mussten wir wohl oder über nochmal ran – wir Armen – und unsere Lieblingssongs erneut hören. Der Effekt war nochmal erstaunlich. Nicht nur dass der Bassbereich konturierter wurde, das ganze Geschehen vor dir richtete sich auf, klang losgelöster und nochmal eine Prise präziser. Jetzt wollten wir es wissen und wechselten von Verstärker Rotel Michi X5 auf den Streaming-Verstärker NAD M33. Beide liegen in der High-End-Klasse beider Firmen und versprechen eine geniale Performance:

Übrigens: Wenn du noch mehr Größe in deiner Musikwiedergabe suchst, ist die große Schwester Bowers & Wilkins 802 D4 vielleicht genau das richtige für dich. Inzwischen haben wir auch diesen Luxus-Lautsprecher testen können, der uns mit noch mehr Basspräsenz und einer noch breiteren Bühne begeistern konnte.

Während sich die 803 D4 am Michi etwas entspannter gaben, dafür aber die Bühne vor dir etwas weiter auffächerten, konnte der NAD-Bolide einige Details noch feiner herausarbeiten. Das schlug dafür bei manchen Songs in einen härteren Unterton um. So klangen die Zungenschläge der isländischen Sängerin Eivør bei Mín Móðir etwas unnachgiebiger. Auch die ein oder andere Western-Gitarre klang so merklich metallischer. Was als Erfahrung bleibt ist, dass die Bowers & Wilkins auch feinste Veränderungen in deiner HiFi-Anlage aufdeckt und dir auf dem Silbertablett serviert.

Diese Sensibilität der B&W 804 D4 ist Fluch und Segen zugleich: Ja, wenn du einen Lautsprecher suchst, um den klanglichen Feinheiten von Highres-Musik nachzuspüren, ist sie perfekt dafür geeignet. Auf der anderen Seite zeigt sie aber auch unüberhörbar auf, wenn Aufnahme oder Teile der HiFi-Kette nicht ganz so gut sind.

Bowers & Wilkins 803 D4 Zubehör
Das Zubehör der Bowers & Wilkins 803 D4 umfasst neben den Brückenkabeln noch Stützen für den sicheren Stand.

Unser Testfazit zur Bowers & Wilkins 803 D4

Bowers & Wilkins hat erneut bewiesen, dass es immer noch eine Stufe besser geht. Mit der neuen 803 bekommst du ein Klangmöbelstück der Extraklasse, das nicht nur phänomenal aussieht, sondern auch in Verarbeitung und Klang seines gleichen sucht. Dem Anspruch, das Flaggschiff 801 D4 auf wohnzimmerfreundliche Maße zu schrumpfen, ohne beim Klang Kompromisse eingehen zu müssen, ist B&W gerecht geworden. Denn trotz ihrer stattlichen Ausmaße ist die B&W 803 D4 – für einen Lautsprecher der High-End-Klasse – recht pflegeleicht. Wandabstände und Verstärkerleistung werden bei dir nur in Ausnahmefällen Probleme darstellen.

Allerdings braucht der Lautsprecher auch angemessen gute Zuspieler sowie gute Aufnahmen, da er deren qualitativen Schwächen glasklar herausarbeiten. Wenn alles passt ist die 803 D4 ein Kunstwerk, dass dich mit so ziemlich jeder Musik sehr glücklich machen wird. Ob es nun am Diamant-Hochtöner liegt oder am Turbinen-Kopf oder am nach allen Regeln der Kunst versteiften Gehäuse – Die Bowers & Wilkins 803 D4 ist eine absolute Ausnahme-Erscheinung, die weder Wünsche offen noch Augen trocken lässt.

Hier kannst du die Bowers & Wilkins 803 D4 direkt beim Händler kaufen:

Technische Daten
Wege 3
Treiber 4 (1x Hochtöner, 1x Mitteltöner, 2x Tieftöner)
Anschlüsse Bi-Wiring
Frequenzbereich 19 Hz – 28 kHz (±3 dB)
Wirkungsgrad 90 dB (2.83 Vrms, 1m)
Abmessungen (BxHxT) 357 x 1165 x 511 mm
Gewicht 62,15 kg
Verfügbare Farben Schwarz Hochglanz, Weiß Hochglanz, Satin Rosenut, Satin Walnut
Paarpreis 22.500 Euro

22.500 Euro sind eine Menge Geld! Wenn du so viel ausgeben könntest, würdest dafür einen Lautsprecher kaufen oder etwas anderes? Verrat es uns in den Kommentaren!

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