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AKG K72 im Test: Guter Studio-Kopfhörer für kleines Geld?

Der K72 von AKG soll zum günstigen Preis Monitoring-Aufgaben im Projektstudio meistern. Kann das gelingen?
Der AKG K72 im Test bei HIFI.DE
Kopfhörertyp
Over-Ear / Geschlossen
Gewicht
200 g
Frequenzbereich
16–20 kHz
Mitgeliefertes Zubehör
3 m Kabel, 3,5mm Stereo-Klinke, Adapter-Stecker (6,35 mm auf 3,5 mm)
Preis (UVP/Straßenpreis)
62 Euro / um 40 Euro
In Kürze
Der AKG K72 leistet sich in Anbetracht der Preisklasse keine gravierenden Schwächen, wenn man von einem etwas lockeren Sitz am Kopf absieht. Auch als Zweithörer für HiFi-Fans und als mobiler Begleiter bietet sich der stabil verarbeitete Hörer an.
Vorteile
  • Praxisgerechter Klang
  • Stabile Verarbeitung
  • Geringes Gewicht
Nachteile
  • Zu lockerer Sitz
  • Geringe Geräusch-Abschirmung

Gerade, wenn ganze Bands proben oder im Studio gemeinsam aufnehmen, sind häufig mehrere Kopfhörer nötig. Das kann ins Geld gehen. AKG möchte diese Problematik lösen und präsentiert mit dem K72 einen geschlossenen Kopfhörer, der die traditionellen Tugenden seiner berühmten Studio-Klassiker zu einem sensationell günstigen Preis realisieren soll. Wir haben für dich getestet, ob die mit spitzem Bleistift kalkulierte Rechnung aufgeht und ob der AKG K72 auch im HiFi-Bereich oder im mobilen Betrieb eine echte Alternative darstellt.

Den AKG K72 gibt es derzeit günstiger bei Thomann:

Der AKG K72 von vorne vor blauem Hintergrund
AKG hat sich mit dem K72 zum Ziel gesetzt, einen bezahlbaren Studio-Kopfhörer auf den Markt zu bringen. Doch was kann der K72 für seinen günstigen Preis?

Klassisches AKG-Design fürs Studio

Der Hinweis „For Project Studios, Rehearsal and Tracking“ auf der Verpackung des K72 macht unmissverständlich klar, wohin die Reise gehen soll. Professionelle Anwender*innen standen bei der Entwicklung des geschlossenen, ohrumschließenden Kopfhörers weniger im Fokus. Vielmehr sollten junge Musiker*innen und Homestudio-Tüftler*innen ein Werkzeug an die Hand bekommen, das auch bei schmalem Budget gute Dienste im Produktionsalltag leistet.

Der AKG K72 ist nicht das, was du suchst? In unserer Testliste findest du Alternativen:

Auf den ersten Blick: Professionelles Design des K72

Dabei lehnt sich das Design des K72 mit seinen runden Ohrmuscheln und dem filigranen Kopfbügel aus stabilem Metall durchaus an die teureren Geräte von AKG an. Das sieht auf den ersten Blick professionell aus. Die Ohrpolster sind sehr bequem und mit dem elastischen Kopfband passt sich der Hörer gut an die jeweilige Anatomie der Benutzer*innen an.

Mit lediglich 200 Gramm ist der K72 sehr leicht und der Anpressdruck ist gering. Etwas zu gering, denn der Hörer rutscht schon bei leichten Bewegungen munter auf dem Kopf hin und her. Das geht dann schnell einher mit Klappergeräuschen der elastisch aufgehängten Kunststoff-Ohrmuscheln, und auch die Bewegungen des Kabels sind oft mechanisch hörbar. Auch wenn diese Nachteile bei mittleren bis hohen Abhörlautstärken in den Hintergrund treten, werden hier eben die Unterschiede zu teureren Modellen wie dem AKG K240 oder dem AKG K702 deutlich.

Der Studio-Kopfhörer von AKG von der Seite
Optisch orientiert sich der wesentlich günstigere K72 an den Top-Modellen von AKG.

Eignet sich der AKG K72 für Aufnahmen im Studio?

Als geschlossener Kopfhörer soll der K72 vor allem für die Anwendung im Probe- oder Aufnahmeraum prädestiniert sein. Allerdings kann man diesbezüglich leider keine wirkliche Empfehlung aussprechen, denn die Außengeräuschdämpfung fällt aufgrund der leichten Bauweise und des geringen Anpressdrucks etwas zu schwach aus. Für einzeln aufnehmende Sänger*innen in der Vocal-Kabine mag das in Ordnung sein, direkt neben einem lauten Schlagzeug wirst du mit dem K72 dagegen eher keine Freude haben.

Der Kopfbügel des K72 im Detail
Bedauerlicherweise ist der AKG K72 zu leicht, um guten Halt und angemessene Schallisolierung zu bieten. Hier zeigt sich deutlich, wo AKG bei dem günstigen Kopfhörer gespart hat.

Praxisgerechter Klang des AKG K72

Auch wenn man in der Preisklasse des K72 klanglich sicherlich keine Wunder erwarten kann, schlägt sich der Kopfhörer nicht schlecht. Alle Frequenzen sind da, und im Bassbereich geht es erstaunlich tief herunter. Das letzte bisschen Auflösung lässt der Hörer zwar vermissen, doch für den anvisierten Einsatzbereich geht das völlig in Ordnung.

Sowohl Tony Braxtons Stimme als auch die Snaredrum bei Bruno Mars kommen etwas komprimiert aus den Ohrmuscheln, und Streicher-Flächen werden weniger räumlich dargestellt als bei teureren Konkurrenten, wie beispielsweise dem AKG K271 MKII. Bei Two Feets I Feel like I’m Drowning konnten wir zudem leichte Verzerrungen bei den S-Lauten wahrnehmen.

Der AKG K72 von der Seite
Der Bassbereich des K72 reicht erstaunlich tief, auch wenn die Auflösung etwas besser sein könnte.

Dennoch: Der wichtige Mittenbereich wird gut aufgelöst, was den K72 sicherlich zu einem praktikablen Monitor für Musiker*innen im Studio macht, die aufgrund des druckvollen Bassbereiches zudem jede Menge Groove serviert bekommen. Als HiFi-Fan bekommst du mit dem günstigen AKG einen Kopfhörer, der klanglich wenig gravierende Fehler macht, aber naturgemäß nicht das Hörerlebnis teurerer Modelle bieten kann. Für Podcasts und Hörbücher geht das Gebotene völlig in Ordnung, sodass du den K72 durchaus als Zweit-Hörer in Betracht ziehen kannst.

Ohrmuscheln des Studio-Kopfhörers im Detail
Der AKG K72 hat in unserem Test klanglich wenig Fehler gemacht, aber kann den teureren Modellen leider nicht das Wasser reichen.

One for the Road

Mit lediglich 32 Ohm und einer Empfindlichkeit von 112 dB stellt der K72 geringe Ansprüche an den Verstärker und lässt sich auch an Mobilgeräten problemlos betreiben. Der Klinkenstecker am fest angebrachten Kabel lässt sich über eine Schraubverbindung von 3,5 auf 6,3 Millimeter adaptieren. Der K72 ist nicht klappbar, eignet sich aufgrund seines geringen Gewichtes aber dennoch durchaus als Reisebegleiter. Lediglich der lockere Sitz und die vergleichsweise geringe Außengeräuschdämpfung könnten beim mobilen Betrieb störend wirken. Auch wenn sich kein Transportcase im Lieferumfang befindet, ist der K72 stabil genug verarbeitet, um auch den harten Einsatz on the Road schadlos zu überstehen.

Schriftzug des AKG K72
Der AKG K72 eignet sich aufgrund seiner geringen Impedanz für den mobilen Betrieb am Handy unterwegs.

Testfazit AKG K72

Alles in allem bietet der K72 von AKG ein durchaus aufgeräumtes Klangbild, und auch die Verarbeitung geht für einen so günstigen Studio-Kopfhörer mehr als in Ordnung. Der gute Eindruck wird allerdings durch den zu lockeren Sitz und die klapperigen Ohrmuscheln etwas getrübt.

HIFI.DE Testsiegel-Studio-Kopfhörer-AKG-K72-7.1

Aktuelle Angebote zum AKG K72

Technische Daten
Kopfhörertyp Over-Ear / Geschlossen
Gewicht 200 g
Wandler Dynamisch
Frequenzbereich 16–20 kHz
Mitgeliefertes Zubehör 3 m Kabel, 3,5mm Stereo-Klinke, Adapter-Stecker (6,35 mm auf 3,5 mm)
Impedanz 32 Ohm
Preis (UVP/Straßenpreis) 62 Euro / um 40 Euro

Du interessierst dich mehr für HiFi-Kopfhörer? Dann findest du in unserer Testübersicht viele Alternativen:

Wäre der AKG K72 ein geeigneter Kopfhörer für dich? Was überzeugt dich, was nicht? Schreib’ uns deine Meinung in die Kommentare!

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