Startseite Kopfhörer Studio Kopfhörer Sennheiser HD 600 im Test: Gelingt der Spagat zwischen HiFi und Studio?

Sennheiser HD 600 im Test: Gelingt der Spagat zwischen HiFi und Studio?

Seit mehr als 20 Jahren gilt der Sennheiser HD 600 als Referenzhörer für Mastering und anspruchsvolle HiFi-Liebhabende. Wir haben die neueste Version für euch angehört.
Sennheiser HD600 vor blauem Hintergrund frontal
Kopfhörertyp
Over-Ear / Offen
Gewicht
260 g
Frequenzbereich
12–40,5 kHz
Mitgeliefertes Zubehör
3 m Kabel, 3,5mm Stereo-Klinke, Adapter-Stecker (6,35 mm auf 3,5 mm)
Preis (UVP/Straßenpreis)
399 Euro / um 311 Euro
In Kürze
Auch in seiner aktuellen Version leistet sich der Referenzkopfhörer HD 600 von Sennheiser klanglich kaum Schwächen. Aufgrund des etwas schönfärberischen Klangbildes sehen wir seine Anwendung aber mehr im gehobenen HiFi- als im Studiobereich.
Vorteile
  • Sehr gute Räumlichkeit
  • Entspannter, ermüdungsfreier Sound
  • Fein aufgelöste Höhen ohne jegliche Aggressivität
  • Guter Tragekomfort
Nachteile
  • Zu prominenter Bassbereich
  • Leicht komprimiertes Klangbild
  • Etwas hoher Anpressdruck
  • Kein Transportcase im Lieferumfang

Die Entwickler von Sennheiser haben mit dem HD 600 nichts dem Zufall überlassen. Ein speziell nach akustischen Gesichtspunkten gestaltetes, offenes Ohrmuschel-Design und ein handgefertigter 42 Millimeter-Treiber mit einer Membran aus Akustikseide erscheinen erst einmal sehr eindrucksvoll.

Jedes Detail wurde auf ein „natürliches, persönliches Hörerlebnis“ hin optimiert, so der Hersteller. So viel Selbstbewusstsein macht buchstäblich hellhörig – und uns neugierig. Wie wird sich die aktuelle Version des Referenzkopfhörers Sennheiser HD 600 schlagen und für welche Einsatzbereiche ist er prädestiniert?

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Der Studio-Kopfhörer von Sennheiser seitlich zu sehen
Der Hersteller verspricht mit dem Sennheiser HD 600 viel. Doch was kann der Kopfhörer mit Referenzschallwandler?

Der Sennheiser HD 600 ist konsequent auf Klang optimiert

Schon auf den ersten Blick wird deutlich, dass die Ingenieur*innen von Sennheiser beim Design des HD 600 ausschließlich besten Klang im Blick hatten. Die Rückseiten der Ohrmuscheln sind komplett offen gestaltet. Lediglich ein elegantes, fein gelochtes Blech schützt die empfindlichen Treiber vor Beschädigungen. Dadurch kann die Membran völlig frei und ohne Beeinträchtigungen durch eventuellen Überdruck in der Ohrmuschel arbeiten.

Sennheiser HD 600 Gitter über Ohrmuschel
Die offene Bauweise ist bei den HD 600 unmittelbar zu erkennen. Durch ein Gitter auf der Ohrmuschel sind die Treiber des HD 600 sichtbar.

Offenes Konzept mit Einschränkungen

Allerdings lässt der offene Hörer auch Umgebungsgeräusche nahezu ungehindert passieren. In lauten Umgebungen wie der Bahn wird dir der HD 600 also keine Freude machen. Auch als Monitoring-Hörer bei Gesangsaufnahmen scheidet der Sennheiser aus.

Die Impedanz ist mit 300 Ohm recht hoch, was es dem Verstärker aufgrund eines höheren Dämpfungsfaktors erleichtert, die Membran unter Kontrolle zu halten. Gleichzeitig sinkt jedoch dessen Ausgangsleistung, wodurch schwache Zuspieler wie Mobilgeräte unter Umständen überfordert werden könnten. Aufgrund des hervorragenden Wirkungsgrads von 97 Dezibel ist dieses Problem beim Sennheiser HD 600 allerdings weniger stark ausgeprägt als bei anderen hochohmigen Kopfhörern.

Sennheiser HD 600 Schriftzug im Fokus
Aufgrund seiner offenen Bauweise eignet sich der Sennheiser HD 600 eher für den Gebrauch in stiller Umgebung.

Ein Genuss für die Ohren

Der Sennheiser HD 600 macht vom ersten Ton an Spaß. I Feel Like I‘m Drowning von Two Feet wird wunderbar räumlich dargestellt und auch Esbjörn Svenssons Flügel auf The Goldhearted Miner perlt vollmundig und voluminös aus den Seidentreibern. Die Höhen sind fein aufgelöst und niemals aggressiv, sodass auch bei langer Verwendung kaum eine Ermüdung des Gehörs zu befürchten ist.

Ein Sennheiser HD 600 ist nichts für dich? Wir haben zahlreiche andere Modelle getestet:

Studio-Profi oder Musiktalent?

Allerdings trägt der HD 600 im Bass etwas zu dick auf, was auf Kosten der Auflösung im Mitten- und Hochtonbereich geht. Stimmen- und Bläserarrangements in Bruno Mars‘ After Last Night sind daher etwa mit dem Hi-X65 von Austrian Audio noch besser nachvollziehbar. Letzterer stellt die prominenten Hallräume des erwähnten Titels I Feel Like I’m Drowning etwas weniger weit dar und holt dafür die Stimme mehr nach vorne. Das lässt den Schluss zu, dass der Sennheiser das Material minimal komprimiert darstellt.

Einem entspannten Hörgenuss kommt das aber durchaus zugute, sodass wir in dem Sennheiser HD 600 in erster Linie einen hochwertigen HiFi-Kopfhörer sehen. Machst du dir seine spezielle, etwas schönfärberische Klangcharakteristik bewusst, kannst du ihn ganz sicher auch für die Studioarbeit beim Mixing und Mastering problemlos verwenden.

Filigranes Understatement

Abgesehen von den durch die Lochbleche an den Ohrmuscheln sichtbaren Treibern ist das Design des HD 600 dezent und zurückhaltend. Der Kopfbügel ist aus Kunststoff-ummanteltem Metall, die Ohrmuscheln selbst werden dagegen mit etwas filigran wirkenden Plastikelementen gehalten.

Sennheiser HD 600 Kopfbügel liegend
Der Sennheiser HD 600 hat einen mit Kunststoff ummantelten Kopfbügel aus Metall und wirkt insgesamt recht robust. Leider ist im Preis kein Transportcase inbegriffen.

Eine schützende Transporttasche gibt es nicht. Für mobilen Betrieb ist der Sennheiser HD 600 aber auch nicht gebaut, daher ist das kein ernsthaftes Problem. Dennoch ist es angesichts der Preisklasse ein wenig schade, dass der Hersteller seinem Edel-Hörer kein Case mitliefert. Mit seinen bequemen Velours-Ohrpolstern sitzt der 260 Gramm leichte HD 600 bequem und stabil am Ohr, allerdings ist der Anpressdruck etwas hoch. 

Testfazit zum Sennheiser HD 600

Unabhängig von der musikalischen Stilrichtung liefert der Sennheiser HD 600 ein sehr angenehmes, sauber durch gezeichnetes und räumliches Klangbild mit weichen Höhen. Das Klangbild erlaubt auch über lange Zeiträume einen ermüdungsfreien Musikgenuss. Allerdings wird der Bass etwas zu prominent abgebildet, was ein wenig auf Kosten der Auflösung im Mittenbereich geht. Daher ist er an einer hochwertigen HiFi-Anlage unserer Meinung nach eher in seinem Element als im Tonstudio. Durch das offene Design werden Umgebungsgeräusche praktisch ungefiltert an die Ohren weitergegeben, für laute Umgebungen ist der Kopfhörer daher weniger geeignet. Der Tragekomfort ist hervorragend und auch an der Verarbeitung gibt es nichts zu kritisieren.

HIFI.DE Testsiegel - Studio-Kopfhörer - Sennheiser - HD 600 - 8.4

Aktuelle Angebote für den Sennheiser HD 600

Technische Daten
Kopfhörertyp Over-Ear / Offen
Gewicht 260 g
Wandler Dynamisch
Frequenzbereich 12–40,5 kHz
Mitgeliefertes Zubehör 3 m Kabel, 3,5mm Stereo-Klinke, Adapter-Stecker (6,35 mm auf 3,5 mm)
Impedanz 300 Ohm
Preis (UVP/Straßenpreis) 399 Euro / um 311 Euro

Du suchst nach einem Kopfhörer, der einfach guten Sound macht? Wirf doch mal einen Blick auf die HiFi-Kopfhörer in unserer Bestenliste:

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