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HDMI 2.1 und 2.2 – was du darüber wissen musst

Für anspruchsvolle Video-Inhalte, Spielekonsolen und Soundformate muss auch das Übertragungs-Medium passen. Welche Vorteile bietet HDMI 2.1?
HDMI 2.1 erklaert Bild: Unsplash / TheRegisti

Das High Definition Multimedia Interface oder kurz HDMI ist die digitale Standard-Verbindung für Bild und Ton bei Fernsehern, Spielekonsolen, DVD- und Blu-ray-Player sowie Soundbars. Hersteller von HDMI-Kabeln und Fernsehern werben explizit mit HDMI 2.1. Aber wozu benötigst du HDMI 2.1 wirklich? Und welches HDMI-Kabel ist für HDMI 2.1 das beste? Oder solltest du auf HDMI 2.2 warten? Alle Antworten findest du hier!

Die Vorteile von HDMI 2.1

  • Ultra-HD-Videosignale bis zu 4K@120Hz in HDR
  • Erweiterter Audio-Rückkanal für 3D-Sound
  • Beste Features für Gamer:innen

TVs, AV-Receiver und Soundbars mit HDMI 2.1 ermöglichen eine schnellere Bildwiedergabe mit mehr Bildern pro Sekunde und mehr besseren Surround-Sound im Heimkino. Entsprechende HDMI-Ports in Fernsehern gibt es bereits seit 2019. Heute haben Ultra-HD-TVs der führenden Hersteller mindestens zwei, manche vier HDMI-2.1.-Schnittstellen. Auch bei guten Soundbars ist HDMI 2.1 angesagt.

Die maximale Datenrate, die in der HDMI 2.1 Spezifikation vorgesehen ist, liegt bei 48 Gigabit pro Sekunde (48 Gbps). Damit bietet HDMI 2.1 reichliche Kapazitäten für erstklassige Bild- und Tonqualität. Tatsächlich wird das maximale Datenvolumen in realen Anwendungen nur selten ausgeschöpft, denn erst bei 4K-HDR mit 120 Bildern pro Sekunde kommt der Datenstrom in die Nähe von 40 Gbps.

HDMI 2.1 Bandbreite
Ultra High Speed HDMI Kabel können wesentlich höhere Datenmengen für HDMI 2.1 in kurzer Zeit übermitteln. | Quelle: HDMI.org

Versionen im Vergleich: HDMI 1.4, 2.0 und 2.1 – Was geht?

HDMI 1.4

HDMI 1.4 unterstützt Full-HD-Video (bis 60 Hz) und 4K bis 30 Hz, Digital-Ton, sowie den Audio-Rückanal HDMI-ARC.

Das reicht unter anderem für:

  • DVD-Player
  • TV-Receiver für DVB-Empfang (Kabel-TV, DVB-S/S2, DVB-T2HD)
  • Full-HD-Fernseher
  • einfache Soundbar

HDMI 2.0

Für 4K-Filme mit bis zu 60 Hz, HDR, HDR10+ und Dolby Vision, hochauflösende Audioformate und 3D-Sound, Surround-Ton benötigst du HDMI 2.0 an deinen Geräten.

HDMI 2.0 ist wichtig für:

  • Blu-ray-Player
  • 4K-Fernseher
  • Soundbars mit Dolby Atmos / DTS-Surround
  • Gaming in 4K-Auflösung (bis 60 fps)
  • Ausreichend für HD- und Ultra-HD-Inhalte, 4K-Blu-ray und 4K-Streaming einschließlich HDR bei TV-Geräten, Soundbars und AV-Receivern, sowie für Gaming mit bis zu 60 Hz in 4K-Auflösung.
HDMI bei PANASONIC DP-UB 9004
Selbst High-End-Blu-ray-Player mit Dolby Vision und THX-Zertifikat benötigen nur HDMI 2.0 für alle anspruchsvollen Bild- und Tonspuren, die auf 4K-Blu-ray-Disks zu finden sind. Denn 4K-Filme haben in der Regel 24 und höchstens 60 Bilder pro Sekunde.

HDMI 2.1

Video in 4K bis 120 Hz oder 8K bis 60 Hz, HDR (auch Dolby Vision), Variable Bildrate (VRR), ALLM, hochauflösende Audioformate, 3D-Sound, Surround-Ton, HDMI eARC.

  • HDMI 2.1 brauchst du für Gaming mit bis zu 120 Hz oder 144 Hz bei 4K-Auflösung einschließlich HDR. Außerdem bietet HDMI 2.1 die besten Voraussetzungen für 4K-Blu-ray und 4K-Gaming mit hohen Datenraten und hochauflösenden Tonformaten, sowie 3D-Sound mit Dolby Atmos und DTS:X.

Die volle Bandbreite von HDMI 2.1 ist offensichtlich darauf ausgelegt, 4K-Material mit 120 Bildern pro Sekunde einen sicheren Übertragungsweg zu bereiten. Theoretisch ginge sogar 8K-Video.

4K-Inhalte mit 120 Hertz sind allerdings weder in Filmen noch auf Streaming-Diensten verbreitet. Das HDMI-2.1-Feature „4K@120Hz“ brauchst du also in der Praxis nur für High-End-Gaming mit Playstation 5, Xbox Series X|S oder einem Gaming-PC.

HDMI 2.2: Die Zukunft kann warten

  • Bis zu 96 Gbit/s
  • Auch für professionelle Anwendungen

HDMI hat auf der Consumer Electronics Show CES 2025 die neue HDMI-Version HDMI 2.2 als neue technische Spezifikation präsentiert. Damit soll die Bandbreite für künftige Videoformate geschaffen werden – die Übertragungskapazität soll sich auf 96 Gbit/s noch einmal verdoppeln.

Noch sind jedoch weder Fernseher noch Filme oder Videos in Sicht, für die sich HDMI 2.2 lohnen würde. 8K-Fernseher wären geborene Kandidaten für HDMI 2.2, sie spielen aber auf dem Markt derzeit keine Rolle.

Auch die kommenden Spielkonsolen-Generationen wie Playstation 6 und er Xbox-Series X-Nachfolger werden eher HDMI 2.1 mit ihren Features weiter ausbauen. Denn es ist auch noch kein entsprechender HDMI 2.2-Chip in Sicht.

Die Xbox Series X soll 2027 einen Nachfolger erhalten.
Die Xbox Series X soll 2027 einen Nachfolger erhalten.

Ein gewisses Potenzial könnte für HDMI 2.2 bei datenintensiven Anwendungen im profsessionellen Bereich liegen, viellecht auch in der Medizintechnik. Wenn es um TV-Technik geht, lohnt es sich aus unserer Sicht eher, in einen Fernseher mit Top-Bildqualität zu investieren als auf HDMI 2.2 zu warten.

Wenn in der Zukunft schnellere Prozessoren in der Hardware sitzen und Video-Daten – etwas aus Gaming-PCs – weiter steigende Bandbreite erfordern, könnte HDMI 2.2 noch interessant werden. Mehr darüber, was HDMI 2.2 außer der hohen Datenrate bringen soll, erfährst du in unserem Ratgeber zu HDMI 2.2.

Was muss ein Fernseher mit HDMI 2.1 mindestens können?

Grundsätzlich gilt bei HDMI: Kein Gerät, sei es ein Fernseher, ein Player, eine Soundbar oder ein AV-Receiver muss alle HDMI-2.1-Techniken auch wirklich beherrschen. Die technische Beschreibung von HDMI 2.1 umfasst 15 mögliche Features, die wir unten als Tabelle aufgeführt haben. Es reicht aber, wenn nur ein Teil davon konkret an Bord ist! Seit jeher können die Hersteller für ihre Produkte jeweils entscheiden, welche HDMI-Funktionen sie tatsächlich umsetzen.

120-Hertz-Display ist eigentlich unverzichtbar

Eine Art Norm oder verbindlicher Standard, die 120 Hertz, 4K und eine hohe Farbauflösung vorschreibt, ist mit HDMI 2.1 leider nicht gegeben – auch wenn es oft so aussieht.

In den Köpfen hat sich die einfache Formel HDMI 2.1 = 4K mit 120 Hz etabliert. Wenn ein Fernseher mit „HDMI 2.1“ beworben wird, sollte er ein reaktionsschnelles 4K-Display mit 120 Hz Bildwiederholrate haben, HDR unterstützen und mindestens einen HDMI-Eingang für 4K mit 120 Hz haben. Nur damit kann er kann moderne Spielkonsolen ausreizen und eine höhere Bildqualität zeigen.

HDMI 2.1 für 4K 120Hz

Die HDMI-Eingänge von TVs mit 120-Hz-Technik sind bereits seit 2021 häufig für 4K@120Hz mit HDMI 2.1 ausgelegt. Unser Beispiel zeigt einen LG OLED B2.

HDMI-Version 2.1: Keine starre Norm Die HDMI-Lizenzorganisation schreibt bei HDMI 2.1 keinem TV-Hersteller eine bestimmte Technik wie ein 120-Hertz-Panel vor, sondern legt nur mögliche Bildformate von HDMI 2.1 fest. Theoretisch dürfte demnach ein TV-Hersteller auch für einen 60-Hz-Fernseher HDMI 2.1 als Ausstattung angeben, wenn er etwa die Features HDMI eARC, ALLM und dynamisches HDR bietet. Die HDMI-2.1-Spezifikation gibt also keine Garantie für  technische Rundum-Pakete, sondern legt nur die Spielregeln für ein Baukasten-Prinzip mit HDMI-Features fest. Die HDMI-Organisation HDMI Licencing hat zudem beschlossen, künftig nur noch HDMI 2.1-Zertifikate auszustellen und HDMI-2.0-Technik darin einzuschließen. Das macht es noch schwieriger, sich an einem HDMI-Label zu orientieren, weil auch das frühere HDMI 2.0 als eine Art „2.1 – nur abgespeckt“ gelten darf.

Brauche ich „HDMI-2.1-Kabel“?

Für HDMI 2.1 benötigst du im Prinzip keine anderen HDMI-Kabel als für HDMI 2.0. Wenn du mit deinen HDMI-Kabeln zufrieden bist und sie nicht länger als 3 m sind, nutze sie einfach weiter für HDMI 2.1!

Durch neue HDMI-Kabel ein besseres Bild zu bekommen, ist nicht realistisch. Auch die Angst, man könnte Bild- oder Tonqualität mit bereits vorhandenen HDMI-Kabeln einbüßen, weil sie nicht der neuesten HDMI-Version entsprechen, ist fast immer unbegründet. Denn die höherwertigen Bild- und Tonformate benötigen zwar neue HDMI-Schnittstellen in den Geräten, aber die Stecker und Adern in den HDMI-Kabel ändern sich überhaupt nicht. Wer bereits ein Premium-Kabel verwendet, kann es nach unserer Einschätzung auch für HDMI 2.1 weiterhin nutzen.

Hochwertiges Kabel - Audioquest
Premium-HDMI-Kabel im Querschnitt | Bild: Audioquest

Das Neue bei HDMI 2.1: Die vorhandenen Leitungen in den Kabeln werden von den Geräten einfach anders genutzt. HDMI 2.1 hat nichts an der Verdrahtung im HDMI-Kabel geändert. Der Trick: Bei HDMI 2.1 nutzt man eine bereits ohnehin im Kabel vorhandene Datenleitung, um mehr Videosignale zu übertragen. Somit kann man die höheren Anforderungen von 4K@120 Hz stemmen, ohne etwas im Kabelaufbau zu verändern.

Das bedeutet in der Praxis: Ältere High-Speed-HDMI-Kabel können jetzt und später dem neuen HDMI-Standard 2.1 durchaus genügen, vor allem, wenn es um relativ kurze HDMI-Verbindungen bis 3 Meter geht. Wenn du auf Nummer sicher gehen willst: Alle HDMI-Kabel mit der Bezeichnung „Ultra High Speed with Ethernet“ und der offiziellen HDMI-Zertifizierung müssen 4K mit 120 Hz und HDR problemlos übertragen können.

HDMI 2.1 Kabel: Ultra High Speed HDMI Kabel
HDMI.org

Es gibt viele Angebote von sogenannten HDMI-2.1-Kabeln, doch eine aufgedruckte HDMI-Version ist tatsächlich keine verbindliche Aussage über die Qualität des HDMI-Kabels. Die einzige laut HDMI.ORG zuverlässige Angabe, die du auf einem neuen HDMI-Kabel finden solltest, heißt „HDMI ULTRA HIGH SPEED“.

HDMI 2.1-Features und was sie für Bild und Ton bringen

Für alles, was derzeit an Bild- und Tonmaterial auf den üblichen Wegen wie Fernsehen, Streaming und Disks wie Blu-ray oder DVD verfügbar ist, reichen HDMI-2.0-Schnittstellen („HDMI 2.0b“), sogar einschließlich 4K-Ultra-HD-Blu-ray mit Dolby Vision. Und das, obwohl dynamisches HDR mit Dolby Vision oder HDR 10+ theoretisch ein HDMI-2.1-Feature ist.

Welchen konkreten Nutzen du von einem Fernseher mit HDMI 2.1 hast, hängt wesentlich davon ab, was du sehen, hören oder spielen willst.

eARC: Besserer HDMI-Audio-Rückkanal

  • Rückkanal von TV zu Soundbar / Anlage
  • Mehr Tonformate als bei ARC

Fürs Heimkino mit einer großen Surroundanlage samt AV-Receiver solltest du auf den Audio-Rückkanal eARC  („enhanced Audio Return Channel“) achten, der zum HDMI-2.1-Portfolio gehört. Der überträgt auch hochwertigen Surround-Sound vom TV-Gerät zum Surround-System, zum Beispiel DTS Master Audio, Dolby True HD oder Dolby Atmos.

4K@120Hz: Bessere Gaming-Performance

  • Bis zu 120 Bilder pro Sekunde in 4K-Auflösung
  • Wichtig für High-End-Gaming, unwichtig für Streaming und Heimkino

Für technisch hochgerüstete Gaming-PCs oder die neue Spielkonsolen-Generation sind HDMI-Eingänge für 4K-Videosignale mit 120 Hz und HDR unverzichtbare Merkmale bei einem TV oder Monitor. Xbox Series X|S und Playstation 5 können bis zu 120 Bilder pro Sekunde in 4K-Auflösung ausgeben, um noch realistischere und schnellere Gaming-Bilder zu liefern.

Wenn du besonderen Wert auf die optimale Bildqualität beim Gaming legst, kann zudem ein Vorteil sein, wenn du der 4K-Konsole die Farbkontrolle mit dem Player-geführten Tonemapping übergibst, das ebenfalls bei HDMI 2.1 vorgesehen ist.

Streaming-Boxen wie der Apple TV 4K oder Amazons Fire TV Sticks sowie Fernsehen über einen Sat- oder Kabelreceiver bzw. Set-Top-Box erreichen nur 50 oder 60 Hz. Du brauchst dir also hierfür keine weiteren Gedanken über HDMI mit 120-Hz-Technik zu machen. Denn der entscheidende Faktor ist hier die TV- und Bild-Technik im Fernseher, nicht der HDMI-Eingang.

ALLM – Auto Low Latency Mode: Schnelleres Spiel

  • Automatisch verzögerungsfrei zocken

Der Auto Low Latency Mode (ALLM) ist dazu da, dass die Konsole den verbundenen Gaming-Fernseher direkt in den passenden Betriebsmodus versetzt. Dadurch werden aufwendige Funktionen des Fernsehers, die das Beste aus einem Videosignal herausholen sollen, abgeschaltet – zugunsten einer möglichst schnellen Reaktionszeit. Zwischen dem Tastendruck auf dem Controller und der Reaktion des Fernsehers soll keine spürbare Eingabeverzögerung („Input-Lag“) mehr wahrnehmbar sein, was ein direkteres und präziseres Spielerlebnis ermöglicht.

Xbox Series X mit HDMI 2.1
Sowohl Microsofts Xbox Series X (Bild) als auch Sonys PlayStation 5 unterstützen Auto Low Latency Mode. | Bild: Microsoft

Spannend ist das für die aktuelle Konsolengeneration. Sowohl die Playstation 5 als auch die Xbox Series X verfügen beide über ALLM. Auch zwischengeschaltete Geräte wie AV-Receiver mit ALLM-Unterstützung wechseln automatisch zur möglichst kurzen Latenz und liefern das Signal so schnell wie möglich weiter.

VRR – Variable Refresh Rate für störungsfreie Bilder

  • Stabile Bildqualität beim Spielen
  • TV und Konsole handeln die beste Bildrate variabel aus

Die Variable Refresh Rate (VRR) beschreibt die Möglichkeit von Fernsehern, im Zusammenspiel mit ebenfalls VRR-fähigen Geräten die Bildfrequenz zu variieren. Das geschieht in einem festgelegten Bereich von 30 Hz bis 144 Hz. Darin kann sich die Bildwiederholrate frei und übergangslos bewegen und sich somit der Spielekonsole optimal für die störungsfreie und möglichst scharfe Bildwiedergabe anpassen. 

Dadurch entstehen flüssigere Bewegtbilder. Störungen wie Tearing (zeitweiliges Auseinanderreißen von Bildteilen) können nicht mehr auftreten.

HDMI 2.1 VRR gegen Screentearing
Ein simuliertes Beispiel für Screen-Tearing: Teile des Bildes verschieben sich zueinander, wenn das Videosignal nicht mit der Bildwiederholungsrate des Bildschirms übereinstimmt. | Quelle: Vanessaezekowitz / CC BY-SA

Tearing kann zum Beispiel bei raschen „Schwenks“ in Videospielen auftreten, indem sich Teile des Bildes überlagern und sich mehrere Teilbereiche des Bildes erst nacheinander aufbauen (siehe Abbildung oben). Dieses Phänomen lkann vermieden werden wenn die Spielekonsole oder PC-Grafikkarte und der Fernseher über HDMI 2.1 mit VRR verbunden sind, um sich flexibel zu synchronisieren.

Ohne VRR hatte man bislang nur die Wahl, Störungen in komplexeren Szenen hinzunehmen, oder für das komplette Spiel die Bildfrequenz, Auflösung oder Bildqualität herunter zu regeln.

Welche Fernseher haben die besten HDMI-Eingänge?

Einfache HDMI-2.1-Features wie ALLM und eARC tauchten seit 2019 bei TV-Geräten verbreitet. Die wichtigen Gaming-Features VRR und 4K@120Hz kamen später auf den Markt und sind heute übliche Technik für Fernseher mit 120 Hz. Nicht nur für Topmodelle wie LG OLED C5, Samsung S95F, Sony Bravia 9 oder Panasonics OLED Z95A ist die Unterstützung aller wichtigen HDMI-Features Ehrensache. Auch Fernseher von TCL und Hisense überzeugen mit HDMI 2.1-Technik.

LG Nanocell- und OLED-Modelle unterstützen HDMI 2.1 mit 4K-120-Hertz-Eingängen, ALLM und VRR. Ebenso die meisten QLED-TVs von Samsung.

Die besten 4K-Fernseher, die HDMI 2.1 für Gaming mit 4K, 120 fps und VRR bieten, findest du in unserer Liste:

Verschiedene Versionen: Was kann ich miteinander über HDMI verbinden?

  • HDMI 2.0 kannst du an HDMI 2.1 anschließen
  • Gerätefeatures sind entscheidend

Prinzipiell brauchst du dir keine Gedanken darüber zu machen, ob die HDMI-Versionen deiner Geräte zusammenpassen. Höhere HDMI-Versionen sind stets abwärtskompatibel. Es ist daher grundsätzlich immer möglich, verschiedene Geräte über HDMI von Ausgang zu Eingang zu verbinden, unabhängig von der HDMI-Versionsnummer.

Eine Kette ist allerdings bekanntlich nur so stark wie ihr schwächstes Glied. Daher müssen auch angeschlossene Videoquellen die Eigenschaften liefern, die du über HDMI im TV nutzen willst.

Zwei Beispiele:

  1. Der neue Fernseher wurde mit Dolby Vision oder HDR 10+ angepriesen, was mit dem HDMI-Feature „dynamische HDR-Darstellung“ übereinstimmt. Doch in der Feature-Liste deines Blu-ray-Players taucht weder Dolby Vision noch HDR 10+ auf – ergo kommt auch kein dynamisches HDR aus dem Player. Und somit auch nicht durchs HDMI-Kabel zum Fernseher. Bild und Ton bekommst du trotzdem, sogar HDR, nur ohne dynamisches HDR.
  2. Der Fernseher hat einen HDMI eARC-Anschluss (also HDMI 2.1-Technik!), die daran angeschlossene Soundbar hat den einfachen HDMI ARC. Der Fernseher stellt seinen eARC-HDMI-Anschluss dann auf die ARC-Verbindung ein. Anspruchsvolle Tonformate wie Dolby True HD oder Atmos können dann nur als Downmix (bzw. komprimiert) wiedergegeben werden.

Aufpassen bei Soundbars

Nur bei Soundbars besteht vielleicht HDMI-Verwechselungs-Gefahr: Wenn die Soundbar zwei HDMI-Buchsen hat, ist TV-OUT (Ausgang!) der einzig richtige Anschluss für den Fernseher, weil hier das Signal über den Audio-Rückkanal ARC bzw. eARC von einem HDMI-Eingang am TV kommt. Und wenn die Soundbar bestimmte Signale wie 4K-HDR oder Dolby Atmos nicht unterstützt, ist sie ein begrenzender Faktor in deiner Wiedergabe-Kette.

Eine Übersicht über die Features der HDMI Generationen 2.0 und 2.1

HDMI-SPEZIFIKATION HDMI 2.0 – 2.0b HDMI 2.1
Einführung 2016 2017
Datenrate (max.) 14,4 GB/s 38,4 GB/s
Auflösungen 3840x2160p 60Hz
1920x1080p 48Hz 3D
7680x4320p 60Hz
3840x2160p 120Hz
Audioformate 32-Kanal Audio
Abtastrate 1536kHz
32-Kanal-Audio
Abtastrate 1536kHz
Neue Farbformate Farbraum
ITU-R BT.2020
RGB mit je 14 Bit bei
Farbunterabtastung
YCbCr 4:2:0
Video-Kompression DSC 1.2
14 Bit/16 Bit Farbtiefe Nein Ja
4 Audio Streams Ja Ja
2 Video Streams (Dual View) Ja Ja
Hybrid Log-Gamma (HLG) Ja Ja
Static HDR Ja Ja
Dynamisches HDR (technisch möglich) Ja
Enhanced Audio Return Channel (eARC) Nein Ja
Variable Refresh Rate (VRR) Nein Ja
Quick Media Switching (QMS) (technisch möglich) Ja
Quick Frame Transport (GFT) Nein Ja
Auto Low Latency Mode (ALLM) Nein Ja
VESA DSC 1.2a Nein Ja

Fazit: HDMI 2.1 in Kürze

HDMI 2.1 ist heute die gängige HDMI-Technik mit zahlreichen Bild-, Ton- und Gaming-Features, die im TV, der Soundbar oder von einem AV-Receiver unterstützt werden können. „Können“, nicht „müssen“!  Die wichtigsten HDMI-2.1-Fähigkeiten sind der erweiterte Audio-Rückkanal eARC, die Bildübertragung von 4K mit 120 Hz, sowie die Gaming-Funktionen VRR und ALLM.

Was ein Gerät davon tatsächlich umsetzt, solltest du jedoch stets vor dem Kauf überprüfen. Denn auch ein 60-Hertz-TV darf sich mit HDMI 2.1 schmücken, wenn er HDR und den Audio-Kanal eARC unterstützt. Die Features 4K@120Hz, VRR und ALLM sind praktisch nur für Gamer:innen interessant, die auf optimale Leistung Wert legen.

Generell gilt: HDMI-Spezifikationen und deren Versionsnummern sind für die technischen Abteilungen der Hersteller gemacht und haben so eigentlich nichts in der Werbung zu suchen.

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