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Mission QX-1 MKII im Test: Entspannte Regalbox für unter 500 Euro

Klein und mit vertauschten Treibern will die Mission QX-1 MKII einen hochwertigen Einstieg in die HiFi-Welt bieten. Ob ihr das gelingt, erfährst du hier.
Mission QX-1 MKII im Test | HIFI.DE
Treiber
2 (1 x Hochtöner, 1 x Tiefmitteltöner)
Frequenzbereich
55 Hz – 24 kHz (± 3 dB)
Abmessungen (BxHxT)
195 x 280 x 260 mm (mit Anschlüssen)
Verfügbare Farben
Weiß, Schwarz, Walnuss
Paarpreis
449 Euro
In Kürze
Mit ihrer sanften Abstimmung und realistischer Bühne macht die Mission QX-1 MKII Lust auf mehr. Auch verarbeitungstechnisch bekommst du für den noch recht niedrigen Preis ein tolles Gesamtpaket.
Vorteile
  • Harmonischer Klang mit Bassreserven
  • Gute Bühnenabbildung und Räumlichkeit
  • Vergleichsweise günstiger Preis
Nachteile
  • Höhen teilweise etwas zu sanft
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Das britische Unternehmen Mission baut seit über 40 Jahren Lautsprecher. Dabei setzt es sich ein hehres Ziel: Bezahlbare Schallwandler mit bestmöglichem Klang. Über die Jahre konnte Mission diesen Ruf immer wieder bewahrheiten. 2021 kam die überarbeitete MKII der beliebten Mission QX-Serie heraus. Nach der hochwertigen LX-Serie, die das obere Ende bei Mission bildet, soll die QX-Serie MKII einen Kompromiss aus Preis und Performance herstellen. Ob die kleine Regalbox Mission QX-1 MKII diesem Anspruch gerecht wird und wieviel Klang tatsächlich in dem Lautsprecherpaar für unter 500 Euro steckt, haben wir in unserem Hörstudio für dich getestet.

Mission QX-1 MKII Frontal Paar
Die Mission QX-1 MKII sind definitiv Hingucker. Was sie aber klanglich drauf haben, erfährst du im Test.

Wie klingt die Mission QX-1 MKII?

Immer wieder ist es erstaunlich, wie viel Klanggewalt aus Regallautsprechern kommen kann. Natürlich kannst du für kompaktes HiFi auch eine ziemliche Stange Geld lassen. Immer wieder von neuem begeistert es aber, wenn dich Einstiegslautsprecher für unter fünfhundert Euro mit ihrer Performance überraschen. So ein Regallautsprecher ist zum einen die Q Acoustics 3020i, zum anderen aber auch die Mission QX-1 MKII, die etwas verloren auf unseren großen Boxenständern im Hörstudio steht.

Mission QX-1 MKII Tiefmitteltöner
Der konkave Tiefmitteltöner der QX-1 MKII bewegt eine Menge Luft.

Wie viel Performance in ihnen schlummert, beweisen die QX-1 MKII direkt beim ersten Song: Henning May singt über die Weiße Wand, die für ihn ein Symbol für die soziale Ungerechtigkeit in Deutschland ist. Die Botschaft des Songs tritt aber zu Anfang in den Hintergrund, als eine andere Wand in deine Richtung wandert – diesmal eine aus Schall.  Die Bassline, die dem Song von AnnenMayKantereits Album Schlagschatten ihre dunkle Klangfarbe verleiht, trifft dich aus den kleinen Boxen völlig unerwartet.

In unserer Bestenliste kannst du die Mission QX-1 MKII mit allen anderen von uns getesteten Regallautsprechern vergleichen:

Viel Bühne, weniger Details

Diese Regal-Lautsprecher können Bass! Und zwar für ihre Größe ganz hervorragend. Gleichzeitig schafft die Mission QX-1 MKII es, den diskreten Perkussionsinstrumenten den nötigen Raum zu bieten. Ein gutes Stück jenseits der Lautsprecher tauchen die Snare Drums und gegeneinander schlagende Sticks auf. Räumliche Abbildung beherrschen die QX-1 MKII also auch, aber wie sieht es mit feinen Details und Kontrolle aus?

Mission QX-1 MKII Paar angewinkelt
Realistische Bühnenabbildungen liegen der Mission QX-1 MKII.

ToolPneuma wird über Tidal in Highres-Qualität zu unserem Lyngdorf TDAI-1120 gestreamt. Dieser hat die Mission QX-1 MKII gut im Griff und entblößt die Grenzen der schicken Boxen. Jetzt soll Danny Careys Schlagzeug genau in der Mitte stehen. Das tut es auch, allerdings verlieren die präzisen Schläge auf die Tomtoms ihren gewohnten Punch und klingen etwas zu weich. Auch andere Details wie das Sliden von Fingern auf Gitarrensaiten haben wir schon realistischer gehört.

Weckt hohe Erwartungen

Genau hier zeigt sich der größte Nachteil der Mission QX-1 MKII: Sie wecken in dir durch ihre durch solide und entspannte Art Erwartungen, die du normalerweise erst an weit teurere Lautsprechern stellen würdest. Wenn die Boxen dann doch mal an dem ein oder anderen Punkt an ihre Grenzen kommen, bist du schon so tief im Musikgenuss versunken, dass du ihren niedrigen Preis schon komplett verdrängt hast.

Mission QX-1 MKII Frontal einzeln
Die Mission QX-1 MKII macht Vieles sehr richtig und weckt dadurch hohe Erwartungen.

An so eine Grenze stoßen die QX-1 MKII bei bestimmten Stellen im Hochtonbereich. Die Herausforderungen, die einem Hochtöner hier gestellt werden, sind vielfältig. Einerseits soll er die Bühne möglich sauber, plastisch und realistisch abbilden, andererseits soll er aber auch jedes Detail der Musik offenbaren, ohne dabei zu aufdringlich zu wirken. Ob die Mission QX-1 MKII auf diesem feinen Grad balancieren kann, testen wir mit dem Danish String Quartett und dem Danish National Girl’s Choir unter Phillip Faber.

Nur vier Songs haben die Streicher und der Chor für das Album Om Os eingespielt. Die haben es aber in sich und versprechen – mit der richtigen Anlage – Gänsehaut pur. Leider schafft es der so ungewöhnlich geformte Hochtöner der Mission QX-1 MKII nicht ganz, den Geigen das letzte bisschen Information zu entlocken. Der Bogen streicht zwar über die Saiten, klingt dabei aber etwas zu gutmütig. Streichinstrumente dürfen – und sollen – eben ab und an auch kratzen und über die Stränge schlagen. Hier glättet die QX-1 MKII etwas stark und verdeckt ein paar Details der Aufnahme.

Mission QX-1 MKII Hochtöner frontal
Bühnenabbildung ist die Stärke der QX-1 MKII. Dafür schwächelt der Hochtöner etwas bei den feinen Details.

Realistische Abbildung

Umso mehr kann der Hochtöner bei der Abbildung des Chors brillieren. Mit geschlossen Augen lauschst du dem Vorspiel der Geige bei Højens top, als sich plötzlich die Mädchen und Frauen vor dir aufbauen. Dabei wirkt der Chor nicht überlebensgroß, wie andere Lautsprecher ihn teilweise erscheinen lassen, sondern realistisch und wohlgeordnet. Auch wenn Lautsprecher wie die Bowers & Wilkins 606 S2 AE, einzelne Stimmen feiner herausarbeiten, gelingt doch den Mission-Boxen dennoch ein überzeugender Gesamteindruck.

So ist die Mission QX-1 MKII vielleicht nicht die richtige Partnerin, wenn du jedes Detail der Musik ergründen willst – in der Preiskategorie empfehlen wir dafür die Q Acoustics 3020i – für den entspannten Musikabend, an dem auch mal Gas gegeben werden soll, eignet sich der günstige Regallautsprecher jedoch sehr gut.

Mission QX-1 MKII Schräg
Die Mission QX-1 MKII ist sehr sanft abgestimmt, geht dir aber auch nach stundenlangem Hören nicht auf die Nerven.

Aufbau: Besseres Timing durch ungewöhnliche Anordnung?

Anders als bei den vielen Lautsprechern sitzt bei der QX-1 MKII der Tiefmitteltöner über dem Hochtöner. Daurch sehen die Boxen auf den ersten Blick etwas gewöhnungsbedürftig aus, dieser Aufbau soll aber auch klangliche Vorteile haben: Durch die “vertauschte” Platzierung sollen die verschiedenen von beiden Treibern erzeugten Wellenlängen gleichzeitig bei dir zusammentreffen.

Hochfrequente Töne kommen schneller bei deinem Ohr an, als jene aus dem Bassbereich. Der Weg vom Hochtöner zu deinem Kopf soll so länger sein als der des Tieftöners, was diesen Effekt bis zu einem gewissen Grad ausgleichen soll. So verspricht sich Mission ein besseres Timing. Ob dieser von Mission “Inverted Driver Geometry” genannte Trick auch bei Dir funktioniert, hängt aber natürlich von deiner Sitzposition und dem Standort der Lautsprecher ab.

Hochtöner mit besonderer Form

Aber auch jenseits der Treibergeometrie hat Mission einige Besonderheiten zu bieten. Die Membran des Tiefmitteltöners besteht aus Acrylfasern. Sehr leicht aber widerstandsfähig hat dieses Material gute Eigenschaften, um schnelle Beats präzise umzusetzen. Gleichzeitig hat die Membran eine besonders große Kontaktfläche mit der Schwingspule. So soll die Energie noch besser übertragen werden können.

Mission QX-1 MKII Sicke
Die Sicke der Mission QX-1 MKII soll durch ihre Riffelung Resonanzen besser streuen können.

Auch die Riffelung, die du rings um den Treiber findest, haben laut Mission ihren Zweck. Sie sollen ungewollte Reflexionen besser zerstreuen und gleichzeitig die Luftzirkulation am Rand des Treibers verbessern.

Neben seiner Position ist aber auch die ganze Struktur des Hochtöners ungewöhnlich. Gewebekalotten sehen normalerweise wie eine Halbkugel aus. Die der Mission QX-1 MKII hingegen erinnert mit ihren beiden Ringen und dem Phase Plug in der Mitte eher an ein Pagodendach. Der Aufbau dieses “Ring Dome” soll laut Mission die größtmögliche Oberfläche mit der höchsten Steifigkeit verbinden. Der Phase Plug soll zudem Frequenzauslöschungen im Zentrum des Hochtöners verhindern.

Mission QX-1 MKII Hochtöner
Die besondere Form des Hochtöners stabilisiert ihn und soll Frequenzauslöschungen unterbinden.

Mission QX-1 MKII im Praxis-Check

Auf der Rückseite der Mission QX-1 MKII befindet sich neben einem simplen aber stabilen Paar Polklemmen eine längliche Bassreflexöffnung. Auch bei ihren Wänden findest du die Riffelung, die den Luftstrom optimieren soll.

Die Rückseite verrät dir so aber auch einiges für deinen Umgang mit den Lautsprechern. Am Terminal findet nur ein einzelnes Lautsprecherkabel entweder gesteckt oder geschraubt seinen Platz. Bi-Wiring-Lösungen ergeben in dieser Preis- und Größenkategorie allerdings sowieso keinen Sinn. Wie alle Lautsprecher mit einem Bassport auf der Rückseite solltest du den Mission QX-1 MKII etwas Abstand zur Rückwand geben.

Mission QX-1 MKII Rückseite
Auf der Rückseite liegen eine üppig dimensionierte Bassreflexöffnung und ein einfaches Terminal für dein Lautsprecherkabel.

Auch profitiert der Klang der Mission-Boxen, wenn du sie leicht auf den Hörplatz einwinkelst. Eine korrekte Aufstellung machte bei den QX-1 MKII den Unterschied zwischen einer guten und einer seht guten Bühnenabbildung aus. Experimentiere also ruhig mit Winkel und deinem Sitzplatz.

Wie du deine Lautsprecher ideal aufstellst, erklären wir dir übrigens in unserem Ratgeber:

Mission setzt auf wertiges Design

Ein Hingucker sind die Mission QX-1 MKII definitiv. Umso mehr, wenn du die spannenden Treiber nicht hinter der mitgelieferten Abdeckung versteckst. Da diese magnetisch ist, ist ihr An- und Ablegen kinderleicht und hinterlässt keine unschönen Löcher in der Front. Die Verarbeitung wäre auch für weit teurere Lautsprecher angemessen: Aluminiumplatten schließen das Gehäuse an derOber- und Unterseite ab. Das sieht wertig aus und soll das Gehäuse der Mission QX-1 MKII auch zusätzlich versteifen.

Mission QX-1 MKII Paar von Oben
Die Alu-Platten geben den Mission QX-1 MKII einen markanten und wertigen Touch.

Zudem bildet die graue Membran des Tieftöners einen schönen Kontrast zum Weiß des von uns getesteten Modells. Mission selbst nennt die Gehäusefarbe “Lux White” Daneben stehen dir auch noch “Lux Black” und “Walnut Pearl” zur Auswahl.

Fazit: Die Mission QX-1 MKII macht Lust auf mehr

Für knapp 450 Euro Paarpreis bekommst du mit der Mission QX-1 MKII einen Regallautsprecher, der dir mit seinen entspannten Höhen und kraftvollen Bässen viel Spaß verspricht. Was dem Hochtöner an Details fehlt, macht er durch eine präzise Bühne wieder wett. Verarbeitung und Design zeugen von viel Liebe zum Detail und liegen deutlich über dem Durchschnitt dieser Preisklasse. Die Mission Qx-1 MKII ist ein gelungener Einstieg in die QX-Serie von Mission und in das Hobby HiFi.

Technische Daten
Wege 2
Treiber 2 (1 x Hochtöner, 1 x Tiefmitteltöner)
Anschlüsse Single-Wiring
Frequenzbereich 55 Hz – 24 kHz (± 3 dB)
Wirkungsgrad 87 dB (2,0 V / 1 m)
Abmessungen (BxHxT) 195 x 280 x 260 mm (mit Anschlüssen)
Gewicht 6,2 kg
Verfügbare Farben Weiß, Schwarz, Walnuss
Paarpreis 449 Euro

In unserer Bestenliste findest du alle von uns getesteten Regallautsprecher:

Wie findest du die Mission QX-1 MKII? Welcher Regallautsprecher kommt für dich in Frage? Schreib es uns in den Kommentaren!

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