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Monitor Audio Platinum 100 3G im Test: Edler Feingeist mit Bass-Power

5.500 Euro für ein Paar Regallautsprecher ist eine Menge Geld. Die Platinum 100 3G wollen es aber wert sein. Wir haben die besten Kompaktboxen von Monitor Audio getestet.
HIFI.DE Test | Monitor Audio Platinum 100 3G
Treiber
2 (1 x Hochtöner, 1 x Tiefmitteltöner)
Frequenzbereich
28 Hz – 60 kHz (- 6 dB)
Abmessungen (BxHxT)
225 x 398 x 326 mm​
Verfügbare Farben
Hochglanz Schwarz, Hochglanz Ebony, Matt Weiß
Paarpreis
5498 Euro / 6176 Euro mit Ständern
In Kürze
Die Platinum 100 3G betört durch ihren harmonischen Mix aus Bassdruck und feinen Details, spielt dabei aber stets auf der entspannten, musikalischen Seite. Zusammen mit dem edlen Finish verzeiht man ihr den hohen Preis fast.
Vorteile
  • Entspannter Sound bei jedem Genre
  • Große und gut durchzeichnete Bühne
  • Viel kraftvoller Bass für eine Regalbox
  • Edles Finish
Nachteile
  • Hoher Preis
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Monitor Audio hat erst im letzten Jahr für Furore gesorgt, als der Ausnahme-Lautsprecher Hyphn vorgestellt wurde. Die hier getestete Monitor Audio Platinum 100 3G soll von dieser Verwandtschaft profitiert haben. Als einziger Regallautsprecher der aktuellen Platinum-Serie will sie Klangkonzentrat für kleine und mittlere Räume bieten – und dabei noch totschick aussehen. Wir haben die Platinum 100 3G zum Test in unsere Redaktion gebeten.

Die Monitor Audio Platinum 100 3G gibt es in drei verschiedenen Ausführungen:

Platinum 3G: Luxus-Lautsprecher von Monitor Audio

Monitor Audio benennt die eigenen Lautsprecher-Serien nach Metallen – und im Fall der Bronze-Serie nach deren Legierungen. Mit der Monitor Audio Bronze 200 6G haben die Briten bereits ihr Debüt in unserem Testraum hingelegt. Zwischen der günstigen Standbox und der hier getesteten Regalbox liegen noch die Silver- und Gold-Serie. Die Platinum-Serie liegt in ihrer inzwischen dritten Generation vor und bildet – mal von der ehemals als Concept 50 vorgestellten Hyphn abgesehen – die Speerspitze im Repertoire.

Monitor Audio Platinum 100 3G einzeln von rechts
Die Monitor Audio Platinum 100 3G ist die beste Regalbox des britischen HiFi-Profis. Wir haben sie genau unter die Lupe genommen.

Das schlägt sich auch im Preis nieder: knapp 5.500 Euro für ein Paar Regallautsprecher ist eine Ansage. Für diesen Preis liefert dir Monitor Audio aber auch best-verarbeitete Klangskulpturen, die unseren hohen Erwartungen im Test mühelos standhielten. Auf den ersten Blick jedoch stehen wir vor einem Regallautsprecher mit zwei Wegen und einer Höhe von knapp 40 Zentimetern. Trotz seiner gerade ein mal 15 Zentimeter Durchmesser soll der Tiefmitteltöner bis hinab auf 28 Hertz spielen können. Ab 2,85 kHz gibt er an den AMT-Hochtöner ab, der erst bei 60 kHz ausbrechen soll. Weit jenseits unseres Hörvermögens. Wie sich diese Zahlen in der Praxis auswirken, verraten wir dir jetzt.

Monitor Audio Platinum 100 3G im Klang-Test

Nach dem Auspacken stecken wir die Platinum 100 3G erst mal an unsere HiFi-Anlage. Ein paar Tage lang soll sich die Schöne eingrooven, bevor wir mit dem eigentlichen Test beginnen. Wir starten unsere Psychodelic-Rock-Playlist auf Roon – inzwischen knapp 100 Stunden Spielzeit – und wollen den Raum verlassen. Da legt sich auf ein mal eine Bassdecke über unseren Testraum und hält uns im Türrahmen auf. Das haben wir den kleinen Regalboxen nicht zugetraut. Wir spulen eine Woche vor …

Monitor Audio Platinum 100 3G Detail von der Seite
An der Verarbeitung der Platinum 100 3G ist kein Makel: Der Metallring, der den Tiefmitteltöner fixiert, gibt dem Lautsprecher das gewisse Etwas.

Je nach Lautsprecher muss man der Musik nicht ewig lauschen, um sich einen Eindruck zu machen. Je nach Song können schon wenige Sekunden reichen. So auch bei der Monitor Audio Platinum 100 3G und den Trials of Cato. Die fast schüchtern ins Mikro gesungenen ersten Zeilen von Gawain stehen plötzlich nicht mehr verloren zwischen Mandoline und Gitarre, sondern tragen Rauminformationen mit sich. Plötzlich formt sich ein Studio um die drei Musiker aus Wales und England. Das hat so nicht ein mal die Focal Sopra N°2 geschafft. Die glänzte dafür auf ganz anderen Ebenen, dieser erste Song jedoch war viel zu schnell vorbei und hinterlässt uns hungrig nach mehr.

Wir bleiben in Großbritannien und wechseln zu Lau. Das zweite Folk-Trio unseres Tests zieht beim Beatles-Cover Dear Prudence alle Register, die Akkordeon, Geige und Gitarre erlauben. Schon der zu Anfang geschlagene Takt – anscheinend auf dem Korpus der Gitarre – hallt deutlich nach und scheint quer durch den Raum zu schießen. Räumlichkeit und Timing stimmen hier absolut und verleihen der Aufnahme mit jedem Takt mehr Realität.

Monitor Audio Platinum 100 3G Paar auf Ständern frontal
Kaum einwinkeln, nur weiter auseinander als für dieses Foto solltest du die beiden Monitor Audio Platinum 100 3G stellen. Dann entfalten sie ihr volle Potenzial.

Kris Drevers Stimme verleiht der Hochtöner – ein AMT-Bändchen – einen angenehm weichen Schmelz und das ist neu. Sein Gesang in dem Stück kann auf anderen Lautsprechern schnell ins harte Kippen – wie zuletzt bei der Wilson Benesch Discovery 3zero. Die Platinum 100 3G hingegen schafft den Spagat zwischen Sanftmut und Detailreichtum.

Keine Höhenangst

Das stellen wir mit härterer Kost auf die Probe: In Flames Frühwerk Jester Script Transfigured. Skandinavisch-melodischer Death Metal vom Feinsten. Die Aufnahme aus dem Jahr 1997 wird wohl keinen HiFi-Preis gewinnen, das ist aber auch nicht der Punkt. Vielmehr schafft es auch zwischen lautem Gekreische und verzerrten Gitarrenriffs für Ordnung zu sorgen. Das Schlagzeug etwa kommt stets vom selben Platz hinter den anderen Musikern. Hier verschwimmt nichts, die Bühne bleibt auch im Chaos stabil.

Mitten im Metal-Sandsturm – eine ruhige Oase: Das Solo aus gezupften Gitarrensaiten lässt eher an mittelalterliche Taverne denn Headbanging denken. Wir drehen unseren Verstärker noch ein Stück weiter auf und verlieren uns in diesem kraftvollen Feingeist.

Monitor Audio Platinum 100 3G einzeln auf Ständer
Für ihre kleine Größe packt die Platinum 100 3G feste zu und sorgt für Stimmung im Hörraum.

Florence + the Machine performen King. Auch Welshs Stimme kann beizeiten an empfindlichen Hörgängen kratzen. Ein bisschen muss das auch so sein. Das fehlt uns bei der Monitor Audio Platinum 100 3G schon fast etwas, so feinfühlig wie die Sängerin hier agiert. Du musst dir jetzt aber keineswegs Sorgen machen, dass der Hochtöner fehlendes Können versucht mit dem Weichzeichner zu vertuschen. Ganz im Gegenteil. Eine solche Bühnendarstellung, Ortbarkeit und Detailzeichnung wäre mit anderen Hochtönern nur schwer möglich.

Ein ähnlich guter Kandidat sitzt in der Focal Kanta N°1 und brilliert mit einer noch klareren Abbildung. Dafür kann die Platinum 100 3G mit einem festeren Bassfundament aufwarten. Dafür braucht es eigentlich Regallautsprecher mit Volumen einer KEF R3 Meta oder Wharfedale Elysian 1. Die Platinum schafft es scheinbar auch aus noch kompakteren Gehäusen. Der Tiefbass bei King füllt den Raum und treibt uns ein Grinsen aufs Gesicht.

Wie sich die Monitor Audio Platinum 100 3G im Vergleich mit allen anderen von uns getesteten Regallautsprechern schlagen, verrät dir ein Blick auf unsere Bestenliste:

Aufbau: Sandwich-Membran und AMT

Als Teil der aktuellen Platinum-Serie profitiert die Platinum 100 3G von den besten Zutaten, die Monitor Audio zu bieten hat. Das zeigt sich besonders an der dritten Generation des Hochtöners MPD (Micro Pleated Diaphragm) und des Tiefmitteltöners RDT III (Rigid Diaphragm Technoloy).

Monitor Audio Platinum 100 3G Hochtöner Detail
Der AMT der Platinum 100 3G erzeugt eine geniale Klanglandschaft und nervt auch bei problematischen Aufnahmen nicht.

Der Hochtöner besteht aus einer präzise gefalteten Membran, wie wir sie schon von Lautsprechern wie der ELAC Vela FS 407 kennen. Die neueste Generation dieses AMT soll noch verzerrungsärmer spielen und seinen Klang durch den großen Wave Guide noch besser im Raum verteilen. Eine Eigenheit des Lautsprechers ist, dass der Hochtöner an der Rückwand des Lautsprechers festgeschraubt ist. Du kannst den dicken Schraubenkopf direkt über der Bassreflexöffnung sehen.

Den Tiefmitteltöner zeichnet besonders seine vielschichtige Membran aus. Auf zwei Lagen Kohlefaser folgt eine Schicht Aramid-Waben. Keramik-beschichtetes Aluminium bildet schließlich die dünne Oberfläche. In Kombination sollen diese drei Werkstoffe möglichst leicht, aber extrem stabil sein. Ein Aluminium-Ring hält den Treiber an Ort und Stelle und erinnert so ein wenig an die Tieftöner der Bowers & Wilkins 802 D4.

Monitor Audio Platinum 100 3G Tiefmitteltöner Detail
Leicht kannst du die Wabenstruktur am linken Rand des Tiefmitteltöners erkennen.

Um Kantenbrechungen zu vermeiden, hat Monitor Audio die Schallwand der Platinum 100 3G abgerundet. So soll der Schall nicht verwirbelt werden. Auch verhindert die Form des Lautsprechers, dass es im Inneren zu stehenden Wellen kommen kann. Denn die Rückseite wölbt sich leicht nach innen. Gerade Wände gibt es nur an der Ober- und Unterseite.

So spielt die Monitor Audio Platinum 100 3G am besten

Nur weil ein Lautsprecher klein ist, hat es dein Verstärker nicht unbedingt leichter mit ihm. Ganz im Gegenteil haben Regallautsprecher häufig einen geringeren Wirkungsgrad als ihre großen Geschwister. So ist es auch bei der Platinum-Serie. Der Wirkungsgrad der Platinum 100 3G wird mit 85 dB (2,81 V / 1 m) angegeben. Die Standboxen der Serie teilen sich einen Wirkungsgrad von 88 dB. Das ist nicht weiter tragisch – auch dein Verstärker zu Hause wird den Lautsprechern einen Ton entlocken. Du wirst nur vermutlich ein wenig lauter aufdrehen müssen.

Monitor Audio Platinum 100 3G Rückseite Anschlussklemmen und Bassreflexrohr
Direkt über dem Bassreflexrohr sitzt die dicke Schraube, die den Hochtöner fixiert. Das Terminal darunter eignet sich auch für Bi-Wiring-Betrieb.

Vom Verstärker kannst du deine Musik per Kabel an die Platinum 100 3G schicken. Hier hast du die Wahl zwischen der herkömmlichen Variante mit Single-Wiring oder Bi-Wiring. Das Terminal auf der Rückseite hat zwei Paar Polklemmen. Vermutlich wird dir ein Kabel genügen. Dann solltest du nur nicht vergessen, die Kabelbrücken zwischen den Polen zu spannen. Ansonsten hörst du entweder nur den Bass oder die Höhen.

In unserem Hörraum mussten wir die Monitor Audio Platinum 100 3G kaum einwinkeln. Fast gerade nach vorn blickend entwickelte sie die breiteste Bühne, ohne dass Details in der Bühnenmitte ausfransten. Unter die passenden Ständer geschraubt, steht das Boxenpaar zudem auf der idealen Höhe. Der Kabelkanal im Fuß verringert den Kabelsalat und die Spikes leiten ungewollte Resonanzen direkt in den Boden ab. Für mehr Informationen findest du hier unseren Ratgeber rund um die korrekte Aufstellung deiner Lautsprecher.

Monitor Audio Platinum 100 3G Ständer
Dank seiner massiven Spikes steht die Platinum 100 3G wackelfrei auf ihrem Ständer.

Design: 16 Schichten Lack

Wie es sich für die Top-Serie eines Herstellers gehört, sind die Gehäuse der Platinum 100 3G makellos verarbeitet. Die Boxen in unserem Testraum tragen „Piano Ebony“. Dabei handelt es sich entweder um perfekt gematchtes Echtholzfurnier oder eine aufwendige und sehr überzeugende Nachahmung davon. Am Ende macht das für die edle Erscheinung der Lautsprecher auch keinen Unterschied. 16 (!) Schichten Lack sorgen so oder so für ein Finish, das jeden Konzertflügel gut zu Gesicht stünde. Zum Luxus-Look trägt auch der Firmenschriftzug auf der Oberseite bei. Dieser ist nicht etwa aufgepinselt oder geklebt, sondern als Intarsie in die Oberseite geätzt.

Monitor Audio Platinum 100 3G Logo auf Oberseite
Intarsien wie diese verleihen der Platinum-Serie von Monitor Audio einen edlen Charme.

Auch wenn der Standfuß als zusätzlicher Kostenpunkt nicht in unsere Wertung einfließt, müssen wir auch ihn kurz lobend erwähnen. Die Spikes lassen sich per Inbus-Schlüssel von oben ein- und herausschrauben. Du musst die Box also nicht kippen, um sie gerade auszurichten. Zudem werden die vier Schraubenlöcher auf den Auslegern durch Metalldeckel versteckt.

Unser Fazit zur Monitor Audio Platinum 100 3G

Entspannter Sound heißt nicht automatisch „langweilig“. Das hat uns die Monitor Audio Platinum 100 3G eindrucksvoll bewiesen. Auf kleinstem Raum kombiniert der Regallautsprecher Tiefbass, phänomenale Räumlichkeit und ein ruhiges Händchen bei feinen Details. Dabei ist ihr dein Musikgeschmack völlig egal. Ihre Vorzüge präsentiert sie genauso freigiebig bei Klassik wie bei Death Metal oder Jazz. Es gibt Lautsprecher, die Musik eine Spur neutraler – oder härter – klingen lassen. Das ist auch gut so. Um genüsslich mit deinem Lieblingsalbum den Feierabend einzuläuten, können wir uns jedoch nur wenig bessere Partner vorstellen.

HIFI.DE Testsiegel Regallautsprecher Monitor Audio Platinum 100 3G 9.0

Hier findest du die Monitor Audio Platinum 100 3G im Angebot:

Technische Daten
Wege 2
Treiber 2 (1 x Hochtöner, 1 x Tiefmitteltöner)
Anschlüsse Bi-Wiring
Frequenzbereich 28 Hz – 60 kHz (- 6 dB)
Wirkungsgrad 85 dB (2,81 V / 1 m)
Abmessungen (BxHxT) 225 x 398 x 326 mm​
Gewicht 15,2 kg
Verfügbare Farben Hochglanz Schwarz, Hochglanz Ebony, Matt Weiß
Paarpreis 5498 Euro / 6176 Euro mit Ständern

Doch auf der Suche nach dem besten Sound für große Räume? Hier findest du alle von uns getesteten Standlautsprecher:

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