Startseite Kopfhörer Noise Cancelling Kopfhörer JBL Tour One M2 im Test: Wie gut ist das beste Noise Cancelling von JBL?

JBL Tour One M2 im Test: Wie gut ist das beste Noise Cancelling von JBL?

Der Tour One M2 soll laut Hersteller die beste aktive Geräuschunterdrückung unter allen JBL-Kopfhörern bieten. Doch was bedeutet das in der Praxis? Wir haben im Test genau hingehört.
JBL Tour One M2 Titelbild mit Kontext
Akku-Laufzeit
30 Std. mit ANC / 50 Std. ohne ANC
Schnellladefunktion
Ja (10 Min. für 5 Std. Wiedergabe)
Bluetooth-Standard
Bluetooth 5.3
Steuerungs-App
Ja
Audio-Codecs
SBC, AAC
Preis
299 Euro
In Kürze
Der JBL Tour One M2 überzeugt vor allem mit seiner flexiblen Bedienung und den umfassenden Anpassungs-Möglichkeiten. Klang und ANC hinken etwas hinter der Konkurrenz her, trotzdem ist der JBL Tour One M2 ein sehr guter Kopfhörer für jeden Tag.

Vorteile
  • Spaßiger, stark anpassbarer Sound
  • Hoher Tragekomfort
  • Gute Verarbeitung
Nachteile
  • ANC nicht auf dem Niveau der Konkurrenz

„Tour One“ dürfte dir vielleicht ein Begriff sein. Den Kopfhörer hat JBL seit Mai 2021 im Sortiment. Der JBL Tour One M2 wiederum ist eine neue Version mit Einführung im Januar 2023. Er soll eigenen Angaben zufolge das „bisher beste Active Noise-Cancelling von JBL“ bieten. Waren es beim Vorgänger noch vier, regeln jetzt immerhin fünf Mikrofone das ANC. Aber wie stellt sich der Tour One M2 im Alltag an? Wir haben es genau geprüft.

JBL Tour One M2: Erste Eindrücke und Inbetriebnahme

Auf den ersten Blick kommt der Kopfhörer schlicht, aber elegant daher. In die Hand genommen bestätigt sich der Eindruck: So schmeicheld in der Hand liegende Ohrmuscheln haben wir bisher selten gespürt. Sowohl das Lederimitat als auch der mattierte Kunststoff, aus dem der Kopfbügel besteht, sind griffig und angenehm. Auf dem Kopf fällt der Tour One M2 dann gar nicht mehr auf, so komfortabel und vor allem leicht ist er. Das trifft so längst nicht auf alle Over-Ear-Kopfhörer in unserer Testliste zu:

Die Inbetriebnahme verstärkt den positiven ersten Eindruck: Wir schalten den Tour One M2 ein, was gleichzeitig die Kopplung initialisiert. Mit kaum merkbarer Verzögerung erscheint auf unserem Samsung-Testhandy die Aufforderung, den Bluetooth-Kopfhörer zu verbinden. Uns begrüßt eine englischsprachige Stimme, die die Verbindung bestätigt, und dann – Stille.

Noise Cancelling und Transparenzmodus: Abtauchen mit dem JBL Tour One M2?

Na gut – ganz ausblenden kann der ANC-Kopfhörer unsere Umgebung nicht. In unserem Büro steht ein Luftfilter, dessen Rauschen doch noch recht laut an unsere Ohren dringt. Auch unser Referenz-Modell Sony WH-1000XM5 kann dieses Geräusch zwar nicht ganz ausblenden, reduziert es aber deutlich stärker. Ein weiterer Test sind Stimmen und Tastaturklappern. Auch hier lässt der Tour One M2 noch Geräusche zu dir durchdringen. Vor allem höhere Töne wie eine energisch angeschlagene Leertaste bereiten ihm Probleme. Der Noise-Cancelling-Modus ist aber sehr angenehm, ohne störendes Rauschen oder das Druckgefühl, das ANC manchmal auslöst. An die Konkurrenz, etwa das ANC eines Bose QuietComfort 45, reicht es zwar nicht heran. Zumindest wird deine Umgebung aber deutlich gedämpft. Die zugehörige JBL-App bietet dir zudem viele Optionen, den ANC-Modus anzupassen.

JBL Tour One M2 ANC liegend auf Tisch
Der Kopfhörer schirmt dich nicht so gut von der Außenwelt ab, wie manch anderer, ist dabei aber sehr bequem und angenehm.

Du kannst die aktive Geräuschunterdrückung adaptiv verwenden. Der Kopfhörer erkennt dann, ob du dich in einer lauten oder leisen Umgebung befindest und passt das ANC-Level entsprechend an. Bei uns klappt das nur mäßig, im Test schaltete der JBL hin und wieder ohne erkennbaren Grund um. Was uns besser gefällt: Du kannst das Level der Geräuschunterdrückung in mehreren Stufen selbst anpassen.

Screenshot aus der JBL Headphones App: Einstellungen für adaptives ANC
JBL überlässt es ganz dir, wie das Noise Cancelling eingestellt ist. | Screenshot: JBL

Die zwei Transparenzmodi funktionieren indes hervorragend. Ja, zwei: Da wäre der herkömmliche Transparenzmodus, der Umgebungsgeräusche verstärkt – bei JBL heißt dieser „Ambient Aware“. Mit „TalkThru“ bietet dir JBL aber noch eine zweite Option. In diesem Modus wird deine Musik leiser, während Gespräche sehr laut verstärkt werden. So kannst du dich unterhalten, ohne den Song zu unterbrechen. Beide Transparenzmodi sind sehr hilfreich und machen den JBL Tour One M2 eine gute Option fürs Büro. Umgebungsgeräusche klingen zwar deutlich blechern und wenig natürlich an, werden aber definitiv laut genug, dass du alles um dich herum mitbekommst.

Klang-Check: Lebendiger Sound mit Kick

Jetzt heißt es aber erst mal: Musik an! Mit den ersten Tönen kommt der JBL Tour One M2 sehr lebendig und knackig daher, er lädt zum Mitwippen ein. Im Test mit verschiedenen Songs zeigt sich aber, dass er definitiv Präferenzen hat. Für ein Stück wie Inkpot Gods von The Amazing Devil fehlt es ihm an Präzision. Die tiefen Trommelschläge am Anfang werden zwar nicht unterschlagen, vermischen sich zu einer wummernden Wand, statt sich wie rollender Donner durch deinen Kopf zu wälzen. Die Stimmen des Duetts treten im Gemenge zurück. Hörst du gerne etwas komplexere Musik mit emotionalem Gesang und anderen Feinheiten, ist der JBL Tour One M2 nur eingeschränkt empfehlenswert.

JBL Tour One M2 Klang Kopfhörer aufgestellt
Der JBL Tour One M2 fühlt sich am wohlsten mit schlagkräftigen Bässen.

Viel mitreißender ist da Fils de Joie von Stromae. Hier geht es sortierter zu, die einzelnen Sounds und Instrumente sind im Mix deutlicher voneinander getrennt. In den höheren Frequenzen klingt der Tour One M2 zwar etwas dünner und zischender, als wir es gewohnt sind. Die Stimme des Künstlers sowie die prägnanten Beats profitieren aber sehr vom präsenten, temperamentvollen Sound des Tour One M2. Auf dem Arbeitsweg oder beim nächsten Spaziergang wirst du mit der richtigen Musik auf diesem JBL-Kopfhörer viel Spaß haben, wenn du ausgeglichenen, präzisen Sound erwartest, bist du hier jedoch eher falsch.

Ohren ausmessen für besseren Sound

Für Hörer mit hohen klanglichen Ansprüchen lohnt sich ein Blick in die zugehörige JBL-Headphones-App. Hier gibt es allerlei Spielereien. So kannst du mit „Personi-Fi“ ausmessen lassen, in welchen Frequenzen deine Ohren etwas Nachhilfe brauchen. Deine Musik wird dann ausgebessert, was bei uns zu einem leicht volleren Musikerlebnis führte. Auch „JBL Spatial Sound“, welches Stereo-Sound räumlicher klingen lassen soll, führte zu einer hörbaren Verbesserung. Natürlich darf auch ein Equalizer nicht fehlen: Neben ein paar Presets kannst du dir hier auch dein ganz eigenes Profil zusammenstellen.

Der JBL Tour One M2 in der Praxis

Der JBL Tour One M2 ist ein vertrauenswürdiger Begleiter im Alltag. Er macht auch lange Reisen problemlos mit, dank einer Akkuleistung von bis zu 30 Stunden bei eingeschaltetem ANC. Das ist dieselbe Laufzeit, die dir ein Sony WH-1000XM5 bietet. Den Apple AirPods Max übertrifft JBL sogar um zehn Stunden. Bei ausgeschaltetem ANC hörst du noch länger: bis zu 50 Stunden sind möglich.

JBL Tour One M2 USB-C-Anschluss
Den JBL Tour One M2 lädst du via USB-C auf. An der gegenüberliegenden Ohrmuschel findet sich ein Klinkenanschluss für den kabelgebundenen Betrieb.

Dank der Bluetooth-Version 5.3 brauchst du dir keine Sorgen über die Verbindung zu machen. Wir bewegen uns im Test frei durchs Homeoffice. Auch, wenn dabei geschlossene Türen zwischen Handy und dem JBL-Kopfhörer liegen, bricht die Verbindung nicht ab. Telefonieren ist ebenfalls bequem mit dem JBL Tour One M2: Deine Stimme wird klar und deutlich transportiert, auch wenn sie natürlicher klingen könnte. Es besteht kein wahrnehmbarer Qualitätsunterschied zwischen Telefonaten mit aktiviertem ANC oder im Transparenzmodus. Die fünf Mikrofone des JBL leisten ganze Arbeit.

Bedienung: Umfangreiche App und Steuerungsgesten

Wie schon erwähnt, steht dir für die Bedienung des JBL Tour One M2 eine App zur Verfügung: Die JBL-Headphones-App, die es für iOS und Android gibt. Hier kannst du nicht nur Anpassungen an ANC und Klang vornehmen, denn auch die Bedienung des JBL Tour One M2 ist stark personalisierbar. Du kannst alle Gesten eigens belegen und zum Beispiel verändern, welche Berührung den Transparenzmodus startet oder welche Berührung einen Song überspringt. In der App kannst du außerdem zwischen den verfügbaren Sprachassistenten wechseln (an unserem Handy waren das Amazon Alexa, der Google Assistant und Samsungs Bixby).

Dann gibt es noch allerlei weitere Funktionen. Mit Smart Talk zum Beispiel erkennt der Over-Ear-Kopfhörer, wenn du anfängst zu sprechen, und schaltet automatisch „TalkThru“ ein. Die Idee ist super und funktioniert zuverlässig, wenn sie auch etwas über die Stränge schlägt: Manchmal wird auch lautes Atmen als Sprache interpretiert.

Ein weiteres nettes Extra: Der SilentNow-Modus, der für eine bestimmte Dauer die Bluetooth-Verbindung trennt, aber ANC aktiviert lässt, um eine „stille Umgebungsblase“ zu schaffen. Dann kannst du noch die Sprache ändern, in der die Sprachansagen gemacht werden, und diese sogar ganz ausschalten. Du kannst die maximal mögliche Lautstärke begrenzen – und, und, und. Es gibt einiges zu entdecken.

JBL Tour One M2 Bedienung an den Ohrmuscheln
An der rechten Ohrmuschel sitzen außen das Touchfeld und am Rand die physischen Bedienelemente. Die Aktionstaste, mit der du die ANC-Modi wechselst, sitzt am linken Hörer.

Wer kein Fan von Steuerungs-Apps ist, dürfte sich freuen, dass der Kopfhörer auch ohne sie vollständig bedienbar ist. An den Hörern findest du alle nötigen Tasten. Du kannst den ANC-Modus wechseln, den Sprachassistent starten, die Lautstärke anpassen und die Musikwiedergabe steuern. Für letzteres hat der Tour One M2 ein Touchfeld an der rechten Ohrmuschel. Das erkennt leider keine Wischgesten, wie wir sie vom Sennheiser Momentum 4 Wireless kennen. Um einen Titel zu überspringen, musst du deshalb zweimal tippen. Einen Titel zurückzugehen, bedeutet dreimal tippen. Zum Glück erkennt der Tour One M2 alle Gesten zuverlässig.

App Screenshot Gesten anpassen
Falls dir die Bedienung nicht gefällt, kannst du alle Tasten und Gesten ganz einfach neu belegen. | Screenshot: JBL

„On Tour“ mit dem JBL Tour One M2

Der JBL Tour One M2 ist mit seinem Gewicht von nur 268 Gramm sehr leicht und kann gut mitgenommen werden. Dabei hilft auch, dass er faltbar ist. Das Transportcase, mit dem er geliefert wird, ist dafür aber recht groß. Da bringt’s auch nur bedingt etwas, dass du den Over-Ear-Kopfhörer selbst klein eindrehen kannst.

JBL Tour One M2 Transportcase Kopfhoere liegend
Der JBL Tour One M2 ist sehr beweglich. Das Transportcase ist allerdings größer, als wir es von ähnlichen Kopfhörern gewohnt sind.

Auf dem Kopf hat uns der JBL-Kopfhörer kein einziges Mal gestört, er sitzt hervorragend. Das Lederimitat um die Ohrmuscheln ist weich und alle Bestandteile wirken fest verbaut. Design-technisch erfindet JBL hier das Rad nicht neu – das hat man sich für die In-Ear-Kopfhörer mit dem Display im Ladecase, die Tour Pro 2, aufgehoben. Die gute Verarbeitung und die Kombination aus mattiertem und glänzendem Kunststoff lassen den Kopfhörer aber hochwertig und elegant wirken.

Unser Fazit zum JBL Tour One M2

In der Praxis fallen sowohl die Geräuschunterdrückung als auch der Klang etwas hinter die vergleichbare Konkurrenz zurück. Ansonsten bietet der JBL Tour One M2 aber alles, was du von einem modernen Over-Ear-Kopfhörer erwarten kannst: Adaptives Noise Cancelling, klangliche Anpassungsmöglichkeiten, eine lange Akkulaufzeit und hervorragenden Tragekomfort. Gerade für die Nutzung im Alltag, in der Bahn oder im Büro, ist er ein zuverlässiger, lebendiger und vielseitiger Begleiter.

Technische Daten
Gewicht 268 g
Akku-Laufzeit 30 Std. mit ANC / 50 Std. ohne ANC
Schnellladefunktion Ja (10 Min. für 5 Std. Wiedergabe)
Akku-Ladezeit
Bluetooth-Standard Bluetooth 5.3
Steuerungs-App Ja
Audio-Codecs SBC, AAC
Kopfhörertyp Ohrumschließend
Wandler 40 mm
Faltbar Ja
NFC
Preis 299 Euro

Doch nicht der richtige Kopfhörer für dich? Alle Over- und On-Ear-Kopfhörer mit Noise Cancelling, die wir bisher getestet haben, findest du hier:

Was sagst du zum JBL Tour One M2? Kommt er für dich infrage oder schaust du dich lieber weiter um? Schreib es uns in die Kommentare!

zur Startseite Beitrag kommentieren
Für Links auf dieser Seite erhält HIFI.DE ggf. eine Provision vom Händler, z.B. für mit * oder gekennzeichnete. Mehr Infos.