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Test Bose QuietComfort 45: Der beste Bose aller Zeiten?

Kann Bose mit den neuen ANC-Kopfhörer QC45 endlich wieder zur Konkurrenz von Sony und Apple aufschließen? Bleibt der Headphones 700 der beste Bose-Kopfhörer? Finde es heraus!
Bose QuietComfort 45 im Test bei HIFI.DE
Kopfhörertyp
ohrumschließend
Bauart
geschlossen
Spielzeit/ Ladezeit
24 Std. / 2,5 Std.
Kabellos
ja, Bluetooth
Noise Cancelling
ja
Mikrofon
ja
Gewicht
240 g
Preis (UVP/Straßenpreis)
349,95 €
In Kürze
Mit dem QuietComfort 45 ist Bose mal wieder ein großer ANC-Wurf gelungen. Die Verarbeitungs-Qualität ist topp, und das Noise Cancelling kann sich mit den Besten am Markt messen.
Vorteile
  • Hervorragendes Noise Cancelling
  • Sehr guter Sitz
  • Geringes Gewicht
  • Intuitive Bedienung
Nachteile
  • Unter den Ohrpolstern wird es schnell warm
  • Keine Klangeinstellungen in der App

Mit der QuietComfort-Serie hat Bose die Kategorie ANC-Kopfhörer begründet und lange Jahre dominiert. In letzter Zeit geriet diese Spitzenposition aber mehr und mehr in Gefahr. Die Konkurrenz hatte aufgeholt und Produkte wie der Sony WH-1000XM4 oder die Apple AirPods Max konnten die ANC-Leistung von Bose erreichen und übertreffen. Mit dem neuen QuietComfort 45 will Bose nun das gewohnte Bild wiederherstellen. Dabei tritt er auch gegen starke Konkurrenz aus dem eigenen Haus an, denn der etwas ältere Bose Headphones 700 ist etwas zumindest auf dem Papier besser ausgestattet und kaum teurer als der QC45. Doch ist er auch besser?

Die Bose QuietComfort 45 sind in den Farben Schwarz und Weiß erhältlich:

Bose QuietComfort 45: Die wichtigsten Neuerungen

  • Bluetooth 5.1
  • Lade-Anschluss USB-C (QC35: Mikro-USB)
  • Akkulaufzeit bis zu 24 h (QC 35 II: 20 h)
  • Schnellade-Funktion (15 min Laden = 3 h Betrieb)
  • nochmals verbessertes ANC
  • verbesserte Sprach-Erfassung durch viertes Mikrofon
  • nur noch 2 ANC-Modi (Quiet, Aware)
Bose QuietComfort 45 - Ohrmuscheln
Die Ohrmuscheln des Bose QC45 sind bequem gepolstert und bieten eine ordentliche passive Schallisolierung.

Bose QC 45: Was macht sie besonders?

Bereits an den nackten Daten erkennst du, dass Bose beim QuietComfort 45 nichts dem Zufall überlassen möchte. Die Akkulaufzeit wurde auf 24h erhöht, mit der verbesserten Schnell-Ladefunktion liefern 15 Minuten Laden nun 3 Stunden Spielzeit. Auf den ersten Blick unterscheidet sich der Bose QC45 kaum vom Vorgänger QC35 II, doch die Ohrgehäuse und die gesamte mechanische Konstruktion des Kopfhörers wurden überarbeitet, die passive Schallisolierung verbessert.

Bose QuietComfort 45 - USB-C
Kleine aber feine Neuerung beim Bose QC45: USB-C statt Mikro-USB.

Die für einen ANC-Kopfhörer so wichtige Elektronik wurde ebenfalls komplett überarbeitet, außerdem verfügt der QC45 über ein zusätzliches Außenmikrofon. Insgesamt kümmern sich nun also sechs Mikrofone um die optimale Erfassung deiner Stimme bei Gesprächen und eine möglichst effektive Geräuschunterdrückung. Gleichzeitig kannst du in der dazugehörigen App für iOS und Android einstellen, wie laut du deine Stimme während eines Gesprächs hören möchtest.

ANC im Dauereinsatz

Beim ANC ist die offensichtlichste Veränderung, dass du die Funktion nicht mehr deaktivieren kannst. Dir bleibt die Wahl zwischen den Modi QUIET (ANC an) und AWARE (Transparenz-Modus). Der ANC-Chip arbeitet also auf die eine oder andere Art und Weise immer mit, was die angegebene Akku-Laufzeit noch etwas beeindruckender macht.

Mit neuem Noise Cancelling zurück an die Spitze

Bereits beim Bose Headphones 700 hatten die amerikanischen Entwickler bewiesen, dass sie ihre Hausaufgaben gemacht hatten. Das Noise Cancelling des 700 ist fast auf dem Niveau von Sony und Apple. Und der QC45 kann hier subjektiv noch einmal ein bisschen zulegen – Wohl auch wegen der etwas besseren passiven Abschirmung durch die Ohrpolster wird der Bose QuietComfort 45 bei aktiviertem ANC seinem Namen gerecht und ist sehr, sehr leise.

Bose QuietComfort 45 - ANC im Dauereinsatz
Beim QC45 arbeitet der ANC-Chip immer – mit dem großen Taster schaltest du zwischen QUIET und AWARE Modus um.

Umgebungsgeräusche werden so wirkungsvoll herausgefiltert, dass der AWARE-Modus fast schon Pflicht ist, wenn du dich im Straßenverkehr bewegst. Sogar Stimmen in Zimmerlautstärke aus wenigen Metern Entfernung hat das System in unserem Test fast komplett ausgeblendet.

Insgesamt hat Bose mit dem QuietComfort 45 die Konkurrenz von Sony und Apple bei der ANC-Leistung zwar nicht überholen können, zieht aber zumindest mit ihnen gleich. Dabei erzeugt das Bose-ANC allerdings wie schon beim QC35 und beim Headphones 700 einen ganz eigenen Effekt, den manche Menschen als eine Art Druck auf den Ohren wahrnehmen.

Bose QuietComfort 45: Viel Licht und nur wenig Schatten beim Hörtest

Früher war klar, wie ein Bose-Kopfhörer klingt: warm, weich und rund und mit einer deutlichen (Über-)Betonung der Bässe. Diese Zeiten sind aber vorbei, und schon die Bose Headphones 700 zeigten sich von einer angenehm neutralen und ausgewogenen Seite.

Bose QuietComfort 45 - bei der Arbeit
Bose hat bei der Entwicklung der QC45 viel Wert auf die Sprachverständlichkeit gelegt. | Bild: Bose

Natürlicher und kontrollierter Bass

Diesen Weg setzt der QC45 durchaus erfolgreich fort, braucht dafür aber ein paar Stunden Einspielzeit. Direkt aus dem Karton gibt er sich noch etwas ruppig und hart, doch das gibt sich schnell. Dann spielt der Bose Stimmen klar und prägnant, und die akustische Gitarre am Anfang von Monday von deadmau5 perlt akkurat in deine Gehörgänge. Der anschließend einsetzende Wummer-Bass der Aufnahme bleibt erfreulich kontrolliert und wird nicht künstlich aufgedickt. Auch das wunderschöne Celestial Echo von Malia und Boris Blank spielen die Bose-Kopfhörer sauber und mitfühlend ab. Stimme, Beats und elektronische Flächen bleiben klar unterscheidbar und geben sich gegenseitig genügend Raum.

Bose QC45 - Bose Music App
Beim Bose QuietComfort 45 bietet die App keinerlei Klanganpassung. | Screenshot Bose Music App

Jedes Detail hören

Mit dem Klassiker Killing In The Name von Rage Against The Machine darf der QC45 seine rockige Seite zeigen. Das Schlagzeug drückt mit ordentlichem Punch, Tom Morellos einzigartiger Telecaster-Sound tönt erfeulich trocken in den Ohrmuscheln. Mit It’s A Long Way To The Top von AC/DC, Hey Now von London Grammar oder Paper Trails von DARKSIDE zeigt der neue Bose-Kopfhörer dann einen leichten Hang zum Überdeutlichen in den Höhen. Am ganz oberen Ende des Frequenzbandes würde ihm etwas mehr Zurückhaltung besser stehen, wie sie beispielsweise der Klassen-Primus Sony WH-1000XM4 zeigt. Im direkten Vergleich hat der Sony-Kopfhörer beim reinen Musikklang immer noch ein Stück weit die Nase vorn. Zum Bose 700 bestehen allenfalls hauchdünne Unterschiede. Insgesamt gehören jedoch alle drei genannten Kopfhörer zu den klanglich Besten, die du bekommen kannst. Der alte QC35 II muss sich hier übrigens dem neuen Bose QC45 deutlich geschlagen geben.

Bose QuietComfort 45 in der Praxis

Im direkten Marktumfeld wirkt die Feature-Liste des Bose QC45 ein wenig spartanisch. Du musst ihn mit klassischen Tasten und Schiebereglern bedienen, statt mit coolen Wischgesten. Der Kopfhörer pausiert nicht automatisch die Wiedergabe, wenn du ihn abnimmst. Und du musst ihn auch explizit ausschalten, wenn du den Akku schonen  willst. Auf der Habenseite macht das den QC45 aber auch im positiven Sinne  zu einem sehr einfachen Produkt. Wenn du vorher schon einmal eine Bluetooth-Kopfhörer besessen hast, dauert die Eingewöhnungsphase nur wenige Minuten. Definitiv verbesserungswürdig ist hingegen die fast schon ulkige computergenerierte Stimme, mit der Boses Kopfhörer mit dir zu kommunizieren versucht. Selbst einfache Status-Ansagen wie der Akkustand sind schwer verständlich, die Auflistung der verbundenen Bluetooth-Geräte gerät dann oft unfreiwillig komisch.

Alter Bekannter mit Facelift

Gehäuse und Bedienelemente des QuietComfort 45 bleiben im Vergleich zum Vorgänger praktisch unverändert. Doch ein paar Veränderungen im Detail hat es gegeben. Die Mechanik hat sich ein bisschen verändert, das Polster des Headbands ist dicker und bequemer geworden. Am rechten Gehäuse sitzt weiterhin der Schiebeschalter für die Betriebsbereitschaft und die Bluetooth-Kopplung, doch an deren Unterseite findest du neben den drei großen Tastern für Lautstärke und Wiedergabesteuerung nun eine USB-C-Buchse. Diese ist aber nur zum Laden da (was gut ist) und nicht zum Musikhören (was schade ist).

Bose QuietComfort 45 - BT-Taste
Die Bluetooth-Verbindung des Bose QC45 ist über die App einfach hergestellt und funktioniert stabil.

Links findest einen einzelnen großen Taster an der Unterseite der Ohrmuschel. Mit diesem schaltest du zwischen den beiden einzigen ANC-Modi hin und her.

Eine App gibt es natürlich in Form der Bose Music App auch. Mit ihr ist das Koppeln sehr einfach, viele andere hat sie für den QC45 jedoch nicht parat. Während die gleiche App beim Headphones 700 zahlreiche Optionen zu Anpassung von Sound und ANC bietet, hat sie für den QC45 noch nicht einmal eine Klangregelung parat. Auch bei Sony bietet die jeweilige App im Zusammenspiel mit dem WH-1000XM4 wesentlich mehr Möglichkeiten. Die Bose App gibt’s natürlich sowohl für iOS als auch für Android.

Bose QC45 - Verbindung über App
Über die Bose Music App gelingt die Verbindung mit deinem Smartphone im Handumdrehen. | Screenshot: Bose Music App

Praktisch ist in manchen Situationen die Möglichkeit, deinen QC45 mit anderen Bose-Produkten zu verbinden zu verbinden. SimpleSync nennt Bose dieses Feature, das du ebenfalls über die Bose Music App steuern kannst. Im Test mit der Bose Smart Soundbar 900 klappte das beispielsweise ausgezeichnet – so kannst du jedes Wort in deinem Lieblingsfilm verstehen ohne die Lautstärke zu weit aufdrehen zu müssen.

Bose QC45 - Stimme einstellen App
Praktisch: In der App kannst du einstellen, wie laut du deine eigene Stimme während eines Gesprächs hören möchtest. | Screenshot: Bose Music App

Design und Verarbeitung

Was die Qualität der Materialien und die Wertigkeit der Konstruktion angeht, sind die Bose QuietComfort 45 nach wie vor über jeden Zweifel erhaben. Auch wenn du die optischen Unterschiede mit der Lupe suchen musst, machen die Neuen sogar einen noch einmal stabileren Eindruck als die QC35 II. Vor allem das dicker gepolsterte Headband fällt auf und erhöht den Tragekomfort des QC45. Wie der QC35 II ist aber auch der neue Bose-Kopfhörer kein Riese. Wenn du einen eher großen Kopf hast, ist der Anpressdruck der Ohrpolster schon ordentlich, was aber andererseits auch für einen festen Halt sorgt.

Bose QuietComfort 45 - Zubehör
Tragecase, Klinke-Adapter und ein sehr kurzes Ladekabel – das Zubehör des Bose QC45 ist überschaubar.

Testfazit zum Bose QuietComfort 45

Die Verarbeitungs-Qualität ist topp, und das Noise Cancelling ist hervorragend und der Klang sehr gut. Insofern ist Bose also mit dem QuietComfort 45 mal wieder ein großer Wurf gelungen, der sich in Sachen Ausstattung und Funktionen jedoch in Bescheidenheit übt.

Insgesamt wird deutlich, dass Bose beim QC45 im Vergleich zum Vorgänger einen echten Schritt gemacht hat. Vor allem beim ANC und bei der Spracherfassung hat der Neue die Nase vorn. Da aber schon der QuietComfort 35 II wahrlich kein schlechter ANC-Kopfhörer war, besteht auch kein dringender Grund für einen Wechsel, wenn du mit deinem QC35 II weiterhin zufrieden bist.

Härteste Konkurrenz aus dem gleichen Haus

Für die erfolgreichen Mitbewerber Sony und Apple wird die Luft zumindest deutlich dünner. Beim ANC liegt der Bose QuietComfort 45 jetzt gleichauf mit dem Klassenprimus Sony WH-1000XM4. Dieser ist etwas günstiger, bietet mit aptX und LDAC hochwertigere Bluetooth-Codecs und klingt auch musikalischer als der Bose. Dafür kann er aber bei Telefonaten und Videokonferenzen nicht mit einer so guten Sprachverständlichkeit punkten. Die Apple AirPods Max sind qualitativ hervorragend, jedoch auch erheblich teuerer. Außerdem sind sie nur in der Apple-Welt wirklich sinnvoll.

Und so kommt die härteste Konkurrenz für den QC45 einmal mehr aus dem gleichen Haus: Die Bose Headphones 700 bieten ein praktisch ebenso gutes ANC, den minimal Klang und moderne Bedienung per Touchgesten. Außerdem kannst du die 700er über die App genauer einstellen – Für die aktive Geräuschunterdrückung stehen dir dort 11 verschiedene Modi zur Verfügung, außerdem lässt dich die App den Klang der Kopfhörer auf deine Vorlieben anpassen. Zum Zeitpunkt dieses Tests bietet Bose den 700er sogar günstiger an als den QuietComfort 45. So lange das so bleibt, scheint der Bose 700 die bessere Wahl zu sein. Wenn der QC45 irgendwann wieder günstiger ist, bleibt die Entscheidung eine reine Geschmacksache.

Testergebnis Bose QuietComfort 45 | HIFI.DE

Aktuelle Angebote

Technische Daten
Kopfhörertyp ohrumschließend
Bauart geschlossen
Spielzeit/ Ladezeit 24 Std. / 2,5 Std.
Wandler dynamisch
Kabellos ja, Bluetooth
Noise Cancelling ja
Mikrofon ja
Gewicht 240 g
Preis (UVP/Straßenpreis) 349,95 €
Tasten on / off, Bluetooth-Schiebeschalter, 3 Steuerungstasten
Garantie k.A.
Steuerungs-App ja
Faltbar ja
Mitgeliefertes Zubehör Tasche, Kopfhörerkabel (2,5 mm auf 3,5 mm), USB-Kabel

Wie würdest du dich entscheiden – QC45, Bose Headphones 700 oder doch lieber den Sony? Schreib es uns in die Kommentare!

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