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LG OLED B9S im Test: Wie gut ist der günstige OLED von LG?

Die 55 Zoll Variante des B9S bekommt man aktuell für kaum mehr als 1.000 Euro. Wir haben uns gefragt: Wo ist der Haken? Wie schlägt er sich im Vergleich zum B97 aus dem Vorjahr oder der höherwertigen C-Serie, dem aktuellen CX? 
LG OLED B9S im Test Bild: HIFI.DE
Getestete Größe
65"
Weitere Größen
55"
Preis (UVP/Straßenpreis)
2399€ / um 1700€
Panel Typ
OLED
Auflösung
4K UHD 3840 x 2160
Bildfrequenz
100 / 120 Hertz
HDR-Unterstützung
HDR10, Dolby Vision, HLG
Smart TV
WebOS 4.5
Digitaler Tuner
DVB-S/S2, -C, T2 HD
In Kürze
Mit seinem OLED-Panel liefert der B9S erstklassige Bilder mit natürlichen Farben und idealem Schwarzwert für HDR bzw. Dolby Vision. Seine Anwenderfreundlichkeit, das hervorragende Smart-TV-System WebOS 4.5 und eine wirklich gute Ausstattung tragen zum sehr guten Gesamteindruck bei. Die Bild- und Tonqualität bleiben zwar ein wenig hinter dem aktuellen Topmodell CX9 zurück, und die technische Ausstattung ist abgespeckt, doch zu einem Straßenpreis von unter 1.800 Euro ist der 65-Zöller aktuell ein echtes OLED-Schnäppchen.
Vorteile
  • Perfekter Kontrast
  • Sehr gute Bildqualität
  • Gute Bedienbarkeit
  • Günstige Preise
  • Reaktionschnell als Gaming-Monitor mit VRR
Nachteile
  • Keine Twin-Tuner für TV-Empfang (einfacher Multituner)
  • Bei dauernder Anzeige von stehenden Bildern: Risiko von Einbrenneffekt
  • Technisch auf dem Stand von 2019

Update 20.10.2020: Inzwischen haben wir auch den Nachfolger des B9, den LG BX getestet. Der B9S ist inzwischen leider nicht mehr verfügbar, der neue BX aber kaum teurer. Wenn du wissen willst, was LG verbessert hat, wirf gerne einen Blick auf unseren LG BX Test:

Schon im letzten Jahr war der 2019er OLED B9 einer der beliebtesten OLEDs von LG. Zum Sommer hat LG nun das Sondermodell „OLED B9S“ in den Größen 55 und 65 Zoll herausgebracht, das ein besonders attraktives Preis/Leistungsverhältnis verspricht. Die 55″ Variante ist aktuell ab gut 1.000 Euro zu haben. In unserem TV-Labor haben wir die 65-Zoll Variante 65B9SLA auf Her(t)z und Nieren geprüft. Im Handel findest du mehrere LG OLED-TVs namens „B9“: Der getestete B9SLA und der B9DLA sind Geschwistermodelle, die sich in der TV-Empfangsausstattung unterscheiden. Beim B9S bekommst du einen einfachen Multituner (mit Single-Tunern für DVB-S/-S2, -C und –T2 HD), während der B9D doppelte TV-Empfangsteile (also einen Twin-Multituner) an Bord hat. Und dann gibt es bei einzelnen Händlern noch den B9PLA, der aber eigentlich nicht für den deutschen Markt bestimmt ist. Ob der B9PLA möglicherweise Sat-Anlagen mit Unicable-Technik, bestimmte Kabel-TV-Netze oder HbbTV-Features (z.B. digitaler Videotext und Mediatheken) nicht unterstützt, ist daher die Frage. Aber das ist ein anderes Thema. Nun zum Test des 65B9S:

OLED B9: das Design

Der LG OLED B9S sieht dem beliebten B97 aus dem letzten Jahr zum Verwechseln ähnlich. Kein Wunder, denn neben dem äußeren Design sind auch die „inneren Werte“ praktisch gleich geblieben – bis auf die abgespeckten TV-Eingänge. Den LG OLED B9 kannst du mit einer VESA-kompatiblen Halterung an die Wand hängen. Oder du stellst ihn klassisch auf seinen mittig angeschraubten Standfuß aus stabilem Kunststoff.

LG B9 Standfuß
Der zentral angebrachte Standfuß vermittelt den wertigen Eindruck von gebürstetem Metall, er ist aber aus Kunststoff gefertigt. | Foto: HIFI.DE

Anschlüsse beim LG OLED B9S

Vier HDMI-Anschlüsse garantieren beim LG OLED 65B9SLA (so der komplette Modellname) reichliche Anschlussmöglichkeiten, etwa für Blu-ray-Player, Spielekonsole oder die Soundbar. Der TV unterstützt mit verbessertem Audio-Rückkanal eARC ein Feature vom HDMI-Standard 2.1 wodurch sich auch hochauflösende Audio-Signale wie Dolby Atmos übertragen lassen. Außerdem sollen seine HDMI-2.1-Schnittstellen bis zu 120 Bilder pro Sekunde verarbeiten können. Das ist mehr als alles, was derzeit gestreamt oder gesendet wird.

Der Digital-TV-Multituner ermöglicht USB-Recording oder Timeshift, wenn du eine geeignete USB-Festplatte anschließt. Während einer Aufzeichnung kannst du beim B9S – im Gegensatz zum B9D – aber nicht auf eine andere Sendung umschalten. Der OLED B9S bietet darüber hinaus mit einem optischen Digitalausgang, einer klassischen Kopfhörer-Buchse und Bluetooth die wichtigsten Audio-Verbindungen. Der Internet-Zugang ist dank WLAN kabellos, oder per LAN-Kabel möglich. Wer Medien von einem USB-Stick oder einer Festplatte auf dem TV abspielen möchte, kann dies über einen von drei USB-Anschlüssen tun. Auch per Bluetooth oder Screen-Mirroring lassen sich Inhalte (etwa vom Smartphone) übertragen. Auch Apple AirPlay2 für iPhone oder iPad-Kopplung wird unterstützt.

OLED B9: die Bildqualität

Wesentlichen Einfluss auf die Bildqualität hat der Bildprozessor. Im B9 werkelt der etwas ältere „Alpha 7 Gen.2“-Prozessor von LG, die CX- und GX- Modelle haben den leistungsstärkeren „Alpha 9 Gen.2“ im Einsatz. Der OLED-TV 65 B9 bringt neben perfektem Schwarz und optimalen Kontrasten auch sehr saubere Farben auf den Schirm. So überzeugt der LG OLED in den Bildmodi „Kino“ und „isf Experte dunkler Raum“ mit sehr guter Farbtreue. Wenn es nicht allzu hell im Raum ist, garantieren diese Bildmodi „großes Kino“ daheim.

LS B9S HDR10 Farbmessung
Unsere Labormessungen mit Calman und dem Colorimeter K10A zeigen die sehr hohe Farbtreue des OLED von LG. Unser Screenshot zeigt eine Messreihe mit HDR10. | Bild: CALMAN / HIFI.DE

Fernsehbilder mögen im Bildmodus „Kino“ etwas weich wirken, du bekommst jedoch mit dem Kinomodus mehr Natürlichkeit und Detailtreue ins Bild. Im Bildmodus „isf Experte heller Raum“ dehnt der B9 den Farbraum aus. Damit sieht Buntes noch etwas knalliger aus, ohne dass das Bild insgesamt unnatürlich wirkt, wie es etwa in dem Bildmodus „Lebendig“ der Fall ist. Typisch OLED ist zudem der großartig breite Betrachtungswinkel. Und 4K-HDR-Inhalte (beispielsweise bei Ultra-HD-Streaming mit Netflix oder Amazon) schöpfen die Qualitäten der selbstleuchtenden OLED-Pixel voll aus.

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Film und Fernsehen

Um Filme in dem Look zu genießen, der dem Kino-Original möglichst nahe kommt, können wir den Modus „Kino“ oder „Experte Dunkler Raum“ empfehlen. In abgedunkelter Umgebung gibt der LG damit Filmfarben nahezu genauso wieder, wie sie im Original z.B. auf der Blu-ray-Disk gespeichert sind. In der Praxis haben wir Szenen aus James Bond – Casino Royale in Full-HD angeschaut: der LG rechnet den Full-HD-Film sehr gut auf 4K hoch und beeindruckt mit gutem Kontrast und Natürlichkeit. Des weiteren haben wir die „TruMotion“-Funktion getestet. Die sorgt für flüssige Bewegtbilder, übrigens auch beim linearen Fernsehen. Für die TruMotion-Einstellung ist es praktisch, dass man die Funktionen Entruckeln und Schärfen jeweils in zehn Stufen dosieren kann: Bei hoher Einstellung werden die Bewegtbilder sehr glatt, aber auch mit mehr Artefakten dargestellt. Viele Cineasten lassen daher TruMotion ausgeschaltet, während Andere einen guten Kompromiss mit einer persönlichen Einstellung finden werden.

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Originalbilder in der Auflösung 720p (wie das HDTV-Format der öffentlich-rechtlichen Sender) rechnet der LG brauchbar auf seine Ultra-HD-Auflösung hoch. | Bild: HIFI.DE

Sportfans werden sich in jedem Fall darüber freuen, dass der B9 dank seiner OLED-Technik sehr schnell auf Bewegungen im Bild reagiert und für gemeinsames Schauen einen besonders breiten Betrachtungswinkel garantiert.

4K und HDR mit dem OLED B9S

Bei 4K-Filmen mit HDR wie Exodus – Götter und Könige oder Life of Pi, die wir auf Ultra-HD-Blu-ray zum Test des B9S genutzt haben, zeigt sich die bildgewaltige Stärke des LG OLED ganz deutlich. Auch wenn der neue OLED CX9 den B9S in Nuancen der Bildqualität und in der Spitzenhelligkeit überflügelt, ist der B9 eine echte Empfehlung für Heimkino-Abende. Dolby Vision-Inhalte – etwa Netflix Originale – erkennt der B9S zuverlässig. Ebenso HDR10. Bei der HDR10- oder Dolby-Vision-Wiedergabe stehen dir verschiedene Bildmodi zur Verfügung: Auch hier raten wir zum Modus Kino. Auf die intelligente Helligkeitsanpassung, wie sie der neue OLED CX mit dem stärkeren Alpha9 Gen2-Prozessor beherrscht, musst du beim B9 allerdings verzichten.

Gaming-Eigenschaften des LG B9

Neben einem klaren, kontrastreichen Bild sind für Konsolen-Spieler der Input Lag und die Bildfrequenz besonders wichtig. Input Lag beschreibt die Zeit, die zwischen dem Kopfdruck auf dem Controller und der sichtbaren Ausführung auf dem Bildschirm vergeht. Stellst du den B9S auf den Gaming-Modus „Spiel“ um, so vergehen nur 13 Millisekunden. Also weniger als zwei hundertstel Sekunden! Und die Schaltzeiten der einzelnen OLED-Pixel liegen dabei sogar unter einer Millisekunde.

Auch der Gaming-Modus überzeugt beim vergleichsweise günstigen B9: hier als Beispiel eine Szene aus Shadow of the Tomb Raider auf der Playstation. | Bild: HIFI.DE

Im Gaming-Modus zeigt der OLED 65B9 von LG, dass man auch für schnelle First-Person-Shooter auf ihm zocken kann. Einfach, weil er enorm reaktionsschnell die Bilder aus der Konsole auf den Schirm bringt. Zudem verspricht der B9S, seine Bildrate flexibel anzupassen, wenn du eine Nvidia G-Sync-Grafikkarte nutzt. Wer mit einer Next-Gen-Konsole wie der X-Box Series X oder Sony Playstation 5 liebäugelt, kann nach den technischen Angaben von HDMI 2.1 mit Variabler Bildrate (VRR) auf 4K-Gaming mit bis zu 120 Bildern pro Sekunde mit dem B9 hoffen. Entsprechende Konsolen sind jedoch derzeit noch nicht auf dem Markt.

Bedienung des LG OLED B9

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Die Fernbedienung hat ein Mikro zur Spracheingabe. Sie bietet eine geschickte Kombination aus Bewegungssteuerung und Tasten. | Bild: HIFI.DE

Die Bedienung des LG OLED 65B9S funktioniert alles in allem ausgesprochen intuitiv. Alle Menüs sind gut strukturiert und übersichtlich gestaltet. Seine Fernbedienung ist die von LG bekannte Magic Remote. Mit ihrer Pointer-Funktion und dem Scrollrad lassen sich Bildschirm-Menüs flott durch Handbewegungen steuern. Benutzt du die „Pfeiltasten“, stellt sich die Steuerung automatisch auf das Navigationskreuz um.

Der LG OLED B9 als Smart-TV

Der OLED-Fernseher bietet das LG-eigene Smart TV System webOS an. Drückst du auf den Home-Knopf der Fernbedienung, erscheinen die Smart-V-Apps als „Kacheln“ am unteren Bildrand. Die Sortierung von Apps lässt sich dabei leicht individuell anpassen oder nicht benötigte Apps entfernen. Dies funktioniert nicht zuletzt aufgrund der Pointerfunktion der Magic Remote sehr gut. Eine automatische Sortierung nach der Häufigkeit, mit der man die Apps nutzt, ist außerdem möglich.

Das WebOS Schnellmenü ist sehr praktisch, um schnell auf Apps und Quellen zugreifen zu können.
Das WebOS Schnellmenü ist sehr praktisch, um schnell auf Apps und Quellen zugreifen zu können. | Bild: HIFI.DE

Verfügbare Apps

Während das Menü der TV-Funktionen recht übersichtlich aufgebaut ist, gilt das für App Store, dem LG Content Store, leider weniger. Hier ist es hilfreich, dass es eine Suchfunktion gibt. Wichtige Apps wie YouTube, Netflix, Amazon Prime Video, DAZN oder Spotify sowie Disney Plus sind allesamt vorhanden und ohnehin zumeist vorinstalliert.

Das „Home Dashboard“ von LG ist die übersichtliche, praktische Smart-TV-Zentrale des LG-TV. | Bild: HIFI.DE

Der Sound des LG B9

Die eingebauten Lautsprecher strahlen den Ton nach unten ab, doch das ist in der Praxis kein Problem. Im Allgemeinen bringt der schlanke OLED-TV einen sehr alltagstauglichen Klang ins Zimmer. Wer jedoch auf Kino- oder Stadionatmosphäre mit satten Bässen Wert legt, sollte – besonders für 3D-Soundformate wie Dolby Atmos – auf ein externes Soundsystem oder eine Soundbar zurückgreifen. Dolby Atmos-Tonspuren verarbeitet der B9, doch seine Raumklang-Simulation ist eher dürftig.

Audio-Messung: Der B9 bringt in der Standardeinstellung einen betonten Grundtonbreich ab 100 Hertz, der tiefere Bass fällt mager aus. | Bild: HIFI.DE

Unser Testergebnis für den OLED 65B9S von LG

In unserem Test überzeugte der LG OLED B9S mit erstklassiger Bildqualität, in diesem Punkt bleibt er nur wenig hinter dem C9 von 2019 und dem neuen CX zurück. Im täglichen Gebrauch bietet  der B9S eine gute Bedienung, viele Apps, und einen brauchbaren Sound. Mit seiner Reaktionsschnelligkeit kann er zudem Gamer glücklich machen. Höherwertige Alternativen zum B9S sind der neue LG CX und der Panasonic GXW1004. Das eng verwandte Modell B9D von LG (mit besserer TV-Ausstattung) war zum Zeitpunkt des Tests zu ähnlichen Preisen wie der B9S erhältlich.

Technische Daten
Getestete Größe 65"
Weitere Größen 55"
Preis (UVP/Straßenpreis) 2399€ / um 1700€
Panel Typ OLED
Auflösung 4K UHD 3840 x 2160
Bildfrequenz 100 / 120 Hertz
HDR-Unterstützung HDR10, Dolby Vision, HLG
Smart TV WebOS 4.5
Sprachsteuerung Alexa, Google Assistant
Gewicht ohne Standfuß / mit Standfuß 25,2 kg / 26,2 kg
AirPlay 2 ja
Digitaler Tuner DVB-S/S2, -C, T2 HD
Video-Eingänge 4 x HDMI
Sonstige Anschlüsse 3 USB (2.0), Toslink, eARC, CI+
Durchschnittliche Leistungsaufnahme 133 Watt (Herstellerangabe)
Energieeffizienzklasse A
Maße mit Sockel 1449 x 869 x 246 mm (BxHxT)
Maße ohne Sockel 1449 x 830 x 47 mm (BxHxT)

Wie ist deine Einschätzung des LG OLED B9S? Kommt das günstige B-Modell für dich infrage? Sag es uns in den Kommentaren!

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