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PlayStation 5 vs. Xbox Series X: Die Konsolen im Vorab-Vergleich

Alle Hardware-Daten sind bekannt, der Release steht fest. Nur noch wenige Einzelheiten fehlen uns zu den Konsolen der nächsten Generation. Grund genug bereits einen Vergleich zu machen und erste vorsichtige Schlüsse zu ziehen.
PlayStation 5 vs. Xbox Series X: Die Konsolen im Vorab-Vergleich

Zum Weihnachtsgeschäft sollen sie erscheinen: Sowohl Sonys PlayStation 5 als auch die Xbox Series X des amerikanischen Computer-Riesen Microsoft. Im Laufe der letzten Woche ließen beide ein wenig Licht ins Dunkel und zeigten die jeweilige Hardware ihrer kommenden Next-Gen Konsolen. An manchen Stellen gibt es Ähnlichkeiten, an anderen Stellen bestehen Unterschiede. Ein guter Grund bereits jetzt die bekannten Daten miteinander zu vergleichen.

PlayStation 5 vs. Xbox Series X: Ein Duell auf Augenhöhe

Schon am Montag präsentierte Microsoft die inneren Werte seines neuen Schützlings. Am Mittwoch zog dann Sony nach. Alle Hardware-Daten sind bekannt. Manches fiel sofort ins Auge, anderes bedarf eines näheren Hinsehens, wieder anderes wird erst nach Erscheinen die Praxis zeigen können.

Microsofts Xbox bietet mit 3,8 GHz zum Beispiel mehr Rechenleistung als Sonys PS5, die jedoch die Möglichkeit variabler Taktung bietet. Die Xbox Series X kommt hingegen mit einer langsameren SSD daher. Im Detail betrachtet zeigen sich an einigen Stellen Unterschiede, aus denen man erste Schlüsse ziehen kann.

PlayStation 5 vs. Xbox Series X Daten-Grafik
Grafik: HIFI.DE

Feste gegen variable Prozessortaktung

Den Anfang macht das Herzstück: Der Prozessor. Hier setzen sowohl Microsoft als auch Sony auf eine Prozessoreinheit aus der Ryzen-Produktreihe von AMD mit der Zen 2 Mikroarchitektur. Diese ist inzwischen in der dritten Generation angekommen und zeichnet sich in erster Linie durch eine 15% höhere Leistung der einzelnen Kerne aus, von denen in beiden Konsolen acht zu finden sind.

Während die japanischen Ingenieure von Sony einen 3,5 GHz Prozessor wählen, kommt bei den Amerikanern von Microsoft ein 3,8 GHz starker Prozessor in ihre neue Konsole. Sony ist dabei jedoch von der Boost-Fähigkeit der PS5 überzeugt, die schon bei Gaming-PCs länger zum Einsatz kommt. Die PlayStation darf einen gewissen Stromverbrauch (den Sony nicht weiter nennt) nicht überschreiten und kann infolge dessen ihre Taktfrequenz drosseln.

Xbox Series X und Playstation 5 verwenden ZEN2-Prozessoren von AMD
In den Prozessoren beider Konsolen kommen Zen 2 Chips aus der Ryzen Familie von AMD zum Einsatz. | Bild: AMD

Laut Sony soll das für das Spielgefühl keinen Unterschied machen. Für Spieleentwickler soll das jedoch eine Hürde sein können, da es bei der Entwicklung von Spielen wichtig ist, zu wissen, wie die Hardware sich in bestimmten Situationen verhält. Microsoft hingegen setzt bei der Xbox Series X auf eine festgelegte Prozessortaktung von 3,8 GHz.

Grafikprozessor bei Xbox stärker, Playstation setzt auf Takt

Wie auch beim Prozessor setzt Sony bei der Grafikeinheit auf eine variable Taktung, während Microsofts Konsole bei einem konstanten Wert verbleibt. So kann die PlayStation 5 mit ihrer variablen Taktung starke 2230 MHz erreichen, während Microsoft die Xbox Series X bei einem festen Wert von 1825 MHz festsetzt.

Die Grafikeinheit der Xbox Series X
Die Grafikeinheit der Xbox Series X verfügt über mehr Recheneinheiten als die der PlayStation 5. | Bild: Microsoft

Allerdings bestehen bei den Grafikeinheiten weiterhin Unterschiede. Microsoft setzt einen Chip ein, bei dem 52 Compute Units in der Xbox arbeiten; bei Sony hingegen sind es 36 aktive Compute Units. Das entspricht 3328 Shader-Rechenkerne bei der Xbox gegen 2304 Kerne in der PS5.

Schließlich kommen die beiden Next-Gen Konsolen auf die folgenden Werte für die Rechenleistung: Die Xbox Series X kann mit einer theoretischen Leistung von 12 TFlops aufwarten, während Sonys PlayStation 5 auf 10,3 TFlops kommt. Sony verspricht sich jedoch trotz der geringeren TFlops-Anzahl der PS5 durch die höhere, variable Taktung einen Vorteil gegenüber der Xbox Series X.

So soll laut Sony die höhere Taktung die Gesamtleistung linear verbessern, während die Leistung bei zusätzlichen Compute Units wegen der schwierigen simultanen Auslastung abnimmt. Auch ein Cache soll von einer höheren Taktung profitieren, da er sich schneller mit Daten speisen lässt. Wie sich das im Realvergleich schließlich äußern wird, bleibt abzuwarten.

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Außerdem steht bereits fest, dass in beiden Konsolen der neueste HDMI-Standard 2.1 zum Einsatz kommen wird, um die Grafikpower der Konsolen auch gebührend auf den Fernseher zaubern zu können. HDMI 2.1 zeichnet sich durch eine maximale Datenrate von 38,4 GB/s aus und ermöglicht außerdem auch die Möglichkeit 8K-Signale (7680×4320) zu übertragen, sowie 4K bei 120 Hz. Im Vergleich dazu: der Vorgänger HDMI 2.0 lag lediglich bei einer Datenrate von 14,4 Gb/s und einer maximalen Auflösung von 3840×2160 bei 60 Hz.

Compute Units: Teile eines Prozessors, auf denen wiederum mehrere einzelne Rechenelemente sitzen.

Shader-Rechenkerne: Kleine Recheneinheiten, die für bestimmte Effekte bei der 3D-Computergrafik zuständig sind. Damit werden im einzelnen Pixel-Farbschattierungen sowie geometrische Veränderung von Pixeln dynamisch berechnet.

Teraflops (Tera- Floating Points Operations Per Second): Maß für die Leistungsfähigkeit von Prozessoren. Sie geben die Anzahl der Gleitkommazahl-Operationen, die der Prozessor pro Sekunde ausführen könnten. Diese sind nicht direkt proportional zur Taktgeschwindigkeit des Prozessors.

SSD und sonstiger Speicher

In beiden Konsolen kommen speziell angepasste SSD-Festplatten zum Einsatz. Diese sollen in Spielen drastisch die Ladezeiten verringern können und es auch ermöglichen, mehrere Spiele gleichzeitig auszuführen und zwischen ihnen hin und her wechseln zu können.

Doch auch an dieser Stelle besteht ein kleiner aber feiner Unterschied zwischen den beiden Konsolen. Während bei Sonys Konsole ein so genannter I/O Throughput von unkomprimierten 5,5 GB/s (8,9 GB/s komprimiert) möglich ist, kommt der Rivale von Microsoft nur auf 2,4 GB/s (4,8 GB/s komprimiert). Was bedeutet das im Klartext? Der I/O Throughput gibt an, welche Datenmengen die Festplatte mit Komponenten wie dem RAM oder dem Prozessor in einer bestimmten Zeit austauschen kann.

Bisher gibt es nur seitens Microsoft offizielle Bilder der neuen Konsole Xbox Series X. Sony hält sich mit Bildmaterial zur PlayStation 5 noch zurück. | Bild: Microsoft

Dadurch lässt sich bei der PlayStation voraussichtlich eine kürzere Ladezeit für alles, was sich nicht bereits im RAM befindet vermuten. Dies sind besonders in dem Moment nicht regelmäßig benötigte oder länger nicht mehr geladene Daten, wie zum Beispiel ein anderes Level etc.

Microsofts Xbox wird hingegen voraussichtlich eine stärkere Leistung bei Rechenprozessen zeigen, die punktuell in Spielsituationen erforderlich sind. Ob dieser Unterschied sinnvoll messbar und (noch viel wichtiger) spürbar oder mit bloßem Auge erkennbar sein wird, bleibt abzuwarten.

Das Fazit: Welche Konsole ist schneller?

Schon jetzt anhand der Hardware-Daten eine klare Antwort zu geben ist selbstverständlich nicht möglich. Auch die Experten und Entwickler, die aktuell erste Versionen der Konsolen für die Spiele- beziehungsweise Softwareentwicklung erhalten haben, sind sehr unterschiedlicher Meinung.

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Ausgehend von den nackten Hardware-Fakten liegt keine der beiden Konsolen deutlich vorne. Beide zeigen gegenüber ihrem Rivalen jeweils Vor- und Nachteile – zumindest auf dem Papier. So ist ist es bisher vielmehr möglich die kleinen Unterschiede in Vermutungen zu verpacken, wie sich die Konsolen in bestimmtem Spielsituationen verhalten werden. Was uns genau mit der neuen Spielkonsolen-Generation erwartet, erfahren wir spätestens zum Ende des Jahres.

Bist du schon gespannt auf die neue Konsolen-Generation? Steht für dich schon fest, dass du zuschlagen wirst? Und wenn ja, welche Konsole soll es werden? Teile deine Meinung in den Kommentaren mit der Community!

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