Startseite Wireless Audio WLAN Lautsprecher Bang & Olufsen Beosound A9 im Test: Auch klanglich ein Volltreffer?

Bang & Olufsen Beosound A9 im Test: Auch klanglich ein Volltreffer?

Die markante Form des Beosound A9 erinnert leicht an eine Zielscheibe. Wir haben getestet, ob der Design-Lautsprecher voll ins Schwarze oder eher daneben trifft.
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Schnittstellen
WLAN, Bluetooth 5.3, Apple AirPlay, Chromecast built-in, Spotify Connect, Tidal Connect
Sprachassistenten
Akku-Kapazität / Laufzeit
Gewicht
14,7 kg
Abmessungen (BxHxT)
70,1 x 90,8 x 41,5 cm
Preis
3.299 - 3.599 Euro
In Kürze
Der Beosound A9 kann zwar klanglich nicht mit gleichpreisigen HiFi-Lautsprechern mithalten. Dafür ist er ein Design-Unikat, das flexibel aufstellbar ist und mit zahlreichen Streaming- und Multiroom-Funktionen zur musikalischen Undercover-Schaltzentrale deines Wohnzimmers wird.
Vorteile
  • Einzigartiges, anpassbares Design
  • Großer Sound mit hoher Maximallautstärke
  • Viele Streaming-Möglichkeiten und Multiroom-Anbindungen
  • Vielseitige Equalizer und Raumeinmessung
Nachteile
  • Leicht unausgewogenes Klangbild mit Hang zum Bass
  • Nicht gerade günstig
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Lautsprecher-Designs fallen selten aus dem vorgegebenen, rechteckigen Rahmen. Was nicht heißen soll, dass es keine Ausnahmen gibt. Unter den WLAN-Lautsprechern ist eine der bekanntesten dieser Ausnahmen der Bang & Olufsen Beosound A9. Der Speaker erinnert vage an eine Zielscheibe und hat einen florierenden Markt für individuell designte Stoff-Cover hervorgebracht. Mehr als ein Jahrzehnt nach der Einführung wollen wir wissen, ob der Beosound A9 mehr Möbel als Lautsprecher ist – oder wie versprochen beide Identitäten gekonnt vereint.

HiFi Klubben verkauft den Bang & Olufsen Beosound A9 in drei Standard-Varianten:

Design-Klassiker Beosound A9

Der Beosound A9 in unserem Testlabor ist ein Modell der fünften Generation, die 2023 eingeführt wurde. Die große Neuerung ist das Mozart-Modul, das den Speaker laut der Designer-Audiomarke für die Veränderungen in der Streaming-Langschaft absichern soll – aber dazu später mehr. Die DNA des Beosound A9 bleibt auch in dieser Generation dieselbe: ein auffällig geformter WLAN-Lautsprecher, der mit einer breiten Palette an Streaming-Funktionen und weiteren kabellosen Verbindungsmöglichkeiten aufwartet.

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Kunst, Stuhl oder WLAN-Lautsprecher? Der Bang & Olufsen Beosound A9 sieht kaum wie ein herkömmlicher Lautsprecher aus.

Dafür verlangt B&O einen hohen Preis: Die drei Standard-Ausführungen kosten zwischen 3.300 und 3.600 Euro. Damit bewegt er sich in den Sphären einer Cabasse The Pearl – und die hat in unserem Testlabor neue Maßstäbe dafür gesetzt, wie viel mit einem WLAN-Lautsprecher klanglich möglich ist.

Bang & Olufsen Beosound A9 im Klang-Check

Auf dem Papier klingt der Bang & Olufsen Beosound A9 schon mal vielversprechend. In ihm drängen sich ganze sieben Treiber: zwei Hochtöner mit knapp zwei Zentimeter Durchmesser, zwei 7,6-Zentimeter-Mitteltöner, zwei 3,8-Zentimeter-Breitbänder und ein Tieftöner mit 20 Zentimeter Durchmesser. Da wirkt die riesige Scheibe auf einmal doch recht gedrungen. Allerdings sitzen auch nicht alle Treiber unter der Stofffront: Mehrere Treiber verbergen sich auch unter einem Gitter auf der Rückseite.

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Steht der Beosound A9 in einer Ecke, können Reflexionen den Klang weitertragen. In dem Fall solltest du aber über die Raumeinmessung den Klang an den Standort anpassen lassen.

Die rückseitigen Breitbandlautsprecher dürften ihren Teil dazu beitragen, dass der Beosound A9 so überraschend groß klingt. Denn das fällt ab dem ersten Ton auf. Während unser einsames Testmodell zwar keinen wahren Stereo-Effekt erzielt, verbreitet der Multiroom-Lautsprecher seinen Klang weit über seine Maße hinaus im Raum. Schon im unteren Drittel der Lautstärkeleiste unseres iPhones ist der Beosound A9 zudem ordentlich laut. Genügend Kraftreserven hat er: Sieben Class-D-Verstärker versorgen seine Treiber mit insgesamt 1.500 Watt Leistung. Ab einem Pegel von 75 Prozent entgleist ihm zwar leider merklich die Kontrolle über den Klang, diese Lautstärke dürfte aber für die allermeisten Wohnzimmer und Anlässe ohnehin zu laut sein.

Zurück auf einer nachbarschaftsfreundlichen Lautstärke zeigt der Beosound A9 als Nächstes, was ihm am besten liegt: warme, starke Bässe. In dieser Hinsicht erinnert er uns eher an den Beosound Balance als an die neutraleren Geschwister Beosound 2 oder Beolab 8. Während die beiden nämlich ein feineres Klangbild aufweisen, langen Balance und A9 in den Tiefen beherzt zu. In Janelle Monaés I Like That gefällt uns das zunächst sehr gut, denn in Kombination mit der Weite des Beosound A9 machen die satten Bässe ziemlich Spaß. Limit To Your Love von James Blake pusht zwar auch den A9 an sein Limit, ihm gelingt es aber trotzdem – im Gegensatz zu vielen anderen Lautsprechern – die Tonstufen im überaus tiefen Bassbereich hörbar abzubilden.

Der Bang & Olufsen Beosound A9 fühlt sich in den tiefen Frequenzlagen am wohlsten.

Je genauer wir hinhören, desto mehr Schwächen offenbart der Beosound A9 aber. Schon in Limit To Your Love fällt auf, dass höhere Töne leicht zischend klingen, Stimmen neigen zum Künstlichen. Wo uns zuletzt noch der Audio Pro C20 mit der lebensechten Wiedergabe von Hoziers Stimme in Too Sweet überrascht hat, fehlt dem Beosound A9 eine gewisse Wärme. Time :: Fate :: Karma :: God von Nothing But Thieves hört sich, sobald der Bass aussetzt, schlaff an, die Gitarren verschwinden als undefiniertes Rauschen im Hintergrund. Höhen, Mitten und Bässe scheinen uns klarer voneinander getrennt, als bei anderen Lautsprechern. Chappell Roans Red Wine Supernova findet so nicht zu einem harmonischen Ganzen zusammen.

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Ganz ausgeglichen spielt der Beosound A9 nicht, dafür macht sein weiter, großer Sound Spaß.

Falls du empfindlich auf zischende Laute reagierst oder fast ausschließlich Musik mit tobenden Gitarrenstürmen hörst, würden wir dir den Beosound A9 daher eher nicht empfehlen. Davon abgesehen finden wir die Schwächen aber nur störend, wenn wir besonders aufmerksam hören. Insgesamt bleibt der Beosound A9 ein klanggewaltiger Lautsprecher, der zwar nicht so ausgefeilt, wie Luxus-WLAN-Speaker à la Devialet Phantom I 103 dB klingt, aber ordentlich Spaß macht. Alle WLAN-Lautsprecher, die wir getestet haben, findest du hier:

Streaming-Talent und Designer-Möbel: Musikalischer Doppelagent im Wohnzimmer

Gegenüber herkömmlichen Standlautsprechern hat der Beosound A9 wiederum einen entscheidenden Vorteil: Er kann viel flexibler platziert werden und schreit nicht auf den ersten Blick nach klassischer HiFi-Anlage, sondern entpuppt sich überhaupt erst auf den zweiten oder dritten Blick als Lautsprecher. Stellst du ihn im Wohnzimmer in die Ecke, könnte er glatt als Staffelei durchgehen – vor allem, wenn du dir einen der vielen erhältlichen, bedruckten Bezüge kaufst. Sie funktionieren im Prinzip wie ein Spannbettlaken und werden einfach hinter eine Kerbe ins Gehäuse geklemmt, den Lautsprecher aufschrauben musst du für den Wechsel nicht. Einerseits ist der Wechsel dadurch sehr bequem. Andererseits fiel es uns im Test schwer, den Bezug ohne Beulen zu spannen – das könnte aber auch an der Geschichte des Testmodells oder unserem fehlenden Geschick liegen.

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Die kleinen Beulen haben wir aus der Stoffbespannung nicht herausbekommen. Davon abgesehen ist die Verarbeitung unseres Testmodells aber makellos.

Der Beosound A9 ist durch seine Form sogar prädestiniert für den Einsatz in der Ecke. In dem Fall empfehlen wir dir, in der Steuerungs-App die “Room Compensation” vorzunehmen. Dabei handelt es sich um eine klangliche Raumeinmessung: Der Lautsprecher spielt einen Ton ab, analysiert, wie der Raum darauf reagiert, und passt seinen Klang entsprechend an.

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Die Raumeinmessung ist schnell abgeschlossen und lässt sich beliebig oft wiederholen. | Screenshot: Bang & Olufsen

Funktionen wie diese sind Teil der eingangs erwähnten Mozart-Plattform. Damit ist im Großen und Ganzen jegliche Software des Beosound A9 gemeint. Dass Lautsprecher über Jahre mit Software-Updates versorgt werden, ist weitverbreitet. Bang & Olufsen will allerdings das Mozart-Modul auch auf der Hardwareseite nachrüstbar gemacht haben: Es ist modular aufgebaut und somit theoretisch einfach zu warten und reparieren. In Zukunft könnte es sogar aufgerüstet werden. Damit sollen Produkte wie der Beosound A9 langlebiger werden.

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Bang & Olufsen legt Wert auf die Langlebigkeit seiner Produkte.

2022 hat B&O z. B. Produkte mit der Mozart-Plattform wie den Beosound Balance oder die Soundbar Beosound Theatre nachträglich für den neuen Smart-Home-Standard Matter gerüstet. Den Beosound A9 hat man allerdings nicht bedacht. Inwiefern Bang & Olufsen wirklich Hardware in alten Speakern austauscht, können wir nicht sagen. Soweit wir wissen, gab es noch kein großes Update für die Mozart-Plattform, welches das es nötig gemacht hätte.

Weitere Verbindungsmöglichkeiten und Anschlüsse

In die Mozart-Plattform sind die diversen kabellosen Streaming- und Multiroom-Fähigkeiten des Beosound A9 hinein gefaltet. Musik überträgst du wahlweise per Apple AirPlay, Google Chromecast, Spotify Connect oder Tidal Connect sowie Bluetooth an den Speaker. AirPlay und Chromecast lassen dich den Beosound A9 auch mit kompatiblen Lautsprechern in das jeweilige Multiroom-System und sogar ins Google Home einbetten. Andere B&O-Lautsprecher in deinem Haushalt können sich aber auch im hauseigenen System Beolink Multiroom miteinander vernetzen. In die Steuerungs-App von B&O sind außerdem mehrere Radiosender sowie der Musik-Streamingdienst Deezer eingebettet, auch sie kannst du also streamen.

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Der Beosound A9 lässt dich auch per Kabel Musik abspielen. Da sie aber unter dem Lautsprecher unter einer Klappe stecken, sind die Anschlüsse ziemlich schwierig erreichbar.

Falls deine WLAN-Verbindung oft aussetzt, findest du am Beosound A9 hinten eine Ethernet-Buchse. Hier sitzt auch ein USB-C-Eingang. Mit dem beiliegenden Adapter auf 3,5-Millimeter-Klinke kannst du darüber per Kabel Musik hören.

Die Bedienung des B&O Beosound A9

Keine Angst: Den Großteil der alltäglichen Steuerung kannst du am Beosound A9 selbst vornehmen. Für die Einrichtung musst du allerdings den Weg über die App nehmen und zwingend ein Benutzerkonto erstellen.

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Die Steuerungs-App ist übersichtlich und umfangreich. Die oberen vier Kacheln kannst du mit deinen Lieblingssendern belegen. | Screenshot: Bang & Olufsen

Die App führt dich schnell und einfach durch die Einrichtung der WLAN-Verbindung. Danach steht dir ihre recht große Funktionsvielfalt offen. Dazu gehört es, Presets mit deinen Lieblingssendern zu belegen, Wecker oder Timer zu stellen und die erwähnte Raumeinmessung durchzuführen. Die B&O-App bietet außerdem sehr viele Möglichkeiten, den Klang deines Lautsprechers anzupassen. Den kreisförmigen Equalizer mit den Orientierungspunkten “Hell”, “Energiegeladen”, “Warm” und “Entspannt” finden wir besonders hilfreich für alle, die sich nicht mit den klassischen mehrbändigen Equalizern befassen möchten.

Bedienung am Gerät

Die ungewöhnliche Form des Beosound A9 nutzt B&O für ein komfortables Bediensystem. In den oberen Bogen des Riesen-Frisbees ist rückseitig eine Reihe Noppen eingelassen. Diese sitzen über den Touchfeldern für die Bedienung. Um die Lautstärke zu verändern, kannst du einfach mit der Hand über den Rand des Lautsprechers fahren. Einmal mittig Auflegen stoppt die Musik, zweimal seitlich Tippen überspringt Songs. Das erfordert Übung und Treffsicherheit und will nicht immer ganz gelingen. Dem Lautsprecher gelegentlich einen Klaps zu verpassen, macht zugegebenermaßen trotzdem ziemlich Spaß.

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An beiden Seiten des Bedienfelds sitzt eine LED. Die Leuchten dienen höchstens der Identifikation von Fehlern. Steht der Beosound A9 an der Wand, dürftest du sie ohnehin selten sehen.

Nach drei Minuten ohne Aktivität begibt der Beosound A9 sich in den Standby. Um ihn aufzuwecken, legst du kurz die Hand auf die Oberseite. Dann spielt sofort wieder die zuletzt abgespielte Quelle, was allerdings nur mit den integrierten Quellen, also z. B. nicht mit deiner Tidal-Playlist funktioniert. Wenn du die integrierten Radiosender oder Deezer verwendest, musst du so im Alltag aber recht wenig zum Handy greifen. Fernsteuerung ist ansonsten nur gegen Aufpreis in Form der B&O Fernbedienungen Beoremote One BT und Beoremote Halo möglich. Sprachbefehle versteht der Beosound A9 leider nicht, auch wenn für die Raumeinmessung sogar bereits ein Mikrofon verbaut gewesen wäre. Für mehr Privatsphäre kannst du dieses über einen Knopf ausschalten.

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Über eine Taste lässt sich das Mikrofon ausschalten.

Unser Fazit zum Bang & Olufsen Beosound A9

Der Beosound A9 ist ein Klassiker. Die Ästhetik steht hier klar an erster Stelle, aber auch Bedienungskomfort und Klang wurden nicht vernachlässigt. Sein großer Sound hat den Vorteil, dass er ohne Mühe auch große Wohnzimmer füllt, auch wenn er es mit ausgewachsenen HiFi-Lautsprechern nicht aufnehmen kann. Mit seinen zahlreichen Streamingfunktionen, die Anbindung an gleich mehrere Multiroom-Systeme und eine Steuerungs-App nutzt der Beosound A9 seinen Platz mehr als gut – und sieht dabei auch noch gut aus.

HiFi Klubben verkauft den Bang & Olufsen Beosound A9 in drei Standard-Varianten:

Technische Daten
Schnittstellen WLAN, Bluetooth 5.3, Apple AirPlay, Chromecast built-in, Spotify Connect, Tidal Connect
WLAN-Verbindung 802.11 b/g/a/n/ac/ax (2,4 & 5 GHz)
Sprachassistenten
Akku-Kapazität / Laufzeit
Ladedauer
Stereo-Kopplung Ja
Gewicht 14,7 kg
Abmessungen (BxHxT) 70,1 x 90,8 x 41,5 cm
Wasser- und Staubschutz
Steuerungs-App Ja
Anschlüsse 1 x Ethernet, 1 x Line-in via USB-C (nur mit separat erhältlichem Adapter)
Verfügbare Farben Individuell anpassbar
Preis 3.299 - 3.599 Euro

Dein Multiroom-Lautsprecher soll doch etwas besser ins Wohnzimmer passen? Wir haben auch deutlich kleinere Modelle getestet:

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