Soundcore AeroFit 2 Pro im Test: Geniale Hybrid-Kopfhörer
- Bluetooth-Standard
- 6.1
- Akku-Laufzeit
- 5h / mit Ladecase bis 24h (im ANC-Modus)
- Schnellladefunktion
- k.A.
- Noise Cancelling
- Ja
- Wassergeschützt
- IP55
- Preis (UVP/Straßenpreis)
- 179,99 Euro
- Sowohl als In-Ears als auch als Open-Ears tragbar
- Solides ANC
- Equalizer passt sich an den Tragemodus an
- Klanglich teils ungenau
Du kannst dich nicht zwischen Open-Ears und In-Ears entscheiden? Musst du auch nicht. Soundcore liefert mit den AeroFit 2 Pro die ersten Hybrid-Kopfhörer ihrer Art. Als offene TWS-Kopfhörer sollen sie volle Transparenz bieten, als halboffene In-Ears sogar ordentliches ANC. Aber geht das auf? Wir finden heraus, ob es sich bei den AeroFit 2 Pro um ein durchdachtes Produkt oder zwei halbgare Experimente handelt.
Die Soundcore AeroFit 2 Pro erhältst du bei MediaMarkt in vier Farben:
Hybrid-Konzept erklärt: So funktionieren die AeroFit 2 Pro
Bevor wir in den ausführlichen Praxistest der AeroFit 2 Pro einsteigen, wollen wir einen kurzen Blick darauf werfen, wie die AeroFit 2 Pro eigentlich funktionieren. Schließlich halten wir ja nicht alle Tage einen Hybrid-Kopfhörer in unseren Händen. Aber was bedeutet Hybrid-Kopfhörer in diesem Fall eigentlich?
Die Soundcore AeroFit 2 Pro sind quasi gleichzeitig Open-Ear-Kopfhörer und In-Ear-Kopfhörer mit Noise Cancelling. Die Transformation ist möglich, weil der Winkel zwischen Treiber und Ohrbügel fünfstufig verstellbar ist. In Stufe 1 und 2 hängt der Treiber vor dem Gehörgang, quasi wie bei den Soundcore AeroFit Pro. In Stufe 4 und 5 steckt der Treiber im Ohr, der Sitz ist dann etwa vergleichbar mit den AirPods 4.

So kannst du die AeroFit 2 Pro – ohne sie zwischendurch abnehmen zu müssen – an deine aktuellen Bedürfnisse anpassen. Du willst die Umgebung wahrnehmen und zum Beispiel beim Spaziergang nicht von vorbeifahrenden Fahrrädern überrascht werden? Dann sind Stufe 1 und 2 sinnvoll. Du bist im Fitnessstudio angekommen und möchtest die störende Geräuschkulisse ausblenden? Dann wechselst du schnell zu Stufe 4 oder 5. Das Konzept wirkt simpel und genial – wir stellen es in unseren einzelnen Testkategorien auf die Probe.
Soundcore AeroFit 2 Pro: So klingen die Open-Ear-Kopfhörer
Und wir starten mit dem Klangtest, in dem Open-Ear-Kopfhörer meist eher mäßig abschneiden. Grund dafür ist die Entfernung zwischen Gehörgang und Treiber – Schallverlust, Ungenauigkeiten und schwache Tiefen sind da regelmäßig die Konsequenz. Da kommt das Ass in der Hinterhand der AeroFit 2 Pro natürlich gelegen – getragen als In-Ear-Kopfhörer nimmt die Distanz zum Gehörgang deutlich ab.

Wir starten den Hörtest trotzdem im offenen Modus und werden von einem recht breiten und warmen Klangbild begrüßt. Liang Lawrence‘ Lila tönt uns gefällig entgegen, bleibt in den Tiefen zwar etwas flach, die Soundcore AeroFit 2 Pro scheinen sich hier aber wirklich zu bemühen. Der Treiber ist im direkten Vergleich mit den AeroFit Pro deutlich geschrumpft, nämlich von 16,2 auf 11,8 Millimeter, was die Leistung umso beachtlicher macht.
Im In-Ear-Modus stellen wir hingegen schnell fest, dass die AeroFit 2 Pro ab Werk eher auf den offenen Betrieb abgestimmt sind. Die Kopfhörer arbeiten jetzt in den Tiefen etwas zu bemüht, was zu ungewolltem Brummen, verdrängten Mitten und einem insgesamt eher ungenauen Klangbild führt. Das rückt natürlich den Equalizer in den Fokus, den wir uns hier ausnahmsweise mal vor dem Rest der App anschauen wollen.
Wenn du wissen willst, wie die Soundcore AeroFit 2 Pro im direkten Vergleich mit anderen Open-Ear-Kopfhörern abschneiden, wirst du in unserer Bestenliste fündig:
Ein extrem smarter Equalizer: Soundcore hat mitgedacht
Warum der Equalizer sich einen so exponierten Auftritt in unserem Test redlich verdient hat? Weil du ihn – sobald er einmal eingerichtet ist – nutzen kannst, ohne immer wieder zum Smartphone greifen zu müssen. Im Acht-Band-Equalizer lassen sich nämlich parallel zwei Klangprofile anlegen. Eines ist für den offenen Betrieb konzipiert, das andere für den halboffenen mit ANC.
Die App wechselt nun automatisch zwischen den beiden EQ-Profilen, sobald du die Soundcore AeroFit 2 Pro am Ohr umstellst – von offen auf geschlossen oder andersherum. Das funktioniert dank der oben bereits erwähnten Stufen reibungslos und steigert den Spaß beim Musikhören enorm. Du kannst jetzt ein Preset präzise auf den offenen Betrieb einstellen, bei Bedarf die Tiefen sogar noch mehr pushen oder für eine bessere Balance sorgen, und ein weiteres für den Betrieb mit ANC individualisieren.
Auch das Lautstärkerverhältnis der beiden Earbuds lässt sich in der App justieren. Die Einstellungen gelten dann nur für den Open-Ear-Betrieb. Auch hier hat Soundcore also mitgedacht und die individuelle Form des Ohres, die bei allen Nutzer:innen für einen geringfügig unterschiedlichen Klangeindruck sorgt, berücksichtigt.

Das bügelt viele Probleme, die Open-Ear-Kopfhörer im Allgemeinen und die Soundcore AeroFit 2 Pro im Speziellen haben, auf einen Schlag aus. Mit den richtigen Einstellungen können wir im offenen Betrieb etwa bei Over von Chet Faker von den warmen Tiefen und der weiten Klangbühne profitieren, im In-Ear-Modus aber noch mehr Details aus dem Klang herauskitzeln.
Der leidige Vergleich mit In-Ear-Kopfhörern, bei dem Open-Ears in der Regel ins Hintertreffen geraten, wird bei den AeroFit 2 Pro also quasi produktintern ausgefochten, was ihn gleich weniger gewichtig werden lässt. Wenn wir vom ungenauen Klangbild eines offenen Kopfhörers angestrengt sind, wechseln wir einfach in den ANC-Modus, anstatt gleich unsere Kaufentscheidung zu überdenken oder nach den In-Ears in der Hosentasche zu graben.
Soundcore-App: Sogar ein Übersetzer ist dabei
Neben dem smarten Equalizer hat die Soundcore-App aber wie gewohnt auch noch weitere sinnvolle Features zu bieten. Du kannst hier zum Beispiel einstellen, ob ANC automatisch aktiviert werden soll, sobald du in den ANC-Modus wechselst. Ob und wie gut die aktive Geräuschunterdrückung bei den AeroFit 2 Pro arbeitet, verraten wir dir weiter unten. Die Kopfhörer müssen sich ja praktisch mit den AirPods 4 ANC und den Samsung Galaxy Buds3 messen, die ebenfalls als halboffene In-Ears ANC bieten.
Weiter geht’s in der App mit der Konfiguration der Bedienung am Gerät. Diese wird für beide Buds autonom vorgenommen – schon mal ein Pluspunkt. Außerdem setzen die AeroFit 2 Pro auf haptische Tasten anstelle von Touch-Bedienoberflächen. Das gefällt uns in diesem Fall besonders gut, weil sonst allein beim Wechsel von offen zu halboffen Fehleingaben unvermeidlich wären. So haben wir an der Bedienung nichts anzumerken.
Ein kleines Highlight wartet noch – etwas versteckt – im Hauptmenü der App. Dafür musst du also aus dem dedizierten Menü der AeroFit 2 Pro heraus navigieren und auf den KI-Button in der unteren Mitte klicken. Hier offenbart sich uns, neben einer kostenpflichtigen Deluxe-Version für Meetings, ein komplett kostenloser Übersetzer für Gespräche.
Wir lassen uns das nicht zweimal sagen und probieren die Funktion direkt für ein paar Gespräche im Büro aus. Dafür wählen wir die einschlägigen Sprachen aus, sprechen selbst in die Buds und halten unserem Gegenüber das Smartphone hin. Jetzt wird die Übersetzung für unsere Gesprächspartner:innen über das Smartphone wiedergegeben, während wir den Gegenpart über die Kopfhörer hören. Im direkten Vergleich mit den Samsung Galaxy Buds oder Apples AirPods Pro 3 fällt allerdings die Funktion für Anrufe weg. Hier musst du dich also nach wie vor auf deine eigenen Fremdsprachenkenntnisse verlassen.
Ein persönlicher KI-Assistent namens „Anka“ ist ebenfalls am Start, wirkt in seiner Funktionalität eher rudimentär. Anka kann weder an den Einstellungen der Kopfhörer Änderungen vornehmen, noch agentisch auf deine Kalendereinträge oder Ähnliches zugreifen.
Klangtechnisch hält die Soundcore-App noch einige Features parat, die eher im Ausnahmefall zur Verwendung kommen dürften. Die Funktion „räumliches Audio“ verspricht ein immersiveres Klangbild, klingt im Endeffekt aber deutlich künstlicher. Head-Tracking ist auch an Bord, und scheint relativ akkurat zu funktionieren, wenn auch mit minimaler Verzögerung.
Bluetooth und Praxis: Keine Highlights, aber solide
Wir sind es schon von Soundcore gewohnt, dass der Hersteller bei der Bluetooth-Ausstattung mehr als nur Mindestmaß abliefert. So steht auch bei den AeroFit 2 Pro neben AAC und SBC auch LDAC auf dem Codec-Speiseplan. Beim Bluetooth-Standard setzt Soundcore auf 6.1, verzichtet aber bisweilen auf In-App-Support für Auracast. Da hat etwa EarFun nach wie vor die Nase vorn. Die EarFun Air Pro 4+ kann man beispielsweise problemlos über die App mit einem Auracast-Stream koppeln.
Die Akkuleistung der Soundcore AeroFit 2 Pro hängt stark vom Betriebsmodus ab. Während im Open-Ear-Modus sieben Stunden am Stück und insgesamt 34 Stunden möglich sind, schrumpft die Wiedergabezeit im ANC-Betrieb auf knapp fünf Stunden am Stück und 24 Stunden mit dem Case. Das ist eher unterdurchschnittlich, aber immer noch alltagstauglich. Die AirPods Pro 2 beispielsweise brachten selbst nur sechs Stunden bei ANC-Nutzung aufs Parkett. Wenn wir beachten, dass du die Kopfhörer auch regelmäßig als Open-Ears betreiben dürftest, sollte sich die tatsächliche Laufzeit bei etwa sechs Stunden einpendeln.
Zu guter Letzt sorgt hier noch die IP-Schutzklasse IP55 dafür, dass die AeroFit 2 Pro auch als Sport-Kopfhörer eine gute Figur machen. Für Anrufe eignen sich die Open-Ears hingegen nur bedingt, können hier qualitativ nicht mit der Qualität von AirPods, Technics EAH-AZ100 oder Sony WF-1000XM6 mithalten, für kurze Telefonate genügt es dennoch.
Perfekte Transparenz – aber wie gut ist das ANC?
Dass Open-Ear-Kopfhörer beim Transparenz-Modus kaum von gewöhnlichen In-Ears zu schlagen sind, ist ja hinlänglich bekannt. Hier kommen höchstens die AirPods Pro 3 an das natürliche Empfinden bei freien Ohren heran. Beim ANC sieht das schon anders aus. Bisher waren die Shokz OpenFit Pro die einzigen Open-Ear-Kopfhörer mit ANC. Die Shokz-Kopfhörer lieferten angesichts der offenen Bauweise eine beachtliche Leistung ab, im direkten Vergleich mit In-Ears wurde es aber natürlich nicht ganz so still.
Die AeroFit 2 Pro sollten sich nun angesichts der Hybrid-Bauweise noch eher mit halboffenen In-Ears wie den AirPods 4 oder den JBL Live Flex 3 messen lassen. Und der Praxistest beweist: Soundcore hat hier beim ANC nicht gekleckert, sondern geklotzt. Das ANC arbeitet spürbar und hängt sowohl Galaxy Buds3 als auch JBL Live Flex 3 locker ab. Die AirPods 4 ANC sind hier zwar nach wie vor das Non-Plus-Ultra bei halboffenen In-Ears mit ANC, die AeroFit 2 Pro isolieren aber trotzdem kompetent und können die AirPods 4 dank der vollen Transparenz im offenen Betrieb notentechnisch hinter sich lassen.
Im direkten Vergleich mit den Shokz OpenFit Pro bleibt jetzt nur die Frage, ob du beim Wechsel zwischen ANC- und Transparenz lieber einen Griff zum Smartphone oder zu den Kopfhörern selbst vornehmen willst. Die OpenFit Pro leisten sicherlich Beachtlicheres, die AeroFit 2 Pro bieten im Endeffekt aber mehr ANC und gleich viel Transparenz. Wenn wir die Grimmsche Fabel vom Hasen und Igel bemühen wollen, wären die AeroFit 2 Pro das gewiefte Igelpaar, das mit ein paar Tricks selbst den höchstleistenden Hasen abhängt.
Soundcore AeroFit 2 Pro: Das Design ist durchdacht und komfortabel
Wir haben die grundlegende Design-Philosophie zu Beginn des Tests ja schon erläutert und für gut befunden. Tatsächlich ist aber nicht nur das Konzept gelungen, sondern auch die Umsetzung und Verarbeitung. Die Soundcore AeroFit 2 Pro sitzen auch im offenen Betrieb stabil, lassen sich mit einem schnell gelernten Handgriff zu In-Ears transformieren und sitzen auch dann sicher und angenehm im Ohr. Das etwas höhere Gewicht (knapp über zehn Gramm) fällt dank des Ohrbügels nicht mal negativ auf. Gerade dieser Ohrbügel sorgt aber auch dafür, dass Brillenträger:innen zweimal überlegen sollten, ehe sie zu den Open-Ears greifen.

Weil Soundcore größtenteils auf eine mattierte Oberfläche setzt, wirken die AeroFit 2 Pro recht hochwertig, was sich auch in der Haptik bestätigt. Das Case fällt natürlich etwas größer aus, macht aber auch einen stabilen Eindruck. Einzig beim Schließen stoßen wir teilweise auf etwas unangenehme Widerstände und ein leichtes Kunststoffkratzen. Das tut dem Gesamteindruck aber keinen Abbruch.
Unser Fazit zu den Soundcore AeroFit 2 Pro
Bei den meisten Open-Ear-Kopfhörern beginnt unser Fazit mit einer Einordnung. Man würde sich Open-Ears ja eher als Zweitkopfhörer kaufen, was die Abwesenheit von ANC und den mäßigen Klang jedenfalls etwas entschuldige und – zum aktuellen Zeitpunkt – einfach noch zum Produktkonzept Open-Ear dazugehöre. Die Soundcore AeroFit 2 Pro dribbeln genau diese Einordnung mit ihrem smarten Design gekonnt aus und empfehlen sich sowohl als Open-Ears als auch als In-Ears.
Weil dabei auch die App-Funktionalität konsequent mitgedacht wird, der Equalizer sich flexibel anpasst und Funktionen spezifisch auf den Tragemodus angepasst werden, steht am Ende eine sehr gute Note für die Soundcore AeroFit 2 Pro auf dem Papier. Diese konkurrieren jetzt nicht mehr nur noch mit anderen Open-Ears, sondern auch mit Sport-Kopfhörern wie den Beats Powerbeats Pro 2 – mit dem Ass der vollen Transparenz in der Hinterhand.
Die Soundcore AeroFit 2 Pro erhältst du bei MediaMarkt in vier Farben:
| Technische Daten | |
| Bluetooth-Standard | 6.1 |
| Akku-Laufzeit | 5h / mit Ladecase bis 24h (im ANC-Modus) |
| Schnellladefunktion | k.A. |
| Noise Cancelling | Ja |
| Codecs | AAC, SBC, LDAC |
| Wassergeschützt | IP55 |
| Anschlüsse des Ladecase | USB-C, kabelloses Laden |
| Gewicht | 10,5g pro Hörer |
| Preis (UVP/Straßenpreis) | 179,99 Euro |
Du möchtest nicht auf bestmögliches Noise Cancelling verzichten? Dann sind Open-Ear-Kopfhörer vielleicht doch nichts für dich. Hier findest du die besten In-Ear-Kopfhörer mit ANC, die wir bisher testen konnten:







