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LG OLED CS im Test: Günstiger und besser als C2 – wie kann das?

Der LG OLED CS bringt eine Top-Bildqualität und eine tolle Ausstattung. Dabei kostet er weniger als ein gleich großer "C2". Gibt es einen Haken?
LG OLED CS 77
Panel Typ
OLED
Auflösung
4K (3.840 x 2.160)
Verfügbare Größen
55", 65", 77"
Getestete Größe
77"
HDR-Unterstützung
Dolby Vision IQ, HDR10 Pro, HLG
Bildfrequenz
100 / 120 Hz
Video-Eingänge
4 x HDMI 2.1
Preis
2.099 € (UVP 55")
In Kürze
Der OLED CS von LG bietet eine Top-Bildqualität und eine hervorragende Ausstattung für Streaming, Gaming und TV. Damit ist er unser Tipp als etwas günstigere Alternative zum OLED C2 in 55, 65 und 77 Zoll.
Vorteile
  • Hervorragendes Bild
  • Vier HDMI 2.1 für Gaming mit 120 Hz
  • WebOS 22 Smart-TV-System
  • Guter Ton
  • Vergleichsweise günstig im Preis
Nachteile
  • Kein HDR 10+
  • Kein Kopfhöreranschluss

Kaum ein TV-Hersteller bringt so viele OLED-Modelle auf den Markt wie LG. Ganz neu kommt im Sommer 2022 der „CS“ heraus, den wir jetzt schon im TV-Labor getestet haben. Auf dem Prüfstand steht ein LG OLED 77CS9LA, also die 77-Zoll-Version.

LG OLED CS: Eine Einordnung

  • CS zwischen C1 (2021) und C2 (2022)

Innerhalb der LG-OLED-Fernseher nimmt der OLED CS eine gewisse Sonderstellung ein. Als einer der Nachfolger des OLED C1 von 2001 übernimmt er dessen Gehäuse-Design und steht im aktuellen LG-Sortiment zwischen dem Preisleistungs-Kracher OLED B2 und dem LG-Hauptmodell OLED C2.

Wie der OLED CS im Vergleich zu anderen OLEDs abschneidet, zeigt unsere Bestenliste: 

Der LG CS und der LG C2 haben als technisches Herz beide den neuesten Alpha-9-Prozessor (5. Generation). Der B2 arbeitet dagegen mit dem geringfügig schwächeren „Alpha-7“.

In den TV-Größen, in denen die verschiedenen LG OLEDs erhältlich sind, gibt es Unterschiede: Den LG B2 und den CS bekommst du nur in den Größen 55, 65 und 75 Zoll:

Während der C2 in sechs Größen von 42 bis 83 Zoll erhältlich ist. Gerade für Gaming ist der 42-Zoll C2 ein heißer Tipp, da du die Bildfläche jederzeit gut überblicken kannst.

Bekanntes Design und neue Technik

Das Gehäuse und die Verarbeitungsqualität des LG CS kommen uns ausgesprochen bekannt vor. Der neue CS sieht im Prinzip aus wie ein C1 oder CX aus dem letzten bzw. vorletzten Jahr. Das Hairline-Design der Rückwand, hochwertig wirkende Kunststoffe und der aufwendigere Standfuß verhelfen dem CS zu einer etwas besseren Note für „Design und Verarbeitung“.

Der breite Metallfuß garantiert sicheren Stand und lenkt den Schall nach vorne.

Im bekannten Gehäuse steckt dennoch die 2022er Technik, mit wahrscheinlich neueren OLED-Panels und dem aktuellsten Alpha-9-Prozessor. Da die Vorgänger C1 und CX immer noch im Handel zu finden sind, heißt einmal mehr: Aufpassen, was du wirklich kaufst!

Bildqualität: Saubere 4K- und HDR-Bilder mit dem CS von LG

  • Sehr hohe Farbtreue
  • Top-Kontrast und perfektes Schwarz
  • 120 Hz für flüssiges, scharfes Bewegtbild

Der von uns getestete OLED CS bietet eine hervorragende Bildqualität, die den besten Fernsehern 2022 ziemlich dicht auf den Fersen ist. Selbstverständlich hat der CS das OLED-typische perfekte Schwarz von selbstleuchtenden Pixeln und ist trotz glänzender Oberfläche gut entspiegelt.

OLED CS von LG. HDR-P3
Der LG CS erfasst den HDR-Farbraum P3 genau so vollständig wie der C2. Das Diagramm zeigt unsere Analyse mit Calman.

Während er normale HDTV-Bilder schon sehr gut auf den UHD-4K-Bildschirm hochrechnet, kommt der OLED CS von LG mit 4K-HDR-Material richtig in Fahrt und zeigt seine beste Bildqualität. Und diese liegt nur wenig hinter dem Ultra-Slim-TV LG G2 oder einem Sony A90J. Es lohnt sich also, einen guten 4K-Blu-ray-Player oder einen 4K-Streaming-Dienst wie Netflix zu nutzen.

LG CS im Test
Die Calman-Analyse für HDTV-Standard-Inhalte beweist: Auch ohne Kalibrierung liefert der CS eine hohe Farbtreue: Fast alle Messwerte (runde Kreise) liegen sehr nahe am Ideal (viereckige Markierungen).

Das Bild des OLED CS überzeugt im Heimkino-Modus „Filmmaker“ mit hervorragender Farbtreue. Dabei zeigt er auch in dunklen und sehr Bildbereichen noch viele Details. Das funktioniert in düsteren Action-Klassikern wie Batman Begins ebenso hervorragend wie beim Abenteuer-Drama Life of Pi, wenn du daheim für eine abgedunkelte Kino-Atmosphäre sorgst.

Richtigen Bildmodus wählenDie verschiedenen Bildmodi von LG erlauben dir eine rasche Anpassung der Bildqualität. Je nach Umgebungslicht oder TV-Sendung kann ein anderer Modus der richtige sein. Während der Filmmaker-Modus er für Filmgenuss in einem abgedunkelten Raum zur gedacht ist, bietet sich „Experte helle Flächen“ für eine beleuchtete Umgebung an. Die HDR-Bilder von Dolby-Vision-Filmen werden mit dem Modus „HDR Kino Home“ behutsam an das Umgebungslicht angepasst. Eine Technik, die Dolby Vision IQ entspricht. Für Sportsendungen und Fußball-Derbies, bei denen Kontraste und Bewegungen wichtiger als die Farbtreue sind, kann der Standard-Modus für dich die bessere Wahl sein. Weitere Tipps zur optimalen Bildeinstellung findest du in unserem Ratgeber für LG Bildeinstellungen.

Fernsehen und Sport

Die OLED-Pixel des CS sind enorm reaktionsschnell, und der „Arbeitstakt“ des Panels liegt bei 100 100/120 Hz. Somit kann der LG-Fernseher auch sehr schnelle Bewegungen von einer neuen Spielekonsole – oder Gaming-PC – mit bis zu 120 Bildern pro Sekunde wiedergegeben.

Fußball und Co. werden aber im TV nur mit 50 Bildern pro Sekunde übertragen. Damit du scharfe und flüssige Bewegungen zu sehen bekommst, berechnet der LG „Zwischenbilder“ mithilfe von „TruMotion“. Das klappt sehr effektiv und verursacht nur geringe Artefakte. Für Sportsendungen oder wenn dich das Kino-typische Ruckeln in Filmen stört, wähle einfach eine TruMotion-Einstellung, die für Dich passt. Das geht unabhängig vom Bildmodus.

Quasi wie OLED Evo ohne Brightness Booster?

Die Display-Rahmen von C1 und CS unterscheiden sich deutlich. Doch das OLED-Spektrum, das wir im TV Labor messtechnisch für den OLED CS in 77 Zoll ermittelt haben, passt eindeutig zu den neuesten OLED-Panels aus dem Hause LG-Display, wie sie auch in OLED-Evo-Modellen wie dem G2 verbaut werden. Allerdings gehört der CS offiziell nicht zu den OLED-Evo-Modellen, die zusätzlich einen „Brightness Booster“ haben – außer C2 in 42 und 48 Zoll.

Der Flaggschiff-TV G2 mit seinem „Brightness Booster max“ liefert die höchsten Helligkeiten von den LG OLEDs, gefolgt von C2. Der CS hat zwar keinen „Brightness Booster“, kann aber trotzdem – bei HDR – dem OLED Evo C2 im neutralen Filmmaker Modus durchaus das Wasser reichen. Spätestens nach einer Bildkalibrierung sollte es unserer Meinung nach keinen nennenswerten Unterschied in der Bildqualität zwischen C2 und CS geben, sofern du Filmmaker-Modus nutzt. Im farbenfrohen, aber weniger natürlichen „Lebendig“-Modus liegt der C2 mit seinem „Brightness Booster“ um eine Nasenlänge vor dem preisgünstigeren CS.

Sehr gute Ausstattung des LG CS

Die Ausstattung mit Anschlussmöglichkeiten des CS ist quasi identisch mit dem C2: Es gibt vier HDMI, drei USB und Twin-TV-Tuner für Satellit, Kabel und Antenne. Damit kannst du eine Festplatte für USB-Recording bzw. zeitversetztes Fernsehen nutzen und auch dann umschalten, wenn eine Aufzeichnung läuft.

OLED CS Seitliche Anschlüsse
Der OLED CS unterstützt auf allen HDMI 4K bis 12 Hz.

Gamer und Heimkino-Fans können sich über vier HDMI 2.1-Eingänge freuen, die Gaming mit ALLM und VRR bis 120 Hz unterstützen. Für Gamer hat der CS also praktisch die gleiche Ausstattung wie der LG OLED C1 von 2021.

Beim C2 findest du darüber hinaus als Gimmick eine Anschlussbuchse für einen Infrarot-Blaster, der mitgeliefert wird, um Fernbedienungssignale an andere Gerät wie eine Set-Tob-Box weiterzugeben. Darauf kann man gut verzichten, einen analogen Ton-oder Kopfhöreranschluss gibt es aber leider nicht. Einen Bluetooth-Kopfhörer kann man aber einfach drahtlos mit dem LG OLED-TV koppeln.

Den Vorgänger LG OLED C1 gibt es derzeit erheblich reduziert.

LG CS: Smart-TV mit WebOS 22

LG entwickelt sein Smart-TV-System WebOS kontinuierlich weiter. Auf das 2021er WebOS 6.0 folgt WebOS 22. Wie von LG gewohnt, bietet auch das neue Smart-TV-Portal eine sehr große Auswahl an Streaming-Diensten. Dank Apple AirPlay 2 und Bildschirm-Spiegelung kannst du darüber hinaus Inhalte von Deinem Handy oder Tablet auf dem großen Bildschirm teilen.
Die wichtigste Veränderung von WebOS 6.0 zu WebOS 22 ist eine persönlichere Nutzung, wenn mehrere Personen die Online-Apps nutzen. Das neue Smart TV-System erlaubt nämlich mehr individuelle Einstellungen, wenn sich alle Nutzer*innen mit einem eigenen LG-Konto anmelden. Außerdem hat LG die App-Sortierung weiter verbessert.

OLED CS von LG - WebOS 22
Der Smart-TV-Screen des neuen WebOS 22 von LG. Eine wichtige Neuerung in diesem Bereich sind personalisierte Nutzerkonten, mit denen jedes Mitglied der Familie oder WG seine Vorlieben wiederfindet. | Screenshot: LG

Verschiedene persönliche Konten mit dem CS zu verwenden, klappt am besten, wenn Alle ein eigenes Smartphone mit der LG ThinQ-App samt LG-Konto zur Hand haben.

LG C2 Smart-Portal
Das, was Dich interessiert, kannst du selber weiter nach oben schieben. | Screenshot: LG

Neu ist außerdem, und dass du nicht nur Apps innerhalb der langen Auswahl-Leiste sortieren kannst, sondern sich auch ganze Menü-Zeilen nach oben oder unten verschieben lassen. Diese Sortierfunktionen lässt sich allerdings nur für die Zeilen anwenden, die unterhalb des WebOS-Startbildschirms zu finden sind.

Viel Komfort bei der Bedienung des OLED CS

Die LG Magic Remote zählt nach unserer Einschätzung weiterhin zu den besten TV-Fernbedienungen auf dem Markt. Eine solche Kombination aus Tasten, Scrollrad, Cursor und Bewegungssteuerung ist nur bei LG zu finden. Falls du das Wedeln mit der Fernbedienung und den Mauszeiger im Bild nicht magst: Sobald du stattdessen die Pfeiltasten drückst, verschwindet der Zeiger sofort.

OLED CS Magic Remote von KG
Alles im Griff: die Magic Remote von LG hat nicht nur Bewegungs- und Sprachsteuerung, sondern auch programmierbare Tasten. Im Gegensatz zum OLED C2 oder G2 hat die Fernbedienung des CS keine NFC-Funktion, um das Teilen von Handy-Inhalten zu vereinfachen.

Sprachsteuerung gibt es über die bekannten Assistenten von Google und Amazon (Alexa). Und auch die hauseigene Voice-Control „ThinkQ“ funktioniert zur Bedienung des TV gut. In jedem Fall musst du dazu in das Mikrofon der Magic Remote sprechen, weil der Fernseher selber keine Mikros eingebaut hat.

Streaming-Apps auf Ziffern-Tasten Wenn du eine App wie DAZN oder YouTube direkt aufrufen willst, gibt es einen Trick bei LG: Die Ziffern 1 bis 8 auf der LG Magic Remote kannst du nämlich mit einer Zweit-Funktion belegen. Dazu einfach die Null zwei Sekunden lang drücken, dann öffnet sich das Menü Tastenbelegung. Hier kannst du bestimmen, welche Apps oder Funktionen mit längerem Drücken der Ziffern 1–8 direkt aufgerufen werden. Einige Tasten der LG Magic Remote spielen schon ab Werk eine Doppelrolle: So funktioniert die rote Funktionstaste („Red Button“) auch als Aufnahme-Knopf für USB-Recording und mit 9 kannst du eine Anleitung auf den Bildschirm holen, je nachdem, ob du sie kurz oder gute zwei Sekunden lang drückst.

Guter Ton: Der Sound des LG OLED CS

Beim Streaming oder Fernsehen liefert der LG CS mit seinen eingebauten Lautsprechern einen guten Klang. Stimmen und Dialoge sind gut verständlich, auch Musik kann sich hören lassen. Dolby Atmos wird als Tonsignal unterstützt, sollte jedoch besser über eine entsprechende Soundbar oder Anlage laufen. Dreidimensionale Atmos-Effekte lassen sich halt nur andeutungsweise über TV-Lautsprecher darstellen.

Fazit: Unser Test-Urteil für den LG OLED CS

Der LG OLED CS reiht sich nahtlos in die Reihe der besten OLED-TVs ein. In der Bildqualität übertrifft der CS den 2021er C1 in einzelnen Feinheiten. Vor allem bei HDR-Bildern toppt er den günstigeren B2 dank höherer Spitzenhelligkeit und Alpha-9-Prozessortechnik.
Für die Anwender*innen-Freundlichkeit sorgen die Magic Remote und das neue Smart-TV-System WebOS 22, welches auch mehrere Userprofile unterstützt.

Die Abstriche, die du gegenüber einem C2 machen musst, sind marginal: Es fehlen die NFC-Funktion, das offizielle „Evo“ in der Beschreibung und eine gewisse Differenz bei der Stromrechnung. Zumindest, was die Angaben auf dem EU-Energie-Etikett betrifft.

OLED CS oder C2?

Warum bekommt der CS in der Endnote eine 9,3 und der etwas teurere C2 „nur“ eine 9,2? Der Grund liegt in den Teilnoten. Das Gehäuse, die Kabelführung und der Standfuß des C2 wirken nicht so hochwertig wie beim C1, daher gibt es hier weniger Punkte auf der Notenskala.

Wenn du einen 42- oder 48-Zoll OLED suchst, scheidet der CS aus. Diese Größen bekommst du mit einem C2, und dazu noch eine etwas bessere Ausstattung mit Kopfhörer-Anschluss.

Aktuelle Angebote:

Technische Daten
Panel Typ OLED
Display OLED (WRGB)
Auflösung 4K (3.840 x 2.160)
Verfügbare Größen 55", 65", 77"
Getestete Größe 77"
HDR-Unterstützung Dolby Vision IQ, HDR10 Pro, HLG
Bildfrequenz 100 / 120 Hz
Digitaler Tuner 2 x DVB-T2/-C/-S2
Video-Eingänge 4 x HDMI 2.1
HDMI-Funktionen VRR / ALLM / GameGenre
Sonstige Anschlüsse 1 x LAN (Ethernet), 1 x Optischer Digitalausgang (S/PDIF, Lichtwellenleiter), 1 x CI-Slot
Sprachassistenten Amazon Alexa, Google Assistant, LG ThinQ
AirPlay 2 Ja
Drahtlos WLAN, Bluetooth
Smart TV WebOS 22
Maße mit Sockel 1228 x 738 x 251 cm
Maße ohne Sockel 1228 x 708 x 46,9 cm
Gewicht ohne Standfuß / mit Standfuß 18,9 kg / 23,0 kg
Durchschnittliche Leistungsaufnahme (SDR / HDR) 84 kWh / 151 kWh
Energieeffizienzklasse G (HDR)
Preis 2.099 € (UVP 55")

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