Startseite Heimkino Soundbars Apple HomePods statt Soundbar im Test: Kommt die perfekte Dolby-Atmos-Lösung von Apple?

Apple HomePods statt Soundbar im Test: Kommt die perfekte Dolby-Atmos-Lösung von Apple?

Zusammen mit einem Apple TV 4K können zwei HomePods als TV-Lautsprecher dienen – inklusive Dolby-Atmos-Unterstützung und Streaming-Vollausstattung. Können sie wirklich eine Soundbar ersetzen? Unser Test verrät es dir!
Apple HomePods als Soundbar Test Titelbild
Anschlüsse / Schnittstellen
Bluetooth 5.0, Apple AirPlay 2
Unterstützte Soundformate
Dolby Atmos, DTS:X, Dolby Digital 7.1, Dolby Digital 5.1
AirPlay 2
Ja
Sprachsteuerung
Siri
Abmessungen (BxHxT)
142 x 168 x 142 mm (pro HomePod)
Preis (UVP/Straßenpreis)
867 Euro / ca. 790 Euro (2 x Apple HomePod 2. Gen + Apple TV 4K 64 GB)
In Kürze
Zwei Apple HomePods verbessern deinen TV-Sound und blühen mit Dolby-Atmos-Material richtig auf. Allerdings ist die enge Bidnung ans Apple-Universum wie immer zugleich Vor- und Nachteil und die Lösung aus zwei HomePods und Apple TV 4K ist alles andere als günstig.
Vorteile
  • Nahtlose Zusammenarbeit im Apple-Ökosystem
  • Ordentlicher Klang
  • Dolby Atmos überzeugt
Nachteile
  • Bindung ans Apple-Universum
  • Unterstützt nur wenige Klangformate
  • Keine Anschlüsse

Apples großer HomePod hat uns im Test bereits als Solist überzeugt. Über das AirPlay-2-Protokoll kannst du aber auch zwei HomePods zusammenschalten, um vollwertigen Stereoklang zu erzielen – und darüber hinaus. Denn zwei HomePods sollen auch als Ersatz für eine Dolby-Atmos-Soundbar herhalten können. Wir haben den Test gemacht und verraten dir, was die „Apple-Soundbar“ kann.

Für die Soundbar à la Apple brauchst du zwei HomePods und einen Apple TV 4K:

HomePods für den TV-Sound: Das brauchst du

Die Möglichkeit, den TV-Klang auf HomePods auszugeben, ist direkt in Apples Ökosystem integriert. Nutzt du einen Apple TV 4K (ab 2015), kannst du recht schnell loslegen. Eine Besonderheit ist dabei, dass die Apple-Lautsprecher neben Stereoklang auch die Raumklangformate Dolby Atmos, Dolby Digital 7.1 und Dolby Digital 5.1 beherrschen. Somit verspricht das Apple-Setup, eine Alternative zu hochwertigen Dolby-Atmos-Soundbars zu sein.

Apple HomePods als Soundbar Bild
Alternative für den Heimkino-Klang: Können zwei HomePods in Kombination mit einem Apple TV 4K mit einer guten Soundbar mithalten?

Das gilt allerdings nur für die großen HomePods. Du kannst zwar auch die günstigeren HomePod Minis für den TV-Sound konfigurieren, auf den hochwertigen Atmos-Sound des großen Modells musst du dann aber verzichten. Als reines Sound-Upgrade für klangschwache Fernseher können wir aber auch die Mini-Modelle empfehlen. Wie HomePod und HomePod mini in unseren Tests als Smart Speaker abgeschnitten haben, siehst du anhand unserer Bestenliste:

Die HomePod-Soundbar im Klangtest

Bevor wir genauer erklären, wie die Einrichtung funktioniert, interessiert uns, wie die virtuelle Apple-Soundbar klingt. Kurzfassung: Überzeugend. Die Raumeinmessung übernehmen die HomePods auch bei der TV-Konfiguration automatisch. In unserem Test gelang das gut: Neben dem TV platziert, sorgten die beiden HomePods für eine gute Klangfülle des gesamten Zimmers, auch wenn sie etwas leiser sind, als zwei Amazon Echo Studios als Soundbar.

Schon bei klassischen Stereoinhalten liefern die beiden HomePods ein deutliches Leistungsplus gegenüber den meisten TV-Lautsprechern. Dialoge sind klar verständlich, Musik und Actionszenen sauber separiert. Ihr wahres Können zeigt die Apple-Kombination aber erwartungsgemäß mit Inhalten in Dolby Atmos. Schon der berühmte Blätter-Trailer lässt erahnen, wie gut die HomePod-Kombination räumlichen Klang vermitteln kann.

Der gute Eindruck setzt sich bei unseren Tests mit diversen Filmen und Serien fort. In der Eröffnungsszene der Buchverfilmung Alles Licht, das wir nicht sehen bringt das HomePod-Paar den „Flugzeug-über-Kopf“-Effekt gut zur Geltung. Auch das Strandgewitter im Netflix-Kurzfilm Meridian wirkt so bedrohlich und raumfüllend, wie wir es erwarten können.

Apples Dolby Atmos kann auch in den Raumgefechten von Star Wars: Episode VII oder typischen Marvel-Superheldenschlachten überzeugen. Dabei gefällt der ausgewogene Klang, der leisen Dialogen oder Blättergeraschel ebenso gerecht wird wie lauten Explosionen und orchestralen Soundtracks. Das ist auch gut so, viele Optionen zur Anpassung der Klangeigenschaften gibt Apple nämlich nicht.

Apple HomePods als Soundbar Klang
Mit Dolby-Atmos-Inhalten überzeugen die zwei HomePods.

An seine Grenzen kommt die Doppel-HomePod-Lösung, wenn der Ton im Film hinter den Zuschauer:innen erklingen soll – ein Problem, mit dem sich aber alle Hersteller von Atmos-Soundbars ohne dedizierte Rear-Lautsprechern konfrontiert sehen.

In unserem Test haben wir das Apple-Setup mit der sehr ordentlichen Smart Soundbar 600 von Bose verglichen. Das Apple-Setup konnte mit ihr nicht nur mithalten, sondern uns auch mit einer breiteren Klangbühne überzeugen. Das dürfte natürlich auch daran liegen, dass wir die HomePods weiter voneinander entfernt aufstellen konnten, während die Bose-Soundbar durch ihre kompakte Bauweise eher mittig klingt.

So richtest du deine HomePods als Soundbar ein

Bevor du deine HomePods mit dem Fernseher verbindest, solltest du idealerweise alle Komponenten auf die neueste Softwareversion aktualisieren. Apple-Geräte kümmern sich in der Regel selbst um die Updates, du kannst sie aber auch manuell auf den neusten Stand bringen. Beim Apple TV 4K musst du dafür in den Einstellungen das Submenü „System – Softwareupdates” aufsuchen. Die HomePods aktualisierst du über Apples Home-App für iPhone, iPad oder den Mac. Tippe oder klicke auf die “Mehr”-Taste mit den drei Punkten und dann auf „Einstellungen des Zuhauses – Softwareupdate“. Für unseren Test liefen sowohl der Apple TV 4K der dritten Generation als auch die beiden HomePods mit der jeweiligen Systemversion 17.1.

HomePods Software-Update installieren
Über die Home-App sorgst du dafür, dass HomePods und Apple TV aktuell sind und miteinander kommunizieren können. | Screenshot: Apple

Damit die Zuweisung der HomePods als TV-Lautsprecher funktioniert, musst du sie in der Home-App dem gleichen Raum zuordnen. Zwar kannst du dank AirPlay auch Lautsprecher in anderen Räumen ansteuern, die Dolby-Atmos-Unterstützung fällt dann aber weg.

Ganz einfach eingerichtet dank Assistent

Wenn alle Voraussetzungen stimmen, ist die Einrichtung der HomePods als Soundbar-Alternative ein Klacks. Zunächst musst du die HomePods als Stereo-Paar konfigurieren. Dazu öffnest du die Home-App, tippst auf einen der HomePods und öffnest über das Zahnrad-Symbol die Einstellungen des Geräts. Tippe nun auf “Stereopaar erstellen”. Der Assistent führt dich durch die Einrichtung.

HomePods als Soundar Stereopaar einrichten
Für die HomePods-Soundbar musst du sie zunächst als Stereopaar koppeln. | Screenshot: Apple

Ist diese abgeschlossen, startest du deinen Apple TV. Ist dieser in der Home-App dem gleichen Raum wie dein neues HomePod-Stereopaar zugewiesen, schlägt dir die Streaming-Box automatisch vor, den Heimkino-Ton darüber auszugeben. Natürlich kannst du das auch nachträglich einrichten. Die entsprechenden Optionen findest du in den Apple-TV-Einstellungen unter “Video und Audio – Audioausgabe”.

HomePods Dolby Atmos einrichten
Die Soundausgabe mit Dolby Atmos wird in den Apple-TV-Einstellungen automatisch aktiviert, wenn du zwei HomePods mit der Streaming-Box verbindest. | Screenshot: Apple

Ab sofort gibt der Apple TV sämtlichen TV-Sound auf dem HomePod-Paar aus. Praktisch: Dank Unterstützung für den HDMI-Audiorückkanal (e)ARC beschränkt sich das nicht auf Apple-TV-Apps. Auch der TV-Ton von Apps, Kabelprogrammen oder deiner PlayStation 5 werden damit verzögerungsfrei an die Apple-Lautsprecher übertragen.

Dazu musst du nur sicherstellen, dass in den Audioausgabe-Einstellungen unter „Audiorückfuhrkanal” die Option „Ein (ARC)” aktiviert ist – standardmäßig sollte das der Fall sein, wenn du deinen Apple TV über an einen ARC-kompatiblen HDMI-Port angeschlossen hast.

Apple HomePods als Soundbar Apple TV 4K
Die Einrichtung findet zum Teil in den Menüs des Apple TV 4Ks statt.

HomePods als Soundbar: Nachteile

Klanglich kann das Apple-System beim Filmgenuss im Rahmen seiner Möglichkeiten praktisch uneingeschränkt überzeugen. Doch es gibt auch Aspekte, die gegen ein solches Setup sprechen oder die du zumindest beachten solltest.

Einer davon ist die Notwendigkeit einer stabilen WLAN-Verbindung. Da der Ton mangels Anschlüssen komplett kabellos an die Apple-Lautsprecher gesendet wird, musst du bei schlechtem Empfang mit Tonaussetzern rechnen. In unseren Tests ist das nicht vorgekommen, eine Garantie dafür gibt es aber ohne Kabel nie.

Apple HomePods als Soundbar Anschluesse
Einziger Anschluss am HomePod: der fürs Stromkabel.

Diese Einschränkungen musst du in Kauf nehmen

Wenn du dich für den Kauf von zwei HomePods entscheidest, solltest du zudem den entsprechenden Platz neben dem Fernseher einplanen. Die Apple-Lautsprecher sind zwar vergleichsweise kompakt gebaut, vor dem TV kannst du sie aber wohl nur in den seltensten Fällen unterbringen.

Auch beim HomePod-Kauf selbst ist Vorsicht geboten: Der erste HomePod aus dem Jahr 2018 lässt sich trotz vergleichsweise geringer Änderungen nicht mit der zweiten Generation zu einem Stereopaar verbinden lassen. Möchtest du also auf einen zweiten HomePod aufrüsten, musst du entweder einen zweiten Ur-HomePod suchen oder gleich zwei Nachfolgemodelle kaufen.

Apple HomePods als Soundbar neben Fernseher
Die zwei HomePods brauchen seitlich vom Fernseher Platz auf dem Sideboard.

Ganz allgemein musst du mit dem leben, was Apple ab Werk anbietet. Andere Surroundlösungen wie DTS:X, Geräte direkt an den HomePod anschließen, Bluetooth oder auch eine Aufrüst-Option mit Rear-Speakern? Zumindest nach aktuellem Stand alles nicht möglich. Das führt in unserem Wertungsschema zur Abwertung bei der Ausstattungsnote. Klassische Soundbars haben dir hier deutlich mehr zu bieten.

Nicht unerwähnt bleiben sollte natürlich auch, dass du ohne iPhone, iPad oder Mac von der HomePods-als-Soundbar-Idee ausgeschlossen bist. Android-Nutzer:innen können Apples Smart Speaker nach wie vor gar nicht erst in Betrieb nehmen.

Kleinere Probleme mit Streaming-Apps und Fernsehern von Drittanbietern

Interessant: In unseren Tests mit diversen Streaming-Apps lief der Ton noch rund eine Minute auf den HomePods weiter, wenn wir den Apple TV manuell vom Strom trennen. Beim Live-TV ist ein solcher Puffer aber nicht gegeben.

Im Test mit einem Samsung-Fernseher konnten wir zudem einmalig ein leichtes Knacken beim Beginn der Filmwiedergabe vernehmen. Das ließ sich aber weder reproduzieren noch können wir ganz ausschließen, dass es nicht an der vielen Hin- und Herwechselei zwischen Apps, Eingängen und Tonspuren lag. Ansonsten gab es wenig zu meckern. Nach dem Start des Fernsehers schalteten sich die HomePods und der Apple TV 4K praktisch unmittelbar mit ein, sodass es keine Verzögerung bei der Tonausgabe gab.

Apple HomePods als Soundbar in der Praxis
Alles von Apple: Wer kein iOS-Gerät hat, um die HomePods in Betrieb zu nehmen, bleibt außen vor.

HomePods als Soundbar-Alternative: Unser Fazit

Zwei HomePods anstelle einer Dolby-Atmos-Soundbar oder eines Surround-Systems: Das Konzept hat Potenzial. Klanglich kann die Smart-Speaker-Lösung in Kombination mit einem Apple TV 4K überzeugen. Wenn du mit dem “frontigen” Dolby-Atmos-Klang ohne dedizierte Rear- oder Deckenlautsprecher leben kannst, findest du im Apple-Setup eine hochwertige Soundbar-Alternative.

Gegenüber einer klassischen Klangleiste hat die Apple-Lösung sowohl Vor- als auch Nachteile. Das gilt etwa beim Preis. Hast du schon ein iPhone oder iPad, fängst aber ansonsten bei Null an, erreichen die Gesamtkosten für zwei HomePods und den passenden Apple TV 4K Sphären, für die du schon hochwertigere Atmos-Soundbars oder auch komplette Surround-Systeme bekommst. Nutzt du die Apple-Box hingegen ohnehin für TV-Streaming oder hast schon einen Einzel-HomePod im Einsatz, ist ein zweiter HomePod ein bequemes Upgrade.

Andererseits kaufst du mit Apples HomePods nicht „nur” eine Soundbar, sondern vollwertige Smart Speaker, die sich beispielsweise auch für die Smart-Home-Steuerung mit Siri und HomeKit und für die Musikwiedergabe hervorragend eignen. Auch wenn die Kompatibilität mit Smart-Home-Lösungen bei Apple nicht ganz so umfangreich ist, wie in Amazons Alexa-Ökosystem, kann das ein Pluspunkt sein.

Ganz isoliert von solchen Überlegungen kann das Konzept „HomePods statt Soundbar“ im Praxistest überzeugen. Die Apple-Lautsprecher liefern im Doppelpack nicht nur einen exzellenten Klang, sondern werden auch Dolby-Atmos-Tonspuren rundum gerecht. Als Aufwertung für deinen Heimkino-Sound sind zwei HomePods absolut geeignet.

MediaMarkt verkauft alle Komponenten der „Apple-Soundbar“ einzeln:

Technische Daten
Anschlüsse / Schnittstellen Bluetooth 5.0, Apple AirPlay 2
Unterstützte Soundformate Dolby Atmos, DTS:X, Dolby Digital 7.1, Dolby Digital 5.1
AirPlay 2 Ja
Netzwerk Ja
Sprachsteuerung Siri
Farbvarianten Schwarz, Weiß
Abmessungen (BxHxT) 142 x 168 x 142 mm (pro HomePod)
Gewicht 2,3 kg (pro HomePod)
Preis (UVP/Straßenpreis) 867 Euro / ca. 790 Euro (2 x Apple HomePod 2. Gen + Apple TV 4K 64 GB)

Doch lieber eine richtige Soundbar? Hier findest du alle Modelle, die wir getestet haben:

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