WiiM Amp Ultra im Test: Starker Streaming-Amp im Miniformat
- Leistung
- 2x 100 Watt / 8 Ohm, 2x 200 Watt / 4 Ohm
- Eingänge
- 1x Line Cinch, 1x HDMI-ARC, 1x Optisch, 1x Koax, USB-A (Für Datenträger)
- Chromecast Built-In
- Ja
- Quellen kabellos
- Bluetooth
- Integrierte Streamingdienste
- Spotify Connect, Tidal Connect, Qobuz Connect, Amazon Music HD, Napster, Deezer u.a.
- Abmessungen (BxHxT)
- 200 x 76.2 x 211 mm
- Preis
- 599 Euro
Als hochmoderne Musikzentrale auch für anspruchsvollere Boxen bietet der Wiim Amp Ultra riesigen Gegenwert für seinen noch moderaten Preis. App und Bedienkonzept machen nach kurzer Eingewöhnung richtig Spaß, der Klang ist neutral, griffig und dynamisch.
- Kräftiger, dynamischer Klang
- Grafische und parametrische Equalizer, Raumeinmessung, umfangreiches Bassmanagement
- Stabiles, komfortables Streaming
- Fernbedienung hört auf Sprachbefehle
- Kein analoger Kopfhörerausgang
- Kein Phono-Eingang
- Keine Unterstützung von AirPlay 2
Der Amp Ultra ist der zweite Streaming-Verstärker des kalifornischen Herstellers WiiM. Den Erstling, der einfach „Amp“ heißt, gibt es nach wie vor: einen zierlichen, displaylosen Alubarren mit dem komfortablen, stabilen WiiM-Streaming und genügend Leistung für die meisten Anwendungen. Aber eben nur für die meisten. Musikfans, die auf hohe Pegel und volle Dynamik stehen, können den Amp genauso an seine Grenzen bringen wie Besitzer:innen etwas anspruchsvollerer Boxen. Aber auch im ganz normalen Musikalltag kann der hochtalentierte Amp schon mal etwas leichtgewichtig und kurzatmig klingen. Das ist mit dem Amp Ultra deutlich unwahrscheinlicher: Mit 100 Watt an acht Ohm und glatt dem Doppelten dieser Leistung an vier Ohm nimmt es der kompakte Streaming-Amp auch mit veritablen Schwergewichten seiner Gattung auf.

Äußerlich gleicht der Amp Ultra fast aufs Haar seinem Netzwerk-Player-Bruder WiiM Ultra. Das Alu-Unibody-Gehäuse beschwört Assoziationen mit Apple herauf, als einziges Bedienelement ragt ein Volume-Drehknopf mit integrierter Play-Taste aus der Front. Weitere Abspielfunktionen, Equalizer-Einstellungen, Ein- und Ausgangswahl sowie Zugriff auf zwölf frei belegbare Preset-Speicher erhältst du direkt nebenan auf dem kleinen, aber tatsächlich sehr praktischen Touchscreen. In Konzept und Funktionsumfang erinnert der Amp Ultra an den Eversolo Play, der zwar etwas teurer ist, sich aber an genau die gleiche Zielgruppe richtet: streamingaffine Audiophile, die eine kompakte, leistungsfähige und zugleich erschwingliche Zentrale für ihre Anlage suchen. Wie sich der WiiM in dieser Rolle bewährt, finden wir im Hörraum heraus, wo der Rivale von Eversolo bereits wartet.
Hier kannst du den WiiM Amp Ultra in zwei Ausführungen bestellen:
WiiM Amp Ultra im Hörtest: Kompakt und kraftvoll
Das „Kompakt“ in der Überschrift kannst du nicht nur auf das physische Format des WiiM beziehen, sondern auch auf seinen Klang. Wenn Sänger, Tonmeister und Gitarrist Radwan Ghazi Moumneh auf seiner elektrisch verstärkten Buzuq jammt (Jerusalem In My Heart – Mo7it Al-Mo7it), dann hat das Instrument einen kräftigen, grundtonreichen Sound und spürbar plastische Präsenz im Hörraum. Das FLAC-File kommt hier vom Hörraum-NAS-Server, der parallel natürlich auch beliebige andere Streamer versorgen kann. Zum Beispiel besagten Eversolo Play, der den WiiM überraschend deutlich auf kleine klangliche Versäumnisse hinweist: „Schau, wie breit bei mir die Bühne ist! Und wie nachvollziehbar sich die Buzuq mit den Vocals, dem Sequencer und den vielen kleinen Soundelementen diesen weiten Raum teilt!“ Da kann der WiiM tatsächlich nicht ganz mithalten.

Dass der Amp Ultra den Sound etwas in der Mitte zwischen den Boxen verdichtet, kann mit Rock durchaus seinen Reiz haben. Unsere Tannoy-Monitore wirken damit zum Beispiel gewichtiger im Oberbass, wo die Raumakustik immer etwas Druck schluckt. Aber je länger wir hören, desto mehr wünschen wir uns vom WiiM auch etwas mehr von dieser weitmaschigen, luftig gewebten Darstellung, die tiefe Einblicke in die Performance gestattet. Denn damit werden gerade ungewohnte Klänge zugänglicher – und der arabisch geprägte, elektronisch verfremdete Avantgarde-Folk von Jerusalem In My Heart geradezu süchtigmachend emotional. Der Mehrpreis von 100 Euro für den Eversolo geht also schon in Ordnung.
Erstklassiges Streaming
Streamer und D/A-Wandler machen ihre Arbeit im WiiM Amp Ultra ganz hervorragend. Das ahnt man, wenn man vom internen Player auf einen guten Solo-Streamer wie den Linn Sneaky umschaltet. Der nimmt für diesen Vergleich den Weg über den Analogeingang des WiiM, klingt mit Johnny Ryall von den Beastie Boys etwas runder, aber auch weniger aufregend und dynamisch. Der anarchisch-spontane Charme des Albumklassikers Pauls Boutique bleibt mit dem WiiM allemal besser erhalten. Bei höheren Lautstärken schrumpft auch der Abstand zum Eversolo wieder. Die HipHop-Beats lassen dann erahnen, dass der WiiM mit nahezu der doppelten Leistung des Mitbewerbers ins Rennen geht.

Überraschend positiv macht sich in realen, akustisch nicht perfekten Räumen die „RoomFit“-Einmessautomatik des Amp Ultra bemerkbar. Schon das Standardprogramm, das ohne besondere Konfiguration in Minutenschnelle absolviert ist, kompensierte das Oberbass-Loch und den Tiefbassbuckel in unserem Hörraum zielsicher. Ergebnis: ein strafferer, direkterer Sound mit lebendigen, unverfärbten Mitten und noch griffigerer Stereoabbildung. Sehr schön dabei: die umfassenden Einstell- und Korrekturmöglichkeiten, mit denen du den Einsatzbereich und die Zielkurve des automatischen Systems anpassen kannst. Fast noch schöner: die Möglichkeit, die Ergebnisse der Einmessung im parametrischen Equalizer auch nachträglich noch zu bearbeiten.
Neugierig geworden? Alle von uns getesteten Streaming-Verstärker findest du hier, in unserer Bestenliste:
Praxis-Check: Konstante, dynamische Weiterentwicklung
Seit unserem ersten WiiM-Test sind nur wenige Jahre vergangen. Seitdem hat sich der Funktionsumfang enorm ausgeweitet. Der Hersteller pflegt seine hauseigene Geräte-Firmware samt passender App intensiv und hält sie mit regelmäßigen Online-Updates aktuell. Schon vom Start weg liefen die Streamer auffallend stabil, gesteuert durch ein ausgereiftes, übersichtlich gestaltetes Bedienkonzept. Was nicht heißt, dass die Funktionsvielfalt nicht auch mal Verwirrung stiften kann. Playlist, Now Playing, Musikauswahl, Playerauswahl und Einstellungen liegen auf jeweils eigenen Bildschirmebenen, zwischen denen du oft mit nur einem Wisch, manchmal aber auch mit mehreren Tipps hin- und hernavigieren kannst.
Da aber alles logisch aufgebaut ist und schnell reagiert, reichen ein, zwei Stunden mit dem Amp, um sich gut zurechtzufinden. Um kurz mal leiserzudrehen oder einen Track zu skippen, liegt dem WiiM zudem eine Bluetooth-Fernbedienung bei.

Bei den Streamingangeboten fehlen dem WiiM nur Highresaudio.com und Apple Music. Wobei letzteres Apple selbst zuzuschreiben ist, die ihren Streamingdienst praktisch nur in Appform und auf konzerneigenen Geräten unterstützen. Keine echte Lücke also – auch wenn es bei Streamern mit Android-Betriebssystem wie dem Eversolo einen inoffiziellen Sideload-Schleichweg zu Apple Music gibt. Dafür gelingt die alltägliche Bedienung mit dem WiiM noch intuitiver und klarer als mit dem Eversolo.
Manko für Apple-Fans: kein AirPlay beim WiiM Amp Ultra
Im Zusammenhang mit Apple gibt es eine weitere Besonderheit, deren Relevanz individuell unterschiedlich ist: Der Amp Ultra unterstützt kein Airplay. Das könnte uns Testern kaum egaler sein, weil Airplay weder besonders gut klingt, noch sonstwie unverzichtbar ist. Schließlich gibt es ja noch Chromecast und Bluetooth, um schnell Content zum WiiM zu schicken. Wenn du in deiner Wohnung aber ohnehin viele Geräte im Apple-Kosmos verbindest und auf diese Art Multiroom-Systeme aufbauen möchtest, ist der WiiM Amp Ultra vermutlich nicht die beste Lösung für dich.

Alles, was im Wohnzimmer wichtig ist
Typische Anlagen mit dem WiiM Amp Ultra umfassen im einfachsten Fall nur diesen Streaming-Verstärker und ein paar hochwertige Boxen. Ob du deine Musik von einem NAS-Server, einem freien Webradio-Anbieter oder einem kostenpflichtigen Streamingdienst beziehst, bleibt dir überlassen. In jedem Fall hast du die Wahl, die Daten über superschnelles WiFi (WLAN 6E, 802.11ax) oder ganz altmodisch, aber unschlagbar stabil, per LAN-Kabel zum WiiM strömen zu lassen. Zur Übernahme von Ton und Fernbedienungsbefehlen aus deinem TV hat der Amp einen HDMI-ARC-Eingang. Den Phono-Eingang des verstärkerlosen WiiM Ultra haben die Entwickler beim Amp eingespart. Dafür bleibt der Line-Eingang erhalten, an den du unter anderem einen externen Phono-Vorverstärker anschließen kannst.

Elegant gelöst ist der Lautsprecheranschluss mit bündig im Heck eingelassenen, stabilen 4-mm-Buchsen. Da passen handelsübliche Bananas rein, oder aber die mitgelieferten, ebenfalls sehr soliden Adapter für nackte Kabelenden. Kopfhörer beliefert der WiiM nur noch per Bluetooth. Headphone-High-Ender gehören daher zu den wenigen, die beim Amp Ultra wirklich zu kurz kommen. Denn auch ein Line- oder Pre-Out, an dem du einen Kopfhörerverstärker anschließen könntest, fehlt dem WiiM. Vorhanden ist dagegen ein Subwoofer-Ausgang. Und zwar ein wirklich vollwertiger, den du manuell und/oder automatisch über RoomFit in Delay, Pegel, Einsatzbereich und Equalizing genauestens anpassen kannst. Hier erklären wir dir, worauf du bei einem Subwoofer an der HiFi-Anlage achten musst.
Vier Prozessorkerne für ein Halleluja
Für Streaming und Signalbearbeitung ist im WiiM Amp Ultra ein Quadcore-Prozessor zuständig, der auch die Haupt-Hitzequelle darstellt. Eine Heatpipe mit Flüssigfüllung leitet die Wärme zur internen, massiven Alu-Bodenplatte, die als durchgehender Kühlkörper dient. Die von außen sichtbare Kunststoff-Bodenwanne sorgt dabei lediglich für ausreichenden Abstand zur Stellfläche. Die Digital-Analog-Wandlung obliegt einem ES9039Q2M von ESS, flankiert von vornehmen Opamps des Typs OPA1612.

Wie diese stammen auch die beiden TPA3255, die die Endstufen bilden, von Texas Instruments. Im WiiM arbeiten sie mit Post-Filter-Feedback (PFFB). Diese Schaltungsvariante bezieht die bei Class-D-Amps so unvermeidlichen wie klangrelevanten Ausgangsdrosseln mit in die Gegenkopplung ein. Dadurch sinkt der Ausgangswiderstand des Verstärkers erheblich, und damit auch seine Empfindlichkeit gegenüber schwankender Lastimpedanz.
Die PFFB-Endstufe macht den Wiim also sehr universell im Zusammenspiel mit unterschiedlichsten HiFi-Lautsprechern. Für ästhetische Kompatibilität mit unterschiedlichsten Einrichtungen sorgt das nahtlos gearbeitete Alugehäuse, das in Schwarz und „Space Grey“ erhältlich ist. Weitere Argumente sind meist nicht nötig, um den/die Partner/in zu überzeugen. Dass du den Stereo-WiiM durch Hinzufügen weiterer WiiM-Geräte jederzeit zum Mehrkanal-Heimkino erweitern kannst, musst du ihm/ihr ja nicht gleich auf die Nase binden.

Unser Fazit zum WiiM Amp Ultra
Der WiiM Amp Ultra zeigt, was mit HiFi im Jahr 2026 möglich ist, ohne dass man dabei gleich arm wird. Class-D-Endstufen erzeugen Leistung im Überfluss aus einem winzigen Gehäuse. Rasante Prozessoren sorgen für Komfort und digitales Equalizing samt Raumeinmessung, was früher allein schon ein Vermögen gekostet hätte. Preisbezogen ist auch der Klang top notch. Alternativlos ist der Amp Ultra aber nicht: Der Eversolo Play ist zwar 100 Euro teurer und nicht ganz so bärenstark wie der WiiM. Aber dafür klingt er noch ein bisschen feiner und natürlicher, bringt einen MM/MC-fähigen Phono-Eingang und auch einen größeren, noch eindrucksvolleren Touchscreen mit.
Hier geht’s direkt zum Angebot des WiiM Amp Ultra:
| Technische Daten | |
| Leistung | 2x 100 Watt / 8 Ohm, 2x 200 Watt / 4 Ohm |
| Eingänge | 1x Line Cinch, 1x HDMI-ARC, 1x Optisch, 1x Koax, USB-A (Für Datenträger) |
| Audio-Ausgänge | 1 Paar Lautsprecherbuchsen (4mm) incl. Bananas, Bluetooth Out, 1x Sub Out, USB-A |
| Chromecast Built-In | Ja |
| Quellen kabellos | Bluetooth |
| Integrierte Streamingdienste | Spotify Connect, Tidal Connect, Qobuz Connect, Amazon Music HD, Napster, Deezer u.a. |
| MQA | – |
| Roon ready | Ja |
| Multiroom | Ja (Wiim, Chromecast, Alexa) |
| Raumeinmessung | Ja (Wiim RoomFit) |
| Netzwerk | LAN, WLAN |
| Gehäuse-Ausführungen | Schwarz, Silber |
| Abmessungen (BxHxT) | 200 x 76.2 x 211 mm |
| Mitgeliefertes Zubehör | BT-Fernbedienung (WiiM Voice Remote 2); HDMI-, optisches und Cinchkabel, Bananenstecker mit Schraubklemmen |
| Gewicht | 2,5 kg |
| Preis | 599 Euro |
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