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Quad Platina Integrated im Test: Hoch kultivierter DAC-Vollverstärker

Vollausgestatteter Vollblut-Vollverstärker: Der neue Quad Platina Integrated verbindet audiophile Seele mit rustikaler Leistung und modernem Komfort.
Quad Platina Integrated Test | HIFI.DE Titelbild
Leistung
2x 200W (8 Ohm), 2x 300W (4 Ohm)
Eingänge
1x Line XLR, 1x Phono MM/MC Cinch, 2x Line Cinch, 2x S/PDIF optisch, 2x S/PDIF Koax, 1x USB-C (Audio), 1x HDMI-ARC
Audio-Ausgänge
1x Lautsprecher 1x Kopfhörer (6,3 mm), 1x Pre Out (Cinch), 1x Pre Out (XLR), 1x Digital Out optisch, 1x Digital Out Koax
Quellen kabellos
Abmessungen (BxHxT)
445 x 135 x 350 mm
Gewicht
17,1 kg
Preis
4199 Euro
In Kürze
Egal, welche Musik du in Zukunft entdecken wirst und mit welchen Lautsprechern du sie hören willst: Der Platina Integrated wird dich höchst kompetent begleiten. Seine Neutralität und Genauigkeit holen aus jeder Aufnahme ein Maximum an Individualität und Wirkung.
Vorteile
  • Hochauflösender, natürlicher Klang
  • Differenzierter Bass, weiträumige Abbildung
  • Guter Phonoeingang
  • Umfassende Digital- und Analogeingänge
Nachteile
  • Kein Bluetooth
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Der Quad Platina Integrated ist der größte Vollverstärker der englischen Traditionsmarke QUAD. Die Großschreibung (die wir ansonsten bewusst ausblenden) deutet es schon an: Quad war ursprünglich eine Abkürzung und stand einfach für „Quality Amplifier Domestic“, also einen hochwertigen Verstärker für zu Hause. Dass diese Bezeichnung auch auf den Platina zutrifft, bezweifelt man beim Auspacken keine Sekunde. Also: ran an den Verstärker und rein in den Praxistest.

Hier bekommst du den Quad Platina Integrated:

Stilecht und hochwertig: Unser erster Eindruck vom Quad Platina Integrated

Schwer, stabil und kühl liegt der Quad Platina Integrated in der Hand. Wobei die Kühle schnell einer wohligen Wärme weicht, sobald der HiFi-Verstärker in Betrieb ist. Retrodesign mit Sixties-Verweisen wie bei den jüngst getesteten Quad 3, 33 und 303 suchst du hier vergebens. Der Platina tritt ganz ohne Augenzwinkern und Nostalgiebonus an. Dafür mit nüchternen Linien, präzise gefrästem Metall und dem selbstbewussten Anspruch auf einen Platz am exklusiven Tisch der allerbesten DAC-Vollverstärker.

Quad Platina Integrated – Testsituation im Labor
Der Quad Platina Integrated steht für seriöse Verstärkung im HiFi-Sektor. Nicht ohne Grund steht das Quad ursprünglich für „Quality Amplifier Domestic“.

Ein verstecktes Stilzitat gibt es dennoch. Bei der Frontplatte haben sich die Designer des Quad-Mutterkonzerns IAG vom Quad 34 inspirieren lassen: einem zierlichen, rein analogen Vorverstärker ohne Fernbedienung, der bis in die 1990er gebaut wurde. Damals noch mit dem kauzigen Tilt-Klangregler, den der Platina nicht mehr hat. Dafür bringt das neue 17-Kilogramm-Schwergewicht Leistungsreserven mit, die locker mit denen der Quad-Kultendstufe 606 mithalten können. Und zahlreiche analoge wie digitale Anschlüsse, die jede Spielart des modernen Multimedia-Entertainment beherrschen. Jedenfalls solange du klassischem Zweikanal-Stereo verbunden bleibst.

Quad Platina Integrated im Hörtest: souveräne Präzision

Mit Johnny Cashs Album Unchained eröffnet der Platina unsere Hörsession. Und nach wenigen Sekunden wähnen wir uns neben Produzent Rick Rubin in dessen Studio in Los Angeles. Seit den 1930ern stand Quad stets mit mindestens einem Fuß in der Studiowelt, rüstete die BBC und zahllose Aufnahme- und Masteringstudios mit Verstärkern und Lautsprechern aus.

Quad Platina Integrated – Vorderseite links perspektivisch
Präzise und ohne viel Schnickschnack: Der Quad Platina Integrated überzeugt im Hörtest besonders durch Seriösität und Kontrolle.

Diese Tradition hört man auch dem Platina an. In dessen Klang liegen enorme Kompetenz und Autorität, aber auch eine fast wissenschaftliche Neugier und Behutsamkeit. Gute Aufnahmen erstrahlen in ihrem eigenen Glanz, ohne dass der Quad versucht, bestimmte Elemente darin zu unterstreichen, im Mix nach vorn zu holen oder abzumildern. Alles wird klar, groß und dreidimensional wie unter einem guten Stereomikroskop

Manchmal wirkt der britische Amp so unbeteiligt, dass uns das Gefühl beschleicht, etwas zu verpassen. Konnte der ähnlich teure Cyrus 40 Amp, den wir neulich im Test hatten, die Akustikgitarre nicht noch fetziger und rhythmischer klingen lassen? Zum Glück haben wir den Cyrus noch da. Und tatsächlich: Der 40 Amp zeigt im Vergleich eine Vorliebe für Rhythmus und Timing, die bei kleineren Besetzungen durchaus reizvoll ist.

Quad Platina Integrated – Volumenregler
Der Volumenregler ist ein echter Handschmeichler und fügt sich charmant ins Design der Front am Quad Platina Integrated ein.

Es ist eine ganz leichte Konzentration auf Mitten und Grundton, die im Gegenzug aber auch Abbildungsformat und Detailfülle im Hochton kostet. Mit weiteren Alben, darunter Jesse Tabishs schwierigem Cowboy Ballads Vol. 1, liegt der Quad immer deutlicher vorn: Seine Neutralität resultiert nicht aus Desinteresse,  sondern aus Respekt und Feinsinn. So gewinnen die Aufnahmen an Individualität und Nuancenreichtum.

Einen Überblick über die besten HiFi-Verstärker auf dem Markt kannst du dir hier verschaffen:

Ein Quad, der seinem Namen Ehre macht

Wir gewöhnen uns schnell an den Platina. Mit abgeschaltetem Display verschwindet er optisch fast aus unserer Wahrnehmung. Klanglich ist er ohnehin ein Phantom, das sich meisterhaft unsichtbar macht und der Musik die Bühne überlässt. Das hat der Platina auch dem Arcam SA45 voraus, der noch etwas extrovertierter auftritt, die Diskretion und Eleganz des Quad aber vermissen lässt.

Quad Platina Integrated – Bedienfeld neben dem Display
Drei Tasten direkt neben dem Bildschirm ermöglichen die Bedienung des Quad Platina Integrated am Gerät.

Der Platina ist also kein beliebig zusammengebauter Verstärker mit Alibi-Quad-Schildchen, sondern eine würdevolle und konsequente Fortschreibung der glorreichen Firmengeschichte. Wenn wir den Platina hören, werden Erinnerungen wach. An legendäre Vor- und Endstufenkombis wie die 66/606, die schon in den frühen 90ern unspektakuläre Neutralität und prickelnde Natürlichkeit verbanden.

Unsere Lieblingsquellen für den Platina Integrated sind zwei Plattenspieler: Der Linn LP12 und der SME Model 10. Der Phono-Eingang des Platina hält das hohe Niveau des Verstärkers problemlos, rauscht selbst mit dem MC-System praktisch überhaupt nicht und klingt stets saftig-ausgewogen.

Quad Platina Integrated – Anschlüsse rechte Seite
Der Quad Platina Integrated ist mit reichlich analogen Ein- und Ausgängen bestückt.

Bei den Hochpegel-Eingängen bevorzugen wir die Cinch-Variante, die – jedenfalls mit unseren Zuspielern – noch einen Tick offener, weicher und feiner klingt als der XLR-Input. Mustergültig neutral und angenehm seidig arbeitet zu guter Letzt auch der D/A-Wandler, den du mit fünf unterschiedlichen Digitalfilter-Charakteristiken an deine Anlage, Musik und Hörpräferenzen anpassen kannst.

Konventionelle Endstufe statt Current Dumping

Quad-Gründer Peter Walker war ein begnadeter Entwickler und Erfinder. Nahezu jede Verstärker-Schaltungsvariante, die er hervorbrachte, war so originell und effektiv, dass sie bis heute mit seinem Namen in Verbindung steht: die minimalistische Gegentakt-Röhrenschaltung des Quad II. Die Triples-Transistoranordnung des 303. Und schließlich die Current-Dumping-Topologie des 606, bei der ein klangbestimmender Kleinverstärker raffiniert mit einem Assistenz-Amp fürs Grobe zusammenarbeitet.

Quad Platina Integrated – Anschlüsse links
Auch digital hat der Quad Platina Integrated einiges zu bieten. HDMI ARC sorgt für die Verständigung mit dem TV, die digitalen Ausgänge wirken ohne Streaming-Fähigkeiten fast schon wie zu viel des Guten.

Die Schöpfer des Platina gehen etwas konventionellere Wege, gestalten diese aber umso luxuriöser. Klassisch in A/B-Gegentakt aufgebaut, liefert die Endstufe des Platina wuchtige 200 Watt an 8 Ohm, um sich an 4 Ohm auf 300 Watt zu steigern. Die sehr deutliche Erwärmung des Geräts im Leerlauf lässt auf hohe Ruheströme schließen. Bei Zimmerlautstärke wird der Amp den klangfreundlichen Class-A-Bereich vermutlich gar nicht verlassen müssen.

Netzteil und Kühlung verraten uns, dass der erhöhte Grundumsatz kein Zufall, sondern Teil des Konzepts ist. Die Seitenwände des Platine sind im Grunde durchgehende, massive Alublöcke, deren mittlerer Bereich sich in stabile Kühlrippen auffächert. Dahinter sitzt im Inneren jeweils eine Mono-Endstufenplatine, deren genaue Transistorbestückung leider im Verborgenen bleibt.

Quad Platina Integrated – Gehäuse mit Kühlrippen
Die Kühlrippen des Quad Platina Integrated schinden Eindruck. Warm wird der Verstärker trotzdem spürbar.

Wir wissen aber, dass Quad ihr heftige 20 Ampère Maximalstrom zutraut. Was für eine Doppelbesetzung aus zwei Komplementärpaaren spricht. Nicht zu übersehen ist das zünftige Netzteil mit zentralem, stahlblechgeschirmtem 650-VA-Ringkern und insgesamt 88.000 Mikrofarad Siebkapazität, verteilt auf ein Elko-Paar pro Kanal. Wobei die Kondensatoren nicht nur groß sind, sondern Sonderanfertigungen des deutschen Herstellers Würth Electronics. Da hat jemand bei der Auswahl weder Mühe noch Kosten gescheut.

Minimalistische Erscheinung, versteckte Optionen

Im ausgeschalteten Zustand oder mit deaktiviertem Display ist der Platina die Einfachheit in Person. Auf den ersten Blick bieten sich nur der Lautstärkeregler und ein breiter Standby-Taster an, unter dem das klassische Quad-Logo kunstvoll eingraviert ist. Bei Bedarf erwacht daneben ein Farb-TFT, das dir bei der Eingangswahl und diversen Grundeinstellungen hilft.

Quad Platina Integrated – Display VU-Meter
Die Anzeige am Display des Quad Platina Integrated lässt sich nach Belieben nutzen – auch als VU-Meter.

Drei Tasten neben dem Display erhalten dabei jeweils passende Funktionen. Weitere Aufgaben übernimmt der Volumenregler, der zwar höchst massiv aus Alu gedreht ist, hinter der Frontplatte aber keinen klassischen Poti, sondern einen digitalen Encoder bewegt. Deine Lautstärkewünsche setzt ein vierkanaliger PGA-Regelchip von Burr-Brown auf analoge Weise in die Tat um.

Um die Balance einzustellen, musst du ins Menü. Dort kannst du auch die Eingänge im Pegel angleichen und den Voll- zu einem reinen Vorverstärker machen. Und noch einiges mehr. Was aber fehlt: eine Heimkino-Direktfunktion, die einen (festen oder wählbaren) Eingang mit Fixpegel zur Endstufe durchstellt. Das muss eine bewusste Entscheidung gewesen sein – ebenso wie die fehlende Bluetooth-Fähigkeit.

Quad Platina Integrated – Fernbedienung
Die Fernbedienung des Quad Platina Integrated lässt keine Wünsche offen und liegt angenehm in der Hand.

Wer die Features unbedingt braucht, könnte sich den Audiolab 9000A anschauen. An anderer Stelle gibt es durchaus Parallelen zwischen den Modellen: Die gut in der Hand liegende Systemfernbedienung mit Alu-Oberseite ist nahezu identisch. Und der TFT-Screen kann hier wie da auf Wunsch animierte VU-Meter anzeigen. Zum Quad passt das Gezappel aber nicht wirklich, zumal es nicht die Leistung, sondern den Pegel des eingehenden Signals vermeldet.

ESS-DAC und edler Phono-Vorverstärker

Zu den Gemeinsamkeiten gehört auch der verwendete DAC-Chip: Der ESS 9038PRO ist aktuell einer der besten D/A-Wandler. Natürlich erhältst du übers Menü Zugriff auf dessen Feinanpassung mit 5 unterschiedlichen Digitalfilter-Charakteristika, die sich im Hörtest durchaus merklich unterscheiden. Alternativ kann der Quad digitale Datenstreams aber auch schon vor dem ESS auf maximale Abtastrate hochrechnen.

Quad Platina Integrated – Bildschirm im Detail
Einstellungen kannst du über die Fernbedienung vornehmen und am Display des Quad Platina Integrated nachverfolgen.

Die Digitalfilterung wird damit redundant. Was besser funktioniert, kannst nur du selbst entscheiden und hängt auch von der Musik ab. Wir können uns des Gefühls aber nicht erwehren, dass die Upsampling-Option hier eher Verwirrung bringt als weitere klangliche Offenbarungen.

Ein klares Plus gegenüber dem Audiolab ist jedoch der Phono-Eingang: Feine Opamps mit JFET-Eingangsstufen verwenden zwar beide, aber der Quad setzt eine noch rauschärmere Stromversorgung und umschaltbare Verstärkung obendrauf, die in der hohen 60-Dezibel-Stellung auch echte Moving Coils bestens betreut. Am modernen Ende der Medienhistorie akzeptiert der Quad aber auch Fernsehton via HDMI-ARC und ultrahochauslösende PCM‑ und DSD-Daten (bis PCM mit 768 Kilohertz und DSD512).

Unser Fazit zum Quad Platina Integrated

Nach den eher nostalgisch gestylten und auch so abgestimmten Neuheiten der letzten Jahre gelingt dem schnörkellos modernen Platina ein hochmoderner, hochauflösender, bei aller Genauigkeit dennoch freundlicher und natürlicher Klang. Die hohe Leistung dieses Verstärkers ist kein Selbstzweck, sondern bringt echten Mehrwert. Und zwar nicht nur an besonders schwierigen Boxen.

Unsere nur moderat hungrigen Tannoy-Monitore folgen dem englischen Groß-Amp jedenfalls so bereitwillig, wie sie das sonst nur selten tun: Die unangestrengte, hochkultivierte Kraftentfaltung lässt sie einfach größer als sonst klingen, kraftvoll und kontrolliert im Bass, wunderbar facettenreich und fein im Mittel- und Hochton. Der Preis geht dafür absolut in Ordnung. Zumal die Verarbeitung auch alte Fans der Kultmarke überzeugen dürfte und dank des exzellenten DACs größere Investitionen in Zuspieler oft entfallen können.

HIFI.DE Testsiegel Hifi Verstaerker Quad Platina Integrated 9.0

Hier geht’s direkt zum Angebot des Quad Platina Integrated:

Technische Daten
Leistung 2x 200W (8 Ohm), 2x 300W (4 Ohm)
Eingänge 1x Line XLR, 1x Phono MM/MC Cinch, 2x Line Cinch, 2x S/PDIF optisch, 2x S/PDIF Koax, 1x USB-C (Audio), 1x HDMI-ARC
Audio-Ausgänge 1x Lautsprecher 1x Kopfhörer (6,3 mm), 1x Pre Out (Cinch), 1x Pre Out (XLR), 1x Digital Out optisch, 1x Digital Out Koax
Quellen kabellos
MQA
Roon tested Ja
Multiroom
Raumeinmessung
Netzwerk
Gehäuse-Ausführungen Schwarz, Silber
Abmessungen (BxHxT) 445 x 135 x 350 mm
Gewicht 17,1 kg
Mitgeliefertes Zubehör Fernbedienung, Netzkabel
Preis 4199 Euro

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