Hegel H200 & A200: Das unterscheidet die neuen Verstärkerzwillinge
Bild: HegelVor zweieinhalb Jahren bekam der beliebte H190 ein eigenes Phono-Modul und das „v“ als Suffix. Jetzt hat Hegel seinen Streaming-Amp erneut aufgeschraubt und sich gefragt, für welche Verbesserungen es an der Zeit wäre. Das Resultat ging scheinbar in zwei Richtungen: einerseits in Richtung eines noch besser vernetzten Streaming-Verstärkers mit massig digitalen Schnittstellen, andererseits in Richtung eines von allen digitalen Lasten befreiten, rein analog arbeitenden Vollverstärkers. Wir stellen dir den Hegel H200 und den Hegel A200 vor und verraten dir, wann du dich für den einen oder anderen entscheiden solltest.
Hegel H200 oder A200? Die Gemeinsamkeiten
Eines sollten wir direkt vorab klarstellen. Beide Modelle basieren auf derselben Verstärkertechnik. Beide haben dieselben Class-A/B-Endstufen verbaut und liefern dir stabile 150 Watt an 8 Ohm – und vermutlich noch mal deutlich mehr an den heute üblicheren 4 Ohm. Beide haben auch den Phono-Vorverstärker ihres Vorgängers H190v übernommen, der wiederum auf der externen Phono-Vorstufe V10 basiert. Deinen Plattenspieler mit MM-System kannst du also an beiden anschließen.

Sowohl der Hegel H200 als auch sein analoger Bruder A200 haben zusätzlich noch zwei Cinch-Eingänge und ein Pärchen XLR-Buchsen für analoge Quellen. Beide können das Musiksignal auch mit fixer oder variabler Lautstärke ausgeben – jeweils über ein eigenes Cinch-Pärchen. Wenn du den Wunsch nach noch mehr Leistungsreserven verspürst, kannst du einfach eine Endstufe an den Verstärker klemmen und ihn als Vorverstärker nutzen.
Alternativ lassen sich so ziemlich alle Eingänge auch am Vorverstärker vorbei direkt zu den internen Endstufen schleusen. Diese Bypass-Funktion ermöglicht es dir, den Klang des HiFi-Verstärkers für die Frontkanäle deines Heimkino-Systems zu nutzen, während die Lautstärke und die restlichen Speaker von deinem AV-Receiver kontrolliert werden. Obwohl keiner der beiden Verstärker über eine HDMI-ARC-Schnittstelle mit CEC-Funktion verfügt, kannst du trotzdem deine TV-Fernbedienung – oder irgendeine andere Fernbedienung – nutzen, um die Lautstärke anzupassen. Denn Hegel H200 und Hegel A200 können IR-Befehle lernen.
Die Unterschiede zwischen Hegel A200 und H200
Wie du dir sicher schon gedacht hast, enthält der Hegel H200 den komplett von Hegel entwickelten DAC, der dir ermöglicht, auch digitale Quellen abzuspielen. Man ist besonders stolz auf die hochwertige Abschirmung, die die empfindlichen analogen Bauteile von hochfrequenten Streuungen schützen soll. Zwei optische und ein koaxialer Eingang werden um eine USB-B-Buchse für deinen Laptop oder Streamer, sowie eine USB-A-Buchse für Festplatten und Sticks vervollständigt.

Als echter Streaming-Verstärker fehlt natürlich auch eine LAN-Buchse nicht. So kannst du deine Musik von Spotify (jetzt auch in lossless), Tidal und Qobuz über die jeweiligen Connect-Dienste zum Verstärker streamen. Dazu unterstützt der H200 auch Roon, AirPlay und Chromecast. Über die Hegel-App kannst du auch auf Internetradio und deine UPnP-Musikserver zugreifen. Ein weiteres Nice-to-have ist der Koax-Output, solltest du über einen hochwertigeren externen DAC verfügen. Dieser ist auch eine der wenigen, auf den ersten Blick ersichtlichen Neuerungen zum H190v.
Wenn du deinem Verstärker keine digitale Kost vorsetzen möchtest – vielleicht hast du für diesen Zweck ja bereits einen guten Netzwerk-Player –, kannst du getrost zum Hegel A200 greifen. Dieser tauscht die gesamte Digitalabteilung gegen ein weiteres Paar XLR-Eingänge aus. Ein wenig erinnert uns das Zwillingspaar an die Anfang dieses Jahres vorgestellten NAD-Verstärker C 3030 und C 3030 S.
Preis und Verfügbarkeit
Hegel H200 und Hegel A200 sollen ab Oktober in den Handel kommen. Der Streaming-Amp wird dann 3995 Euro kosten, was 200 Euro Aufpreis zur UVP des H195v entspricht. Der A200 soll hingegen mit 3295 Euro deutlich günstiger ausfallen.
Wir sind schon sehr gespannt, wie sich der Hegel H200 in unserem Test machen wird. Bis es so weit ist, findest du weitere, von uns getestete, Streaming-Verstärker hier, in unserer Bestenliste: