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Sony PS-LX3BT im Test: Vollautomat bekommt stylisches Upgrade

Bluetooth und Vollautomatik ergänzen sich beim Sony PS-LX3BT: So kannst du auch im Nebenraum entspannt hören, ohne am Seitenende gleich aufspringen zu müssen.
HIFI.DE Test | Sony PS-LX3BT
Antrieb
Riemen, vollautomatisch
Tonabnehmer ab Werk
Audio-Technica 3600L
Motor
DC
33 ⅓ / 45 / 78 RPM
Ja / Ja / –
Anti-Skating einstellbar
Integrierter Phono-Vorverstärker
Ja, abschaltbar
Preis
269,99 Euro
In Kürze
Dank gut klingendem Bluetooth kannst du deine Platten mit dem PS-LX3BT auch über Wireless-Boxen oder -Kopfhörer genießen. Die Vollautomatik minimiert dabei den Bedienaufwand, und einzustellen gibt es auch nichts: Ein Knopfdruck reicht. Geht es dir nur um maximalen Klang fürs Geld, bist du aber mit anderen Spielern besser beraten.
Vorteile
  • Geräuscharmer Lauf, ausgewogener Klang
  • Einfache Bedienung, Vollautomatik
  • Bluetooth aptX HD
Nachteile
  • Hohe Auflagekraft, nicht einstellbar
  • Auflösung und Details in den Höhen könnten besser sein
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Vor vier Jahren hatten wir den PS-LX310BT getestet, einen preiswerten, sehr gut ausgestatteten Plattenspieler mit integriertem Bluetooth-Sender, Vorverstärker und Vollautomatik. Dessen Beschreibung könnten wir beim neuen Sony PS-LX3BT in diesem Test nahezu unverändert übernehmen. Denn der LX3 entspricht in seinen technischen Daten wie auch im Preis weitestgehend seinem Vorgänger.

Dafür sieht er mit seiner neuen, rauen Oberflächentextur besser aus – vor allem nach ein paar Wochen im Wohnzimmer, wo sich das Plastik als erfreulich unempfindlich gegen Staub und Fingerabdrücke erweist. Aber in erster Linie interessiert uns bei HiFi.DE natürlich der Klang. Denn die 270 Euro Listenpreis auszugeben, ist für viele Menschen keine Kleinigkeit. Da sollte die Grundaufgabe jedes Plattenspielers schon überzeugend gelöst werden. Also ab in den Hörraum!

Hier findest du den Sony PS-LX3BT im Angebot:

Sony PS-LX3BT im Hörtest: Warm und weich

Als wir die erste Platte auflegen, ist uns etwas mulmig zumute: Wir haben ausgerechnet Elliott Smiths selbstbetiteltes zweites Album aus dem Regal gepickt, das in unserer 1998er-Pressung auf Domino Records nur noch zu obszönen Preisen zu bekommen ist. Und wir erinnern uns, dass der Vorgänger Sony PS-LX310BT seine schlichte sphärische Nadel mit über vier Gramm Auflagekraft in die Rille drückte. Beim neuen PS-LX3BT sind es kaum weniger.

Sony PS-LX3BT Testsituation
In unserem Test zeigte der Sony PS-LX3BT einen Hang zum warmen Klang, erlaubte sich aber keine groben Patzer.

Aber wenn die Nadel neu und der Klang so weich, warm und verzerrungsarm ist, muss man sich auch bei 4g keine großen Sorgen um das Vinyl machen. Über seinen integrierten Preamp direkt mit dem Line-In unseres Vorverstärkers verbunden, klingt der Sony PS-LX3BT ausgesprochen freundlich und angenehm. Die Tonhöhe steht stabil, Antriebsgeräusche sind zwar vorhanden, lassen sich aber gehörmäßig kaum noch aus dem Rillenrauschen herausfiltern.

Im Vergleich zu einem anderen Spieler seiner Preisklasse, dem Audio-Technica LP70XBT, gerät dem Sony die akustische Gitarre etwas zu groß und diffus. Die Stereo-Räumlichkeit wirkt dagegen etwas enger, mehr auf die Mitte zwischen den Boxen fokussiert. Nichts, was Genusshörer ernsthaft stören würde. Wechseln wir vom internen Preamp zum sehr guten MM-Phonoeingang unseres  Onkyo P-80, legt der Sony sogar noch einen Zacken zu: Smiths Gesang wirkt nun feiner artikuliert, der Raum weitet sich und die Konturen werden schärfer.

Sony PS-LX3BT Bluetooth Pairing
Über die Pairing-Taste unten links koppelst du den PS-LX3BT mit deinen Kopfhörern – oder deiner HiFi-Anlage, wenn das Kabel zu kurz ist.

Überraschend gut die Performance des PS-LX3BT über Bluetooth: Ersetzen wir das Kabel zum Onkyo-Preamp durch den Datenfunk mit dem klangoptimierten Codec aptX, wirkt die Musik zwar etwas weniger konturenscharf, bleibt  aber unverändert seidig und angenehm. Auch mit dem Streaming-Lautsprecher C20 von Audio Pro arbeitet der Sony äußerst wohlklingend zusammen – dort sogar nur über den Standard-Codec.

Wie sich der Sony PS-LX3BT im Vergleich mit anderen Vollautomaten schlägt, verrät dir ein Blick auf unsere Bestenliste:

Ordentlich verarbeitetes Leichtgewicht

Die modernen Bluetooth-Varianten aptX und aptX Adaptive hat der PS-LX3BT seinem Vorfahren 310BT voraus. Rein mechanisch ist unter der Haube alles beim Alten geblieben. Der LX3BT basiert also ebenfalls auf einem vollautomatischen Antrieb mit Riemen und kleinem Gleichstrommotor, der in China massenhaft auch für andere Auftraggeber gefertigt wird. Audio-Technicas LP70X wäre ein weiteres prominentes Beispiel für dieses Baumuster.

Sony PS-LX3BT Mechanik unter Teller
Hebst du den Plattenteller vorsichtig nach oben ab, kommt ein Teil der spannenden Mechanik zum Vorschein. Links lugt die Welle des Motors heraus, die den Riemen antreibt.

Trotz der populären technischen Basis hat es Sony aber wieder geschafft, einen unverwechselbaren, markentypischen Look hinzubekommen. Auch gehört der Spieler – ähnlich wie der LP70X – zu den besser verarbeiteten in dieser Bauart: Der Tonarm bewegt sich ohne nennenswertes Spiel, der Teller – jedenfalls der am Testgerät – läuft sauber rund.

Eine sinnvolle Änderung ist die neue Platzierung der Bedientasten. Die arbeiten nämlich mechanisch und wollen mit etwas Nachdruck betätigt werden. Der 310er trug die Tasten an der Vorderseite, und da rutschte der federleichte Spieler beim Bedienen gerne mal nach hinten weg. Das kann mit den von oben betätigten Knöpfen des neuen Modells nicht mehr passieren. Von links nach rechts sind das Start, Stop und der Lift.

Sony PS-LX3BT Bedienfeld
Ein Druck auf den grünen Knopf und der Plattenspieler legt ganz von alleine los.

Nachdem du eine Platte aufgelegt hast, reicht genau ein Tastendruck, nämlich „Start“. Dann beginnt der Teller zu rotieren, der Arm schwenkt über die Lead-In-Rille und senkt sich gemächlich ab. Am Ende der Seite kehren Arm und System vollautomatisch wieder in die Parkposition zurück. Alternativ kannst du den Spieler auch manuell bedienen: Sobald du den Arm über die Platte schwenkst, setzt sich der Teller in Bewegung.

Tonabnehmer-Experimente sind nicht vorgesehen

Als Abtaster trägt der Sony-Tonarm, der seine Balance per Feder und ohne Gegengewicht herstellt, das allgegenwärtige AT3600L von Audio-Technica. Ein rustikales, aber trotz seines niedrigen Preises klanglich gut beleumundetes MM-System mit relativ niedriger Ausgangsspannung, dafür aber eher hoher Auflagekraft. Bei unserem Sony PS-LX3BT messen wir 3,7 Gramm, was noch im von AT empfohlenen Bereich liegt. Verstellbar ist die Auflagekraft nicht – jedenfalls nicht vom Nutzer oder der Nutzerin.

Sony PS-LX3BT Tonabnehmer Detail
Selbst, wenn der Tonabnehmer nicht fest an die Käbelchen gelötet wäre: Ein anderes System einzubauen, ergibt wenig Sinn, da du weder Auflagekraft noch Antiskating anpassen kannst.

Daher ist es auch nicht weiter tragisch, dass der Tonabnehmer in einer proprietären Befestigung steckt, die keine Standard-Halbzollsysteme akzeptiert. Ersatznadeln für das AT3600L gibt es dagegen problemlos, günstig und in zwei Qualitätsstufen: Die ATN-3600LC für 19 Euro entspricht exakt der Originalbestückung mit konischer Nadel und Kunststoff-Nadelträger. Als Upgrade winkt die ATN-3600LE für 29 Euro mit Aluträger und elliptischer Nadel.

Angeschlossen wird der Sony mit einem intern fest verlöteten Cinch-Kabel ohne separaten Masseleiter. Das führt hier zum Glück nicht zu Brummproblemen, auch wenn du den LX3BT an einen externen Phonoeingang oder -vorverstärker anschließt. Neben dem Kabelaustritt findest du einen Schiebeschalter, der in solchen Fällen den internen Preamp deaktiviert. Ein weiterer Schiebeschalter kann bei Bedarf die Empfindlichkeit des Preamps anheben oder senken. Das kommt gerade im Bluetooth-Betrieb manchmal gelegen, wenn ungewöhnlich laut geschnittene Platten (etwa Drum-n‘-Bass-Maxis) den A/D-Wandler zu übersteuern drohen.

Sony PS-LX3BT Rückseite Detail Phono-Out und Gain
Über zwei Schalter lässt sich der Gain des internen Phono-Vorverstärkers anpassen – oder dieser direkt ganz umgehen.

Strom bezieht der Plattenspieler aus einem kleinen Steckernetzteil. Neben der Netzteilbuchse befindet sich ein Power-Schalter, der den Spieler vom Netzteil trennen kann. Das ist zum Beispiel praktisch, wenn du Besuch von notorischen Knöpfchendrückern erwartest oder neugierige Kinder hast.

Unser Fazit zum Sony PS-LX3BT

Im Vergleich zu anderen, technisch verwandten Spielern mit ähnlicher Ausstattung ist der Sony kein Sonderangebot. Obwohl er genauso federleicht ist und überwiegend aus Plastik besteht, wirkt der Sony PS-LX3BT in seinem coolen Sony-Design aber tatsächlich hochwertiger und schicker als seine Mitbewerber. Klanglich ist er nicht ganz auf dem Niveau des AT-LP70XBT, der für ähnliches Geld einen besseren Tonabnehmer ins Spiel bringt. Der Sony macht aber keine groben Fehler, funktioniert tadellos und klingt über Kabel wie über Funk angenehm satt und unaufdringlich.

HIFI.DE Testsiegel Plattenspieler Sony PS-LX3BT 7.4

Hier geht’s direkt zum Angebot des Sony PS-LX3BT:

Technische Daten
Antrieb Riemen, vollautomatisch
Tonabnehmer ab Werk Audio-Technica 3600L
Tonarm 8", Aluminium
Teller Alu, ca. 500 g
Motor DC
33 ⅓ / 45 / 78 RPM Ja / Ja / –
Anti-Skating einstellbar
Höhenverstellbare Füße
Integrierter Phono-Vorverstärker Ja, abschaltbar
Preis 269,99 Euro

Weitere spannende Plattenspieler findest du hier, in unserer Bestenliste:

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