Cambridge Audio Evo 300 im Test: So viel mehr Klang steckt im Vollformat
- Leistung
- 2x 300 Watt / 8 Ohm, 2x 550 Watt / 4 Ohm
- Eingänge
- 1x Line XLR, 2x Line Cinch, 1x Phono MM, 1x Optisch, 1x Koax, 1x HDMI-eARC, 1x USB-B, 1x Evo CD (Klinke, proprietär)
- Quellen kabellos
- Bluetooth aptX HD, Airplay 2, Chromecast
- Integrierte Streamingdienste
- Tidal (auch Connect), Qobuz (auch Connect), Spotify Connect Lossless, Deezer, Amazon Music
- Roon ready
- Ja
- Gehäuse-Ausführungen
- Schwarz (Zwei Paar austauschbare Seitenblenden enthalten)
- Abmessungen (BxHxT)
- 387 x 89 x 352 mm
- Gewicht
- 7,2 kg
- Preis
- 3999 Euro
Der Cambridge Audio Evo 300 schließt die Lücke zwischen komfortablem, hochintegriertem HiFi und kompromisslosem High End. Intuitive Handhabung und das schicke Design treffen hier auf fein differenzierten Klang. Ein herrlich stimmiger, bildhübscher Streaming-Amp, der sich auch vor teuren Einzelkomponenten nicht verstecken muss.
- Dynamischer, klarer und natürlicher Klang
- Intuitives Bedienkonzept, gute App, überragendes Display
- Wertige Verarbeitung
- Phono-Eingang bleibt hinter anderen Eingängen zurück
Mit dem Evo 150 SE hat Cambridge Audio bereits einen eleganten, technisch ausgereiften und klanglich blitzsauberen Streaming-Amp im Programm. Das neue Flaggschiff Cambridge Audio Evo 300 hat vorneweg schon mal die doppelte Leistung. Hunger leiden musste schon am 150er kein Lautsprecher. Neben roher Wattgewalt sollen die größeren Endstufen im 300er aber auch klanglich noch mehr Potenzial mitbringen. Auch an anderen Stellen im Gerät hat sich das Cambridge-Team aufwendigere Lösungen einfallen lassen, die mehr Platz brauchen, höhere Kosten verursachen und im Gegenzug noch audiophilere Musikwiedergabe versprechen. Ein Streaming-Verstärker also für Leute, die eigentlich eine High-End-Anlage haben wollten.
Hier findest du den Cambridge Audio Evo 300 im Angebot – austauschbare Seitenteile inklusive:
Das elegante Evo-Konzept bleib unverändert. Zum Glück! Design, Software, Display und Ausstattung arbeiten hier so geschmeidig zusammen, dass sich danach praktisch jeder andere Streaming-Verstärker unbeholfen und umständlich anfühlt. Auch das Finish ist perfekt, von der Fernbedienung bis zu den magnetisch haftenden Seitenteilen, vom spielfrei gelagerten Metalldrehknopf bis zu den Cambridge-eigenen Lautsprecherklemmen.

An die wir für den Hörtest unsere besten Kompaktmonitore und Standlautsprecher angeschlossen haben. Mehr Begleiter braucht der Cambridge nicht: Verbinde ihn mit dem Strom und deinem Netzwerk, und du hast eine komplette, spielfähige Anlage. Musik kommt aus Cloud-Musikdiensten, Radio und lokalen Medienservern. Was immer du sonst an Quellen anschließen möchtest, findet am luxuriös bestückten Anschlussfeld des Evo 300 garantiert den passenden Kontakt.
Cambridge Evo 300 im Hörtest: Musikalische Autorität
Zum Vergleich haben wir den Cambridge Audio Evo 150 SE aufgebaut, der uns im Test schon sehr gut gefallen hatte. Aber der Evo 300 ist in absolut jeder klanglichen Hinsicht klar besser. Nicht zu überhören beispielsweise bei Prince Lashas nicht immer harmonischen, aber umso mitreißenderen Freejazz-Ausflügen aus den frühen 60er Jahren. The Cry!, auf dem Lasha in Quintettbesetzung mit dem Saxofonisten Sonny Simmons als Co-Headliner auftritt, ist ein hochdynamisches Album, das man für optimale Wirkung schon etwas lauter hören sollte.
Der Evo 300 lässt das Quintett dabei fast körperlich im Hörraum auferstehen. Manche Drumbreaks lassen uns ein bisschen zusammenzucken, die Querflöten- und Sax-Soli sind auch nicht wirklich zum gemütlichen Mitsummen geeignet. Aber wir spüren, dass hier etwas Neues, Aufregendes entsteht, dass die Musiker konzentriert und sensibel zusammenspielen und einen Riesenspaß daran haben.
Dieser Spaß überträgt sich mit dem Evo 300 bemerkenswert direkt und ungefiltert auf die Hörer:innen. Das 2024er Remaster, via Qobuz als Highres-Stream mit 192 kHz und 24 bit abgespielt, verschweigt kein Anblasgeräusch, kein beiläufiges Knarzen einer Basssaite, kein noch so dezentes Nachscheppern der Snaredrum. Die Genauigkeit, die uns hier begeistert, hatte auch der Evo 150 SE schon in seinem Repertoire. Aber der 300er ergänzt dessen akkurate Skizzen mit mehr Farbe, Deckungskraft und Körper.

Der Unterschied ist nicht klein – und deutlicher, als wir das vor dem Hörtest erwartet hatten. Hier finden Präzision, Autorität und Musikalität auf sehr hohem Niveau zusammen. Wenn du mit dem 150er liebäugelst, ersparst du dir diesen Vergleich lieber: Wir schätzen den mittleren Cambridge sehr und stehen zu allem, was wir Positives über ihn geschrieben haben. Aber so unfair ist Spitzen-HiFi nun mal: Nach dem 300 gehört, wirkt selbst der 150 SE einfach ein bisschen blass.
Der Evo 300 knöpft sich furcht- und respektlos unsere Referenzen vor
Dass das Streamingverstärker-Topmodell seinen kleineren und immerhin 1600 Euro günstigeren Bruder distanziert, ist nicht überraschend. Wie deutlich sich die beiden unterscheiden, dagegen schon. Als nächsten Kontrahenten ziehen wir den Arcam Radia SA45 hinzu. Ein Streaming-Amp, genau wie der Cambridge, und wie dieser mit historischen Wurzeln in der gleichnamigen Stadt. Aber locker doppelt so schwer und doppelt so groß – und 1000 Euro teurer. Der Arcam kann mit dem Cambridge gleichziehen, ihn aber nicht in jeder Disziplin übertreffen.

Er klingt präsenter und direkter, aber nicht immer auch richtiger. Es ist ein bisschen Geschmackssache, ob man den perfekt neutralen, dezent-unaufdringlichen Evo-Sound vorzieht oder eher den knackigeren, dynamikbetonten des Arcam. Manchmal macht der Arcam mehr Spaß, wirkt engagierter und involviert die Hörer:innen mehr ins musikalische Geschehen. Aber dann zaubert der Cambridge wieder den nuancierteren, naturbelasseneren Klang aus seinen Endstufen.
Punktet mit digitaler und analoger Kost
Digitale Streams verarbeitet der Evo extrem sauber. Ganz gleich, ob die Daten über einen Streamingdienst aus der Cloud im Gerät landen, oder ob der Evo sie von einem NAS-Server im Nebenraum zieht. Im Test verwenden wir eine bunte Mischung aus beidem. Wir stöbern in den Neuheiten von Qobuz, die inzwischen mehrheitlich in Auflösungen oberhalb des CD-Standards vorliegen. Und wir mischen Testklassiker aus unserem Server in die Abspielliste. Aber auch die Analogeingänge des Cambridge können begeistern. Es muss nur eine hochwertige Quelle dranhängen.

Wohl weil er im Evo 300 auf eine ebenfalls symmetrisch aufgebaute Vorstufe trifft, ist der XLR-Input der Königsweg für unseren Phono-Preamp SPL Phonos Duo. Wir können unseren Technics SL-1210GR2 auch direkt an den Phonoeingang des Evo 300 anschließen. Dann allerdings mit etwas weniger Auflösung und Frische: Der MM-Input des Cambridge klingt OK und rauscht nicht. Vinylpuristen werden sich auf Dauer aber eine noch kompromisslosere externe Lösung suchen.
Neugierig, wie sich der Cambridge Audio Evo 300 im Vergleich mit anderen Streaming-Verstärkern schlägt? Unsere Bestenliste hat die Antwort:
Edelendstufe in Class-D-Technik
Die Modellnummer steht bei den Cambridge-Streaming-Amps für die Leistung pro Kanal. Dem Evo 300 traut Cambridge also 2×300 Watt zu, und das ist nur die Leistung an 8 Ohm. An 4 Ohm verdoppelt sich die Power fast, auf 550 Watt pro Kanal. Wie bereits im Evo 150 SE stammt die Endstufe des 300ers aus den Niederlanden: Hypex heißt der Hersteller, nCore X dessen nobelste Class-D-Technologie. Raffinierte Fehlerkorrektur- und Feedback-Strategien sorgen bei diesen Schaltverstärkern für ein makellos musikalisches Verzerrungsverhalten und souveräne Lastunempfindlichkeit. Du kannst also wirklich jede Art von Lautsprecher anschließen – mit hohem oder geringem Wirkungsgrad, einfachem oder komplexem Impedanzverlauf, dynamischen, magneto- oder elektrostatischen Treibern – und stets optimale Performance erwarten.

Die nCore-Endstufen erwarten ein analoges Eingangssignal, bevorzugt in symmetrischer Darreichungsform. Diesem Wunsch kommen die Cambridge-Entwickler im Evo 300 besonders gründlich nach: Der Streaming-Amp verfügt über eine symmetrische Analogvorstufe mit einer ebensolchen Lautstärkeregelung. Hier beginnt sich ein Muster abzuzeichnen. Hypex-basierte Amps scheinen immer dann ganz besonders gut zu klingen, wenn eine ausgewachsene, symmetrische Vorstufe ihre Class-D-Module antreibt. Der deutliche Klangfortschritt vom Evo 150 SE zum 300er dürfte also nicht nur mit der größeren, höherwertigen Endstufe zu tun haben, sondern auch mit der symmetrischen Vorarbeit, die die kleineren Modelle nicht haben.
Perfektes Design und Finish
Design und Verarbeitung des Cambridge sind vom Feinsten. Der Streaming-Amp sieht mit seinem flachen Gehäuse, einem riesigen Display und der seidigen Deckplatte aus massivem Aluminium nicht nur fantastisch aus. Er fühlt sich auch sehr hochwertig an – egal, ob du am Volumeregler drehst, mit dem dahinter befindlichen Drehring den Eingang umschaltest oder einen der schmalen Tasten tippst, die den rechten Displayrand flankieren. Auch die Metallgehäuse-Fernbedienung ist außergewöhnlich solide, ergonomisch gestaltet und nach etwas Gewöhnung blind bedienbar.

Rückmeldung über jeden Bedienschritt erstattet das Display, das nicht nur groß ist, sondern seine Größe und hohe Auflösung auch souverän ausspielt. Lautstärke, Titel, Interpret und Album kannst du bequem auch quer durchs Wohnzimmer noch lesen, ebenso die Icons für die unterschiedlichen Eingänge. Richtig gut sehen auch die verschiedenen VU-Meter aus, die du statt der Trackinfos einblenden kannst.
Am Heck trägt der Evo 300 eine üppige Anschluss-Auswahl, bei der weder digitale noch analoge Formate zu kurz kommen. Dein Plattenspieler findet einen gut klingenden, rauscharmen MM-Phonoeingang vor. Weitere Analogquellen kannst du an zwei Cinch-Eingängen und dem bereits erwähnten XLR-Anschluss einstöpseln. Digitale Eingänge gibt es im Koax-, TOSLink- und USB-B-Format. Wobei letzterer mit einem PC und geeigneter Abspielsoftware die höchsten Auflösungen unterstützt: PCM bis 768 kHz Samplingrate, DSD bis 22 MHz (DSD512).

Wichtiger als solche raren Extremformate ist aber TV-Ton, den der Cambridge mit vollem Komfort über HDMI eARC entgegennimmt. Das Steuerprotokoll CEC übernimmt dabei die automatische Umschaltung des Eingangs, weckt den Cambridge gegebenenfalls aus dem Standbyschlaf und leitet Lautstärkebefehle der TV-Fernbedienung weiter.
Bluetooth funktioniert in beide Richtungen
Neben den physischen Digitaleingängen kennt der Evo 300 natürlich auch kabellose Wege, deine Musik entgegenzunehmen: Bluetooth in der hochwertigen Spielart aptX HD, sowie die WLAN-Protokolle Airplay 2 und Google Cast. Bluetooth funktioniert dabei auch als Ausgang, der die Musik vom Evo zu deinen Bluetooth-Kopfhörern oder deinen portablen Terrassenboxen funken kann. Willst du eine zweite Hörzone dauerhaft beschallen, kannst du dort aber auch verkabelte Lautsprecher verwenden. Denn der Cambridge verfügt über zwei umschaltbare Lautsprecheranschluss-Paare, die du via App, Fernbedienung oder Taste am Gerät auswählen kannst.

Falls du dich fragst, wozu die kleine „Evo CD“-Klinkenbuchse dient: Da findet das gleichnamige, für die Evo-Serie maßgeschneiderte CD-Laufwerk Anschluss. Über das Klinkenkabel nutzte der CD-Transport das Display und den Internetzugang des Evo mit, um dir auch beim CD-Hören Metadaten und Cover Art zu servieren. Der Evo CD war ausschließlich mit den Evo-Streamingamps nutzbar. Er hatte also keine normalen Anschlüsse, und auch keine eigenen Bedienelemente mit Ausnahme der Open/Close-Taste. Das Modell war teuer (1199 Euro) und erfolglos. Neu ist es nicht mehr erhältlich. Es hindert dich natürlich niemand daran, einen beliebigen „normalen“ CD-Player an den Cambridge anzuschließen – dann aber über die gewohnten Analog- oder Digitalbuchsen.
Unser Fazit zum Cambridge Audio Evo 300
Dank toller App, intuitivem Bedienkonzept und umfassender Ausstattung ist der Umgang mit dem Evo 300 ein Hochgenuss – genau wie der Klang, den der Streaming-Amp an hochwertigen Lautsprechern erzeugen kann. Seine Schaltendstufen beantworten dabei die Frage „Wie viel Watt?“ mit einem selbstbewussten „Alle!“, und verleihen der Musik wunderbar sanften, natürlichen Ausdruck. Der Cambridge Audio Evo 300 klingt nicht nur „gut für einen Streaming-Amp“, sondern kann den ambitioniertesten Stereoverstärkern selbstbewusst gegenübertreten.
Hier geht’s direkt zum Angebot des Cambridge Audio Evo 300:
| Technische Daten | |
| Leistung | 2x 300 Watt / 8 Ohm, 2x 550 Watt / 4 Ohm |
| Eingänge | 1x Line XLR, 2x Line Cinch, 1x Phono MM, 1x Optisch, 1x Koax, 1x HDMI-eARC, 1x USB-B, 1x Evo CD (Klinke, proprietär) |
| Audio-Ausgänge | 2 Paar Lautsprecherklemmen (schaltbar), Kopfhörer (6,3 mm Klinke), 1x Stereo Pre Out, 1x Sub Out, Bluetooth Out |
| Chromecast Built-In | Ja |
| Quellen kabellos | Bluetooth aptX HD, Airplay 2, Chromecast |
| Integrierte Streamingdienste | Tidal (auch Connect), Qobuz (auch Connect), Spotify Connect Lossless, Deezer, Amazon Music |
| MQA | Ja |
| Roon ready | Ja |
| Multiroom | Ja |
| Raumeinmessung | – |
| Netzwerk | LAN, WLAN |
| Gehäuse-Ausführungen | Schwarz (Zwei Paar austauschbare Seitenblenden enthalten) |
| Abmessungen (BxHxT) | 387 x 89 x 352 mm |
| Mitgeliefertes Zubehör | Fernbedienung |
| Gewicht | 7,2 kg |
| Preis | 3999 Euro |
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