Rega Aura im Test: Der ultimative Partner für MC-Systeme
- Eingänge
- 1x Cinch (MC)
- Audio-Ausgänge
- 1x Cinch, 1x XLR
- Abschlusswiderstände
- 20Ω, 100Ω, 200Ω, 300Ω, 400Ω
- Eingangskapazität
- 1000, 2000, 3200, 4300, 5700 pF
- Gain
- 63,5 / 69,5 dB (MC)
- Abmessungen (BxHxT)
- 435 x 88 x 350 mm
- Gehäuse-Ausführungen
- Schwarz
- Preis
- 5899 Euro
Man könnte dem Aura seine fehlende MM-Unterstützung vorwerfen. Andererseits: Wenn du auf der Suche nach einer Phonostufe in diesem Preissegment bist, hörst du vermutlich eh längst MC. Und dann ist der Rega Aura nicht nur einer der weltbesten Phono-Preamps, sondern in diesem exklusiven Umfeld sogar einer der günstigeren.
- Hoch dynamischer, natürlich-unverfärbter Klang
- Sehr rauscharm
- In Widerstand und Kapazität bequem anpassbar
- Überragende Verarbeitung
- Nur für MC-Systeme geeignet
Der Aura ist Regas bester und teuerster Phono-Vorverstärker. Preislich und designmäßig passt er perfekt zur Vor-Endstufenkombination aus Mercury und Solis, die ihm bei diesem Test auch zur Seite stand. So entsteht ein Verstärker-Dreigestirn erhabener Qualität, das zwischen den weltbesten Plattenspielern und Digitalplayern einerseits und feinsten Lautsprechern andererseits vermittelt. Wie wir zu dieser Einschätzung kommen, verraten wir dir in unserem Test des Rega Aura.
Hier findest du den Rega Aura im Angebot:
Um mit dem Aura zusammenzuspielen, muss dein Plattenspieler ein MC-System tragen. Die anspruchsloseren, im unteren und mittleren Preisbereich dominierenden MM-Systeme werden gar nicht erst unterstützt. Das ergibt Sinn, weil MM und MC an die Eingangsstufe des Phono-Vorverstärkers ganz unterschiedliche Anforderungen stellen. Alle Rega-Phonostufen sind daher auf eine Systemart festgelegt: Fono Mini A2D und Fono MM sind Spezialisten für Magnetsysteme, Fono MC, Aos und Aura konzentrieren sich auf Moving Coils.
Rega Aura im Hörtest: Moving Coil in Hochkultur
Wer MC-Vorstufen testen will, braucht MC-Tonabnehmer. Möglichst mehrere davon, weil es auch innerhalb dieser vornehmen Bauart ganz unterschiedliche technische Herangehensweisen gibt. Also haben wir unseren Technics SL-1210GR2 und unseren SME Model 10 mit einer ganzen Auswahl an Systemen bestückt. Was dank Wechselarmen (SME) und -headshells (Technics) zum Glück recht komfortabel funktioniert.

So können wir ausloten, wie der Preamp mit sehr leisen, niederohmigen MCs wie dem Ortofon SPU zurechtkommt. Kaum lauter, dafür aber mit eher hochohmigen Generatorspulen, hat das Denon DL-103 schon wieder etwas andere Ansprüche. Die sich abermals von denen des hochauflösenden, eher niederohmigen, moderat lauten Lyra Delos unterscheiden. Das Ortofon MC X40 und das Shelter 501 III zählen zur gleichen Kategorie, mit jeweils unterschiedlicher Klang-Stilistik.
Auch Regas eigene MC-Modelle Ania, Apheta und Aphelion passen hinsichtlich Innenwiderstand und Ausgangsspannung in die letztere Kategorie, folgen aber mechanisch wie magnetisch einem ganz anderen Bauplan. Im Test vertreten sind sie durch das Rega Apheta 3, das nicht nur in Rega-Armen, sondern auch am SME ein Füllhorn von dynamischen Strukturen und feinen Farbnuancen öffnet. Dabei stellen wir schnell fest, dass die Diskussion immer wieder zu den Abtastern selbst zurückkehrt – und zu den Platten, auf denen sie gleiten.
Die Phonostufe an sich verstärkt breitbandig, weiträumig und neutral, genau wie ihre Mitstreiter Rega Mercury und Rega Solis. Eine der besten Vor-Endstufen-Kombis, die wir bisher testen konnten. Auch als Trio mit dem Aura tritt es akustisch einfach nicht in Erscheinung, und der Sound etwa mit dem Apheta im SME ist herrlich üppig, rhythmisch treibend und mit feinsten Hochtongewächsen garniert. Dass Höhen extrem fein aufgelöst, zugleich aber weich, rund und organisch klingen können, ist eines der Aha-Erlebnisse, die teuren Topspielern vorbehalten bleiben. Am Aura wird das nur besonders schnell deutlich.
Fein differenziert und nahezu rauschfrei
Beim Vergleich unterschiedlicher Systeme zahlt sich aus, dass der Rega Aura auf Transparenz, maximale Dynamik und Verzerrungsarmut optimiert wurde, nicht aber auf irgendeinen besonderen Markensound. Die agilen, blitzblanken Höhen des Lyra Delos lassen die Hörraumluft fast sichtbar glitzern. Das SPU im Technics wiederum beeindruckt mit tragenden, zum Mitsummen verleitenden Melodien und sonoren Basslinien: ein Klang, zu dessen einfacher, schnörkelloser Überzeugungskraft man immer wieder gern zurückkehrt.

Auch das DL-103 überzeugt im Technics, wo es wie das SPU durch eine etwas schwerere Headshell die nötige Massenträgheit erhält. Der Rega Aura öffnet uns die klanglichen Besonderheiten dieser Systeme, hält sich aber mit eigenen Beiträgen konsequent zurück: Wo man ein SPU genießen kann, ohne dass sich in Plattenwechselpausen das Eigenrauschen des Preamps in Erinnerung ruft, da geht auch jedes andere System.
Wie bei anderen Top-Phonostufen ist der Kontrast zu lediglich guten Vertretern dieser Gattung überraschend deutlich. Was auch die Frage zu beantworten hilft, ab welcher Art von Anlage sich so hochspezialisierte Phonostufen überhaupt lohnen. Für Vinylpuristen lautet die Antwort: eigentlich immer.

Die hier versenkten Euro bringen klanglich im Endergebnis meist mehr als eine vergleichbare Investition weiter stromabwärts. Jedenfalls solange man von ganz unvernünftigen Kombinationen absieht und zuvor auch schon für einen Weltklasse-Plattenspieler gesorgt hat. Wobei ein solcher Phono-Vorverstärker auch dabei hilft, den richtigen Plattenspieler zu finden und diesen zu optimieren.
Wie der Rega Aura im Vergleich mit anderen von uns getesteten Phono-Vorverstärkern abschneidet, verrät dir ein Blick in unsere Bestenliste:
Drei Stufen zum perfekten MC-Klang
Mit einer komplett symmetrischen, volldiskret aufgebauten und in jeder Hinsicht gewaltig überdimensionierten Schaltung hebt Rega die extrem geringen MC-Ausgangsspannungen aus dem Hintergrundrauschen. Wenn ein System selbst an den lautesten Stellen einer Platte nur wenige Zehntel eines Millivolts ausspuckt, wird das thermische Rauschen, das jedem stromdurchflossenen Bauteil zueigen ist, zum realen Klangfeind.

Mehr als 1000-fach muss der Preamp das MC-Signal vergrößern, bis es laut genug für einen Hochpegeleingang ist – also gleichberechtigt mit dem Signal eines CD-Players oder Netzwerk-Players. Dass die Nadel, während sie in der Rille gleitet, ebenfalls eine Art Rauschen erzeugt und dieses meist lauter als das elektronische Eigenleben des Vorverstärkers ist, gilt dabei nicht als mildernder Umstand. Es ist nun mal da, lässt sich nicht eindeutig vom Nutzsignal der Platte unterscheiden, und gehört somit zum Original.
Um 63,5dB verstärkt der Rega das Eingangssignal, wenn der Gain-Schalter an der Frontplatte in der niedrigeren Position steht. Ein Knopfdruck erhöht die Verstärkung für wirklich leise MCs auf 69,5dB, was einer weiteren Spannungsverdopplung entspricht. Solche Werte lassen sich in einem Rutsch kaum erzielen. Der Gain wird also geschickt auf mehrere verstärkende Baugruppen verteilt. Beim Aura sind es drei.

Besonders heikel ist dabei die Eingangsstufe, die beim Aura aus edlen Feldeffekt-Transistoren des Herstellers Linear Systems aufgebaut ist. In jedem Kanal arbeiten zwei akribisch ausgemessene und gematchte Gegentakt-Paare parallel. Die auffallend große Zahl an Trimmpotis auf der großen Platine zeigt, dass auch dann noch ein penibler Abgleich nötig ist. Um die Selektion zu erleichtern oder überhaupt erst zu ermöglichen, sind die FETs zudem nicht fest verlötet, sondern sitzen in Stecksockeln.
In weiten Grenzen anpassbar
Der Haupt-Gain findet in der ersten Stufe statt. Ein Teil davon geht – zumindest im Hochton – gleich wieder verloren, und zwar im passiven Teil der RIAA-Entzerrung.

Die Aufnahme auf einer Schallplatte wird auf Grundlage der RIAA-Kurve verzerrt (blau). Diese Verzerrung muss für ein ausgeglichenes Musiksignal vor der Wiedergabe rückgängig gemacht, also entzerrt werden (rot). Genau das macht die RIAA-Entzerrung, die in jeder Phono-Vorstufe integriert ist. | Bild: Wikipedia Commons
Der Aura macht das in den Höhen mit passiven Filtern. Den Tiefton dagegen hebt er in der zweiten Gainstufe aktiv an. Auch dafür braucht es eng tolerierte Bauteile, die nun aber in der Gegenkopplung der verstärkenden Stufe sitzen, wodurch deren Gain frequenzabhängig wird. Ganz, ganz unten, wo potenziell Vinyl-Wellen und die Eigenresonanz der Tonabnehmer-Arm-Kombi ihr Unwesen treiben, lässt die Verstärkung dann wieder nach. Rega hat hier einen festen Subsonicfilter implementiert, der Verstärker und Lautsprecher vor sinnlosem Infraschall-Stress schützt.
Stufe Nummer drei invertiert das Signal, um ein symmetrisches Ausgangssignalpaar zu erhalten. Anschließen kannst du den Aura wahlweise mit RCA- oder XLR-Kabeln, wobei Rega im hausinternen Kontext die RCA-Verbindung empfiehlt. Hochwertige, flexible, angenehm zu handhabende Cinchkabel aus eigener Produktion legen die Engländer großzügig bei.

Zur Anpassung an deinen konkreten Tonabnehmer gibt es fünf Werte für den Abschlusswiderstand, die du mit einem satt rastenden Drehschalter an der Front wählst. Ein zweiter Drehschalter offeriert fünf Kapazitäts-Optionen, die zwischen 1000 und 5700 Picofarad liegen. Das ist eine eher seltene Option, die einerseits subtilen Klangeinfluss geltend macht, andererseits auch auf die Störfestigkeit des Vorverstärkers wirkt. In der Praxis probierst du am besten einfach aus, was am besten funktioniert.
Komfortable Dynamikreserven für Klangimpulse
Die außergewöhnlich hohe Dynamik des Aura kommt nicht nur im eigentlichen Klang zum Vorschein, sondern auch bei ganz banalen Ereignissen wie Knacksern, Knistern oder Kratzern. Solche Impulse springen uns am Hörplatz entgegen wie Funken aus einem nächtlichen Lagerfeuer. Und sie verschwinden auch genauso schnell wieder im schwarzen Hintergrund. Die Musik bleibt davon eigenartig unberührt: Zwischen Nutzsignal und allfälligen Störungen liegt hier mehr Distanz als bei „normalen“ Vorverstärkern.

Ganz ähnlich kennen wir dieses Phänomen vom SPL Phonos Duo. Und es gibt auch eine konstruktive Verwandtschaft, die vermutlich dafür verantwortlich ist: SPL wie auch Rega setzen auf diskrete Schaltungen mit ungewöhnlich hohen Versorgungsspannungen. Das schafft dynamischen Headroom auch für solche transienten Ereignisse, die Standardschaltungen schon kurzzeitig ins Schlingern bringen.
Ein maßgefertigter Ringkerntrafo der Vollverstärker-Gewichtsklasse versorgt die beiden Stereokanäle aus separaten Sekundärwicklungen mit Strom. Auch stromabwärts bleibt die strenge Doppelmono-Kanaltrennung erhalten: Du könntest die prachtvolle, dicht mit engtolerierten Bauteilen besiedelte Hauptplatine der Länge nach auseinandersägen, ohne allzu viele Leiterbahnen zu durchtrennen.

Wie alle Geräte in Regas „Reference“-Klasse haust der Aura in einem Gehäuse aus elegant in Form gefrästen Alublöcken und -platten, das von lediglich vier versteckten M6-Gewindebolzen zusammengehalten wird. So erhält die Elektronik ein mechanisch ruhiges, thermisch stabiles Arbeitsumfeld und die Phonostufe ein rack appeal, mit dem sie auch zwischen den edelsten Plattenspielern und Verstärkern der Welt ein Statement setzt.
Unser Fazit zum Rega Aura
Unter den transistorisierten Phono-Preamps gehört der Aura zur absoluten Elite. Rauscharm, hochdynamisch und breitbandig, bringt er Tonabnehmerjuwelen zum Funkeln, wie das nur ganz wenige andere (und durchweg teurere) Preamps schaffen. Seinen Zauber entfaltet der Aura mit jedem guten MC-System – ob von Rega oder nicht.
Hier geht’s zum Angebot des Rega Aura:
| Technische Daten | |
| Eingänge | 1x Cinch (MC) |
| Audio-Ausgänge | 1x Cinch, 1x XLR |
| Abschlusswiderstände | 20Ω, 100Ω, 200Ω, 300Ω, 400Ω |
| Eingangskapazität | 1000, 2000, 3200, 4300, 5700 pF |
| Gain | 63,5 / 69,5 dB (MC) |
| Abmessungen (BxHxT) | 435 x 88 x 350 mm |
| Gewicht | 13 kg |
| Gehäuse-Ausführungen | Schwarz |
| Preis | 5899 Euro |
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