Startseite HiFi Elektronik Endstufe Rega Solis im Test: Referenz-Endstufe ohne Kompromisse

Rega Solis im Test: Referenz-Endstufe ohne Kompromisse

Zwei Trafos, zwei Kühlprofile, zwei Hauptplatinen: Die Rega Solis verbindet zwei State-of-the-Art-Monoblöcke in einer Stereo-Endstufe. Einer der besten, die wir je gehört haben.
Rega Solis Titelbild | Test HIFI.DE
Leistung
2x 168 Watt (8 Ohm), 2x 305 Watt (4 Ohm)
Eingänge
XLR, Cinch (schaltbar)
Audio-Ausgänge
1 Paar Lautsprecher
Abmessungen (BxHxT)
435 x 140 x 385 mm
Gewicht
25 kg
Preis
8449 Euro
In Kürze
Die Rega Solis ist eine teure, aber in jeder Hinsicht auch sehr großzügige Endstufe, die dein HiFi-Erlebnis nachhaltig verändern wird. Ideale Partner sind der Vorverstärker Mercury, die Phono-Stufe Aura – und praktisch jeder hochauflösende Lautsprecher.
Vorteile
  • Klingt hochdynamisch, großformatig und absolut natürlich
  • Muting per Frontplattenschalter oder Fernbedienung
  • Überragende Verarbeitung
Nachteile
  • Schwer und Stromhungrig
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Die Solis ist die beste und teuerste Endstufe, die Rega je gebaut hat. Zusammen mit dem Vorverstärker Mercury besitzt sie innerhalb des Rega-Programms daher „Reference“-Status, sprich: bestmögliche Umsetzung ohne Budgetgrenzen. Analogfans ergänzen das Gespann um den Phono-Preamp Aura und haben das Thema Verstärkung zum Gesamtpreis von rund 22.000 Euro dann dauerhaft erledigt. Andererseits ist Rega für sein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis berühmt. Wie sich ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis bei einem 8500-Euro-Gerät anhört, will die Solis uns im Hörtest beweisen.

Rega Solis im Hörtest: natürlich, intensiv, emotionsstark

Was im Hörraum sofort auffällt, ist die Familienähnlichkeit zwischen der Solis und den „günstigeren“ Vollverstärker-Modellen des Herstellers. Etwa dem Elicit, der in seiner jüngsten Mk5-Version das Rega-Markenzeichen der mitreißenden Dynamik mit bemerkenswerter Ausgewogenheit und Natürlichkeit kombiniert. Aber selbst dieser herausragende Vollverstärker hat nicht den Hauch einer Chance gegen die Kombi aus Rega Mercury und Solis.

Rega Solis – Im Testlabor mit Rega Mercury
Der Rega Solis fühlt sich im Zusammenspiel mit dem hauseigenen Mercury pudelwohl.

Gefühlt hören wir mit der Vor- und Endstufenkombi nicht unsere gewohnten Standlautsprecher mit einem sehr guten HiFi-Verstärker. Sondern neue, größere, bessere Lautsprecher: An der Solis wachsen unsere Tannoys über Grenzen hinaus, die wir bislang für lautsprecherspezifisch hielten. Das betrifft am auffälligsten den Bass, der sich von den noch relativ kompakten Gehäusen gefühlt gar nicht mehr einschränken lässt.

Die enorme Bassqualität hörst du auch an ganz unauffälligen Stellen. Etwa dem gezupften Kontrabass auf We Are Sent Here By History von Shabaka & The Ancestors. Ariel Zamonsky spielt diesen Bass nicht rockig-fett im Vordergrund, sondern jazztypisch eher dezent. Aber zugleich mit enorm straffem Tempo und punktgenauer Energieentfaltung, die die Aufmerksamkeit immer wieder von den Solisten zu diesem geschmeidig laufenden Musikmotor lenkt.

Rega Solis – Vorderseite rechts
Endstufe der Extraklasse: Die Rega Solis liefert im Test kompromisslos guten Klang – und holt dabei selbst aus besten Lautsprechern noch mehr raus.

Aber natürlich profitieren auch die versammelten Bläser:innen von der Solis: Gerade wenn mehrere Saxofone und Klarinetten zusammenspielen, kann das über viele Amps schon etwas quietschig und aufdringlich wirken. Nicht so über die Rega-Kombi. Da gibt’s kübelweise Charakter und Klangfarbe. Und an den Stellen, wo wir sonst überlegen, leiser zu drehen, wollen wir jetzt sogar noch ein paar Dezibel drauflegen.

Unsere Bestenliste verrät dir, wie die Rega Solis im Vergleich mit anderen Endstufen abgeschnitten hat:

Wunderbar natürlicher, unangestrengter Klang

Mit der Rega Solis kann und will man aufdrehen. Weil der Rechtsdreh am Volumenregler des Mercury eben einfach alles größer und intensiver macht, ohne dass der Klang jedoch angestrengt oder gar anstrengend wirkt. Wie ihr Vorstufen-Bruder, der einen ganz ähnlichen Charakter zeigt, lässt die Solis an ihren Ausgängen Signale pulsieren, die so frisch und untechnisch wirken, dass man den vorangehenden, langen und verzweigten Technik-Weg komplett vergisst.

Rega Solis – Im Paar mit Rega Mercury
Diese Rega-Kombi kann sich hören lassen. Wir drehen den Rega Mercury immer weiter auf – weil es sich so gut anfühlt und ebenso gut klingt.

Das können auch andere Endstufen dieser erhabenen Preisklasse nicht besser. Die Chord Ultima 6 gehört zu den besten ihrer Art und setzt in Extremsituationen noch gewichtigere Bassimpulse frei. Am Ende ist es aber doch wieder nur ein Patt, weil die Rega-Endstufe noch glatter und geschmeidiger musiziert.

Die fabelhafte Naim NAP 250 kommt ebenfalls nah heran, spielt aber mit etwas weniger klanglichem Hubraum. Der Unterschied ist nicht dramatisch. Zumal ohnehin niemand auf die Idee käme, aus einer Naim-Vorstufe und einer Rega-Endstufe ein gemischtes Doppel zu bilden. Das geht technisch und auch klanglich zwar problemlos.

Rega Solis – Paar mit Mercury
Hier gibt’s den Überblick: Rega Mercury und Rega Solis offenbaren von hinten ihre ganze Anschlussvielfalt.

Aber hier wie da winken zusätzliche Synergieeffekte, wenn du Vor- oder Endstufe mit ihrem jeweils designierten Partner kombinierst. Bei Rega gab es lange Zeit überhaupt keine separaten Vor- und Endstufen, weil Entwickler Terry Bateman Verstärker offensichtlich lieber als Einheit betrachtet und entwirft. So ist auch die Aura zusammen mit dem Mercury entstanden, obwohl hier separate Gehäuse unvermeidlich waren – schon aus logistischen Gründen.

Rega Solis: Kraft, Stabilität und Symmetrie

Gewandet in dicke, perfekt passgenau gefräste Aluminiumplatten bringt es die Solis auf 25 Kilogramm Startgewicht. Einige der Kilos stecken bereits in den beiden wuchtigen Ringkerntrafos, die linken und rechten Kanal mit symmetrischen Versorgungsspannungen speisen. Auch der Rest des Verstärkers ist streng kanalgetrennt. Gemeinsam genutzt wird nur die IEC‑Netzbuchse.

Rega Solis – Kühlrippen auf der Rückseite
In puncto Verarbeitung macht der Rega Solis kein Konkurrent etwas vor. Hier siehst du die massiven Kühlrippen.

Die Schaltungen auf den beiden Endstufenplatinen zeichnen sich durch hohe Symmetrie aus und kombinieren eine differenzielle Eingangsstufe mit einer kunstvoll gelayouteten „common base“-Spannungsverstärkung. Die Ausgangsstufe setzt je Kanal drei Paare hochbelastbarer Sanken-Endtransistoren ein. 160 Watt an 8 Ohm sind das Resultat und nahezu das Doppelte dieser Leistung an 4 Ohm, wie immer pro Kanal.

Die Schaltungstopologie kommt Rega-Fans bekannt vor. Natürlich: Die kultigen Exon-Monoblöcke aus den 90er- und 00er-Jahren hatten eine ganz ähnliche Anordnung. Schon damals entzückten sie Tester:innen und Kund:innen, indem sie röhrenartige Mitteltonpracht mit eisernem Halbleiter-Punch verbanden. Auch der Vollverstärker Elicit, den Rega inzwischen in der fünften Generation baut, ist technisch eng mit der Solis verwandt.

Rega Solis – Vorderseite Frontal
Edel, seriös und perfekt abgestimmt: So klingt die Solis, und so sieht sie auch aus.

Wobei die Solis qualitativ in jeder Hinsicht eine Klasse für sich ist: Maßgefertigte, vibrationsarme Trafos, bifilare, induktionsfreie Widerstände und teure Folien- und Elektrolytkondensatoren bevölkern ihre Leiterplatten. Durchgehende Alu-Kühlprofile auf beiden Seiten verraten, dass hier ernsthaft Abwärme entstehen kann: Laut Datenblatt saugt die Solis schon bei einem Achtel ihrer Nennleistung 500 Watt aus der Dose. Im Testalltag wird das Gehäuse rundherum gut warm, aber nicht beunruhigend heiß.

Betriebssicher und komfortabel

Sollten Temperatur oder Ausgangsstrom tatsächlich mal aus dem Ruder laufen, greift eine moderne, schnelle Schutzschaltung ein. In Aktion erlebt haben wir sie nicht, obwohl wir uns durchaus bemüht haben. Anschlusseitig bietet die Endstufe keine Überraschungen. Es gibt Cinch- und symmetrische XLR-Eingänge, zwischen denen du mit einem Schalter am Heck wählen kannst.

Rega Solis – Fernbedienung von Rega Mercury
Mit der Fernbedienung des Rega Mercury kann es schon mal zum Missverständnis mit der Solis kommen.

Wobei Rega die Verwendung der Cinch–Inputs empfiehlt und dafür sogar ein Pärchen schöner Kabel beilegt. Lautsprecher schließt du an einem Paar isolierter Schraubklemmen an. Ein unauffälliges, aber sehr praktisches Extra ist die eigene Mute-Taste der Endstufe, die den Ausgang stummschaltet. So kannst du auch mal eine Vorstufe wechseln, ohne die Solis abzuschalten oder wahlweise deine Lautsprecher zu gefährden.

Die Mute-Funktion reagiert sogar auf den entsprechenden Infrarotbefehl der Mercury-Fernbedienung. Das ist praktisch, mitunter aber auch verwirrend. Denn mit jedem IR-Kommando ändern sowohl Vor- als auch Endstufe ihren Mute-Status. Hast du eine der beiden zuvor direkt am Gerät gemutet, springt die Stummschaltung also effektiv nur zum anderen Gerät und du hörst weiterhin nichts.

Rega Solis – Rückseite mit Anschlüssen
Das Netzteil setzt bei der Rega Solis mittig an, so kommen sich Mercury und Solis nicht in den Weg.

Ein Druck auf die Frontplattentaste stellt die Ordnung wieder her. Die Standby-Funktion gehorcht dagegen keiner Fernbedienung. Die Endstufe legt sich aber nach einer halben Stunde ohne Signal selbstständig schlafen und lässt sich dank Trigger-Eingang auch zusammen mit der Vorstufe automatisch einschalten.

Unser Fazit zur Rega Solis

Eine teure Endstufe von Rega? Keine Sorge! Der englische Hersteller wird weiterhin auch die erschwinglichen Verstärker- und Plattenspieler-Geniestreiche produzieren, die ihn in den vergangenen 50 Jahren so beliebt gemacht haben. Die Solis ist Regas Endstufen-Äquivalent zum Überspieler Naia: Komplex und kompromisslos, ohne pompös zu sein, verdichtet sie in ihrem Gehäuse jahrzehntelange Entwicklung und Erfahrung.

Zusammen mit dem Vorverstärker Mercury und der Phono-Stufe Aura entsteht daraus ein Weltklasse-Verstärkergespann, das keinem Vergleich aus dem Weg gehen muss. Das gilt auch für die „Soft Skills“: Die Solis entsteht wie alle Regas nachhaltig in England, in einem Unternehmen, das seit 2024 seinen eigenen Mitarbeitenden gehört.

HIFI.DE Testsiegel Endstufe Rega Solis 9.2

Hier findest du die Rega Solis im Angebot:

Technische Daten
Leistung 2x 168 Watt (8 Ohm), 2x 305 Watt (4 Ohm)
Eingänge XLR, Cinch (schaltbar)
Audio-Ausgänge 1 Paar Lautsprecher
Abmessungen (BxHxT) 435 x 140 x 385 mm
Gewicht 25 kg
Mitgeliefertes Zubehör Hochwertiges, geschirmtes Netzkabel, 1 Paar Rega Couple Cinchkabel, 2 Triggerkabel
Verfügbare Farben Schwarz
Preis 8449 Euro

Noch auf der Suche nach dem passenden Vorverstärker? In unserer Bestenliste wirst du sicher fündig:

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